“Das müssen wir schlucken”
TRIER. Der Stadtrat hat am Donnerstagabend weitere rund 100.000 Euro aus dem städtischen Budget für die Sanierung des Südbads bewilligt.
Im Rahmen der Sanierungsarbeiten waren in der Zwischendecke des Hauptgebäude, in dem neben Duschen und Umkleiden auch die Gastronomie des Südbads untergebracht sein wird, verdeckte Mängel aufgetreten, welche die Statik des Ganzen hätten gefährden können. Während man bei der Verwaltung der Auffassung war, für die zusätzlichen Kosten müsse die Berndorf Bäderbau GmbH aufkommen, sah das Unternehmen einen verdeckten Mangel und wollte die Stadt in die Pflicht nehmen. Es ging um 114.000 Euro. Im Rathaus wurde ein Rechtsstreit kurzzeitig in Betracht gezogen, doch gelangte das Rechtsamt zu der Einschätzung, dass die Chancen der Stadt denkbar schlecht gestanden hätten. Schließlich einigten sich Verwaltung und Unternehmen darauf, dass die Stadt 100.000 Euro der Kosten nachträglich übernimmt.
Redner mehrerer Fraktionen betonten ihre Schwierigkeiten mit dieser Entscheidung. Man habe es sich nicht leicht gemacht, erklärte beispielsweise Norbert Freischmidt. Kollege Hans-Willi Triesch (SPD) meinte im Hinblick auf vorangegangene Beschlüsse zu Mehrkosten: “Das schlucken wir immer wieder”. Es sei aber auch zu bedenken, dass man mit dem Investor und künftigen Betreiber des Südbads auch noch in den nächsten 25 Jahren gut auskommen müsse.
Fast wortgleich äußerte sich Hans-Alwin Schmitz (FWG), derweil Thomas Egger (FDP) die Meinung vertrat, dass, “wer einen Pauschalpreis abgibt, so etwas auch zu schlucken hat”. Im Übrigen würden die Liberalen die Einschätzung des Rechtsamts der Stadt nicht teilen, wonach das Rathaus in einem Rechtsstreit kaum Chancen auf einen Erfolg gehabt hätte. Die FDP enthielt sich deshalb bei der Abstimmung, was einer klaren Mehrheit für die Verwaltungsvorlage keinen Abbruch tat.
von Marcus Stölb




