Mittelmaß und darunter
Im Vergleich zu 2008 hat sich im vergangenen Jahr nicht viel bewegt bei den drei großen Trierer Sportvereinen. Die Eintracht ist 15 Punkte vom Aufstiegsplatz und drei Punkte vom Drittletzten entfernt, und die TBB hat sich mit fünf Niederlagen in Folge vorerst von den Playoffplätzen verabschiedet. Für die beiden publikumsträchtigsten Clubs läuft es wie im Vergleichszeitraum mittelmäßig. Nur die Handballerinnnen der DJK/MJC Trier sind bedrohlich abgerutscht. Die 16vor-Sportredaktion blickt auf das Jahr 2009 zurück.
TRIER. Mario Baslers wahrscheinlich glücklichster Moment im vergangenen Jahr lässt sich ziemlich gut bestimmen. Es war der 27. Oktober, kurz vor 19 Uhr. Gerade marschiert eine Gruppe als Römer Verkleideter an ihm vorbei durch das ausverkaufte Moselstadion. Vor Basler sind jede Menge Fotografen postiert. Für ihn muss es sich angefühlt haben, als werde ihm endlich die Aufmerksamkeit zuteil, die ihm seiner Meinung nach für seine Leistungen als Fußballtrainer gebührt.
Momente wie diese sind selten geworden für Basler. Sein Anspruch und die sportliche Wirklichkeit klaffen – mit Ausnahme der regionalen und nationalen Pokalwettbewerbe – weit auseinander. Die Jahresbilanz in der Regionalliga fällt mehr als durchwachsen aus. 12 Siegen stehen 15 Niederlagen gegenüber (bei sieben Unentschieden). Dabei keimte im Sommer zu Beginn der neuen Saison so etwas wie Hoffnung auf einen Aufschwung auf. Nach teils knappen, aber auch verdienten Siegen stand die Eintracht nach acht Spieltagen auf dem zweiten Platz – der Abschied aus der ungeliebten Regionalliga schien möglich.
Was folgte, war die Ernüchterung. Schon vor dem Pokal-Hit gegen Köln verlor der SVE viermal in Folge, was den Angreifer Sahr Senesie sagen ließ, dass er hoffe, man werde gegen Köln rausfliegen. “Damit nicht alles übertüncht wird”, fügte er hinzu. So kam es. Nach der Pokal-Euphorie schien der Liga-Alltag noch grauer zu sein. Die Mannschaft habe sich nicht weiterentwickelt, konstatierte der Sportliche Leiter Fritz Fuchs am Ende des Jahres im 16vor-Interview.
Kaum ein Spieler schaffte es über einen längeren Zeitraum, sein Potenzial auszuschöpfen. Routiniers wie Markus Anfang tauchten komplett unter, im Angriff fehlte die Konstanz, selbst Gustav Schulz spielte unter seinen Möglichkeiten. Einen klaren Führungsspieler sucht man bei der Eintracht weiterhin vergebens, zumal auch Kapitän Josef Cinar mit Formschwankungen zu kämpfen hatte. Die angenehmen Lichtblicke waren die Nachwuchskräfte Tim Eckstein (18 Jahre) und Max Bachl-Staudinger (19). Was ihnen fehlt, ist eine funktionierende Mannschaft, in der sie sich in Ruhe entwickeln könnten.
All das führte dazu, dass nach der Hinrunde auf dem Trierer Wunschzettel der Nichtabstieg steht. Gerade mal drei Punkte beträgt der Abstand auf den Drittletzten.
TBB mit Auswärtsangst
Die TBB Trier war mäßig optimistisch in die Saison 1 nach der Finanzkrise, gleichzeitig Saison 20 nach dem Aufstieg ins Basketball-Oberhaus gestartet. Positiv war festzuhalten, dass das Team aus der Vorsaison zum größten Teil gehalten werden konnte, darunter auch scheinbar “hoffnungslose Fälle” wie Chris Copeland, der Gerüchten zufolge für ein weiteres Jahr in Trier auf viel Geld verzichtet hat. Die Kehrseite dieser Medaille war, dass die Verantwortlichen ohne Routinier Norman Richardson planen mussten – der Kader ist kleiner geworden, man hatte die Wahl zwischen Richardson und Jamal Shuler. Die Entscheidung für Shuler war mit Sicherheit richtig, denn der Small Forward übernimmt Verantwortung. Im Laufe der Saison wurde allerdings klar, dass ein Führungsspieler wie der 31-jährige Richardson dem Team viel Stabilität hätte verleihen können.
Denn mental scheint es nicht ganz so gut um die Mannschaft bestellt zu sein: in eigener Halle vergleichsweise ungefährdet (Niederlagen bisher nur gegen die starken Gegner Braunschweig und Bonn), setzt auswärts das große Nervenflattern ein. Bisher steht nur ein Auswärtssieg gegen die Paderborn Baskets in der Bilanz, ein Team das sich im Spiel gegen Trier quasi selbst abschoss. In anderen Hallen ließ die TBB fast schon fahrlässig Punkte liegen, wie zum Beispiel im Dezember in Hagen.
Auch der Trainerstab scheint dieser Auswärtsschwäche ratlos gegenüber zu stehen – in jedem Fall sollte bald eine Lösung her, denn für die angestrebte ausgeglichene Bilanz zum Saisonende muss noch das ein oder andere Auswärtsspiel gewonnen werden, wenn man nichts mit dem Abstieg zu tun haben will. Jetzt schon ist klar, dass die TBB die Teilnahme am diesjährigen DBB-Pokal verpasst hat, denn seit dieser Saison spielen nur noch die sechs Erstplatzierten der Bundesliga-Hinrunde die Teilnahme am Top-Four-Turnier untereinander aus. Trier steht aktuell auf Platz 13 der Tabelle, die zudem dank neuem Zählmodus (1 Punkt pro Spiel garantiert, 2 pro Sieg) noch eine etwas gewöhnungsbedürftige Aussagekraft hat.
Anfang Dezember dringt dann eine Besorgnis erregende Nachricht an die Öffentlichkeit: die TBB hat anscheinend finanzielle Probleme und verkündet in einer Pressekonferenz einen so genannten “paycut”. Alle Angestellten – vom Spieler bis zum Balljungen – verzichten künftig auf zehn Prozent ihrer Bezüge, um einer zu hohen Unterdeckung am Ende des Geschäftsjahres entgegenzuwirken. Ob das reicht, bleibt abzuwarten – die TBB ist weiterhin auf der Suche nach Sponsoren und Gesellschaftern.
Festzuhalten bleibt dennoch: Die Mannschaft hat Potenzial, konnte es aber bislang noch nicht zu 100 Prozent abrufen. Die TBB sollte mit ihrer aktuellen Besetzung nichts mit dem Abstieg zu tun haben – auch wenn sich Fans und Management vor der Spielzeit mehr erwartet hatten.
Das schlechteste Bundesliga-Jahr für die Miezen
Akute Abstiegsgefahr besteht hingegen bei den Miezen, für die es sportlich seit Jahren sukzessive bergab geht. Nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 2003 wurde die DJK/MJC Trier 2005 noch Vizemeister. In der Spielzeit 2007/08 kam man nicht mehr in die Playoffs, und in der vergangenen Saison reichte es nur knapp zum Klassenerhalt. Derzeit belegen die Trierer Profi-Handballerinnen den vorletzten Rang.
2009 war für den Verein das schlechteste Jahr in der Bundesligageschichte. In der vergangenen Rückrunde konnten die Miezen nur zwei Spiele gewinnen, nachdem man in der Hinserie noch ein ausgeglichenes Punktekonto mit vier Siegen, drei Unentschieden und vier Niederlagen aufwies. In der aktuellen Hinrunde haben die Triererinnen schon doppelt so viele Partien verloren wie im Vergleichszeitraum. Besonders auffällig: In der Ferne holte man noch keinen einzigen Punkt. Dies ist besonders ärgerlich, wenn man bedenkt, dass die Miezen bis zur Halbzeit oft gut mithielten, nur knapp hinten lagen (VfL Oldenburg, Buxtehuder SV), mit einem Gleichstand in die Pause gingen (Frisch Auf Göppingen) oder sogar führten (FHC Frankfurt/Oder).
Tore erzielen die Trierer Handballdamen genug – nur der Spitzenreiter HC Leipzig und der Tabellenzweite Bayer Leverkusen haben bisher häufiger getroffen. Neuzugang Anne Jochin (68 Tore) und Nadja Nadgornaja (65 Tore) gehören zu den Top-Scorerinnen der Liga. Doch das Team insgesamt ist recht unerfahren, in vielen Situationen fehlt es an Abgeklärtheit. Zudem kassiert keine Mannschaft mehr Treffer als Trier. Vor allem an der Abwehr muss in der Rückrunde also gearbeitet werden. Schließlich soll das Jubiläumsjahr – 2000 stiegen die Miezen in die 1. Bundesliga auf – nicht gleichzeitig das Abstiegsjahr werden.
Christian Jöricke, Christian Palm und Tom Rüdell
von 16vor





5. Februar 2010 (09:29 Uhr)
Hallo,
dann will ich auch mal was positives aus dem Trierer Sport berichten:
der BUNDESLIGIST im Rollstuhlbasketball, die Trier Dolphins vom RSC Rollis Trier, galten in der Hinrunde der Saison 2009/2010 als die Überraschungsmannschaft der deutschen Topliga!
Mit ganz starken Leistungen in den Heimspielen wurde Platz 5 nach der Hinrunde erreicht und der Traum von den Play Offs schien machbar. Doch dann fiel Nationalspieler und Topscorer Dirk Passiwan nach dem siegreichen Rückrundenstart gegen Osnabrück durch eine schwere Operation für den Rest der Saisón aus und nun wird das Ziel sein, nichts mit dem Abstieg zu zu haben.
In den Heimspielen wuchs die Zuschauerzahl stetig an, neue Sponsoren interessieren sich für ein Engagement im Club und der erste Fanclub wurd im Herbst gegründet. Für die hervorragende und im Umkreis von 100 km einzigartige Kinder- und Jugendarbeit wurde der Verein vom Land geehrt.
So wird der Verein weiter wachsen, für die nächste Saison sind die Planungen im vollen Gange, um neue hoch gesteckte Ziele zu erreichen.
Also ein positives Beispiel eines Vereins, der in Deutschland zu den Top-Ten seit Jahren gehört und den Namen Trier sehr positiv nach außen trägt.
Mit sportlichen Grüßen
Günter Ewertz
RSC Rollis Trier e.V.