Du bist Trier: Berthold Mertes
Aufgrund seiner attraktiven Strecke, der tollen Atmosphäre und des hochkarätigen Teilnehmerfeldes gehört der Trierer Silvesterlauf zu den bedeutendsten der Welt. In diesem Jahr könnte er sogar das Spektakel in Sao Paulo toppen. Denn mit Haile Gebrselassie nimmt morgen eine lebende Legende an dem Rennen durch die Innenstadt teil. Entscheidenden Anteil am Erfolg und am Renommee der Veranstaltung hat Berthold Mertes. Der 46-Jährige wohnt zwar seit 1996 nicht mehr in Trier, ist aber seit der Vereinsgründung 2002 (gemeinsam mit Christoph Güntzer) Vorsitzender des Silvesterlauf Trier e.V. Von 1988 bis 1996 war Mertes Sportredakteur beim Trierischen Volksfreund, im Januar 1997 wechselte er zur Nachrichtenagentur Sport-Informations-Dienst (SID), wo er seit 2006 als Redaktionsdirektor und Prokurist tätig ist.
1. Was gefällt Ihnen besonders an Trier?
Die große Geschichte, die überschaubare, aber dennoch vorhandene heutige Größe, und natürlich die Menschen. Nicht zu vergessen der Wein.
2. Wo essen und trinken Sie auswärts am liebsten?
In Trier gibt es sehr viele gute Restaurants – es ist schwer, eines hervorzuheben. Besonders wohl fühle ich mich im “Klein-Florenz”.
3. Wer ist für Sie der bedeutendste Trierer?
Karl Marx.
4. Wo ist Triers größter Schandfleck?
Es gibt sicherlich Ecken und Enden, an denen was getan werden müsste. Aber einen wirklichen Schandfleck sehe ich nicht. Ist das mein aus der zeitweiligen Distanz verklärter Blick auf die schönste Stadt Deutschlands?
5. Wer ist in Trier Ihr Lieblingssportler oder -verein und warum?
Lieblingsvereine: Eintracht Trier und TBB Trier. Eintracht, weil ich als Kind und Jugendlicher Stammgast bei den Heimspielen im Moselstadion war – ich erinnere noch lebhaft den Zweitliga-Aufstieg 1976. TBB, weil ich als Reporter des TV den Erfolgsweg der achtziger Jahre aus der Regionalliga bis in die Bundesliga aus der Nähe begleiten durfte und die großen Emotionen am Mäusheckerweg erlebt habe. Last but not least mein Lieblingssportler: Langstreckenläufer Guido Streit. Als sein Trainer durfte ich vier deutsche Meistertitel und viele Erfolge mitfeiern, musste aber auch alle Rückschläge und Tiefen des Leistungssports durchleben. Zudem lernte ich durch ihn meine Frau Waltraud kennen, seine Schwester.
6. Ihr Lieblingswort auf Trierisch (und seine Bedeutung)?
Sauwer – Bedeutung: kwant.
7. Was zeichnet den typischen Trierer aus?
Eine gewisse Sturheit und Verbissenheit, gepaart mit einer großen Begeisterungsfähigkeit. Deshalb haben es auch viele Trierer weit gebracht. Gelegentlich würde dem Trierer etwas mehr Gelassenheit gut tun – nach dem Motto: Et hätt noch emmer jot jejange.
8. Was würden Sie in Trier gerne ändern?
Die Erreichbarkeit, wegen der verlorenen Stunden, die Menschen aus der Region und Touristen insbesondere im Nadelöhr “Bitburger” verplempern. Deshalb – bei aller Liebe zur Natur: Ja zum Moselaufstieg.
9. Wo ist für Sie Trier am schönsten?
Beim Blick auf Dom und Basilika, jedes Mal wenn ich die Bitburger runterfahre. Und auf dem Hauptmarkt. Der ist mein Wohnzimmer – als Start und Ziel des Silvesterlaufs, aber auch, weil ich 100 Meter von dort entfernt in der Dietrichstraße aufgewachsen bin.
10. Welche Freizeiteinrichtung in Trier nutzen Sie am meisten?
Früher die Laufbahn des Moselstadions, heute das Stadtbad mit meinen Kindern Nina (13) und Paul (7), wenn wir auf Trier-Besuch sind.
11. Was ist für Sie das vollkommene Glück?
Reisen mit meiner Frau, Laufen mit meiner Tochter, Tipp-Kick und wirkliches Fußballspielen mit meinem Sohn. Und natürlich ein Lauf durch den sonnendurchfluteten Weißhauswald (leider nur noch selten möglich).
12. Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Siehe 11.
13. Ihr größter Fehler?
Ungeduld.
14. Was verabscheuen Sie am meisten?
Jegliche Form der Gewalt – und Unaufrichtigkeit!
15. Wo würden Sie außer in Trier gerne leben?
In Dormagen-Straberg, wegen der wirklichen rheinischen Frohnaturen.
16. Ihr Motto?
Et kütt wie et kütt.
von 16vor


