Nationalsozialismus in der Region

TRIER. Zu der Ausstellung “Von wegen Heilige Nacht – Deutsche Kriegsweihnachten 1939-1944. Festkultur und Kriegspropaganda” finden ab heute mehrere Vorträge in der VHS statt.

Die Reihe startet heute um 20 Uhr in der Volkshochschule am Domfreihof mit einem Vortrag zum Film “‘Komm doch mit, sei ganz ruhig, wir gehen mal dahin…’ Die Zwangssterilisation des Hans Lieser”. Zu dem Vortrag mit anschließendem Podiumsgespräch sind besonders auch Gehörlose eingeladen (Übersetzung durch Gebährdensprachendolmetscherin). Ihre Teilnahme zugesagt haben die beiden aktuellen Bundesverdienstkreuzträger Hans Lieser und Valentin Hennig.

Gegenstand des Vortrages am 21. Januar (20 Uhr) sind die bis in die jüngste Geschichte verschwiegenen “Trier-Beziehungen” des Kriegsverbrechers Klaus Barbie. Unter anderem besuchte Barbie mehrere Jahre lang das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, wo er 1934 das Abitur ablegte und in seinem Abituraufsatz über die Heilig-Rock-Wallfahrt 1933 bereits seine politische Einstellung zu erkennen gab. Unter falschem Namen wohnte Barbie nach dem Kriege kurzzeitig in Trier – obwohl sein Name auf den Fahndungslisten der meistgesuchten Kriegsverbrecher stand – und er besuchte dort auch später mehrfach seine Verwandten. Der Vortrag zitiert auch die im Bundesarchiv/Aussenstelle Ludwigsburg aufgefundenen Ermittlungsakten der Kriminalpolizei Trier. Da Barbie sowohl vom US-Geheimdienst als auch vom BND gedeckt wurde, blieben auch ihre Ermittlungen jahrzehntelang ergebnislos.

Martin Mendgen ist in der kunsthistorischen Literatur vor allem bekannt als der Schöpfer des Trierer Porträtbildes von Friedrich Spee (von Langenfeld). Der Vortrag am 28. Januar behandelt die unbekannte Kriegsbiografie und Schaffen des Malers in den Jahren 1940 bis 1944. Besprochen und kommentiert wird unter anderem die Entdeckung von 80 unbekannten Auftragswerken. Die Werke entstanden im Auftrag der völkischen “Heimat”-Propaganda in der “großdeutschen” Besatzungsregion von Belgien und Luxemburgs.

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