AStA kritisiert Uni-Präsident
TRIER. Im Zusammenhang mit der Aufforderung den besetzten Seminarraum B 22 zu räumen, kritisiert der AStA den Uni-Präsidenten wegen der “Nutzung des Generalverteilers für politische Zwecke”.Â
Professor Peter Schwenkmezger hatte am Freitag in einer Rundmail über den Uni-Verteiler die verbliebenen Bildungsstreikenden dazu aufgefordert, den Raum bis spätestens 26. Februar zu räumen (wir berichteten).
“Unabhängig von dem Inhalt des Briefes” kritisiere man “massiv die Nutzung des Generalverteilers für politische Zwecke, zumal dieser nur für den Präsidenten beziehungsweise auf dessen Anordnung nutzbar ist”, heißt es in einer Mitteilung des Allgemeinen Studierendenausschusses der Uni.
AStA-Sprecher Vincenzo Sarnelli: “Im Zuge der Überarbeitung des alten universitären Emailverteilers Ende des Jahres 2007 und der darauf folgenden Umstellung auf die Veranstaltungs- und Mitteilungslösung (Digest), war zwischen dem AStA und dem Präsidenten eindeutig vereinbart worden, dass der Generalverteiler für hochschulpolitische Verlautbarungen nicht genutzt wird. Dieser Absprache folgte Professor Dr. Schwenkmezger nach eigenen Angaben wissentlich nicht.”
Man befürchte nun, dass sich die Fronten zwischen Universitätsleitung und Besetzern wieder verhärten könnten. Der AStA versuche seit einigen Tagen, ein Treffen zwischen beiden Parteien zu vermitteln, auf dem einerseits über die Zukunft des Protestes und andererseits über eine Lösung der Besetzung gesprochen werden solle. Nils Steenebrügge, als Mitglied des AStA-Referats für Hochschulpolitik: “Dass der Präsident Druck auf die Besetzer ausübt und damit eine Verhärtung der Fronten in Kauf nimmt, ist alles andere als konstruktiv”. Der AStA fordert den Präsidenten auf, den Besetzern nun die Möglichkeit zu geben, ihrerseits eine Darstellung über den Generalverteiler schicken zu können, damit “die Chancengleichheit auf Information aller Angehörigen der Universität gegeben ist”.
von 16vor





14. Februar 2010 (01:25 Uhr)
Der Deutsche Seewetterdienst Hamburg teilt mit:
Für die Nordfriesische Küste und Elbmündung gilt – Nordost 3 bis 4, später ost bis südost drehend, vereinzelt Schneefall, strichweise diesig.
Gähn, was also gibt es neues?
Der Präsi hat ne rundmail geschrieben und einfach so über den fmbs-Verteiler gejagt und das passt dem AStA “massiv” nicht in den Kram. Allein das hat also, “Unabhängig vom Inhalt des Briefes”, schon mal Nachrichtenwert.
Dieter Bohlen kann übrigens, nach eigener Aussage, “null tanzen”.
So weit, so schlecht – allein, ich kann den Skandal nicht finden. Der Chef nimmt sich das Recht heraus, Chef zu sein. Das kann denen, die nicht Chef sind, schon mal aufstoßen. Natürlich könnte man dies zum Anlass nehmen, einen herrschaftsfreien Diskurs über die politische Verwertungslogik des Uni-Verteilers, also des Präsidenten, äh, zu führen und die herrschenden Verhältnisse dezidiert in Frage zu stellen, um selbigem emanzipatorisch auf die Füße zu treten.
Oder man lässt es und lernt zu akzeptieren, dass der Präsident den längeren, äh, Hebel hat. Weltgeist 1 : AStA 0.
Folgen wir weiter dem Spannungsbogen (an dessen Ende bekanntermaßen der Topf mit Gold wartet).
Der Präsident nimmt sich nämlich also das Recht, sein Interesse nach einem möglichst störungsfreien Ablauf des Betriebes knallhart durchzusetzen und riskiert damit gar “eine Verhärtung der Fronten”. Dass innerhalb dieser Verhandlungen auch noch “Druck” ausgeübt wird, “ist alles andere als konstruktiv”. Gut, andere mögen so etwas generell als einem Verhandlungsprozess immanent bezeichnen – fragt mal Frank Bsirske. Aber dass die Welt ungerecht ist, haben wir ja bereits im vorigen Absatz festgestellt. Feldgewinn Schwenki 70m : Feldverlust AStA 70m.
So einen rücksichtslosen Präsidenten kann man natürlich nicht einfach so rücksichtslos sein lassen. Also will man auch ne mail an fmbs schicken, damit die “Chancengleichheit [...] gegeben ist”. Als kleiner Tip von mir: Chancengleichheit klingt schon mal gut, aber ich hätte geschrieben ‘nachhaltig gegeben ist’ (ohne Nachhaltigkeit geht heut echt nix mehr, fragt mal die Kapitalisten, die wissen das schon).
Im Endeffekt ist es trotz Video-Beweis nicht so eindeutig, ob es ein Foul von Schwenkmezger oder eine Schwalbe vom AStA war.
Schwenkmezger/Stefan Kießling : AStA/Andy Möller?
Ganz ehrlich Leute, so weit hat das nen Nachrichtenwert, wie Pizzapappe Nährwert hat. Meldet euch doch bitte einfach, wenn die Gespräche zu was/nix geführt haben.
Zum Beispiel, ob euch der Büroraum A6, den der Präsident in der mail angeboten hat ausreicht (oder ob der unzumutbarerweise im dritten Stock liegt).
Vielleicht erfüllt sich dann euer Herzenswunsch, auf dass ihr auch noch mal ne rundmail schicken könnt (so auf die guten, alten Zeiten halt).
Aber vorsicht: Wenn man ne mail schreibt, muss man auch was zu sagen haben (ich erinnere da mal vorsichtig an die letzte PM von 9/11).
Ansonsten meldet der Deutsche Seewetterdienst Hamburg:
Helgoland – Nordost 3 bis 4, später ost bis südost drehend, vereinzelt Schneefall, strichweise diesig, See 0,5 bis 1 Meter.
14. Februar 2010 (10:42 Uhr)
Hahaha, ihr seid böse auf den Präsidenten? Das ist ja mal schlimm… wie riefen wir früher als Schüler….”eine Runde Mitleid…. ohhhhhhhhhh!”
Der Präsident, der euch schon monatelang in diesem Raum duldet, der für eine Handvoll linker Hanseln in Kauf nimmt, dass Tausende(sic!) anderer Studenten und Dozenten extreme Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen müssen, der sich das alles auch noch was kosten lässt, indem zusätzliche Räume angemietet werden mussten, der euch sogar über Silvester usw. in der Uni spielen gelassen hat, obwohl er, wenn es dort zu irgendwelchen Vorfällen gekommen wäre, selbst massiv in der Kritik gestanden hätte- und dieser ach so böse Mann hat jetzt auch mal langsam die Faxen dicke angesichts dieser Farce und möchte den Raum wieder für seine eigentlichen Zwecke nutzen, und diese gemeine Botschaft verkündet er auch noch über den Univerteiler?
Ich weiß nicht, wie es Ihnen/ Euch geht, aber ich kann dem Uni-Präsidenten nur zu dieser Entscheidung, diesem Treiben endlich ein Ende zu setzen, nur gratulieren. In sehr weiten Teilen der Studierendenschaft ist keine Akzeptanz mehr für die “Besetzer” vorhanden, und Demokratie bedeutet auch, dass sich die wenigen verbliebenen Protestler nun der Mehrheit beugen und in das Büroräumchen umziehen.
Bin mal gespannt, was die Besetzler nun tun- ich hoffe nur, dass man ihnen einen möglichen Polizeieinsatz zwecks Räumung in Rechnung stellen würde.
14. Februar 2010 (11:18 Uhr)
@Fabian Bauer: Meine Meinung
Ich bin echt froh, dass ich nicht mehr in Trier studiere und durch meinen Semesterbeitrag den Asta unterstütze.