Wieder knapp an der Wende vorbei
Mit der 88:92-Heimniederlage gegen EnBW Ludwigsburg hat die TBB am Freitagabend ihre Negativserie ausgebaut. Die Trierer Bundesligabasketballer haben nun die vergangenen vier Partien verloren. Seit fünf Heimspielen sind sie ohne Sieg und von den letzten elf Begegnungen konnte nur eine gewonnen werden.
TRIER. Im Spiel gegen Ludwigsburg war – wieder einmal– eine Trendwende zum Greifen nah. Furios bereits die Anfangsphase: Trier startete mit einem wahren Offensivfeuerwerk und führte früh mit 14:9. Die Gäste profitierten jedoch von der schwachen Verteidigungsarbeit der Hausherren und konnten deren Vorsprung nach zehn Minuten überschaubar halten (25:24).
Auch im zweiten Viertel setzten sich die Trierer zunächst wieder schnell ab. Nach 13 Minuten war die TBB mit 34:26 in Front. Besonders bemerkenswert: In dieser Phase standen mit Maik Zirbes und Kosta Karamatskos zwei Akteure aus der zweiten Garnitur auf dem Parkett. Erwähnenswert auch die Leistung von Drew Neitzel. Der Neuzugang war Denker und Lenker und zeigte auch in der Defense den nötigen Biss. Doch der Vorsprung tat den Trierern nur bedingt gut. Nachlässigkeiten bei der Reboundarbeit und Unkonzentriertheiten von der Freiwurflinie brachten Ludwigsburg wieder ins Spiel. Die Führung schmolz abermals dahin und mit einem 46:46 ging es in die Kabine.
Nach der Pause sahen die Zuschauer weiter ein hartumkämpftes Spiel. Und einer schien sich jetzt richtig wohl zu fühlen: Maksym Shtein, Vertreter des verletzten Start-Centers George Evans, blühte im dritten Spielabschnitt richtig auf. Der 29-Jährige war an nahezu jeder gelungengen Trierer Offensivaktion beteiligt und hatte großen Anteil daran, dass seine Mannschaft wieder in Führung gehen konnte (59:52). Außerdem schien Shtein mit seiner Leistung selbst dem Gegner zu imponieren und zwang sogar “Oldie” Quadre Lollis zu einem frühen vierten Foul.
So stark Triers Nummer 4 auch war, die vergangenen Wochen haben bei der TBB Spuren hinterlassen. Innerhalb von einer Minute verspielte sie einen Sieben-Punkte-Vorsprung. Plötzlich leuchtete auf der Anzeigetafel ein 60:60 auf – die Partie war wieder offen.
TBB-Coach Defraigne nahm eine Auszeit und schwor sein Team neu ein. Shtein hatte während der Aufholphase der Gäste auf der Bank gesessen, sodass er jetzt wieder zurück aufs Feld kam. Und plötzlich lief der TBB-Motor wieder. Ein Dreier von Neitzel sorgte für Jubel auf den Rängen und endlich wieder für einen Korberfolg.
Die Ludwigsburger ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und antworteten mit einem 15:6-Run, wodurch sie mit 75:69 ins Schlussviertel gingen. Wieder reichte ihnen eine 60-sekündige Schwächephase der Hausherren, um schnell viele Punkte zu erzielen.
Während die Gäste auch im vierten Viertel weiter durch Triers offene Abwehr liefen und Korb um Korb erzielten, musste sich die TBB jeden Zähler hart erarbeiten. Dank des weiterhin glänzend aufgelegten Maksym Shtein kam Trier drei Minuten vor dem Ende wieder auf einen Punkt heran (84:85). Da schmerzte es zunächst auch nicht, dass Kapitän Gillingham wegen seinem fünften Foul auf die Bank musste und nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen durfte.
In einer irren Schlussphase zitterten bei beiden Teams die Hände. Erst 1,24 Minute vor Schluss fiel das orangene Leder wieder durch die Reuse – zu Gunsten von Trier. Chris Copeland konnte seine Mannschaft mit zwei verwandelten Freiwürfen mit 86:85 wieder in Front schießen. Die Halle tobte angesichts des neuen Spielstands, doch ein Happy End sollte es nicht mehr geben.
Zunächst wurde ein einfacher Drei-Punkt-Wurf der Gäste zugelassen, der auch zum Erfolg führte. Als Neitzel im folgenden Angriff abgeräumt wird und Lollis im Gegenzug den Ball zum 90:86 für Ludwigsburg eintippen konnte, war die Partie gelaufen. Zwar konnte TBB-Aufbauspieler Raivio seine Mannschaft noch einmal auf 88:90 ranbringen, doch das bessere Ende eines wahren Basketball-Krimis lag wieder einmal nicht auf Seiten der Trierer. Ludwigsburg verwandelte die entscheidenden Freiwürfe und setzte sich letztlich mit 92:88 durch. Wo Minuten zuvor noch knapp 3000 Menschen völlig aus dem Häuschen waren, herrschte nach Abpfiff Stimmung wie auf einer Beerdigung. Niemand konnte mehr etwas sagen. Die letzten Wochen und vor allem dieser Freitagabend hat an den Nerven der TBB-Anhänger gezerrt.
Wieder einmal ging den Trierern in der entscheidenden Phase die Struktur in ihrem Spiel verloren. Zudem stand die Abwehr offen wie ein Scheuentor. Das konnte auch ein starker Shtein (er sammelte 23 Zähler und 8 Rebounds) nicht kompensieren. Die TBB bleibt auf Rang 14, muss sich aber angesichts der Ergebnisse der vergangenen Wochen langsam Sorgen um den Klassenerhalt machen. In einer Woche geht es nach Niedersachsen zum Playoff-Kandidaten Braunschweig (Sonntag, 21. Februar, 17 Uhr).
von Tilo Saurin





13. Februar 2010 (14:54 Uhr)
Eine katastrophale und peinliche “Leistung” gestern. “Sie waren immer bemüht” trifft wohl am besten zu. Dazu kam die völlig unzureichende Coaching-Leistung, die am Ende dafür sorgte dass man mit nur 2 Teamfouls dumm da stand und erstmal foulen musste ohne wieder in Ballbesitz zu kommen.
16. Februar 2010 (13:54 Uhr)
@Zuschauer
da kann ich dir fast voll und ganz zustimmen.
Ich finde der Coach hat die Mannschaft nicht im Griff gehabt, denn ein Shuler und ein Copeland habe nur für sich gespielt und oft falsche entscheidungen getroffen. Des Weiteren fande ich das kein Aufbauspieler es geschaftt hat das Spiel in die Hand zu nehmen bzw. zu lenken.
Zu den Fouls kann ich nur eins sagen:
Es kann nicht sein das im letzten Viertel bei einem so engen Spielstand die wenigsten Fouls gepfiffen werden, denn es war aus meiner sicht auch sehr intensiv geführt.