Uni-Präsident kritisiert Audimax-Besetzer (update)

Die Besetzung des Audimax der Universität soll fortgesetzt werden. Das hat eine Versammlung protestierender Studenten am Montag beschlossen. Uni-Präsident Professor Peter Schwenkmezger verlegte daraufhin die für Mittwoch geplante feierliche Eröffnung des Wintersemesters, den “Dies academicus”, in einen anderen Hörsaal und sagte ein Konzert des Philharmonischen Orchesters der Stadt ab. Schwenkmezger warf den Protestierenden “unsolidarisches Verhalten” vor. Das “Plenum der Audimax-Besetzer” reagierte am Abend mit “Bestürzung” auf die Kritik des Präsidenten und warf der Hochschulleitung vor, die Entscheidungen vom Montag ohne Rücksprache mit den Studenten getroffen zu haben. Man sei sehr wohl “solidarisch” mit den eigenen Kommilitonen, wehrten sich die Besetzer.

TRIER. Enttäuscht hatte die Universitätsleitung am Mittag auf die “nur partielle Freigabe” des Auditorium Maximum durch die Studierenden reagiert. Weniger Stunden später folgte die Reaktion des “Plenums der Audimax-Besetzer”: Man sei “grundsätzlich kompromissbereit” gewesen, doch die Entscheidung der Hochschulspitze “fand ohne Rücksprache mit den Studierenden statt”. Weiter heiß es in der Mitteilung: “Das bestärkt uns in unserem Protest, da es zeigt, dass Studierende wieder und immer noch nicht in Entscheidungen einbezogen werden”. Zuvor hatte Enzo Sarnelli vom Referat für Hochschulpolitik des AStA gegenüber 16vor erklärt, dass die protestierenden Studenten unter anderem verlangt hatten, auch während der feierlichen Eröffnung des Wintersemesters ihre Anliegen vortragen zu können. Ein “Dies academicus” ohne die Möglichkeit, auch in diesem Rahmen den aktuellen Protest vorzubringen, hätte nach Meinung Sarnellis “ein zweifelhaftes Bild” abgegeben.

Doch auf derartige Bedingungen wollte sich die Uni-Leitung nicht einlassen, und allen voran der Präsident zeigte sich verärgert über die Entscheidung der Protestierenden: “Nach den vielen guten und konstruktiven Gesprächen, die wir letzte Woche und am Wochenende geführt haben und in denen wir in zahlreichen Punkten Übereinstimmung erzielen konnten, hätte ich eine andere Entscheidung erwartet, zumal nur noch ein geringer Anteil an Studierenden sich an der Aktion beteiligt”, erklärte Peter Schwenkmezger. Die Fortführung der Besetzung sei im Übrigen “unsolidarisch gegenüber den Tausenden von Studierenden, die Lehrveranstaltungen besuchen wollen oder dort Klausuren schreiben müssen”. Auch diese Vorwürfe wiesen die Bildungsstreikführer am Abend zurück: Die Besetzung sei sehr wohl “solidarisch gegenüber allen Studierenden”,  behaupteten sie, denn “seit dem ersten Tag der Besetzung” setze man sich dafür ein, dass die Verlegung von Klausuren entsprechend kommuniziert werde. Im Moment arbeite man sogar an einer “Web-Stream-Lösung für die Veranstaltungen, die im Audimax ausfallen”.

Unterdessen zog die Universitätsleitung Konsequenzen aus der fortgesetzten Besetzung des Audimax: Der Festvortrag des deutschen Botschafters in Luxemburg und die Preisvergaben im Rahmen des “Dies academicus” sollen nun in den Hörsaal 5 verlegt werden, das Universitätskonzert des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier wird ausfallen. “Die Verantwortung dafür liegt ausschließlich bei den besetzenden Studierenden”, erklärte der Uni-Präsident, der aber zugleich versicherte, weiterhin an einer friedlichen Beendigung der Besetzung interessiert zu sein. Schwenkmezger schlug deshalb die Einrichtung eines Runden Tisches vor, um “angesichts berechtigter Forderungen der Studierenden den Dialog fortzusetzen”. Ein erstes Treffen ist für Dienstagnachmittag, 16 Uhr vorgesehen. “In diesem Gremium sollen Lösungsvorschläge erarbeitet werden, die innerhalb der Universität Trier konkret umsetzbar sind”, so der Präsident. Die Einrichtung wird von den Wortführern der Protestierenden “einhellig begrüßt”. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass die Studierenden auch ein Stimmrecht und nicht nur ein Initiativrecht haben.

Derweil bereiten die Bildungsstreikenden weitere Aktionen vor. Die eigentlich schon für Dienstag geplante Feuershow soll nach dem derzeitigen Stand der Planungen nun am Donnerstag im Anschluss an eine Demonstration durch die Innenstadt stattfinden, heißt es vonseiten des AStA. Der Protestmarsch wird um 13 Uhr auf dem Viehmarktplatz mit einer Kundgebung beginnen.

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41 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Student schreibt:

    Recht hat er. Dass einige Kommilitonen einmal ein Zeichen setzen wollten, ok. Dafür hatte ich ja Verständnis, auch wenn ich es persönlich für ein falsches Vorgehen erachte. Dies sind längst nicht mehr die Kanäle über die man etwas bewegt.

    Durch diese Reaktion und vor dem Hintergrund, dass kaum noch Studenten sich an der Aktion beteiligen und Kritiker lapidar als “Juristen die ihr Audimax zurückhaben wollen” (Quelle: Twitter) abgetan werden, zeigt sich leider, dass es einigen hier wohl nur darum geht, ein Happening zu veranstalten. Man kann nur hoffen, dass der zweite Teil des Baader-Mainhof-Komplexes nicht in den Audimax übertragen wird. Isolierte Protestler werden ja leider immer sturköpfiger.

    Also, Übertreibung beiseite, beendet die Aktion bevor es peinlich wird und sämtliche inhaltlichen Angebote in der Arroganz einzelner Hobbyprotestler aufgehen.

  2. Bettina D. schreibt:

    Lieber Herr Schwenkmetzger,

    was ich mittlerweile absolut nicht mehr verstehen kann, ist, wieso Sie nicht einfch allmählich von Ihrem Hausrecht Gebrauch machen und diese “Besetzung” gegebenenfalls mit einem Polizeieinsatz beenden lassen.

    Ihre Strategie der Deeskalation in allen Ehren: Einige wenige treiben es allmählich zu bunt und tanzen Ihnen auf der Nase rum. Es ist für mich nicht mehr nachvollziehbar, wieso der traditionsreiche “Dies Academicus” verlegt werden müsse, wieso das immer sehr schöne Konzert abgesagt werden muss, weil einige wenige nicht mehr zurückrudern wollen oder können. Was soll dies alles?

    Viele Forderungen der Studenten sind in der Tat berechtigt- sie können diese aber nicht in dem Rahmen und nicht mit Erpressung durchsetzen.

    Der Grat zwischen sinnvollem Protest und entrücktem, erpresserischem Widerstand ist gering.

  3. derWolf schreibt:

    Eine kleine Ansammlung von Leuten (so wie ich das sehe weniger als 50) die für bessere Studienbedingungen protestiert besetzt den Audimax und schafft so noch ungünstigere Studienbedingungen für hunderte von Studierenden. Meinen Glückwunsch.

    Eine kleine Gruppe die mit gesetzeswidrigem Verhalten der Mehrheit Ihren Willen aufdrückt… mit Protest hat das wohl wenig zu tun. Eher mit Terrorismus.

  4. Thomas schreibt:

    Wer die PM-en des Herrn Präsidenten und sich die der Studierenden durchgelesen hat, wird feststellen, dass die Studis bereit waren das Feld für den “Dies Academicus” zu räumen.

    Lediglich nach den Festivitäten hätten sie das Audimax wieder besetzt. Nun schiebt die Hochschulleitung den schwarzen Peter (tolle Koinzidenz ;-) ) den Studis zu. Der Dies Academicus hätte ohne Störung verlaufen können. Jetzt werden die Studis mit öffentlichem Druck erpresst.

    Den Studis sollte aber auf den anderen Seite ebenfalls klar sein, dass der “Feind” nicht in Trier, sondern in Mainz und/oder Berlin ist.

    Und mal ganz ehrlich: Polizei im Audimax? Das wäre doch lächerlich und arm.

  5. Benjamin schreibt:

    Eine Anmerkung zu Nr.1

    Die “Juristen, die ihr Audimax zurück haben wollen” waren heute morgen tatsächlich Juristen, die ihr Audimax zurückhaben wollen. Das ist keine Pauschalisierung. Auch die Formulierung “unser Audimax zurückhaben” kam von diesen Studenten. Es handelt sich daher lediglich um ein ZItat.

    Auch wenn ich voll und ganz hinter den Forderungen stehe und auch den Dies Academicus an sich kritisch betrachte, halte ich die Entscheidung weiterhin zu blockieren für kontraproduktiv. Die Studenten, wir (!) können in der Hochschulleitung wertvolle Verbündete gewinnen, die durch solche Sturheit sowie durch Versuche, den Protest über das Bildungsthema hinaus politisch zu färben.
    Dennoch hätte ich begrüßt, wenn die Hochschulleitung das Angebot der Studenten angenommen hätte, denn auch sie ist auf “uns” angewiesen. Zu begrüßen ist jedoch, dass offenbar auf eine Räumung verzichtet wird – auch wenn dies m.E. eine größere Niederlage für die Besetzer ist als eine polizeiliche Räumung -, den eine noch größere Spaltung wird so vll. verhindert.

    Davon abgesehen verstehe ich nicht, weshalb von einigen behauptet wird, die Aktionen a la Audimax-Besetzung bringen generell nichts und man könne so nichts bewegen. Sie erzeugen enorme Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und in den Medien, das Thema wird diskutiert und nicht zuletzt wird auch die Hochschulleitung zu einer Stellungnahme gezwungen. Studenten haben nunmal keine Lobby (von den Juristen mal abgesehen – irgendwie müssen sie es ja geschafft haben, dass bei ihnen kein Bachelor eingeführt wurde ;) ) und sind daher auf “radikalere” Aktionsformen angewiesen.

    Und zum Thema Solidarität gegenüber Mitstudierenden: Es ist bedauerlich, dass einige Veranstaltungen (betroffen sind wohl vor allem Juristen) ausfallen. Jedoch fordern nun genau jene Solidariät für sich, die andere Aktionen mit der Begründung “das betrifft mich ja nicht” (O-Ton heute morgen im Plenum) abgelehnt haben. Solidarität aus Eigeninteresse ist keine Solidarität. Die Studenten, die hier streiken/besetzen/demonstrieren und ihren Kopf hinhalten, auch Veranstaltungen und Prüfungen verpassen, tun das zum größten Teil nicht aus Spaß an der Sache, sondern für die Gesamtheit aller Studierenden. Dass es bedauerliche Ausnahmen gibt (war auch heute morgen zu sehen), bestreite ich dabei nicht.

  6. Rainer Landele schreibt:

    diese entwicklung war abzusehen.

    protest, der nicht schmerzt, bringt nichts. also ist es völlig richtig, das audimax nicht ohne “gegenleistung” wieder herzugeben. wäre es anders, könnte die (nö: jede) unileitung ja schlicht ein räumchen zur verfügung stellen, für die “uneinsichtigen” protestler – damit all jene sich nicht gestört fühlen, die vor allem ihren abschluß im kopf haben, anstatt zu versuchen, an den verhältnissen etwas zu ändern.

    der wievielte “uni-streik” war das eigentlich, seit anfang der 90er? der dritte? vier? ohne anti-golfkrieg-demos (ups, selbst da schon mehrzahl…). es geht aus wie immer: der streik bröckelt, jene, die es wichtig fanden, müssen sich auch noch beschimpfen lassen und am ende das eine oder sogar mehrere semester wieder aufholfen. die masse trottete weiter und vorbei war wieder die große revolte. klar, wenn sich doch auch “alle” einig sind, daß da was im argen liegt, dann muß solch ein protest ja verpuffen…

    p.s.: wie war das vor zwei wochen? die stadt interessiert sich nicht für die studenten? schlimmer ist es doch: die studenten interessieren sich ja nicht mal für ihre mit-studenten. ‘solidarität’ ist ein langes wort – wird aber dennoch kleiner geschrieben als ‘ich’.

  7. Markus schreibt:

    Alle rausschmeißen! Bravo Herr Schwenkmetzger!

  8. Dude schreibt:

    Lieber Student, Liebe Bettina,

    Eure Einwände sind symptomatisch: Protest ist für diejenigen, die er nicht interessiert immer solange in Ordnung, solange er sie nicht persönlich einschränkt. Aber wehe, eine Sitzblockade sorgt für eine halbe Stunde Verspätung oder das schöne Konzert “muss” abgesagt werden…

    Genau darum geht es hier: Es fehlt im Grunde schon an den Grundvoraussetzungen für wirkungsvollen Protest, nämlich Bewusstsein und Solidarität innerhalb der Studierendenschaft. Der Protest ist deshalb auch ganz wesentlich ein Kampf um Aufmerksamkeit. Und die bekommt man seitens der Studierenden und der Uni-Leitung nur, wenn man auch mal aufsässig ist, auch mal stört.

    Wenn ein Peter Schwenkmetzger sich gegenüber Presse und Asta großzügig und deeskalierend gibt, aber am Dies Academicus, also einer Feierstunde der Institution Universität, kein kritisches Wort über deren Zustand hören möchte (und außerdem mit der Konzertabsage gezielt und ungerechtfertigt den Prostestlern den schwarzen Peter zuschiebt), sagt das über seine Solidarität mit den Belangen der Protestler einiges aus. Selbstredend ist die Krux (und das Wissen Asta und Uni-Leitung gleichermaßen), dass man gegen Auswüchse protestiert, bei denen man die Ursachen gar nicht und die Folgen nur zum Teil effektiv vor Ort bearbeiten kann – das aber die Uni-Leitung den Druck, den die Protestler auf sie ausüben, nicht nach oben weiterzugeben bereit ist, ist traurig. Denn alle sollten das Gleiche wollen: Bessere Studienbedingungen.

    Dass es im Asta und unter den Protestlern auch ewiggestrige Betonköpfe gibt, die an Protest-Folklore und aktionistischem Unfug mehr interessiert sind, als an inhaltlicher Diskussion, ist dabei auch klar. Das aber als Anlass zu nehmen, den ganzen Protest zu diffamieren, ist schlicht peinlich.

  9. Hyperboreas schreibt:

    Es scheint, als würde langsam wieder der Punkt erreicht, an dem der Protest zu Selbstzweck bzw. Machtkampf wird. Jetzt geht es endgültig nicht mehr um Sachfragen, sondern nur noch darum, wer am längeren Hebel sitzt und wie man die unweigerliche Räumung des Audimax am Ende möglichst geschickt für die eigene Seite ausschlachtet. Schade, eine vertane Chance.

  10. Vera schreibt:

    Um es mal mit den Zitaten aus dem Baader Meinhof Komplex auszudrücken: Die Besetzung des Audimax hat nichts mehr mit der “Hauptlinie” zu tun. Es sitzen nur noch einige wenige im Audimax, der Großteil der Studenten lehnt diese Form von Protest mittlerweile oder generell ab. Was sich dort nun abspielt, wird zur Farce. Es geht doch nicht mehr um Sachfragen, sondern um Machtspielchen. Wer hat den längeren Atem? Wie lange wird der Präsident sich den Mist noch angucken, bevor die Polizei den Raum räumen muss? Ich weiß, dass einige der “Besetzer” darauf hoffen, dass es deeskaliert- würde ja Stimmung und “Aufmerksamkeit” bringen. Fragt sich nur, für wen diese Aufmerksamkeit gut wäre. Während am Anfang viele die verschiedenen Aktionen gut fanden, finden sehr viele Studis diese Blockade mittlerweile einfach nur noch albern.

  11. Markus schreibt:

    Das war von Anfang an abzusehen! Wer sich mit Linksextremisten (sogenannter “Bildungsstreik” <- Aufruf auf der Homepage der Roten Hilfe zu spenden!) und dem AStA verbündet, hat nichts anderes verdient!
    Wir alle haben etwas an der BA/MA-Umstellung auszusetzen und sind auch bemüht etwas zu ändern, jedoch gibt es eine Vielzahl von "Betonköpfen" (Zitat Dude), die mit ihrem 68 er gehabe alles kaputt machen. Viel lieber beschäftigt man sich damit Transparente am laufenden Band zu produzieren, auf dem Kapitalismus herumzutrampeln und leere, vermeintlich hochphilosophische Phrasen herauszublöcken. Jede Diskussion, sachlich an Lösungsansätzen zu arbeiten, wird von vornherein abgelehnt.
    Beim nächsten mal (es wird spätestens im nächsten Jahr vor den StuPa-Wahlen soweit sein…), sollten wir die "Köpfe des AStA" und einen Großteil der Campus Grünen/ Orangen und die gesamte "Linke Liste" aussperren. Forderungen mit einem Siegel der "Karl-Marx-Universität" sind nicht das Papier Wert auf dem sie gedruckt werden. Wie es auf anderen Hochschulen abgeht weiß ich nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass dies zumindest unserer Hochschule einen großen Nutzen bringen würde, konstruktiv Lösungen zu erarbeiten und das ohne einen halbleeren Hörsaal nach dweniger als drei Tagen!

  12. Student schreibt:

    Und wenn ich mit den Studienbedingungen in Trier sehr zufrieden bin… Ich kann mich nicht beschweren und kann – bis auf einige begründete Ausnahmen, Stichwort z.B. Politik IB Vorlesung in diesem Jahr – die Rumheulerei mancher Studenten nicht verstehen. Einige haben einfach noch nicht verstanden, dass man für seinen Abschluss etwas LEISTEN muss. sonst kann man ihn auch bei lidl verkaufen.

    ich fand magister auch besser, aber es ist nunmal anders und nun muss man politisch versuchen probleme zu beheben. die rolle rückwärts ist doch völlig unmöglich. und die “bachelorprobleme” die gibt es an anderen unis.

    und auch die juristen (ich bin übrigens weder ein solcher, noch ein bwl’ler, oder was sonst noch so in diese eure kaste passt), gehören zur studierendenschat und wenn ihr basisdemokratisch sein wollt, dann gehören auch die dazu. jede rechtfertigung in dieser richtung ist einfach nur peinlich. geträu dem motto: wie träumen uns die welt wie sie uns gefällt.

    hier wird protest im namen der studentenschaft gemacht – gegen den willen der studentenschaft! also nochmal die aufforderung wieder zur vernunft zu kommen. so bewegt man nichts!

  13. wie immer schreibt:

    sorry, aber ih habt den schuß nicht gehört! da hocken 50 figuren im audimax und machen einen auf protest. vielleicht sollte man mal darüber nachdenken warum es mittlerweile nur noch ein paar wenige sind. solidarität? vielleicht sehen es die anderen 13950 (oder wie viel auch immer) studenten nicht so gravierend. und einige wenige blockieren den ganzen ablauf. mit solidarität hat das nichts zu tun. die juristen (bin selber keiner) brauchen den audimax für die vorlesungen. dafür, dass das jura-studium nicht auf bachelor umgestellt wurde, können die studenten nichts. lasst diese leute studieren und und veranstaltet produktive aktionen.

  14. bambam schreibt:

    warum schweigen?
    brav studieren?
    bachblüten für bachelor…

    ich finde es mehr als notwendig, dass mal wieder ein paar leute genung “eier” in der hose haben, um auch mal selbstlos einige interessen zu vertreten!
    RESPEKT!
    über ein entfallendes konzert mach ich nir dabei nun überhaupt keine sorgen…
    meine unterstützung ist euch gewiss (auch ehemalige sind interessiert)
    keep going!

  15. Metallkopf schreibt:

    Und irgendwann stellt dann der AStA fest, dass ein paar Juristen seine Büros besetzt haben und dort eine Übung abhalten. Das wäre doch mal witzig.

  16. Hyperboreas schreibt:

    @bambam:
    “ich finde es mehr als notwendig, dass mal wieder ein paar leute genung “eier” in der hose haben, um auch mal selbstlos einige interessen zu vertreten!
    RESPEKT!”

    Abgesehen davon, daß ich immer noch nicht so ganz weiß, was man so im Audimax vertritt und fordert (nach draußen kommt ja nicht so viel), finde ich nichts Respektables daran, einfach Interessen zu vertreten. Wessen Interessen? Die aller Studierenden? Wieso will dann keiner mitmachen? Ach ja, die sind alle zu faul und angepaßt… Ich glaube, wenn man ernsthaft und realistisch die Probleme der Studenten anpacken würde, würden auch die Juristen mitmachen.

  17. Fabian Bauer schreibt:

    Ich muss sagen, dass ich nach der Lektüre einiger Leserbriefe (für welche Grundgesamtheit stehen die?) bestürzt bin.

    Ich selbst war bis dato, zugegeben, selten vor Ort. Ich genieße sogar noch das Privileg mich im Diplom-Studiengang zu befinden – immerhin so weit, dass ich vermute, dass sich die BA/MA-Umstellung nur bedingt negativ auf meine Inhalte und Fortkommen auswirkt.
    Trotzdem halte ich die Aktion bis jetzt für richtig und wichtig (blos wie lange noch weiß ich selber nicht).

    Wie hier aber (dem vernehmen nach) einige Studierende ihre Partialinteressen zum Maßstab aller Dinge erklären; ihren Wunsch, sich bedingungslos im BA-Hamsterrad treiben zu lassen, artikulieren (‘sonst gäbs das ja bei lidl’); sich – die gegenwärtigen Bedingungen als vollkommen fix erachtend – diesen auch noch mit Freude fügen (ist das etwa das wahre, neue Märtyrertum?) – mir fehlen die Worte.
    Wie hier in bester Totalitarismusmanier auf Prügel für das ‘linke Pack’ gehofft wird, der eigene trade-off ohne zu zögern zu Gunsten eines eigenen taktischen Vorteils (meine Vorlesung) und unter, nein, nicht mal Vernachlässigung, sondern unter völliger Ignoranz strategischer Ziele (Verbesserung der Lehre, Mittelausstattung, Durchlässigkeit BA-MA, Möglichkeit, unter Berücksichtigung eigener Situationen zu studieren à la ‘Nebenjob’, Kinder, was weiß ich – also, war da was?) entschieden wird – mir fehlen die Worte.
    Wie hier schlussendlich bravourös dargelegt wird, wie die eigene verkorkste Denke scheinbar nicht mal mehr über die Prüfungen am Semesterende hinausreicht (Stundenpläne muss man ja nicht mehr selber machen) lässt erahnen, wie weit weit oder kurz der eigene Horizont noch reicht. Hier scheinen sich Probleme erst sehr handfest manifestieren zu müssen (‘Ja, Klopapier ist alle – ne, kriegen wir diese Woche auch nicht mehr rein’), bevor gemerkt wird, dass etwas falsch läuft. So lange sich Probleme abstrakter darstellen, scheinen sie hinter dem eigenen Horizont ganz gut aufgehoben. Wer mag da noch von gesellschaftlichen Zusammenhängen oder Problemen sprechen, oder der Fähigkeit solche erfassen und verstehen zu wollen – ja seien wir ehrlich, das hat ja auch nix mit der Prüfungsordnung zu tun. Und wofür noch aufbegehren? Die Mensa ist doch wirklich völlig in Ordnung, nein, sogar ziemlich gut. So lange die eigene kleine, heile Welt in ihrer Flauschewolke bleibt, ist alles gut. Mir fehlen die Worte.

    Ich bin leider noch zu jung um mit “Die sollen mal meine Rente zahlen” polemisieren zu können. Aber wenn sich so der Akademiker von morgen darstellt (der Begriff ‘geistiger Elite’ wird sich ohnehin irgendwann als Treppenwitz erweisen) – der letzte macht bitte das Licht aus.

    Ich hoffen inständig, dass das nicht meine Generation ist. Und wenn es so sei möchte ich hier und für alle Zeiten feststellen: Ich war es nicht, es ist nicht meine Schuld (und hoffe, dass ich damit recht habe).

  18. Lucas Castro schreibt:

    Zitat Markus:

    “Beim nächsten mal (es wird spätestens im nächsten Jahr vor den StuPa-Wahlen soweit sein…), sollten wir die “Köpfe des AStA” und einen Großteil der Campus Grünen/ Orangen und die gesamte “Linke Liste” aussperren.”

    Ein Demokratieverständnis, das mir große Angst macht. Dürfen dann zur StuPa-Wahl nur die Hochschulgruppen antrete, die mit Deiner politischen Überzeugung konform gehen?

    Im übrigen werden hier wie schon so oft einfach nur Klischees reproduziert, statt sich mal inhaltlich zu informieren, was “die Köpfe des AStAs” oder “Grün/Orangen” in diesem Jahr an inhaltlicher Arbeit geleistet haben. Einfach mal ein paar Protokolle durchlesen.

    Hochschulpoltisch schein Markus nicht sonderlich informiert zu sein, schließlich sind die Wahlen nicht “spätestens im nächsten Jahr”, sondern nächste Woche. Deswegen würde ich auch nicht davon ausgehen, dass Deine Meinung über den AStA und G/O sonderlichlich fundiert sind.
    Aber das ist ja auch das anstrengende an einer Demokratie. Man ist selbst mündig und muss sich selbst informieren – Hmm, vielleicht passt der bachelor doch ganz gut zum Zeitgeist.

  19. Karin Meyerbergl schreibt:

    Es wird einem echt übel, wenn man manche Tiraden hier liest. Die Besetzung eines Hörsaals mit Terrorismus gleichzusetzen, gehört zu den beklopptesten Versuchen der Legendenbildung, auch das Herumdreschen auf den angeblichen 68er Aktionen. Wenn ich lese, dass eine Bettina D. den Präsidenten zum “Durchgreifen” per Polizeieinsatz auffordert, dann frage ich mich, was so jemand erreichen will. Willst du Blut sehen, oder was? Finaler Rettungsschuss gegen Hörsaalbesetzer? Schöne Demokraten, im Jubeljahr von 60 Jahre Bundesrepublik und 20 Jahre Mauerfall! Wenn euch die Besetzung des Audimax nicht passt, ja Mensch, dann geht doch wählen, ihr Experten!!! Stupa und AStA sind nicht vom Himmel gefallen oder vom Politbüro eingesetzt! Aber hier bei 16vor rumzuheulen, weil euch die Aktionen irgendwie total nicht so richtig gut gefallen, gar noch in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, das BA/MA-System sei gar nicht so schlimm, ist schon grenzdebil. Waschlappen, die nur anonym große Sprüche klopfen können, aber kein einziges der vorhandenen Probleme (ja, es gibt sie, wird sogar von Hochschulleitung und Politik begriffen, nur nicht von manchen Autoren hier!) zu lösen bereit sind, sollten mal lieber weiterhin ihren geistigen Ruhestand genießen.

  20. Hyperboreas schreibt:

    @Fabian Bauer:
    Zunächst mal solltest Du bedenken, daß einige der Leserbriefschreiber hier keine Studenten (mehr) sind und die Lage demnach vermutlich aus einer anderen Perspektive sehen. Vieles erklärt sich dadurch.

    “Wie hier aber (dem vernehmen nach) einige Studierende ihre Partialinteressen zum Maßstab aller Dinge erklären; ihren Wunsch, sich bedingungslos im BA-Hamsterrad treiben zu lassen, artikulieren (’sonst gäbs das ja bei lidl’); sich – die gegenwärtigen Bedingungen als vollkommen fix erachtend – diesen auch noch mit Freude fügen (ist das etwa das wahre, neue Märtyrertum?) – mir fehlen die Worte.”

    Ich sehe das eher so: anscheinend gibt es eine ganze Reihe Studenten, die keine so großen Probleme mit dem Studium haben, wie das immer behauptet wird. Wenn diese Leute mit ihren Studienbedingungen einverstanden sind, wer will es ihnen verübeln? Möglicherweise kannst Du das nicht nachvollziehen, aber das ist noch lange kein Grund, die als bornierte Dummköpfe darzustellen. Manche Leute haben eben andere Interessen an ihrem Studium als sich möglichst lange möglichst allseitig möglichst unverbindlich zu bilden, sondern wollen lieber schnell und reibungslos einen Abschluß und sich einen guten Job suchen. Was ist daran falsch oder verwerflich? Warum darf man sich mit denen nicht solidarisch zeigen? Warum kann man nicht akzeptieren, daß andere eben andere Vorstellungen von einem Studium haben und auch andere Toleranzschwellen, was Arbeitsbelastung und volle Hörsäle angeht? Warum kann man nicht versuchen, die zu überzeugen, daß es um eine GEMEINSAME Sache geht statt sie zu beleidigen? Vielleicht weil es in Wirklichkeit keine gemeinsame Sache gibt?

  21. Vera schreibt:

    Diese Wahlen sind doch sowieso langsam ein Witz. Nur ein paar Hanseln beteiligen sich daran. Dass Wahlen, an denen vielleicht, wenn überhaupt, 20 % der Studierenden teilnehmen, überhaupt per se legitimiert sind, ist ein Scherz. Nein, ich bin dagegen, die Linke Liste und Konsorten auszusperren, das wäre absolut undemokratisch und demnach niemals gerechtfertigt. Aber Fakt ist, dass das Ruder an der UNi sehr von den Linken übernommen wird und was dabei rauskommt, sieht man ja. Lächerliche Besetzungsaktionen und Kooperationen mit der Roten Hilfe, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Kaum zu glauben. Mir ist auch überhaupt nicht klar, wieso diese Briefe mit dem Logo Karl Marx Universität überhaupt geduldet werden. Ich wäre eher dafür, dass man jeden Brief mit diesem Aufdruck direkt zerreisst.

  22. Metallkopf schreibt:

    Ich glaube, mit “aussperren” war eher “rauswählen” gemeint. Leider illusorisch, denn für die meisten Studis sind die zwei Minuten wählen vor oder nach dem Mensagang offenbar noch immer zu viel verlangt.

    Dass demnach also ein Konglomerat an absoluten Minderheiten mit hohem Mobilisierungsgrad seit Jahren in der Lage ist, 80% unpolitischen Studierenden ihre merkwürdige Meinung zu oktroyieren, ist wohl kaum demokratisch zu legitimieren.

    Wäre das auf einer politischen Bühne so, wo es wirklich um was geht, würden die gleichen Leute, die heute damit tönen, die Interessen der Studenten durch Besetzungsaktionen zu vertreten, wohl lauthals nach “Widerstand gegen das Schweinesystem” rufen.

    Warum proben die Studierenden denn dann nicht mal den Widerstand gegen das System des AStA? Ich bin mir sicher, die Herrschaften ganz links wären die ersten, die autoritäre Züge annähmen, wenn einer ihre Pfründen mal ganz undemokratisch im Namen der Interessenvertretung der Studenten blockierte…

    Wenn zweihundert Studis, die die Besetzung satt haben, die fünfzig Hannebampel im Handstreich einfach aus dem Audimax schmeißen, ist der Spuk auch recht schnell vorbei.

  23. Fabian Bauer schreibt:

    Ja Hyperboreas,

    gerade den Aspekt eine breite Basis für das ganze zu finden, halte ich auch für wichtig – gerade weil solche Aktionen den Eindruck erwecken, dass es sich doch nur um die üblichen Verdächtigen handelt.
    Mich stört es auch, wenn vehement artikuliert wird, dass ein Studium ausschließlich als persönlicher Selbsterfahrungstrip zu begreifen sei.

    Auch möchte ich den Gegenstand, dass unterschiedliche Personen ebenso unterschiedliche Interessen (s. zügiger Abschluss), Wahrnehmungen und Toleranzschwellen haben, nicht leugnen.
    Wie ich schon angedeutet habe, sind auch die unitechnischen Belange, die mich individuell betreffen, weitestgehend in Ordnung.

    Um nun aber zu meinem eigentlich Kern zu kommen:
    Was mich stört, ist gerade diese naive Art, die Wahrheit auf die eigene Wahrnehmung der Welt zu reduzieren. Herrscht in meinem Seminar Jubeltrubelheiterkeit mit noch nicht mal voller Auslastung, muss einfach alles in Ordnung sein.
    Und diese egozentrierte Perspektive weigert sich schlichtweg, über ihre individuellen Bedürfnisse hinauszusehen und zu erkennen, dass es hier um strukturelle Probleme geht. Dass diese Probleme nicht nur in Trier bestehen, sondern sich über die Bundesrepublik erstrecken.
    Ich begrüße es durchaus, wenn sich Protestierende und Unileitung zusammen setzen. Nur soll das nicht bedeuten, dass diese Probleme ausshließlich mit ‘da noch ein Beamer und dort ein par Stühle mehr’ zu lösen sind.
    Scheinbar scheint das Verständnis begrenzt zu sein, wenn Entwicklungen wie Studiengebühren, frühe Selektion in Schulen gekrönt vom jüngsten Vorschlag des Bildungssparens nicht im Zusammenhang gedacht werden können.

    Es geht eben auch um die Frage, in wie Fern die Bereitstellung von Bildung als öffentliche Aufgabe betrachtet wird, oder ob das ganze künftig ausschließlich durch private Ressourcen abzuwickeln ist. Und diese Entwicklung sehe ich persönlich mit Sorge.

    Entsprechend reagiere ich da auch gereizt, wenn dann jemand mit seiner Naivität kokettierend ‘argumentiert’ “Wenn ihr aber das Audimax besetzt wird die Bildung ja noch schlechter weil dann Veranstaltungen ausfallen müssen”.
    Und die versammelte Stimmungsmache soll sich einfach mal informieren. Vielleicht nicht nur bei denen, die fünf Klausuren in zwei Wochen in Ordnung finden. Sondern was Bologna ist. Ob wir wirklich die nächste Stufe der Evolution erreichen, weil unsere Abschlüsse ‘vergleichbar’ sind (ob Ingenieur oder Theologe: Du bist es, nach 180 Creditpoints und Klausuren).

  24. Karin Meyerbergl schreibt:

    @Vera Ja, die Wahlen werden zum Witz, weil so intelligente, wunderbar zeitkritische Durchblicker wie Du nur hier in Foren rumquengeln wie Kindergartenkinder- noch zu faul (oder Schlimmeres), ein Kreuzchen zu machen. Übrigens, TOP-Info für die Info-Elite hier: Wer gewählt ist, ist legitimiert, auch mit 11% Wahlbeteiligung! Lernt man in Sozi in der 5. Klasse! GEHT WÄHLEN, IHR PAPPNASEN! Statt hier im Forum nach der Polizei zu rufen- seid Ihr noch zu retten? Soll ich auch die Polizei rufen, wenn Westerwelle irgendwohin fährt und mir seine Ansprache nicht passt? Wo lebt Ihr eigentlich???

  25. Rüdiger Rauls schreibt:

    Ich hoffe nur, dass sich nicht wieder irgendwelche Leute durch die gefährlichen Brandstifterparolen von Frau Metallkopf zu unüberlegten Handlungen hinreißen lassen. Das letzte Mal, als diese Hetze ernst genommen worden war, ging es gegen Rechts. Am Ende sind einige Gutgläubige, die der Meinung waren, durch das Abreißen von NPD-Plakaten Weltgeschichte zu schreiben, übel verdroschen worden. Von den Metallkopfs hat man danach nichts mehr gehört, kein Wort der Anteilnahme oder gar des Bedauerns. Jetzt geht es, gut geschützt hinter der Anonymität der eigenen Identität, gegen Links. Die Profiteure sind die Metallkopfs, die Rechte und Linke gegeneinander hetzen und dann abtauchen. Bleibt besonnen! Setzt Euch auseinander, aber mit Argumenten, nicht mit Fäusten. Folgt nicht den Scharfmachern!
    Ich kenne die Verhältnisse an den Unis zu wenig, um mir ein Urteil über Sinn und Wirksamkeit dieser Besetzung zu erlauben. Aber es scheint mir, dass die Besetzer an der Trierer Uni ziemlich isoliert sind in dieser Auseinandersetzung. Es macht keinen Sinn, gegen die Mehrheit zu handeln und für sich in Anspruch zu nehmen, eine höhere Berechtigung für das eigene Handeln zu besitzen. Auch das so häufig als positiv herausgestellte Schwimmen-gegen-den Strom macht nur müde und verschleißt die Kräfte. Dem Strom ist es egal, ob ihr gegen ihn anschwimmt. Der fließt um Euch herum und weiter und lässt Euch Euch abmühen für Erfolgloses. Um Erfolg zu haben, ist es unabdingbar, die Unterstützung eines großen Teils der Betroffenen zu haben. Wenn diese nicht vorhanden ist, gleiten solche Aktionen ab in Rechthaberei und die Spaltung derer, die eigentlich für ein gemeinsames Handeln gewonnen werden sollen. Deshalb ist Überzeugungsarbeit das Gebot der Stunde, nicht Rechthaberei, nicht das SChwimmen-gegen-den-Strom und die selbstkritische Frage nach den eigenen Fehlern, wenn der Erfolg ausbleibt. Kritik gab es in den Leserbriefen genug. Diese Kritik sollte nicht abgetan werden, sondern angenommen werden als Hinweise auf das, was in den Augen der anderen als falsch angesehen wird.

  26. Metallkopf schreibt:

    Och, Herr Rauls…

    glauben Sie denn ernsthaft, die Besetzung des Audimax ließe sich nicht auch mit einiger Berechtigung als “Gewalt” qualifizieren? Wo also läge der Unterschied, wenn man die Besetzer dann mit den eigenen Mitteln schlagen und ihre organisationellen Nervenzentren besetzen wollte? Übrigens: Rausgeschmissen werden kann man genauso gewaltlos, wie man vorher selbst die Hörsäle besetzt hat.

    Ist das dann falsch, weil das eine der Protest der “Guten” ist, das andere aber die per se ungerechtfertigte “Reaktion”? Ist die Besetzung von Räumlichkeiten das Privileg derer, die zuerst damit angefangen haben? Wenn man die Audimax-Besetzung für legitim halten will, dann muss man diese Legitimität auch einer Besetzung des ASta-Büro beimessen, wenn es dazu kommen sollte. Sonst machen Sie sich nämlich argumentativ lächerlich.

    Die Studierenden haben in weiten Teilen doch politisch bereits Erfolg gehabt. In den letzten Tagen habe ich kaum einen Politiker oder Verantwortlichen gesehen, der nicht zugestanden hätte, dass mit der Bologna-Anpassung vieles im Argen liegt. Es fühlt sich zwar nach wie vor keiner allein schuldig, bzw. die Leute versuchen, den schwarzen Peter hin und her zu schieben, aber dass das System so nicht weiter funktioniert, ist allen Beteiligten durchaus klar.

    Weshalb also eiern die Besetzer jetzt weiter herum? Es gibt wenig Schlimmeres, als Revolutionäre, die ihre Ziele erreicht haben, aber die Revolution nicht aufgeben wollen, weil sie sich sonst überflüssig vorkämen.

  27. Hyperboreas schreibt:

    @Fabian Bauer:

    Das hört sich ja schon deutlich differenzierter an. Allerdings –

    “Und diese egozentrierte Perspektive weigert sich schlichtweg, über ihre individuellen Bedürfnisse hinauszusehen und zu erkennen, dass es hier um strukturelle Probleme geht. Dass diese Probleme nicht nur in Trier bestehen, sondern sich über die Bundesrepublik erstrecken.”

    ich bin mir nicht sicher, ob das Problem tatsächlich Egoismus ist. Vielleicht sehen andere einfach keine Probleme, wo Du welche siehst oder halten die Probleme für nicht so wichtig (letzten Endes ist man, wenn man nach drei Jahren seinen Bachelor macht und in die Berufswelt weiterzieht, nur so kurz an der Uni, daß es sich gar nicht lohnt, viel Energie in solche Kämpfe zu stecken). Andererseits, ist es nicht auch egozentrisch, die Probleme im eigenen Studiengang zu generalisieren und zu einer Misere “des Bildungssystems” zu erklären? Ich stimme zwar zu, daß einiges schief läuft in der deutschen Bildungslandschaft, aber das düstere Bild, das viele Protestierer zeichnen und die radikalen Forderungen, die sie daraus ableiten, kann ich nicht teilen. Es gibt bestimmt Probleme, die alle Studierenden betreffen, Juristen wie Germanisten wie Papyrologen und es gibt Maßnahmen, denen alle zustimmen würden. Sollte man nicht erstmal diese Gemeinsamkeiten identifizieren und dann gemeinsam daran weiterarbeiten als sich ständig gegenseitig einfältig, beschränkt und egoistisch zu nennen?

    @Karin Meyerbergl:
    “Wer gewählt ist, ist legitimiert, auch mit 11% Wahlbeteiligung! Lernt man in Sozi in der 5. Klasse! ”

    Wer gewählt ist, ist noch lange nicht legitimiert. Legitimation kommt nämlich nicht aus den paar Zetteln mit Kreuzchen, sondern aus der Zustimmung derer, die durch die Wahl repräsentiert werden sollen. Sonst wären ja die Herrschenden in der DDR oder im Iran auch automatisch legitimiert, denn Wahlen gab es da auch. Es gibt aber eine Legitimation jenseits von politischen Entscheidungsmechanismen und die ist es, die zählt, und wer die nicht hat, darf sich nicht wundern, wenn die, die er repräsentieren soll, nichts von ihm wissen wollen.

  28. Benjamin schreibt:

    @ Metallkopf

    Was für eine Naivität! Welche Forderungen sind denn bitte erfüllt worden? Haben Sie Zeitung gelesen in den letzten Tagen? Bei manchen Kommentaren frage ich mich mittlerweile, ob diese nicht reine Provokation sein sollen. Eine Auseinandersetzung mit der Materie hat offenbar nicht stattgefunden. Hier geht es nicht um ein paar Euro mehr Bafög oder ein paar Räume mehr an der Uni. Es geht hier um die zentrale Frage, welchen Stellenwert Bildung in unserer Gesellschaft hatte und fortan haben soll und welche Rolle Bildung (und v.a. die universitäre Ausbildung) in der Gesellschaft spielte und fortan spielen soll. Dabei geht es auch nicht um die Forderung nach einem “lauen” Studium und einer Finanzierung des Langzeitstudenten durch die Allgemeinheit, auch wenn einige Querulanten das immer wieder als Diffamierung, sondern um die akademische Freiheit, die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre vor allem von “der Wirtschaft” und nicht zuletzt um den wissenschaftlichen Wert der neuen Studiengänge an sich. Haben Sie oder die anderen Kritiker sich mal mit dem BA/MA-System auseinander gesetzt? Eine Vielzahl von Klausuren in kürzester Zeit, ein viel zu strenges formales Korsett der Studiengänge usw. sind da noch das kleinste Übel. Wesentliche Elemente der alten Studiengänge fallen vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften, aber auch in den Naturwissenschaften weg: Neugier, der Drang zum eigenen Forschen, das tiefe Eindringen und Durchdringen eines Problemfeldes in seiner gesamten Komplexität, umfassende und weitblickende Problemlösungskompetenze

  29. Benjamin schreibt:

    Ergänzung: Sorry, bin auf “absenden” gekommen. Vielleicht kann der Admin die Artikel ja zusammenfügen.

    …Problemlösungskompetenzen werden nicht mehr vermittelt, die Lehre beschränkt sich auf das oben bereits angesprochene Hamsterrad, das Auswendiglernen von diversen Fakten, der akademische Horizont wird auf die nächste Prüfung beschränkt, das ist fatal! Welche Rolle sollen solche “Akademiker” zukünftig in der Gesellschaft übernehmen?
    Trauriger Weise sind es gerade die Fächer, die a) nicht von der Umstellung betroffen sind (Jura) sowie jene, deren Curriculum von Anfang stärker auf Arbeitsmarktkompatibiltät eingestellt war (z.B. BWL), die sich jetzt zu großer Zahl durch Unverständnis und mangelnden Weitblick auszeichnen.
    Sie können von der Audimax-Besetzung halten was Sie wollen, aber reden Sie nicht so einen Unsinn, dass ein Großteil der Forderungen erfüllt sei und es eigentlich ja keinen Grund für Proteste mehr gibt, die eigentliche Kernproblematik ist bei vielen Menschen nicht einmal angekommen!

  30. Rüdiger Rauls schreibt:

    Werte/r Hyperboreas. Die demokratischen Spiel- und Wahlregeln richten sich nicht danach, ob einem die Gewählten passen oder nicht. Nach Ihrer Argumentation wäre unsere derzeitige Regierung genauso wenig legitimiert wie der Asta. Auch diese repräsentiert nur etwa 50% derer, die gewählt haben, was wiederum nur etwa 55% der Wahlberechtigten waren. Demnach vertritt sie nur etwa 30% aller Wähler. Das ist zwar – zugestandener Maßen – immer noch mehr als beim ASTA. Aber die Qualität ist dieselbe: Die Regierenden sind nicht durch die Mehrheit derer legitimiert, die sie vertreten. Nun könnte man natürlich wieder das beliebte Ausweichargument der Rechthaber anwenden, dass die, die nicht wählen, selber Schuld seien. Aber! Dieses gilt dann natürlich auch wieder für die Studenten, die sich nicht an der Wahl des ASTA beteiligten. Also die Frage bleibt weiterhin dieselbe. Gelten die Regeln für alle oder nur für die, die mir passen und meiner politischen Einstellung nahe sind?
    Noch ein Wort zu Ihnen, Frau Metallkopf. Ich denke, Sie sind nicht dumm. Ich glaube von daher, dass Sie schon genau verstanden haben, wie ich meinen Beitrag verstanden wissen wollte. Wenn Sie so argumentieren, wie Sie argumentieren, verstehe ich das als Versuch, Verwirrung zu stiften und Stimmung zu machen gegen Leute, die Ihnen politisch nicht passen. Von Revolution ist in keinem der Beiträge die Rede außer in Ihrem. Ihre Aufrufe zur Besetzung des ASTA oder die folgende Passage in einem anderen Leserbrief „Und auch wenn Safet Babic auf offener Straße verprügelt würde, könnte ich mir das innerliche Grinsen vielleicht nicht verkneifen…“ bewegen sich nach meiner Ansicht in der Nähe des Aufrufes zur Gewalt. Ich hoffe nur, dass niemand solchen „guten“ Demokraten folgt und sich aufwiegeln lässt.

  31. exiltrierer schreibt:

    @Hyperboreas

    ….aber keine demokratischen (Frei, geheim usw., s. 5. Klasse)

    was mich als Mittfünfziger, der an dieser Uni in den 80er Jahren studiert hat, so erschreckt, ist die Tatsache, dass ihr, liebe Studis, das mit euch machen lasst. Dass ihr euch einem System unterwerft, das mit Bildung nun gar nichts mehr zu tun hat. Was hier mittlerweile abgeht, hat mehr mit Dressur für die Bedürfnisse eines Arbeitsmarktes zu tun, der an Effizienz, Gewinnmaximierung und grenzenloser Expansion orientiert ist. Wäre ja in Ordnung, wenn es der Menschheit damit besser ginge. Aber die psychische Gesundheit in der Arbeitswelt wird ja nicht besser. Im Gegenteil.

    Diese Bildungssystem dressiert die Dreijährigen im Kindergarten, selektiert nach der 4. Grundschulklasse, spuckt dabei schon mal einen Teil aus und prügelt den Rest in 8 Jahren zum Abitur. Kindheit? Fehlanzeige. Bestenauslese richtet sich fast ausschliesslich nach Schulnoten. Da hat der die besten Karten, der sich die beste Nachhilfe leisten kann. Dann kommt der BA/MA. Auch hier muß in kürzester Zeit ein Abschluß erreicht werden, jeder Monat später ist im Lebenslauf zu rechtfertigen und verschlechtert die Chancen. Und dann wird man mit 22 oder 23 Jahren aus einem System entlassen, dass zwar viel engeführtes Fachwissen vermittelt hat aber ansonsten ungebildete, unselbsstandige und nach meiner Erfahrung auch oft genug hochneurotische junge Menschen entlässt, die nach jedem Misserfolg eine Sinnkrise durchmachen.

    Die weniger Effizienten müssen dann erst mal jede Menge Praktika machen, um eine Chance zu erhalten. Werden trotz akademischem Abschluss schlecht bezahlt und müssen dann noch Studienkredite abdrücken. Und das lasst ihr euch gefallen.

    Bildung ist was anderes. Es bedeutet über den Tellerrand hinausschauen. Sich selbst organiseiren lernen. Sich Wissen aneignen, das eine umfassende Sichtweise auf Problemstellunen erlaubt. Das soll im Übrigen auch durch die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten erreicht werden. Bildung heißt auch, sich mal ausprobieren dürfen. Sich engageiren dürfen und sich ein wenig die Welt anzuschauen. Nicht nur im Zusammenhang mit Auslandsemestern. Das soll die akademische Elite eigentlich leisten. Und das soll ein Studium nach meinem Verständnis ermöglichen.

    Ich erlebe als Lehrbeauftragter Studenten, die nicht mehr diskussionsbereit sind, sondern nur nopch wissen wollen, was prüfungsrelevant ist. Die sich nur noch damit beschäftigen und bei jeder Frage, die darüber hinausgeht hochempört reagieren. Zusammenhänge herstellen Fehlanzeige. Damit geht die Fähigkeit verloren, einen Diskurs zu führen. Das halte ich gesellschaftspolitisch für hochgefährlich.

    Diesen Diskurs zu fordern hat nichts mit Schmusestudium zu tun. Natürlich muss es Leistungsnachweise geben. Aber ist es zielführend, wenn Art und Zahl dieser Nachweise nichts mehr zulassen, was nicht im Zusammenhang mit dem Erwerb derselben zu tun hat? Im Übrigen wäre auch mal zu definieren, was Leistung überhaupt bedeutet. Mir scheint, das wichtigste Kriterium ist die Messbarkeit. Und dann ist man sehr schnell bei rein quantitativen Kriterien. Leistungsträger sind die, die den meisten Umsatz machen, die meisten Gesetzesvorlagen produzieren, die meisten Prozesse führen, die meisten Patienten in kürzester Zeit “behandeln” usw.

    Liebe Studis, ich kann euch nur raten: Wehrt euch. Sonst werdet ihr von einer Welt vereinnahmt, die mehr Krankheit als Wohlbefinden produziert. Dies ist übrigens eine persönliche Wahrnehmung der Situation nach fast 30jähriger Berufstätigkeit. Vielleicht überspitzt, aber in Teilen auch empirisch belegbar.

  32. Hyperboreas schreibt:

    @Rüdiger Rauls:
    “Die demokratischen Spiel- und Wahlregeln richten sich nicht danach, ob einem die Gewählten passen oder nicht.”

    Ja, aber von denen rede ich ja gar nicht. Die letzte Regierung der DDR war gemäß der damaligen Wahlregeln legitimiert und wurde trotzdem weggewischt, weil sie eben die Menschen nicht hinter sich hatte. Wer hat Napoleon legitimiert? Legitimation bedeutet eben nicht nur, nach den jeweils gültigen Verfahrensregeln die Mehrheit der Stimmen zu bekommen, sondern auch, die Menschen hinter sich zu haben.(Im besten Fall trifft beides zu) Und da liegt das Problem. In gewisser Weise mangelt es auch unserer gegenwärtigen Regierung an dieser Art von Legitimation, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaße. Das äußert sich dann in Politikverdrossenheit; man sieht in der Wahl keine Möglichkeit, etwas zu ändern und enthält sich, man verweigert sich der Legitimation. Beim AStA ist das ganz massiv der Fall. Der AStA mag technisch gesehen legitimiert sein, de facto ist er es nicht, denn bei einer unpopulären Entscheidung könnte er niemals eine Mehrheit der Studierenden hinter sich bekommen.
    P.S. Bei der letzten Bundestagswahl war die Wahlbeteiligung mit 70% zwar kolossal niedrig, aber doch nicht so schlimm wie sie meinen.
    P.P.S. die Endung -as ist im Griechischen maskulin.

  33. foolonthehill schreibt:

    Ich finde die Besetzung des Audimax bringt überhaupt nichts. Was etwas bringen würde, wäre die Besetzung des Ministeriums in Mainz bzw. dessen Belagerung (da Besetzung dort von Ordnungskräften sicher verhindert werden würde). Erst wenn Studenten in Mainz Putz machen, werden die Bildungsbürokraten aufmerksam. Die Einwände der Professoren gegen die BAMA-Reform sind ja dort wie an einer Wand abgeprallt. Und die Studenten haben sich seinerzeit überhaupt nicht dafür interessiert. Jetzt scheint – gleichsam als Trittbrettfahrerei von Wien ausgehend – etwas Fahrt in die Sache gekommen zu sein. Das Momentum sollte man nutzen, aber, wie gesagt, besser nach Mainz tragen, anstatt hier eine fruchtlose Konfrontation von 50 gegen 13.950 zu inszenieren.

  34. Metallkopf schreibt:

    Dann zitieren Sie aber auch komplett, Herr Rauls! Wenn Sie nämlich den Kontext der von Ihnen bruchstückhaft zitierten Satzes betrachten, wäre ja ohne weiteres feststellbar, dass ich auch in diesem Falle eine Bestrafung der Täter anmahnen würde, weil ansonsten die Gesinnung als Grund herhalten müsste, um Menschen zu Freiwild zu erklären.

    Also: Lauter bleiben…

  35. Karin Meyerbergl schreibt:

    @ Hyperboreas “ein paar Zettelchen mit Kreuzchen”? Entschuldigung, aber die Wahlen zum Studierendenparlament findet JÄHRLICH statt, jede/r Studierende ist wahlberechtigt (frei/geheim etc.)- wenn also irgendwer an der UNi der Meinung ist, das Studierendenparlament oder der AStA verträten nicht die Interessen der Studierenden, dann ist es doch wohl nicht zu viel verlangt, WÄHLEN ZU GEHEN!!! Ich verlange ja nicht mal, dass die Jammererfraktion der Polizeirufer gleich eine eigene politische Vertretung gründet und sich wählen lässt (ob die Larmoyanten hier im Forum soviel Energie aufbringen, wage ich zu bezweifeln). Aber wenigstens wählen könnten sie ja mal, statt hier nur Sprüche zu klopfen und nach dem bewaffneten Arm des Staates zu rufen! Das war meine Aussage. Ihre Aussage über “Zettelchen mit Kreuzchen” ist ja bereits von anderen hier qualifiziert kommentiert worden, also spare ich mir das. Traurig, dass nach über 60 Jahren Demokratie in diesem Land noch immer nicht alle die Spielregeln verstanden haben. Also: setzen, weiter üben…

  36. ddd schreibt:

    Die Tatsache, dass so viele Studenten unter der angeblich “ihnen zuliebe” vorgenommen Hörsaalbesetzung zu leiden haben beweisst nur wieder einmal, dass der Asta nur eines repräsentiert: Seine Interessen!
    Das die Besetzung so lange andauert bedeutet aber auch, dass (wie damals beim Verkehrskreisel, ja die Älteren von uns können sich daran auch noch erinnern) nur genügend Leute in Trier Rechtsbruch begehen müssen, damit sie am Ende ungeschoren davon kommen. Das ist arm und hinterlässt ein ungutes Gefühl in der Magengegend.

  37. Hyperboreas schreibt:

    @Karin Meyerbergl:
    “wenn also irgendwer an der UNi der Meinung ist, das Studierendenparlament oder der AStA verträten nicht die Interessen der Studierenden, dann ist es doch wohl nicht zu viel verlangt, WÄHLEN ZU GEHEN!!!”

    Das war zwar eigentlich nicht der Punkt, aber ja, man kann nur hoffen, daß viele Leute sich an der StuPa-Wahl beteiligen. Aber: 1.möglicherweise drücken diejenigen, die nicht wählen, mit ihrer Enthaltung ja auch etwas aus? Was soll man denn bei einer Wahl machen, bei der man mit keinem der Kandidaten zufrieden ist und sich wünscht, daß das ganze System schnellstmöglich abgeschafft würde? (und ich bin mir sicher, eine nicht geringe Fraktion der Studenten hat genau eine solche Position!) Und 2. kann man die Besetzung des Audimax auch ganz unabhängig von irgendwelchen StuPa-Wahlen betrachten. Es wäre doch zumindest denkbar, daß jemand sich an den letzten StuPa-Wahlen beteiligt hat und trotzdem die Besetzung nicht gut findet, oder?
    Und bitte: Kommentare wie
    “Traurig, dass nach über 60 Jahren Demokratie in diesem Land noch immer nicht alle die Spielregeln verstanden haben. Also: setzen, weiter üben…”
    die mich auf plumpe und abgeschmackte Weise ins totalitäre und/oder rechtsextreme Lager schieben sollen, sind mehr als peinlich. Bitte in Zukunft darauf verzichten!

  38. Karin Meyerbergl schreibt:

    Eigentlich ist alles gesagt, aber trotzdem noch eine Bemerkung zu Hyperboreas’ Zitat: “Der AStA mag technisch gesehen legitimiert sein, de facto ist er es nicht, denn bei einer unpopulären Entscheidung könnte er niemals eine Mehrheit der Studierenden hinter sich bekommen.” Der vor Dir so gescholtene AStA versucht jedes Jahr, mit Hilfe von Aufklärungskampagnen mehr Leute an die Wahlurnen zu bringen. Wer jetzt an der Uni herumläuft, kann die vielen Informationen gar nicht übersehen. Wenn dann trotzdem nur 11 oder 12% wählen gehen, ist das nicht einfach mit “Politikverdrossenheit” zu erklären. Alle wissen (oder können wissen), was der AStA macht (damit keine Sprüche kommen: ich bin nicht beim AStA und nicht im StuPa). Es gibt doch wählbare Hochschulgruppen jeglicher Couleur! Wenn die nicht gewählt werden, müssen sich RCDS & Co. selber fragen, woran das liegt- sicher nicht am linksradikalen AStA. Eher ganz marktwirtschaftlich. Fasst euch doch mal an die eigene Nase. Wo sind denn die tollen Alternativvorschläge? Wo ist der “vernünftige Protest” der selbst ernannten “Bürgerlichen”? Wer engagiert sich denn für die durch BA/MA unter die Räder gekommenen Interessen der Studierenden und organisiert Veranstaltungen zur Bildungsreform? Mit der Brüssel-Exkursion des Bernhard-Vogel-Kreises wird kein einziges Trierer Uni-Problem gelöst. Also fangt einfach mal an, was zu tun, statt hier zu lamentieren. Und lasst die Sprüche von den angeblichen Linksradikalen, Rechtsbrechern, Polizeieinsatz und ähnlichen geistigen Tiefflug. Es ist jämmerlich, anonym Sprüche zu machen und andere damit zu verunglimpfen, die ihr Gesicht und ihren Namen hinhalten und etwas für alle erreichen wollen. Denn wenn die Studienordnungen entmüllt und die von allen Sachkennern bis hin zur Hochschulrektorenkonferenz (keine Linksradikalen übrigens) erkannten Defizite endlich ernsthaft diskutiert werden (wie jetzt in Niedersachsen angekündigt- nach wessen Protesten wohl???), profitiert ihr ja schließlich auch davon und sagt nicht mal Danke, wie immer, wenn böse “Besetzer” und “Rechtsbrecher” gesellschaftlich etwas erreicht haben.

  39. Karin Meyerbergl schreibt:

    @Hyperboreas Naja, wer sich wieder erkennt, ist halt gemeint (auch wenn ich keinen solchen Vergleich gezogen habe). Denn was soll die Bemerkung heißen, dass sich jemand “wünscht, dass das ganze System schnellstmöglich abgeschafft würde”? Das sogenannte “System” sieht, wie gesagt, jähliche Neuwahlen vor, zu der jede Menge Gruppen zugelassen sind, eben nicht nur die “Linken”, sondern auch der RCDS (nahe CDU) oder die JULIS (nahe FDP)! Die sind wählbar und gegen Hörsaalbesetzung etc. Wer also mit dem jetzigen AStA nicht einverstanden ist, kann die anderen wählen, so einfach ist das. Die “Enthaltung” bei der Wahl drückt unter diesen Voraussetzungen einfach nur Faulheit oder sonstwas aus, aber ist kein politisches Statement, denn dazu gäbe es andere Möglichkeiten. Wer dieses System “abschaffen” will, muss dann doch bitte erklären, was statt dessen kommen soll. Ich hätte kein Problem damit, wenn bei einer Wahl mal andere Mehrheiten zustande kommen. Das System “abzuschaffen” ist, bitte sehr, wirklich nicht mit demokratischen Prinzipien zu vereinbaren. So sehr viele andere Mitspracherechte haben die Studierenden nämlich faktisch nicht. Wer nicht in eine Ecke gestellt werden möchte, sollte vielleicht auch keine Vorschläge zur Abschaffung demokratischer Mitbestimmung machen, oder?

  40. Lucas Castro schreibt:

    und um wieder einmal gegen Windmühlen zu Kämpfen:

    @ddd: Der AStA hat die Besetzung nicht geplant, nicht initiiert, nicht organsiert, nicht geleitet, niemals als Forum genutzt.
    Die Besetzung wurde von der Volversammlung der Studierendenschaft beschlossen und durchgeführt.

    Get your facts straight!

    Wenn aber die Prämisse ist, der AStA ist eh böse und linksextrem, hat man eine schöne Meistererzählung, mit der man sich den Kalten Krieg, Überfüllung der Unis und die Beulenpest schön erklären kann. Ist ja schon bequemer als sich zu informieren.

  41. Solanacea schreibt:

    Zitat “ddd”:

    “Die Tatsache, dass so viele Studenten unter der angeblich “ihnen zuliebe” vorgenommen Hörsaalbesetzung zu leiden haben beweisst nur wieder einmal, dass der Asta nur eines repräsentiert: Seine Interessen!”

    Ich verstehe nicht so ganz, warum die ganze Zeit auf dem kompletten AStA rumgeritten wird und er von vielen in die “linke Ecke” geschoben wird?! Weder sind alle AStA-Mitglieder an der Besetzung beteiligt (und die Teilnahme an einigen Plena ist ja wohl kaum damit gleichzusetzen!) – es trifft sogar nur auf SEHR wenige zu! -, noch sind sie als geschlossene Gruppe der linken Richtung zuzuordnen!
    Also bitte ich darum, von solchen Behauptungen Abstand zu halten!

    (Die Diskussion “Was ist ‘links’” und noch einige dazugehörige Themen schneide ich jetzt erst gar nicht an [und ich zähle mich definitiv nicht zu den - sogenannten - "linksgesinnten" Menschen!].)

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