Bangen um Barbara-Grundschule

TRIER-SÜD. Die Unterbringung zweier HGT-Klassen in der Barbara-Grundschule ist nach Darstellung der Stadt keine Vorentscheidung über den Erhalt oder die Aufgabe der Einrichtung.

Das erklärte ein Sprecher des Rathauses auf Anfrage von 16vor. Unter Kollegium und Elternschaft gibt es Befürchtungen, dass die Grundschule in Trier-Süd über kurz oder lang geschlossen werden könnte. Bestärkt wurde die Verunsicherung nun durch die Ankündigung von Stadt und ADD, dass ab dem Schuljahr 2010/2011 zwei Klassen des Humboldt-Gymnasiums in der Grundschule untergebracht werden müssen.

Offenkundig wurden von dieser Entscheidung auch die Verantwortlichen der Schulen überrascht. “Am 10.03.2010 wurde erstmals der Standort Barbara zur Auslagerung von zwei Klassen für das HGT ins Gespräch gebracht. Am gleichen Tag erfolgte die Kontaktaufnahme durch den Schulträger sowohl mit der Barbara Grundschule als auch mit dem HGT. Erste Gespräche schulorganisatorischer Art wurden bereits zwischen den Schulleitungen der beiden Schulen am ersten Tag, also dem 10.03.2010 aufgenommen”, heißt es vonseiten der Verwaltung.

Doch zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung offenbar bereits gefallen, denn im Rathaus hatte man bereits alternative Standorte in die Überlegungen mit einbezogen und verworfen. Für die Unterbringung der beiden zusätzlich notwendigen Klassen ab dem nächsten Schuljahr sei das Friedrich-Spee-Gymnasium “aufgrund seiner G8 -Form” nicht infrage gekommen. “Da weder in unmittelbarer Nähe von AVG noch MPG die Möglichkeit zur Schaffung von Klassenräumen möglich war, kamen nur noch HGT und FWG in die engere Wahl, wobei unmittelbar in den Gebäuden keine Ausweitungsflächen zur Dispostion standen”, erklärte der Rathaus-Sprecher. Das Aufstellen von Containern auf Schulhöfen sei von vornherein ausgeschlossen worden. “Die Überlegung, weitere Klassen im Gebäude der ehemaligen Landeslehr- und Versuchsanstalt anzumieten, wurden aufgrund der damit verbundenen hohen Umbaukosten nicht weiterverfolgt”, heißt es weiter. Letztlich sei deshalb die Zuordnung der neuen Klassen zum HGT verblieben.

In die Prüfung wurden die in der näheren Umgebung liegenden Schulen einbezogen. Aufgrund der Umwandlung der Robert-Schumann-Realschule und der Pestalozzi-Hauptschule zum nächsten Schuljahr in eine Realschule plus könnten in diesen Schulen zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine Räumlichkeiten bereitgestellt werden, weil die Raumplanungen für diese Schulen noch nicht abgeschlossen seien. Schließlich fiel die Wahl auf die Barbara-Grundschule. Das Raumangebot dieser Schule sei auf eine Zweizügigkeit, also auf acht Klassen ausgerichtet. Derzeit werden aber nur 5 Klassen unterrichtet, so dass “ohne Gefährdung des pädagogischen Auftrages zwei Räume für das HGT bereitgestellt werden konnten”, verteidigt man am Augustinerhof die Entscheidung. Hierbei handele es sich zwar um eine temporäre Lösung, deren endgültige Dauer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen sei. Doch “aufgrund der demografischen Entwicklung der Schülerzahlen gehen wir von einem Zeitraum von zwei oder drei Jahren aus, wobei die Entscheidung zum Schuljahr 2011/2012 neu zu treffen sein wird”, teilte die Verwaltung mit.

Bedenken vonseiten der Elternschaft, die Zukunft des Standorts Barbara-Grundschule sei ernsthaft gefährdet, konnte oder wollte man im Rathaus nicht völlig ausräumen: “Die zu treffende Entscheidung wird in den nächsten Monaten im Rahmen des wieder aufgenommenen Prozesses zur Schulentwicklung vorbereitet”.

Anette Weidler, stellvertretende Schulelternsprecherin, warnt vor einer Schließung der Schule und betont deren Bedeutung für den gesamten Stadtteil. Zudem kritisierte Weidler scharf die Informationspolitik des Rathauses und insbesondere von Bürgermeisterin Angelika Birk (Bündnis 90/Die Grünen): “Wir stehen mit offenen Mündern da und sind fassungslos!”

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2 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. norbert damm schreibt:

    Wie herrlich ist es in der Speestraße in Ferienzeiten. Man hört die Vögel zu allen Tageszeiten. Keine(r) rast . Zu Schulzeiten ist es hier zu bestimmten Zeiten schrecklich: Zu Beginn und Ende. 30 Km werden locker mit dem Autotaxi verdoppelt und kein Schwein interessiert sich dafür. Die Planung, 2 HGT- Klassen in die Barbara Grundschule zu verlagern, wird dieses Pobblem noch verschärfen. Zumal die vekehspolitische Sprecherin der Grünen auch in der Speestraße wohnt, bin ich guter Hoffnung, uns zu wehren. – Tun wir was.

  2. Jutta Albrecht schreibt:

    Im September 2008 unterzeichneten 22 Sprecher/innen der Trierer Grundschulen – der AGST (Arbeitsgemeinschaft der Trierer Grundschulen) – eine Resolution zum neuen Schulentwicklungskonzept der Stadt Trier und übergaben diese im Rathaus Trier.

    Alle Elternvertreter/innen lehnten darin die Schließung von Grundschulen ab und begründeten dies u.a. mit der pädagogisch sehr wichtigen engen Verzahnung von Kindergärten und Grundschulen sowie mit dem Eingebundensein der Schule in den Stadtteil, besondern in jenen, die mit einer problematischeren Schülerklientel ausgestattet sind. Kleinere Strukturen sorgten zudem für das Gefühl der Geborgenheit, eine nicht zu vernachlässigende Größe bei der Unterrichtung von Grundschulkindern. Statt Grundschulen zu schließen sei es sinnvoller, diese in Ganztagsschulen umzuwandeln.

    An all’ diesen guten Gründen, die gegen eine Schließung von Grundschulen sprechen, hat sich nichts geändert.

    Kein Grund also, dass nur, weil ein Wechsel im Amt des Schuldezernenten stattgefunden hat, auch über einen möglichen Wechsel der schulpolitischen Marschroute nachgedacht wird.

    Ich kann die Eltern der Grundschule St. Barbara nur ermutigen, ihren heftigen Protest gegen eine drohende Schulschließung mit allen Mitteln weiter zu betreiben.

    Die Mariahofer Eltern haben im letzten Jahr mit ihrer großen und solidarisch vom Stadtteil mitgetragenen Demonstration im Trierer Rathaus bewiesen, dass dem, der sich öffentlich und lautstark wehrt, Erfolg beschieden ist.

    Jutta Albrecht
    (ehem. Mitglied des Sprecherteams der AGST und Stellvertr. Mitglied des Landeselternbeirates Rheinland-Pfalz für den Bereich Grundschulen)

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