Park+Ride auch an der Uni?
KÜRENZ. Die CDU und die Partei Die Linke treten gemeinsam dafür ein, dass auch der Parkplatz an der Universität künftig für den Park + Ride-Verkehr genutzt werden kann.
Nachdem der Kürenzer Ortsbeirat im Oktober einen gemeinsamen Antrag von Union und Linke, der auf eine Intiative von Ortsvorsteher Bernd Michels (CDU) und Dr. Johannes Verbeek (Linke) zurückging, einstimmig angenommen hat, soll nun auch der Stadtrat über die Anregung beraten.
Konkret geht es um die Nutzung des großflächigen Parkplatzes am Universitätscampus I. Besonders an Samstagen und vor allem in der Adventszeit könnte dieser nach Meinung von Michels und Verbeek auch für Park+Ride genutzt werden. Schließlich finden dann kaum Lehrveranstaltungen statt, weshalb die Parkplätze kaum genutzt werden. Das Angebot soll aber nicht vergleichbar sein mit dem von der City-Initiative und Trierer Händlern in der Vorweihnachtszeit initiierten kostenlosen Busshuttle vom Messepark und der Fachhochschule in die City. Denn während diese beiden Parkplätze gar nicht oder nur selten an Samstagen von Stadtbussen angefahren werden, verkehren die Linien 83 und 87 alle 15 Minuten zwischen Campus und Zentrum.
Die Linke hat nun für die Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag den Antrag gestellt, die Stadtwerke aufzufordern, “wie an den kommenden Samstagen – besonders aber in der Adventszeit – Park & Ride-Service eingerichtet werden kann, der den Hauptparkplatz an der Universität nutzt, um die Bürgerinnen und Bürger bis zur Porta Nigra hin und zurück zu fahren”. Gratis soll das Angebot nicht sein, und auch zusätzliche Busse werden nicht gefordert. Autofahrer, die von den Höhenstadtteilen oder Vororten wie Korlingen oder Pluwig bis zur Universität fahren, dort ihr Auto abstellen und dann mit dem regulären Stadtbus weiterfahren, sollen aber lediglich 2 Euro für die Hin- und Rückfahrt ins Zentrum zahlen.
Weil dann aber Bewohner des Weidengrabens und der angrenzenden Wohngebiete im Vergleich zu den Park + Ride-Nutzern benachteiligt würden, dürfte sich das Ansinnen wohl nicht so leicht realisieren lassen – oder aber das Ticket wäre ausdrücklich für jedermann zwischen Kohlenstraße und Porta Nigra zu haben.
Dr. Johannes Verbeek, Fraktionschef der Linken, macht deshalb eine andere Rechnung auf: Er wie auch Michels hoffen darauf, dass die Stadtwerke unterm Strich nichts drauflegen müssten. Denn die zusätzlichen Fahrgäste vom Park+Ride-Platz würden mögliche Einnahmeausfälle, die entstünden, würden auch reguläre Nutzer in den Genuss des günstigeren Tickets kommen, kompensieren. Außerdem brächte das Angebot ihrer Meinung nach eine Entlastung der Straßen in Kürenz und könnte Anhaltspunkte dafür liefern, inwiefern der ÖPNV tatsächlich von den Bewohnern der Höhenstadtteile und des Umlandes “bei optimalen Fahrbedingungen angenommen wird”, wie es im Antrag der Linken für den Stadtrat heißt.
von Marcus Stölb





20. November 2009 (19:04 Uhr)
Hier extra Tarif, dort eine Preiserhöhung, da eine Buslinie weniger, dort eine mehr. Diese Nadelstichideen verwirren nicht nur die Bürger, sondern doch letztlich auch die Planer. Trier sollte sich anschicken endlich eine einfachere und für alle besser und öfters nutzbarere Idee aufzugreifen. Die Stadt Tübingen machts zur Zeit vor: Nulltarif! Einsteigen und losfahren! Eben ohne dafür extra zu zahlen. Unterm Strich eine klare Win-Win Situation für alle Beteiligten …
21. November 2009 (13:01 Uhr)
@ Janek
Das was du vorschlägst, wäre mir auch am Liebsten, aber bitte beachte, dass wir hier in Trier sind. Hier passiert alles 30-50 Jahre später als auf dem “bedeutungslosen” Rest der Welt. Und dass hier jemand Park+Ride-Optionen fordert, ist für hiesige Verhältnisse eine Revolution.
CDU und Linke sind sich mal einig? Das allein ist doch schon eine eigene Schlagzeile wert, oder?
23. November 2009 (10:22 Uhr)
janek hat recht ! Wir können nicht an den starken Einkaufstagen (Mantelsonntag, Adventssamstage…) drei unterschiedliche Tarife
nehmen. Kostenlos von dem Park + Ride Plätzen für Umlandeinkäufer ,
2,- € aus Richtung Uni und Normaltarif für alle anderen Benutzer.
Gerade die Probleme der Finanzierung durch die City-Initiative in
diesem Jahr rufen nach einer generellen Neuordnung.
Die Filialgeschäfte, deren Entscheidungstärger nicht in Trier sitzen,
ziehen sich immer mehr aus der Verantwortung für den kostenlosen
Park + Ride zurück. Dies wird im nächsten Jahr Auswirkungen
auf die Zahlungsmoral der bisher treuen Zahler haben.
Eine Lösung könnte in folgende Richtung denkbar sein:
Beibehlatung bzw. Ausbau (Uni) des Park + Ride an den verkaufsstarken
Tagen. Alle Benutzer (auch der anderen Linien) zahlen 1,- € je Fahrt.
Ein evt. Defizit wird von der City-Initiative – wie bisher – von ihren Mitgliedbetrieben ausgeglichen; wobei es nicht sicher ist ob es überhaupt zu einem Defizit kommen wird.
Richard Leuckefeld – Mitglied des Stadtrates Trier – B90/Die Grünen