Du bist Trier: Helmut Haag
Zu seinen Lieblingsbeschäftigungen zählt Helmut Haag “Dinge organisieren, sich einbringen”. In diesen Tagen bereitet er gemeinsam mit Freunden das Benefiz-Konzert “Friends for Haiti” vor, das am kommenden Freitagabend in der Arena Trier stattfindet und dessen Erlös den Opfern der verheerenden Erdbeben in dem Inselstaat zugute kommen wird. Haags große Leidenschaft gilt dem Trierer Original Fischers Maathes. Die letzten acht seiner insgesamt 25 Jahre bei der KG Heuschreck schlüpfte er als Büttenredner in die Rolle des beliebten Volkshumoristen, heute mimt er den Schalk eher in kleinerer Runde, etwa bei Mundartabenden. Im vergangenen Jahr initiierte Haag zu Ehren des Schalks eine Gedenkplakette, die seither an Fischers Geburtshaus in der Brotstraße prangt.
1. Was gefällt Ihnen besonders an Trier?
Das Spannungsfeld zwischen “Möchtegern-Großstadt” und liebenswertem “Provinz-Nest”, seine Geschichte und seine geografische Lage in einer Großregion Europas mit all den damit verbundenen Chancen.
2. Wo essen und trinken Sie auswärts am liebsten?
Privat: in gemütlichen Gaststätten der Stadt, wo es einen guten Viez gibt (Voraussetzung: er wird in der Porz serviert.) Beruflich bedingt: in Luxemburg. (“Ach Herr Haag, wie viele Jahre arbeiten Sie schon in Luxembourg?” – “8 Kilo.”)
3. Wer ist für Sie der bedeutendste Trierer?
Josef Mathias Fischer (1822-1879), genannt Fischer’s Maathes
4. Wo ist Triers größter Schandfleck?
Der Trierer Bahnhof. Kein angenehmer erster Eindruck für Menschen, die in die älteste Stadt Deutschlands kommen, die ja ansonsten schöne Plätze und Sehenswürdigkeiten zu bieten hat.
5. Wer ist in Trier Ihr Lieblingssportler oder -verein und warum?
Vereine wie MJC Trier oder DJK-St. Mathias, weil diese als mir bekannte Beispiele in der Stadt tolle Jugendarbeit leisten. Gelegentlich besuche ich Spiele der Miezen und des TBB und drücke diesen Mannschaften wie auch der Eintracht die Daumen für weiterhin sportlichen Erfolg.
6. Ihr Lieblingswort auf Trierisch?
Dajeh! (Auf geht’s).
Schön ist aber auch: Hään sät wie sei sät, su sät hään, hat sei gesoat, wie soll datt sinn, datt hään datt sät, datt sei datt soll gesaot hann. Übersetzung: Er sagt, wie sie sagt, so sagt er, hat sie gesagt, wie kann das sein, dass er das sagt, dass sie das soll gesagt haben.
7. Was zeichnet den typischen Trierer aus?
Die sogenannte “Trierer Aort”. Das bedeutet für mich: heitere Gelassenheit und Gemütlichkeit, ein verschmitzter Humor, und natürlich Trierisch als Modderspraoch.
8. Was würden Sie in Trier gerne ändern?
Ich würde mir wünschen, dass ein Oberbürgermeister dieser Stadt mehr finanziellen Spielraum hat, um mit einem kompetenten Rat und einer effizienten Verwaltung Dinge für diese Stadt bewegen und gestalten zu können. Die aktuelle Finanzsituation der Kommunen untergräbt die föderalistische Struktur in Deutschland und ist kontraproduktiv im Sinne des Subsidiaritätsprinzips. Ich sorge mich, dass dies im weiteren zeitlichen Verlauf demokratiegefährdend wirkt.
9. Wo ist für Sie Trier am schönsten?
Dahaam, beim Spazieren gehen im Thiergarten-Tal, und beim Blick aus meinem Arbeitszimmer auf die Mariensäule.
10. Welche Freizeiteinrichtung in Trier nutzen Sie am meisten?
Die Trierer Viezkneipen, im Sommer unbedingt draußen, und hier insbesondere in Schrebergärten.
11. Was ist für Sie das vollkommene Glück?
Jeden Tag gesund zu erleben, dies in einem Umfeld von Familie und Freunden, erfüllt mit interessanten Aufgaben. Und wenn ich von dem was ich leiste, etwas zurückgeben kann. “Das Schöne am Leben ist, dass man erst abends weiß, ob der Tag morgens ein frisches Hemd wert war.”
12. Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Dinge organisieren, sich einbringen.
13. Ihr größter Fehler?
Ungeduld.
14. Was verabscheuen Sie am meisten?
Belogen zu werden.
15. Wo würden Sie außer in Trier gerne leben?
Ich besuche gerne Metropolen Europas und liebe gelegentliche Aufenthalte in der Bretagne. Eine Mischung von beidem wäre denkbar, ist aber keine wirkliche Alternative zu Trier.
16. Ihr Motto?
“Besser duuht gelaacht als wie freckt geärjert!”
von 16vor





14. Februar 2010 (11:35 Uhr)
Bravo Helmut.
Auf so einen echten ‘Trierer Jong’ wie dich kann man hier einfach nicht verzichten. Du bist der beste Beweis: es geht auch etwas leiser und mit schalkhaftem Humor – ohne Karnevalsgedöns und Theaterklamauk – aber immer mit einem liebenswerten und rücksichtsvollen Blick auf dein Trier.
Bleiw su wie de böss!
Hanspitt
17. Februar 2010 (21:53 Uhr)
Kompliment: Endlich mal wieder jmd./e, der/die auch Trier und Trierer ist, es prägt und nicht wie z. B. und u. a. “Karin Fetzer”. Who the fuck is …
Man spürt die langen Winterabende in der 16vor-Redaktion. “Da geht mehr”. Aber bitte nicht im Sommer nachlassen, und bitte keine D, E, Möchtegern oder Z-Trierer mehr.
DANKE!
18. Februar 2010 (12:27 Uhr)
Vielleicht solltet Ihr mal “Hans im Glück” auf die Liste nehmen – der Mann hat ganz offensichtlich was zu sagen und kann sich auch noch ausdrücken.