Fans verlieren die Lust auf Auswärtsspiele

Andreas Anicic versucht, sich gegen zwei Schalker durchzusetzen. Foto: Ricardo Krechel Als gern gesehener Gast von Zweitvertretungen namhafter Bundesligaclubs präsentiert sich Eintracht Trier in der Saison 2009/10: Von sieben Auftritten bei Reserveteams konnte der SVE nur einen gewinnen. Selbst gegen wenig heimstarke Mannschaften macht Trier keine gute Figur. Am vergangenen Wochenende unterlag man beim 1. FC Kaiserslautern II, der bis dahin zuhause lediglich einen Sieg einfahren konnte, mit 1:3. Am Samstagnachmittag verlor die Eintracht mit dem selben Ergebnis beim FC Schalke 04 II.

HERNE. Dabei begann die Mannschaft von Mario Basler wie schon im letzten Auswärtsspiel stürmisch und kam nach feinem Zuspiel von Tim Eckstein, der wieder in die Anfangself rückte, durch Yannick Salem zu ihrer ersten Torchance. Aber der Schalker Schlussmann Lars Unnerstall konnte zur Ecke klären (1.).

Die Gastgeber nutzten ihre erste Torgelegenheit effizienter: Mit schnellen Kurzpässen überbrückten sie das Mittelfeld, bis Massih Wassey den (stark abseitsverdächtigen) Andreas Wiegel steil schickte. Dieser passte nach innen in den Rücken der Abwehr und fand dort den bereits im Hinspiel treffsicheren Christian Erwig, der das Leder unbedrängt im Trierer Gehäuse unterbringen konnte (7.)

In der Folge entwickelte sich auf dem tiefen Rasen in Herne eine ausgeglichene Partie. Die besseren Torchancen hatten jedoch die Hausherren. Doch Marcus Anfang konnte einen Kopfball von Cedric Mimbala auf der Linie klären (11.), und der Schuss von Danny Latza aus zehn Metern ging knapp über die Latte (27.). Somit blieb es nach 45 Minuten bei der knappen Führung für die Blau-Weißen.

Deutlich engagierter kam die Eintracht aus der Kabine und wäre schon unmittelbar nach Wiederanpfiff fast dafür belohnt worden. Andreas Anicic zirkelte einen Freistoß in den Schalker Strafraum, der gefährlich vor Unnerstall aufprallte. Dieser konnte den Aufsetzer nur noch abklatschen lassen – genau auf den Kopf von Triers Kapitän Josef Cinar, der jedoch übers Tor köpfte (47.).

Nur wenige Minuten später musste der Schalker Schlussmann dann doch noch hinter sich greifen. Gustav Schulz flankte butterweich auf den Elfmeterpunkt, wo Yannick Salem den Ball souverän einnickte (50.). Von diesem Treffer zeigten sich die Gastgeber jedoch wenig geschockt. Beim Führungstreffer profitierten sie jedoch von einer missglückten, laut Basler nicht abgesprochenen Abseitsfalle der Trierer. Erwig konnte mutterseelenallein auf Triers Keeper Kenneth Kronholm zulaufen und mit einem platzierten Schuss sein Team wieder in Front bringen (65.).

Die Eintracht schmiss nun alles nach vorne, und Basler brachte mit Aydin Ay und Florian Bauer frische Kräfte. Doch beide konnten der Partie keine entscheidenden Impulse mehr geben. Den Schlusspunkt setzte der erst wenige Sekunden zuvor eingewechselte Jeffrey Tumanan, der einen Abpraller mit einem Volleyschuss ins lange Eck drosch (87.).

Sichtlich enttäuscht zeigte sich Mario Basler auf der anschließenden Pressekonferenz. Für die kommende Woche kündigte der Trainer intensive Zweikampfarbeit an. Währenddessen mussten sich die Spieler von den mitgereisten Anhängern heftige Kritik anhören: “Aufwachen, Aufwachen” und “Wir ham die Schnauze voll” skandierten die etwa 70 Trierer Fans in der Mondpalast-Arena.

Für Eintracht Trier steht am kommenden Sonntag um 13.30 Uhr im Moselstadion ein Derby auf dem Programm. Gegner ist der Tabellenführer 1. FC Saarbrücken.

FC Schalke 04 II: Unnerstall – Pachan, Mimbala, Latza, Kilian – Kühn, Lapaczinski – Wiegel (85. Tumanan), Wassey (74. Melchner), Trisic – Erwig (90. Turhan).

SV Eintracht Trier 05: Kronholm – Dingels, Cinar, Lacroix, Wagner – Anicic, Bachl-Staudinger (81. Bauer), Anfang (74. Ay), Schulz – Eckstein (46. Risser), Salem.

Schiedsrichter: Jan-Eike Ehlers (Sudweyhe)

Zuschauer: 220

Tore: 1:0 Erwig (7.), 1:1 Salem (50.), 2:1 Erwig (65.), 3:1 Tumanan (87.).

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