Rückzug überfällig

Im Juni 2009 zog die Linke in den Stadtrat ein. Noch bevor dieser sich konstituieren konnte, verzichtete ein Ratsmitglied bereits auf sein Mandat. Mit dem erneuten Platzen der Fraktion hat sich die Partei auf kommunaler Ebene erst einmal selbst erledigt. Nicht nur Katrin Werner sollte ihr Ratsmandat nun niederlegen, auch Verbeeks Rückzug ist mehr als überfällig. Der Kürenzer trieb die Auseinandersetzung auf die Spitze, indem er gegen Werner eine NPD-Hauswurfsendung ins Feld führte. Ein Kommentar.

TRIER. Etwas mehr als eine Seite umfasst die “Presseerklärung zur Aufkündigung der Fraktion von Katrin Werner”, die Dr. Johannes Verbeek als Reaktion auf den Schritt seiner Genossin verfasste. In dem Papier breitet der Kürenzer “einige Hintergründe, die sich aus meiner Perspektive ergeben” aus. Diese seien zwar “vielen Personen bekannt, werden aber nicht so offen ausgesprochen”.

Also liefert Verbeek seine Innenansicht einer Partei, deren maßgebliche Akteure nur damit beschäftigt zu sein scheinen, ihn zu mobben und zu demontieren. Eine Lanze bricht er für Dr. Karl-Georg Schroll – einen “bundespolitisch erfahrenen Verkehrsexperten”. Dieser sei von Werner und Marc-Bernhard Gleißner verhindert worden, behauptet Verbeek. Was er nicht schreibt: Als die Linke vor 13 Monaten ihre Liste für die Stadtratswahl aufstellte und Schroll nicht berücksichtigte, ergriff auch Verbeek – neben Werner einer der beiden Kreischefs – nicht öffentlich Partei für den bei einigen Genossen in Ungnade Gefallenen. Schroll bat, sich auf Platz 21 setzen zu lassen – erst im dritten Wahlgang und auch nur, weil laut Satzung jetzt 25 Prozent der Stimmen ausreichten, bekam er seinen schier aussichtslosen Listenplatz.

Verbeek wurde seinerzeit einstimmig zum Listenführer gewählt, und was seither und vor allem seit der Kommunalwahl geschah, ist hinlänglich bekannt. Dass die Fraktion sich über kurz und lang wieder zerlegen würde, war deshalb nur eine Frage der Zeit – derart zerrüttet ist das Verhältnis zwischen den beiden Hauptprotagonisten, dass nichts und niemand mehr die Wende zum Besseren hätte bringen können. “Alle Versuche, eine gedeihliche Zusammenarbeit innerhalb von Fraktion und Ortsverband Trier herbeizuführen, sind gescheitert”, erklärte Werner und ergänzte: “Mein Politikverständnis war es immer, zu integrieren, damit sich Fraktion und Partei gegenseitig unterstützen können und die Arbeit auf eine breite Basis gestellt wird. Das solidarische Miteinander, der Respekt gegenüber allen engagierten Mitgliedern der Partei, ist für mich eine Grundvoraussetzung, die nicht mehr gegeben ist”.

Dass von einem respektvollen Umgang bei der Linken nicht mehr die Rede sein kann, bewies Verbeek erst gestern wieder: Gegenüber der Lokalzeitung attestierte er Katrin Werner, dass diese “verrückt und therapiebedürftig” sei. Eine Entgleisung, doch mitnichten ein Einzelfall, wie die Presseerklärung Verbeeks verdeutlicht. Auch in dieser psychologisiert er drauf los und bescheinigt dem angeblichen “Kontrollbedürfnis” Werners “mittlerweile pathologische Züge”.

Doch auf die Spitze treibt Verbeek das linke Schmierenstück mit einem Verweis auf eine Hauswurfsendung der rechtsextremen NPD. Tausende Exemplare des Blättchens der Braunen, das den Namen “Pro Trier” trägt, flatterten in den vergangenen Tagen in Trierer Haushalte. In einem Beitrag befasst sich der Verantwortliche im Sinne des Pressegesetzes, NPD-Ratsmitglied Safet Babic, mit der Trierer Linken. Der Text ist eine Mixtur aus Hetze und Verächtlichmachung des Berliner Politikbetriebs im Allgemeinen und der Bundestagsabgeordneten Katrin Werner im Besonderen.

Verbeek nun schrieb in seiner Presserklärung: “Psychischer Druck entstand für Katrin Werner sicher auch durch den langen Beitrag des NPD-Stadtratsmitglieds Babic, der in der vergangenen Woche in einer Hauswurfsendung veröffentlicht wurde”. Verbeek weiter: “Wahrscheinlich hat Frau Werner in der Sache nichts entgegenzusetzen”. Da drängt sich der Eindruck auf, dass ihm der Druck aus der rechten Ecke auf die Genossin nicht ungelegen kam.

Beide, Werner wie auch Verbeek, sollten ihre Ratsmandate nun alsbald niederlegen. Die eine, weil sie die Doppelbelastung Bundestag und Stadtrat auf Dauer nicht stemmen kann und man von jedem Ratsmitglied ein Mindestmaß an Präsenz verlangen darf; der andere, weil seine Äußerungen der vergangenen Tage einmal mehr deutlich gemacht haben, dass ihm in der Auseinandersetzung jedes Maß abhanden gekommen ist.

von Marcus Stölb

22 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. arthur schreibt:

    Da kann man alle Wähler der Trierer “Linken” ja nur zu ihrem Vertreter im Stadtrat beglückwünschen….

  2. norbert damm schreibt:

    Die politischen Lokalchefs von “16vor” und “TV” sind sich einig: beide Protagonisten sollen sich zurückziehen. So einfach ist das. Für Frau Werner habe ich kein Verständnis mehr. Sie hat sich in Trier eine Seilschaft aufgebaut, die sie auch noch als Bundestagsabgeordnete finanziert. Gleißner, Kanty, Werner. Viele biographische Gemeinsamkeiten. die schweisen zusammen. In Verbindung mit persönlichen Erfahrungen im Umgang mit ihnen kommt Johannes Verbeek zuder Feststellung der “Therapiebedürftigkeit”. Welcher der beiden Lokalchefs kann dies bewerten? Ohne all diese alltäglichen Beziehungserfahrungen?
    Natürlich scheint der ganze Hickhack auch Veerbeeks Nervenkostüm anzunagen.
    Trotzdem hoffe ich, dass ernicht aufgibt.

  3. Rainer Landele schreibt:

    @norbert damm

    als (bundestags-)abgeordneter erhält man finazielle mittel zur finanzierung der eigenen politischen arbeit, wozu auch gehört, jemanden als mitarbeiter einzustellen. wie kommen sie nun zu der erkenntnis, diesen normalen vorhang als “seilschaft” zu bezeichnen? wissen sie etwas, was wir, die allgemeinheit, nicht wissen? kennen sie die drei genannten personenen näher? oder haben sie einfach mal ein billiges argument benötigt? unterstellen sie z.b. sven teuber und malu dreyer auch eine “seilschaft” – öffentlich? und was ist mit all den anderen MdB und MdL der Region: alles seilschaften?

    kurz: solche billig-polemiken (gerade immer von “links”) gehen mir gehörig auf den keks.

    offensichtlich ist doch, daß keine politisch inhaltlichen gründe genannt werden für die querelen, sondern reinst persönliche, okay, frau werner sprach von differnzen im politikstil, mehr gab’s aber nicht an inhaltlichen aussagen.

    ich bin ja, was die verbale härte in diskussionen betrifft, selbst kein kind von traurigkeit. aber die pressemitteilung von herrn verbeek mit seinen einlassungen über-, nein, eigentlich: unterbieten alles, was ich in der politik je erlebt habe. man – ich zumindest – braucht nicht soviele zeilen, um rüber zu bringen, was dahinter steckt: verachtung.

    die gründe dafür sind nicht klar und gehen eigentlich die öffentlichkeit auch nichts an. dumm natürlich dann, wenn man nicht schweigen konnte und beginnt die schmutzige wäsche hervorzuholen…

  4. norbert damm schreibt:

    @Landele: Danke für diese Nachhilfe. Sie haben recht: Sie nennen das “normalen Vorhang”. Für den Normalbürger hängt man etwas vor eine Sache, die Wirklichkeit spielt sich dahinter ab.
    Billig-Polemiken: Wie oft hat Frau Werner im Trierer Stadtrat etwas gesagt zu irgendeinem Beschluss? Lesen Sie in den Protokollen nach.
    Wer machte dort die Alltagsarbeit der ehemaligen “Links”-Fraktion? Was ist daran “rein persönlich”? Wer missachtet so mich als Wähler? Und das geht die Öffentlichkeit wohl was an.

  5. Wolfgang Schmitt schreibt:

    Herr Marcus Stölb,
    die Aussagen und Pressemitteilungen von Herrn Herrn Verbeek zeigen doch wer hier “verückt und therapiebedürftig ist”. Ich selbst war bei fast jeder Versammlung und auch Vorstandsitzung anwesend. Ich kenne die Beweggründe die zu diesen Auseinandersetzungen geführt haben. Den wichtigsten Grund sehe ich darin dass Herr Johannesw Verbeek immer dann mit der Presse gedroht hat wenn ihm etwas nicht nach seinem Willen ging, was er ja auch in vielen Fällen getan hat. Auch versuchte Verbeek Katrin Werner beim Landesverband der Linken von Rheinland-Pfalz ständig anzuschwärzen. Er selbst willauch ein Parteiausschlussverfahren gegen Katzrin Werner beantragen. Es hat so den Anschein das durch Äußerungen von Herrn Verbeek zu der Finanzierung des Büros des Kreisverbandes Trier er neidig auf Frau Werner auf die Finanzierung ihrer politischen Arbeit in Trier hat. Rücksicht auf die Arbeit von Frau Katrin Werner die durch die Wahl zur Abgeordneten anstanden, suchen eines Büros und Organisation und einer Mitarbeiterin für den Kreisverband Trier, Einrichten und Organisation für das Wahlkreisbüro in Trier, suchen und Einstellung von einer Mitarbeiterin und eines wissenschaftlichen Mitarbeiters und Organisation in Berlin, hat er nie genommen. Dazu kommen die langen Fahrzeiten von und nach Berlin und die Mutterpflichten. Frau Katrin Werner war fast immer an den Vorstandssitzungen in Trier anwesend, was man von Herrn Verbeek nicht sagen kann. Auch wenn es Aussagen von “16 Vor” und” TV” Trier gibt, die einen Rücktritt von dem Stadtratmandat von Frau Katrin Werner verlangen so bin ich und andere Mitglieder anderer Meinung.
    Norbert Damm @
    zu den Aussagen kann ich nur sagen Polemik auf dem höchsten Nivo. Im übrigen ist Herr Werner den sie zu den Seilschaften genannt haben schon einige Monate nicht mehr beim Kreisverband Trier.

    Wolfgang Schmitt Sprecher der “Freien Linken Trier”

  6. Randolph schreibt:

    Nunja, wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es aus Sicht von Verbeek durchaus einen wichtigen inhaltlichen Grund für die Trennung: die fehlende kommunalpolitische Präsenz und Kompetenz von Frau Werner.
    Dass Verbeek das mit persönlichen Beleidigungen vermischt ,ist natürlich für seine Argumentation sehr kontraproduktiv.

  7. Hendrik Heisse schreibt:

    Ist der Leserbrief von Herrn Schmitt echt oder ein Fake? Ein solches sprachliches NIVEAU habe ich ja schon lange nicht mehr gesehen.

  8. Andreas schreibt:

    Normalerweise gehöre ich gerne der schweigenden Mehrheit an, in diesem Fall muss ich jedoch auch mal meinen Senf dazu abgeben. Die Show die Johannes Verbeek hier abzieht ist vom Allerfeinsten, die Vorwürfe so nicht haltbar (das Fr. Werners kommunalpolitische Präsenz eingeschränkter ist sollte für jeden einigermaßen nachvollziehbar sein, aber dafür haben wir auch ein Mitglied im Dt. Bundestag sitzen, sollte man über die Vorteile vielleicht mal nachdenken und nicht nur den Kollegen Neid regieren lassen?). Ich war selbst an den meisten Sitzungen des Orts-/Kreisverbandes der letzten Zeit anwesend was man von Herrn Verbeek nicht behaupten könnte, soviel zum Thema Verpflichtung (wurde ja auch bereits von Wolfgang Schmitt erwähnt). Auf Katrin Werner konnte (kann) man grundsätzlich zählen. Das ist zumindestens mein Eindruck – ich behaupte auch das dies ein Großteil der Leute aus dem Kreisverband so bestätigen würde. Das gleiche gilt auch für die immer wieder abgesprochene Kompetenz von Fr. Werner, wer sich gerne vom Gegenteil überzeugen will kann das z.B. unter anderem bei Youtube machen.

    Es ist meiner Meinung nach definitiv nicht Katrin Werner die auf dem falschen Posten sitzt. Johannes Verbeek sollte sich mal überlegen was er gerade anrichtet – seine Reaktionen sind voll daneben und so dermassen nicht mehr nachvollziehbar das man nur noch mit dem Kopf schütteln kann.

    Ich hoffe aber inständig das hier nicht der Fehler gemacht wird und diese Situation rein auf Die Linke in Trier bezogen wird. Es ist defnitiv Verbeek der daneben haut und meiner Meinung nach ist dies nicht mit unserer grundsätzlichen politischen Einstellungen vereinbar. Traurig.

  9. Rainer Landele schreibt:

    @norbert damm

    da sie sich so schön artig für die nachhilfe bedankt haben, gibt es da auch gerne nochmals einen nachschlag ;-)

    meine bewertung “billig polemik” bezieht sich offensichtlich auf ihren vorwurf der “seilschaft”. halten sie die einstellung von mitarbeitern nicht für einen normalen vorgang? oder wollen sie weiterhin ihre position zu dieser frage hinter dem vorhang eines schreibfehlers verstecken? so wie sie ja auch nicht erklären, mit welchem vorsprung an wissen sie drei menschen so einen vorwurf machen können. da sie dies öffentlich machen geht es dieser öffentlichkeit auch an, wie fundiert ihre meinung ist, oder?

    noch ein paar bemerkungen zu, zitat:

    “Wer missachtet so mich als Wähler? Und das geht die Öffentlichkeit wohl was an.”

    ich denke, die persönlichen gründe, warum herr verbeek und frau werner nicht miteinander können, geht niemanden etwas an außer die beiden selbst. die politischen gründe dagegen sehr wohl…

    was die mißachtung ihrer stimme betrifft, kann ich sie in einem gewissen sinne nicht sehen:

    zum ersten:
    aufgrund ihrer politischen erfahrung müssen sie die jetzige entwicklung bei “die linke” doch schon aus früherer zeit kennen. gerade in rlp und in trier. sie haben aber nicht auf ihre erfahrung gehört – selbst schuld…

    zum zweiten:
    die linkspartei und viele ihrer mitglieder haben ein gehabe von “genau wissen was läuft” und “genau wissen, was man nun tun müsse”. und dann scheitern sie lustig an der harten realität des bohrens von harten brettern (weltrevolution am küchentisch ist einfacher als kommunalpolitik im rat) zumindest ersteres entspricht doch ziemlich genau immer wieder ihrem auftreten in diesem forum. bei zweitem enthalte ich mich einem urteil, da ich sie nicht kenne (siehe anfangsthema “seilschaft”)…

  10. norbert damm schreibt:

    @Andreas mit dem Kopf schütteln tut manchmal echt gut. Definitiv.

  11. Fabian Jellonnek schreibt:

    Leute, es reicht!

    Worüber wird hier geschrieben? Was ist relevant? Relevant wäre gewesen: Die Fraktion Die Linke löst sich auf. Das ist ein Skandal. Darüber muss berichtet werden.

    Relevant ist leider derzeit: Die Würde der Betroffenen. Muss denn die Presse unbedingt im Wortlaut wiedergeben was in Pressemitteilungen ver”öffentlicht” wird? Ist die Presse (TV und 16vor) nicht in der Lage zu unterscheiden zwischen dem, was ver”öffentlicht” wird und dem, was tatsächlich in die Öffentlichkeit gehört? Reicht es denn nicht, zum Ausdruck zu bringen, dass Pressemitteilungen mit Beleidigungen rundgeschickt werden?`Muss man unbedingt diese Einzelheiten wiedergeben?

    Liebe Vertreter der Presse: Ihr hattet einen Skandal und die Betroffenen haben (zumindest teilweise) darum gebettelt, dass aus dem Skandal auch eine Schlammschlacht wird. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Möglichkeit bestanden hätte, diese Schlammschlacht zu umschiffen. In diesem Fall würde ich sogar sagen, dass eine Verpflichtung bestand, die Beleidigungen Verbeeks nicht im Wortlaut abzudrucken/online zu stellen. Hier werden Dinge über Personen verbreitet, die Dank Google und Co haften bleiben. Ich jedenfalls will nicht in der Haut Werners stecken. Genauso wenig in der Haut Verbeeks, wenn der Eifer des Affekts verflogen ist und er merkt, welchen Schaden er auch sich selbst beigefügt hat.

    Zu den Kommentar-Schreibern: Das ist keine Soap-Opera. Hier geht es um echte Menschen. Ebenso wenig bringt es was innerparteiliche Querelen in diesem Forum auszutragen. Mit Politik hat diese Angelegenheit nichts mehr zu tun, deshalb kann auch kein politischer Nutzen mehr aus ihr gezogen werden.

  12. Andreas schreibt:

    Im Prinzip würde ich dir gerne uneingeschränkt Recht geben (ich behaupte auch das es jedem in der Partei lieber wäre wenn diese recht einseitig geführte Schlammschlacht endlich mal aufhören würde, aber das hier dürfte auch hoffentlich der Höhepunkt gewesen sein).

    Das die Eskapaden von Johannes Verbeek publik gemacht werden ist aber imo vollkommen richtig – seine Aussagen stellen ihn zu Recht bloss, solche Ausschweifungen darf man sich als in der Öffentlichkeit stehender Politiker nicht leisten, egal gegen wen es geht (das es sich gegen die eigenen Genossen richtet ist dabei natürlich noch ein absolutes Highlight). Dazu kommt noch die Fraternisierung mit der rechten Szene Triers nur um Katrin Werner weiter zu diffamieren, das geht ebenfalls gar nicht und bleibt zumindestens von meiner Seite aus absolut unverzeihlich. Von Affekt würde ich übrigens bei der ganzen Situation nicht mehr reden, ist nicht der erste Vorfall aber hoffentlich der Letzte dieser Art.

  13. Det schreibt:

    zu F. Jellonek

    Daß worüber Sie sich mokieren ist schlicht und einfach Pressefreiheit.Ein Schelm wer böses darüber denkt und dieses anprangert. Dafür sind vor 2o Jahren unteranderem die Menschen in einem Teile unseres Vaterlandes auf die Strasse gegangen. Aber ich verstehe wenn einige ewig gestrigen dieses noch nicht verinnerlicht haben. Der Mensch ist zum Glück lernfähig!!!

  14. Kopfschüttler schreibt:

    Werter Herr Jellonek,

    sie wollen jetzt aber nicht behaupten, dass die Presse die beiden linken “Spitzenpolitiker” demontieren möchte. Es dürfte absolut unstrittig sein, dass die beiden dies in den letzten Monaten eigenständig und sehr öffentlichkeitsbedacht betrieben haben. Warum sollte die Presse darüber entscheiden, wann eine Schlammschlacht im Gange ist und ob sie umschifft werden soll/kann/muss?

    Ich für meinen Teil wäre absolut nicht einverstanden, wenn die Presse mir hier Informationen vorenthalten würde. Die Schlammschlacht und ihre detaillierte Veröffentlichung dient schließlich zur Meinungsbildung über die (Trierer) Linke und ihre Top-Leute.

    Und das Bild, das die beiden hier abgeben, entspricht nun einmal der Realität. Auch wenn Sie es nicht wahr haben wollen….

  15. Peace schreibt:

    Was um Himmels Willen hat Johannes Verbeek Herrn Stölb getan? Warum schreibt er immer von Rückzug? Ich bin der Meinung, wenn einer gewählt wurde, sollte er sein gewähltes Amt auch vertreten. Wir Trierer müssen das ja leider Gottes auch im Fall von Babic ertragen. Lasst die Linken doch in Ruhe und sich auf ihre gewählten Ämter konzentrieren. Alles andere ist doch unprofessionell!

  16. Dieter Lintz schreibt:

    Lieber Fabian Jellonek,

    es wäre ja schön, wenn man, wie es Ihnen vorschwebt, zwischen dem “eigentlichen Skandal”, der Auflösung der Linksfraktion, und der persönlichen Schlammschlacht trennen könnte. Das würde aber voraussetzen, dass es für die Auflösung, die den Willen der Linken-Wähler unbestreitbar mit Füßen tritt und die von ihnen gewünschte politische Repräsentanz massiv schwächt, irgendeinen inhaltlichen Grund jenseits persönlicher Animositäten und unterschiedlicher Arbeitsauffassungen gäbe. Wenn da thematische Sollbruchstellen wären, Richtungskämpfe, meinetwegen auch nur Differenzen in der Prioritätensetzung bei der Ratsarbeit. Von alledem ist aber keine Rede. Offensichtlich hält Frau Werner Herrn Verbeek für einen Sozial-Autisten, mit dem man kein Wort reden kann, und ebenso offensichtlich hält Herr Verbeek Frau Werner für eine postengeile Machtpolitikerin, die sich nicht die Bohne für Kommunalpolitik interessiert. Das geht so weit, dass selbst simpelste Sachverhalte wie die die Einladung zu Sitzungen von beiden Seiten völlig konträr interpretiert werden. Ich vermute, zwischen den beiden Protagonisten wäre derzeit nicht einmal mehr die Aussage 1+1=2 konsensfähig.
    Bei wem da jetzt welche Schuld liegt, könnte wahrscheinlich nicht einmal ein Prozess vor dem Landgericht klären. Es ist mir auch ehrlich gesagt egal, weil nach meiner Erfahrung solche Situationen nie aufgrund des Verschuldens nur einer Seite entstehen können. Der Skandal ist nur, dass da Leute antreten, um die Welt zu verändern, den Unterprivilegierten zu ihrem Recht zu verhelfen, den antifaschistischen Kampf voranzutreiben oder was auch immer, und dass ihre eigene Selbstdisziplin und die Fähigkeit, die eigene Person hintanzustellen, nicht einmal reichen, um eine minimale gemeinsame Arbeitsbasis zu schaffen.
    Sachverhalt und Personen sind also hier nicht trennbar. Und es kann doch nicht mein Job als Journalist sein, etwa Herrn Verbeek davor zu bewahren, dass er seinen Ruf durch abstruse Beleidigungen ruiniert. Oder einer Profi-Politikerin wie Frau Werner zu ersparen, sich mit Entgleisungen eines Parteifreunds, amtierenden Mit-Vorsitzenden und Listenkollegen auseinanderzusetzen.
    Wer sollte bitte entscheiden, welche Politiker-Äußerungen noch zitierfähig sind und welche nicht? Soll ich den Lesern sagen: Herr Verbeek und Frau Werner mögen sich nicht, mehr kann ich Ihnen leider nicht verraten? Müssen solche Äußerungen nicht gerade auf den Tisch, d a m i t sich die Bürger ein Bild machen können, mit welchen Bandagen da gefochten wird? Und von wem welche Eskalation ausgeht?
    Wir reden doch hier nicht von irgendwelchen angesäuselten Zufalls-Interviewpartnern aus einem sozialen Brennpunkt, bei denen tatsächlich die Fürsorgepflicht gebieten kann, sie nicht wie einst bei Antenne West der Lächerlichkeit preiszugeben.

    (Anm. d. Red.: Dieter Lintz ist Leitender Redakteur des Trierischen Volksfreunds)

  17. Peter schreibt:

    Ist doch alles nicht so schlimm! Die anderen Parteien bekommen auch nix auf die Reihe.

  18. Fabian Jellonnek schreibt:

    Sehr geehrter Herr Stölb,
    Sehr geehrter Herr Lintz,

    zunächst möchte ich klar stellen, dass ich die beiden Betroffenen viel zu wenig kenne, um deren Gemütslage einzuschätzen. Der Grund für meinen Kommentar war, dass ich beim Lesen der Artikel auf 16vor und im Trierischen Volksfreund dachte, dass ich so eine Debatte über meine Person nicht aushalten wollte. Mein Fell wäre dafür doch um einige Lagen zu dünn.
    Sie haben Recht, wenn sie sagen, dass Berufspolitiker grundsätzlich über ein dickes Fell verfügen sollten. Wer sich in die Öffentlichkeit begibt muss eben auch ertragen, wenn die Öffentlichkeit die eigene Person thematisiert. Sie haben auch Recht, wenn sie von einem Politiker eine gewisse charakterliche Eignung erwarten. Folglich geht es den Wähler als den quasi “Arbeitgeber” der Politiker auch etwas an, wenn jenseits der inhaltlichen Arbeit der Charakter der Politiker einem demokratischen Werteverständnis entgegen steht. Dennoch bin ich der Meinung, dass in diesem Fall Begriffe (“therapiebedürftig”, etc.)Personen zugeschrieben wurden, die vollkommen zu Recht Privatsache sind. Natürlich können Sie nichts dafür, wenn Herr Verbeek solche Diffarmierungen als Pressemitteilung tarnt. Aber ich bleibe dabei: Man hätte diese charakterliche Entgleisung auch ohne wörtliche Wiedergabe transportieren können.
    Ich empfinde diese Form der Berichterstattung als keinen Einzelfall und erst Recht nicht als Trierer Phänomen. In den letzen Wochen gab es viel Aufregung um Themen, die das gleiche Prinzip offenbaren: Die Politiker-Spionage der “Bunte”, die Possen beim DFB. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Zwischen den genannten Beispielen und Ihren Artikel bestehen natürlich gravierende Unterschiede. Ich fürchte einfach, dass politische Berichterstattung zukünftig durch Email-Vorlesungen bei Kerner bestimmt wird. Das ist Ihnen eigentlich nicht vorzuwerfen, es sind die politischen Akteure, die darum betteln. Aber ich denke Journalisten könnten eine solche Entwicklung bremsen, wenn sie niveaulose Entgleisungen nicht durch Veröffentlichung zum Bestandteil der Debatte machten.

  19. Johannes Verbeek schreibt:

    Der Artikel von Herrn Stoelb in 16vor und viele Kommentare tragen zur Fehleinschätzung meiner Person und der Sache, um die es geht, bei. Folgende Klarstellungen sollen dazu betragen, die Berichterstattung und die teilweise anonymen Beiträge zu versachlichen.
    1. Wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich mich niemals mit der NPD solidarisiere (vgl. dazu meine Rede zur konstituierenden Sitzung des Trierer Stadtrates im August 2009). Wer dies dennoch tut, hat eventuell die Absicht, mir etwas anzuhängen, um meinen Ruf zu schädigen.
    2. Meine umstrittenen Äußerungen zu Frau Werner sind eine Stunde nach der Information über die Fraktionsauflösung durch die Stadtverwaltung (!) in höchster emotionaler Aufregung gefallen! Sie erfolgten in einem wenig an der Sache und mehr an der Beziehung interessierten Befragungsstil von Herrn Lintz. In meiner Presseerklärung wurden sie differenzierter formuliert. Meine kritische Sicht auf den Politikstil von Frau Werner bleibt bestehen und spiegelt übrigens nicht nur meine persönliche Perspektive wieder!
    3. Ich möchte nachdrücklich feststellen, dass die in der Presse geführte Diskussion an der eigentlichen Sache vollkommen vorbei geht. Fest steht, dass Frau Werner bislang weder mündliche noch schriftliche kommunalpolitische Aussagen gemacht hat. Dies gilt auch für die Vorbereitung der Kommunalwahl 2009 und nicht erst, seit sie ein Bundestagsmandat (neben vielen anderen!) inne hat. Seit einem halben Jahr hat sie an keiner der wöchentlichen Fraktionssitzungen teilgenommen. Über dieses unbegreifliche Phänomen wird permanent nicht geredet! Es ist Frau Werner, die daraus auch nicht diejenigen Konsequenzen zieht, die der Wählerschaft unserer Partei gegenüber angemessen wären.
    4. Es war genau diese „Enthaltsamkeit“ von Katrin Werner, verbunden mit der Beschädigung meiner Person aus dem Ortsverband, die erst zu den persönlichen Differenzen führten, die nun aber plötzlich als einzige Bruchstelle in der Fraktionsarbeit dargestellt werden. Sie machen vergessen, dass die inhaltliche Arbeit der Linksfraktion ausgebremst wird. Ein aktuelles Beispiel dafür bietet die neue Homepage http://www.die-linke-trier.de, die nicht mit mir abgesprochen wurde und ihr Thema „Trier-Saarburg“ vollkommen verfehlt!
    5. Mir liegt es fern, andere Personen zu „schassen“. Marc-Bernhard Gleißner trat zurück, Konstantin Kanty zeigte die Fraktion an, worauf ein Arbeitsgerichtsurteil seine Entlassung in einem Vergleich als rechtmäßig bestätigte.
    6. Auf allen ordentlich eingeladenen Sitzungen des Kreisverbandes war ich entweder anwesend oder aber aufgrund terminlicher Überschneidungen mit Baudezernatssitzungen entschuldigt. Zum Vorstand des Ortsverbandes gehöre ich nicht.
    Fortan werde ich mich nicht mehr an der Diskussion in 16vor beteiligen. Wer mit mir in politische Gespräche kommen möchte, kann sich jederzeit an mich wenden. Seit einiger Zeit unterhalte ich zur Transparenz meiner kommunalpolitischen Arbeit auch eine einfache Homepage unter http://www.johannes-verbeek.de.

    Trier, den 12.3.2010
    Johannes Verbeek

  20. Metallkopf schreibt:

    Ohjemine… Und Herr Jellonek meldet sich bereitwillig zum Bärendienst…

    Was Sie da schreiben, insbesondere zum Thema “therapiebedürftig”, gereicht dem erklärtermaßen verfolgten Zweck, Frau Werner vor irgendwas zu schützen, nicht sonderlich. Es entsteht der Eindruck, dass Sie die Einschätzung von Herrn Verbeek sogar im Ergebnis teilen, jetzt aber fordern, man solle aber doch bitte nicht so gemein sein, und solche Dinge aus Krankenakten durch die Gazetten peitschen.

    Ich weiß, wie es eigentlich wohl gemeint gewesen sein dürfte, aber bei wem liegt denn das Problem, wenn der Bote schlechte Neuigkeiten bringt? Sie geißeln den Falschen, wenn sich Kampfhahn und -henne gegenseitig öffentlich mit Schmutz bewerfen und dabei nicht merken, dass sie dabei nicht nur unter den Fingernägeln dreckig werden…

    Herr Lintz und Herr Stölb, dem ich übrigens an dieser Stelle verspätet zu seinem Geburtstag gratulieren möchte, betreiben doch eigentlich nur mit den von Verbeek und Werner gezüchteten Stilblüten ein wenig Ikebana.

  21. Heinrich Karl Louis schreibt:

    Liebe Mitdiskutanten,

    man muss sich doch wundern, auf welchem Niveau manche Debatten geführt werden. Wovon soll hier eigentlich abgelenkt werden?
    Es war doch common sense innerhalb der Linken (hier nicht auf die gleichnamige Partei begrenzt), und wurde durch die Grünen zur Selbstverständlichkeit erhoben, dass es Postenhuberei nicht geben sollte – man sah ja, zu was das bei Aufsichtsräten führt. Haben wir das alles schon vegessen?
    Wie kann jemand ernsthaft davon ausgehen, dass die Funktionen der Stadträtin und Bundestagsabgeordneten gleichzeitig ausgeübt werden könnten außer bei größtmöglicher Dienstpflichtverletzung?
    Natürlich ist Frau Werner nicht ernsthaft der Doppelbelastung gewachsen, wie kann sie auch? Der Vorwurf geht an die Gremien, die im Vorfeld eine unsinnige Aufstellung abgenickt haben. Es steht mir nicht an, zu kommentieren, mit wem besser zusammengearbeitet werden kann. Ich halte es lediglich für einen Ausdruck politischer Hygiene, das die Linke (hier die Partei) das gescheiterte Experiment der Ämterhäufung beendet und Herrn Verbeek eine andere Person zur Seite stellt. So sieht es gegenwärtig doch sehr nach machtpolitischem Durchmarsch aus, bei dem die Wähler auf den Arm genommen werden.

  22. Metallkopf schreibt:

    “dass es Postenhuberei nicht geben sollte”

    Das ist wirklich witzig! Bitte mehr davon… Wenn Sie sich anschauen, was “innerhalb der Linken (hier nicht auf die gleichnamige Partei begrenzt)” in Rheinland-Pfalz an Postenhuberei so alles grassiert – sowohl in die eine, wie auch die andere Richtung – dann bricht es nur so schallend aus einem heraus…

    Auf der einen Seite der Genosse “Dr. Kannix” (lt. Presseberichten so von den eigenen Mitarbeitern bezeichnet!), an dem am Nürburgring vom Ministerpräsidenten wider alle Vernunft viel zu lange festgehalten worden ist, der geschasste FCK-Herzog, der nach ähnlicher Nibelungentreue Kurt Becks letztlich in einem Akt “angewendeter Solidarität” zum Wirtschaftskoordinator für Ruanda mit unpfändbarer Auslandszulage gemacht wird (nachdem er bereits zuvor als FCK-Präses noch die Beförderung zum Ministerialrat erleben durfte), ein Innenminister, der den Schwiegersohn mit Aufträgen versieht…

    Und jetzt wird ein langjähriger Beratervertrag mit einem ansonsten eigentlich allgemein anerkannten Asienexperten gekündigt, weil er durch eine Reiseteilnahme quasi über Nacht an Aussatz erkrankt ist und überdies das falsche Parteibuch hat?

    Wir dürfen gespannt sein, wer die Position des Repräsentanten der rheinland-pfälzischen Wirtschaft in China künftig kompetent und anhand langjähriger einschlägiger Erfahrung wahrnehmen wird. Ich gehe Wetten ein, dass es sich am Ende um einen verdienten Genossen handeln dürfte…

    Nein, so etwas wie “Postenhuberei” ist der “Linken” in diesem Land wahrlich vollkommen fremd(!)

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