“Wir steigen immer weiter auf!”
Gemeinsam mit ihrem Publikum vertrieben Subway to Sally am Samstagabend in der Europahalle die bissige Winterkälte, die den 1.200 Fans und den Bandmitgliedern bei -14 Grad Celsius Außentemperatur in Mark und Bein steckte, mit einem Freudenfeuer gelebter Mittelalter-Metal-Begeisterung. Eine Aufwärmphase benötigten die Zuschauer nicht.
TRIER. Dresscode bei Groß und Klein: schwarz. Ob in ein zu enges Mieder eingeklemmt, ästhetisch verspielt im Barock-Kostüm oder einfach bloß schwarze Jeans und Pulli – bereits vor Beginn des Konzerts demonstriert das Publikum geschlossene Einheit. Das beginnt schon im Familienkreis: Vater im nietenbesetzten Rock, Mutter im schwarzen Kleid, die Kleinen mit schwarz gefärbtem Irokesen oder zerrissener Netzstrumpfhose. Wer hier wen zum Fan gemacht hat, bleibt ungeklärt; die vier leuchtenden Augenpaare deuten aber darauf hin, dass manche Entwicklungen ein Eigenleben besitzen und der Ursprung damit ohnehin nicht mehr auszumachen wäre.
Während sich die allzu sehr wie Nightwish klingende Vorband um die Gunst der Anwesenden in der Halle bemüht, lässt sich am Ende derselben ein unvermuteter Gast finden. Dieter Lintz, der sich nicht am Dresscode orientiert hat, besucht das Konzert nicht etwa beruflich, sondern als Begleitung und Getränkespender für seine Tochter. Und dies durchaus freiwillig, wie er betont, hat er sich doch schon in den Kaiserthermen vor Jahren von der Qualität der Band überzeugen können.
Die Erwartungshaltung wird nicht enttäuscht. Subway to Sally betreten die Bühne zum einleitenden Gesang der symphonischen Hymne “Komm in meinen Schlaf” und müssen mit ihrem “Kreuzfeuer”-Programm nicht erst den Funken überspringen lassen. Das Publikum ist schon ganz auf ihrer Seite, als das Licht ausgeht und noch kein Ton zu hören ist. Wenn mit “Aufstieg” das zweite Lied des Abends ertönt, ist die Botschaft für alle deutlich: Stillstand ist der Tod, verkündet Sänger Eric Fish. Und weiß nicht nur von seiner Band zu sagen: “Wir steigen immer weiter auf!” Es folgt eine Gemeinschaftsproduktion von Band und Fans, ein Kreuzfeuer, in dem alle Beteiligten in den intonierten Texten des begnadeten Songwriters und Gitarristen Bodenski Bequemlichkeit, Passivität und Ignoranz ins Visier nehmen.
Dezent und unbeweglich geht es demnach weder auf noch vor der Bühne zu. Pyrotechnik, Feuerspucken und LED-Bildschirme sind dem Mittelalter-Metal-Fan nichts Ungewöhnliches. Subway to Sally nutzen diese Elemente jedoch auf ihre ganz eigene typische Weise. Nicht der Knalleffekt steht im Vordergrund, sondern das Transportieren von Inhalt und Energie der Texte. Neben Feuerbällen und Feuerwerksraketen bestimmen vor allem ein gleichmäßig loderndes Flammenband im Mittelpunkt der Bühne, etwa bei “So fern so nah”, geschwungene Fackeln oder Schneefall bei “Eisblumen” die dichte Atmosphäre.
Die perfekt ausgesteuerte Klangvielfalt, in der trotz enormer Lautstärke auch die leisen Töne von Flöten, Leier und Laute noch zu vernehmen sind, wird um den obligatorischen und von der Band immer wieder eingeforderten Schrei der Fans ergänzt, die beim “Veitstanz” einen solchen liefern, bei “Sieben” ein wogendes Händemeer kreieren oder im stillen “Kleid aus Rosen” gekonnt zwischen Singen und Mitsummen unterscheiden können.
Die Bandmitglieder sind sichtlich ergriffen von der Stimmung in der Halle und der uneingeschränkten Begeisterung, mit der sie vom Publikum getragen wurden. Sie bedanken sich in ungebrochenem Einsatz mit mehreren Zugaben, die, wie auch schon der Hauptteil, nicht nur die neuen Titel, sondern auch altbekannte enthalten. Subway to Sally haben es nicht nötig, auf ihrer Tour die neue CD vorstellen zu müssen und können demnach im Konzert auf ein vielseitiges Repertoire zurückgreifen. Bei allen Chart- und Songcontest-Erfolgen haben sie die Bodenhaftung und auch ihre Echtheit nicht verloren.
von Annika Hand





21. Dezember 2009 (19:58 Uhr)
Ja, Dieter Lintz, euer Chef, das würde euch so gefallen. – Guckt mal, wo ihr das Geld herkriegt für sein Gehalt. Vielleicht sponsert “Karlsberger, wie jetzt, die “Bitburger”. Der “von Hotzbrink-Konzern” wird ihn nicht freilassen. – Also Jung`s und Mädel`s macht mweiter so. – Ich auch. Eine frohe Zeit euch allen. Eine treue Katze.