AG soll GmbH ersetzen
Wenige Stunden vor dem ausverkauften Heimspiel gegen Alba Berlin haben die Verantwortlichen der Trierer Basketballer gestern das neue Konzept vorgestellt, mit dem die sportliche Zukunft gesichert werden soll: Eine Aktiengesellschaft namens Treveri Basketball AG (statt der bisherigen TBB GmbH) soll die Geschicke des Trierer Bundesliga-Basketballs lenken.
TRIER. Hinter dem neuen Ansatz stehen die beiden Trierer Unternehmer Sascha Beitzel und Dr. Ralph Moog. Moog war auch schon vor einigen Wochen für die TBB GmbH in Erscheinung getreten. Auf der Pressekonferenz, die die Sparmaßnahmen verkünden und begründen sollte, hatte er die Aktion “Meine TBB” vorgestellt, die quasi die Grundlage für die jetzt vorgestellten Strukturen darstellt.
Um den Fortbestand des Trierer Profi-Basketballs zu sichern soll konkret und in Kürze Folgendes passieren: Die im Dezember gegründete Treveri Basketball AG soll bis zum Stichtag 20. Januar ein Eigenkapital von 250.000 Euro aufweisen, zu generieren aus Aktienzeichnungen von “Unterstützern und Gestaltern” – lokale Geschäftsleute, die sich nicht nur finanziell sondern auch mit ihrem wirtschaftlichen Know How und ihren Kontakten in die AG einbringen sollen. Außerdem werden, nach dem 20. Januar, Aktien für Fans ausgegeben, die in den Größenordnungen 100 Euro (“Silber”) , 200 Euro (“Gold”) und 500 Euro (“Platinum”) zu haben sind.
Die Treveri Basketball AG übernimmt dann quasi die Trierer Basketball GmbH gegen eine nicht veröffentlichte Summe – erhält dafür die laufenden Sponsorenverträge und Kontakte sowie das Recht, sich bei der Beko-BBL um eine Lizenz für die Saison 2010/11 zu bewerben. Wenn alles nach Plan läuft, soll die AG dann zum 1. Juli 2010 den Spielbetrieb in der Basketball-Bundesliga auf- beziehungsweise übernehmen.
Strukturell sieht die Gesellschaft zunächst aus, wie alle anderen AGs auch: Es gibt eine Hauptversammlung, der die Fan-Aktionäre und die “Unterstützer & Gestalter” angehören. Es gibt einen Aufsichtsrat, in dem nach jetzigem Stand Graham Wilson (ehemaliger Hauptgesellschafter der TBB GmbH), Sascha Beitzel und Dr. Ralph Moog sitzen. Und es gibt einen Vorstand namens Lothar Hermeling, bislang Geschäftsführer der TBB GmbH. Zusätzlich sollen so genannte Beiräte die AG unterstützen. Ein sportlicher Beirat besteht derzeit aus Wolfgang Esser, Rainer Loch und James Marsh, ein Finanz-Beirat aus Wolfgang Kram (Steuerberater und Ehrenpräsident der BBL) und Wolfgang Reichert. Und ein Fan-Beirat soll die Vorstände “zentraler und dezentraler Fanclubs” einbinden, so will es das Konzept.
Dazu kommen verstärkte Bemühungen im Bereich Marketing, Sponsorakquise und Jugendarbeit, die sich mittelfristig positiv im Etat niederschlagen sollen. Derzeit plant man für 2010/2011 mit 1,7 Millionen Euro, das ist etwas weniger als vor der laufenden Saison. Bis zur Saison 2015/16 soll der Etat aber, quasi aus eigener Kraft, auf 2,5 Millionen Euro anwachsen. Verbessern soll sich dabei natürlich auch der Zuschauerschnitt, den man optimistisch bis 2015 auf 4.500 Zuschauer schieben will (aktuell: 3.700).
Der Grundstein der Aktion wurde gestern auch gleich gelegt: Ungefähr 20 interessierte Geschäftsleute aus der Region, die ersten “Unterstützer und Gestalter” wurden vor dem Spiel gegen Alba Berlin in die Arena eingeladen, um direkt vor Ort die ersten Papiere zu zeichnen.
von Tom Rüdell





10. Januar 2010 (10:36 Uhr)
Schönen guten Morgen,
mir schwant da Böses. Aus eigener Sporterfahrung, sei es als Aktiver oder als “Funktionär”, kommt da ein ungutes Gefühl auf……wenn innerhalb kürzester Zeit soviel administrative Bewegung in die Namens und Gesellschaftskonventionen kommt.
Hoffentlich bekommen wenigstens die Jungens vom TBB die Kurve.
noch einen schönen Tag
12. Januar 2010 (23:14 Uhr)
Es gäbe einfache Maßnahmen, den Zuschauerschnitt zu heben – nämlich den Besuch der Heimspiele wieder angenehm und attraktiv zu machen!
Z. B. durch Verzicht auf die brüllend laute Musik in jeder Spielunterbrechung, die schon eine einfache Unterhaltung mit dem Sitznachbarn unmöglich macht; z. B. durch Austausch des unerträglichen HallenSCHREIERS gegen einen fairen SPRECHER, der vielleicht auch einmal ein freundliches Wort für den Gegner übrig hat und dessen Spieler genauso vorstellet wie diejenigen der Heimmannschaft – und der bei strittigen Situationen vielleicht den Zuschauern die Regeln erklärt, statt nur den Einpeitscher zu geben.
Bietet Sport statt Show und Lärm, dann komme ich gern wieder zu den Spielen!
13. Januar 2010 (00:13 Uhr)
Na ja junge College (Gymnasiumabsolventen) machen sich für ein Gehalt eines Lehrers in Deutschland ein paar schöne Jahre zur Sinnfindung.
Wie soll da eine Identifikation mit dem Verein aufkommen.
Natürlich ist eine Gründung einer AG ein weg zur Kapitalbeschaffung. Aber was spricht eigentlich dafür das ausser dem Überleben des Vereins für ein weiteres Jahr eine nennenswerte Rendite bei vollem Verlustrisiko zu erwarten ist????
13. Januar 2010 (19:38 Uhr)
wer dieses konstrukt nicht durchschaut ,der wird sich nicht wundern dürfen wenn sein geld verbrannt wird .hier erinnert alles an die abenteuerlichen prognosen des seinerzeitigen neuen marktes. wo gehen eigentl die schulden von ca 2 mio (schätzung ) hin ,sollen hier etwa altgläubiger übers leder gezogen werden?