Auf immer und ewig
TRIER. Die Stadt wird auf Dauer die Pflege des Ehrengrabs der Trierer Mundart-Dichterin Cläre Prem übernehmen. Das beschloss der Stadtrat auf Antrag der CDU.
Mit Werken wie “Dei Papp is e Schrotti” und “De Flemm”, vor allem aber mit ihren Kolumnen “Koorscht o Kneisjen” in der Lokalzeitung, habe sich Cläre Prem, die 1988 verstarb, bleibende Verdienste um die Trierer Mundart erworben, begründete CDU-Fraktionsvize Udo Köhler den Antrag. Ratsmitglied Richard Leuckefeld (Bündnis 90/Die Grünen), im Hauptberuf Buchhändler, gab zu bedenken, dass sämtliche ihrer Werke seit etlichen Jahren vergriffen und nur noch im Antiquariat erhältlich seien.
Als Trägerin des Ehrensiegels genoss Cläre Prem schon bisher das posthume Privileg, in einem Ehrengrab auf dem Hauptfriedhof ruhen zu dürfen. Noch bis 2013 wäre das Grab auf Kosten der Stadt ohnehin gepflegt worden, doch nun beschloss der Rat, dass diese Pflege auf immer und ewig fortgesetzt werden soll – so denn ein künftiger Stadtrat nicht einen gegenteiligen Beschluss fasst.
Wohl eher unfreiwillig sorgte Köhler während der kurzen Beratung des Tagesordnungspunkts für einige Erheiterung. Der Unionsmann hatte erklärt, Prems “einziger Schönheitsfehler” sei gewesen, dass sie nicht in Trier, sondern in Duisburg geboren wurde. Das konnte der Oberbürgermeister so nicht stehen lassen, schließlich erblickte Klaus Jensen in Duisburg das Licht der Welt: Dass Cläre Prem in Duisburg geboren wurde, sei gewissermaßen die Voraussetzung dafür gewesen, “das zu werden, was sie geworden ist”, scherzte der OB.
von Marcus Stölb




