“Unisol 1″ geht ans Netz
TARFORST. Kommende Woche wird das dritte Trierer Bürgersolarkraftwerk ans Netz gehen: “Unisol” wurde auf dem Dach eines Studentenwohnheims in Tarforst installiert.
Nachdem das erste Bürgersolarkraftwerk in Trier auf Initiative von Else Fichter, auch bekannt als “Solar-Else”, und mit der Unterstützung des Solarvereins vor etwa acht Jahren auf dem Dach der Handwerkskammer in der Loebstraße entstand (Nennleistung 4,9 kWp), wurden in diesem Jahr durch die Energieagentur des Vereins Lokale Agenda 21 Trier e.V. (LA 21) zwei weitere gebaut.
Das erste Bürgersolarkraftwerk „Waldorf 1“ wurde im September 2009 festlich eingeweiht. An der Anlage, die sich auf dem Dach der Kinderbetreuung der Freien Waldorfschule Trier befindet, haben sich 17 Privatpersonen und 2 Vereine beteiligt. Das zweite Bürgersolarkraftwerk “Unisol 1″ weist eine Leistung von 18,62 kWp auf und kann etwa fünf durchschnittliche Haushalte mit ökologisch erzeugtem Strom versorgen und 15 Tonnen CO2 jährlich gegenüber der herkömmlichen Stromerzeugung einsparen, berichten die Initiatoren des Projekts. Für “Unisol 1″ haben sich 13 Bürger zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zusammengefunden.
“Wir möchten im nächsten Jahr weitere Bürgersolarkraftwerke bauen und so die Idee ‘Energie in Bürgerhand’ umsetzen”, sagt Zeljko Brkic, Geschäftsführer des Vereins Lokale Agenda 21 Trier. “Im Moment haben wir viele weitere interessierte Bürger, so dass wir noch zwei weitere Bürgersolaranlagen der Größenordnung von “Waldorf 1″ und “Unisol 1″ bauen könnten. Weitere Interessenten seien herzlich willkommen, fügt Brkic hinzu. Es fehlten allerdings kurzfristig verfügbare und geeignete Dächer. “Zur Zeit sind wir im Gespräch mit der Stadt Trier, der Handwerkskammer und dem Bürgerservice”, so Brkic.
Den rechtlichen Rahmen für den gemeinschaftlichen Betrieb der beiden Bürgersolarkraftwerke bildet eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Schon ab 1.000 Euro ist eine Beteiligung an einem Bürgersolarkraftwerk möglich. Größere Einlagen werden selbstverständlich ebenfalls akzeptiert. Die Gesellschafter werden sowohl an dem wirtschaftlichen Erfolg als auch an den Risiken des Solarkraftwerkes beteiligt. Rückfluss und Verzinsung des investierten Kapitals erfolgen über den Verkauf des erzeugten Stroms gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
Die Mitglieder der Energieagentur freuen sich nach eigenem Bekunden, dass ihre Aktivitäten viele Nachahmer bei Trierer Organisationen gefunden haben. So baue das Studierendenwerk (SWT) in den nächsten Tagen eine Anlage ähnlicher Größe wie “Unisol” in eigener Regie auf dem Nebendach des Studentenwohnheims Tarforst.
Nicht nur die gemeinschaftlichen Anlagen stünden im Mittelpunkt der Arbeit der Projektgruppe der LA 21: “Unsere Solar-Fachleute Dieter Buch und Herbert Kronenberg bieten in der Stadt Trier und in den umliegenden Gemeinden kostenlose Infoveranstaltungen, bei denen wir auch Menschen motivieren möchten, auf ihren eigenen Dächern Photovoltaikanlagen zu bauen”, sagt Brkic.
Weitere Informationen zur Energieagentur des Vereins Lokale Agenda finden Sie hier.
von 16vor




