Blaues Auge bei den Veilchen

Guten Morgen, Abstiegskampf: Die TBB verliert auch ihr Auswärtsspiel bei der BG Göttingen deutlich mit 77:64 – dabei hatten gerade bei diesem Gegner nach einer starken Heimvorstellung in der Hinrunde halbwegs realistische Chancen bestanden, mehr als nur den Antrittspunkt mitzunehmen.

GÖTTINGEN. Es wäre so schön gewesen, der dringend benötigte Befreiungsschlag nach zwei denkbar knappen Niederlagen (in Frankfurt und zu Hause gegen Bremerhaven) – und immerhin hatte Trier die Göttinger Veilchen im Hinspiel in der Arena noch dominiert, vor allem offensiv hatte man dem Gegner damals einiges entgegenzusetzen gehabt. Andererseits ist Göttingen die einzige Mannschaft der Liga die zu Hause eine komplett weiße Weste vorweisen kann – und das blieb leider auch nach der gestrigen Partie so.

Anders als im Hinspiel fanden die Göttinger von Anfang an in ihren aggressiven Tempo-Basketball; Trier wurde in den ersten zwei Minuten mit 8:0 förmlich überrollt, bevor Jamal Shuler zwei Dreier von Chester Frazier seinerseits mit einem erfolgreichen Dreipunkt-Wurf beantworten konnte. Die Hausherren zeigten sich unbeeindruckt, ein weiterer Dreier von Kulawick und zwei Punkte von Jason Boone bedeuten eine zweistellige Führung nach gerade mal vier Minuten – Auszeit Trier.

Die TBB kämpfte sich mit Freiwürfen des starken Chris Copeland und einem Dreier von Miladin Pekovic auf 13:8 heran, konnte sich mit der Zeit auch einige gute Wurfpositionen erarbeiten; allerdings fielen vorne zu wenige Würfe, in der Verteidigung sah man gegen die gewohnt quirligen Göttinger ein ums andere Mal alt aus. Lediglich Copeland erreichte mit sieben Punkten im ersten Viertel annähernd Normalform, Trier hatte aber ohne seinen angeschlagenen Center George Evans Probleme, den Ball ans Brett zu bringen und ein systematisches Offensivspiel aufzuziehen. Verantwortlich dafür war auch die berüchtigte Göttinger Ganzfeldpresse, die vor allem Derek Raivio vor arge Probleme stellte: 22:15 das verdiente Ergebnis zur ersten Viertelpause.

Bis zur Halbzeit blieb es aus Trierer Sicht unerfreulich. Mehr oder weniger eine Einmannshow von Copeland (am Ende 22 Punkte, über ein Drittel der gesamten Trierer Zähler) und der ein oder andere Dreier der sein Ziel findet. Ansonsten eine völlig aufgelöste TBB, die sich gegen die druckvolle Spielweise der Hausherren nicht durchsetzen kann, die Ganzfeldpresse schnappt immer wieder zu – Raivio sollte das Spiel mit 0 Punkten und 5 Ballverlusten beenden. Die Veilchen bekommen viel zu viele Offensivrebounds, machen so die Führung problemlos zweistellig und liegen zur Halbzeit mit 48:32 komfortabel in Front.

Das war’s dann auch schon fast: George Evans kann aufgrund seiner Beschwerden mit der Rippenmuskulatur die zweite Hälfte nur noch von der Bank aus verfolgen; Göttingen kann gleich nach der Halbzeit mit seiner Taktik “Nerv’ den Raivio” drei Ballverluste in weniger als einer Minute erzwingen und offensiv quasi ungestört abschließen. 22 Punkte beträgt die Führung zwischenzeitlich, bevor Trier sich bis zum Beginn des vierten Viertels auf neun Punkte zurückkämpfen kann – Göttingens hohes Tempo ging zu Lasten der eigenen Konzentration. James Gillingham markiert das 60:69 und nährt damit die Trierer Hoffnung. Doch die Veilchen kennen sich und ihr Spiel lange genug, um da nichts mehr anbrennen zu lassen: 77:64 der Endstand einer deutlichen Partie.

Trier hat aus den letzten zehn Partien nur einen Sieg geholt – das ist über diesen Zeitraum der schlechteste Schnitt der Liga. Der aktuelle Tabellenplatz 14 ist erstens unbefriedigend für eine Mannschaft dieser Klasse; zweitens ist er alles andere als sicher, denn auf den Plätzen 14 abwärts ist im Moment alles eng zusammen – der Abstiegskampf hat begonnen und Trier ist dabei. Das nächste Heimspiel gegen den Tabellenzwölften EnBW Ludwigsburg wird richtungsweisend sein.

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