Hätte, wäre, wenn…

In einer verrückten Partie in der Frankfurter Ballsporthalle verliert die TBB gegen die Deutsche Bank Skyliners mit 71:69. Nach einer katastrophalen ersten Hälfte meldete sich die TBB nach der Pause eindrucksvoll zurück, musste sich dann aber dem eiskalt aufspielenden Routinier Pascal Roller geschlagen geben.

FRANKFURT. Die TBB schien in Düsseldorf die lange andauernde Auswärtsschwäche abgelegt zu haben, mit 62:78 wurden dort die Hausherren geschlagen. Gegen den Tabellensechsten Skyliners Frankfurt schien das nicht ganz so einfach, wenn auch machbar. Zunächst war Trier allerdings abgemeldet, fand absolut nicht in die Partie. Frankfurt führte schnell mit 5:0, während die Gäste ihr Heil vergeblich im Distanzwurf suchten – 0 von 4 Dreiern nach drei Minuten, so ging es schon mal nicht. Die gefürchtete Frankfurter Verteidigung stand gut, ermöglichte Trier lange keinen geordneten Spielaufbau; 16:11 das Ergebnis eines wenig ansehnlichen ersten Viertels. Die Trierer Punkte waren hart erkämpft, Frankfurt konnte sich aber nicht nennenswert absetzen.

Das zweite Viertel verlief ähnlich: Frankfurt fand vor allem dank des stark aufspielenden Point Guards Aubrey Reese die bessere Mischung zwischen inside und outside und kontrollierte die Trierer Zone. Die TBB blieb allerdings dran und konnte durch zwei Dreier von Pekovic und Zirbes den Vorsprung auf einen Punkt verkürzen (24:23). Doch dann kippte die Partie mit einer einzigen Aktion zugunsten der Hausherren: Zirbes foult beim Stand von 26:23 den starken Routinier Derrick Allen unter dem eigenen Korb. Allen trifft (28:23), Zirbes hinterfragt den Pfiff etwas zu deutlich, kassiert ein Technisches Foul, und das wird richtig teuer: der 19-Jährige muss mit vier Fouls auf die Bank, Frankfurt verwertet die fälligen Freiwürfe zum 31:23. Bis zur Halbzeit können die Skyliners dann durch Quantez Robertson und Allen den Vorsprung auf 11 Punkte erhöhen (37:26) – Trier schien trotz eines kleinen Zwischenspurts unter die Räder zu kommen.

Und dann kam die kleine Sensation: die TBB kehrte wie ausgewechselt aus der Kabine zurück, ebenso saubere wie schnelle Dreier von Chris Copeland und Jamal Shuler bedeuten das 37:32. Frankfurt vergibt einfachste Chancen, kann lediglich an der Freiwurflinie punkten, Derek Raivio trifft den Dreier zum 39:39-Ausgleich. Die Trierer Offensiv-Maschine rollte im Eiltempo. Frankfurts Coach versucht per Auszeit den Lauf zu unterbinden, doch die Gäste arbeiten offensiv weiter gut zusammen, erkämpfen sich zweite Chancen und gehen schließlich durch Freiwürfe des Ex-Frankfurters Maksym Shtein mit zehn Punkten in Führung (43:53). Bis zur letzten Viertelpause beträgt der Vorsprung immerhin noch sechs Punkte. Trier gewinnt das dritte Viertel mit 27:10, hat in diesem Abschnitt einen Punkt mehr erzielt als in der gesamten ersten Halbzeit. Die Tür war jetzt mehr als offen für die TBB.

Doch Frankfurt hatte die Hand noch an der Klinke dieser Tür: ein 7:2-Lauf der Hausherren zu Beginn des vierten Viertels schmolz den Vorsprung ein, aber Pekovic und Evans konnten Trier noch einmal nach vorn bringen (54:59). Und dann erreichte diese Partie, die so schwach angefangen hatte, Hochspannung: ein Dreier von Routinier Pascal Roller und zwei Punkte von Derrick Allen gleichen aus (59:59), fünf Punkte in Folge von Raivio setzen Trier wieder ab. Doch es kam die Stunde des Pascal Roller. Sein dritter Dreier, schlecht verteidigt von Raivio, beendet einen Frankfurter 7:0-Lauf zum 66:64. Yves Defraigne nimmt die Auszeit, mit Erfolg: Miladin Pekovic trifft einen schwierigen Dreier zum 66:67. Derrick Allen bringt Frankfurt wieder nach vorn, Derek Raivio trifft zum 68:69 – die Schlussphase konnte spannender nicht sein. Zwei Freiwürfe von Roller 15 Sekunden vor Schluss bedeuten wieder die Führung für Frankfurt – Auszeit Trier. Dann die Entscheidung: Trier kann sein System zu Ende laufen und den Ball wie gewünscht zu Pekovic bringen – doch der trifft nicht, hart verteidigt von Doliboa, nah am Foul, doch ohne Pfiff. Die TBB hält noch einmal per Foul die Uhr an, doch Aubrey Reese trifft einen von zwei Freiwürfen: 71:69 der Endstand einer total verrückten Partie.

Beste Trierer:

Derek Raivio: 15 Punkte, drei von vier Dreiern, vier Assists – erzielte die Big Points, leider unterlief ihm am Ende gegen Pascal Roller ein entscheidender Fehler in der Defense.

Miladin Pekovic: 14 Punkte, vier von sieben Dreiern, drei Assists – analog zu Raivio: seine Dreier hielten Trier im Spiel, am Schluss hätte er eine andere Entscheidung treffen müssen. Hätte, wäre, wenn…

George Evans: 9 Punkte, 7 Rebounds – zeigte endlich wieder Präsenz unter den Brettern.

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