Studis hoffen auf volles House
Die Open House Party ist nicht irgendeine Fete, sondern die älteste und aktuell auch einzige Großveranstaltung, die gemeinsam von Studenten beider Trierer Hochschulen organisiert wird. Am 20. Mai startet die 21. Auflage in der Europäischen Kunstakademie im Westen der Stadt. Sieben Dancefloors und mehrere Bands sollen dann für ein volles Haus sorgen. Die Chancen stehen gut, dass die Partymacher ihr Ziel erreichen, denn schon am ersten Vorverkaufstag gingen innerhalb weniger Stunden rund 2.000 Tickets weg.
TRIER. Helga Rieckhoff hatte die Idee. Zumindest brachte die heute für den Medienbereich des Ex-Hauses zuständige Mitarbeiterin die Idee von Berlin mit an die Mosel. In den 90ern muss das gewesen sein, einige Jahre bevor 1999 die erste Trierer Open House Party über die Bühne ging. Genau 20 waren es seither, die 21. steigt am 20. Mai in der Europäischen Kunstakademie. Beinahe wäre es nicht soweit gekommen, denn vor einigen Jahren, als Triers größte Studifete noch im Ex-Haus stattfand, formierte sich unter Anwohnern Protest gegen die Fete. Der blieb auch im Rathaus nicht unerhört, doch konterten Fans der Veranstaltung umgehend mit einer Unterschriftenaktion: Für den Fall, dass die Open House Party nicht mehr stattfinden sollte, drohten sie gar mit der Abmeldung ihres Hauptwohnsitzes.
Selbst wenn sie es denn wollten – solcherart Druckpotenzial könnten Triers Studenten heute nicht mehr aufbauen. Schließlich existiert inzwischen eine Zweitwohnsitzsteuer. “Vielleicht wurde die ja gerade deshalb eingeführt”, scherzt Johannes Albig im Gespräch mit 16vor. Der Psychologiestudent zählt mit seinen 27 Jahren schon zu den älteren Hasen unter den Partyorganisatoren. Er war auch mit dabei, als die Fete im vergangenen Jahr vom Ex-Haus in die Kunstakademie umzog. Der Wechsel vom Norden in den Westen der Stadt war nicht ohne Risiko, schließlich hatte sich der Standort in der Zurmaiener Straße, wo die ersten 19 Parties stattfanden, etabliert und war bei den Besuchern auch beliebt. Doch die Rechnung ging auf: Mit rund 4.000 Besuchern war auch in der Akademie die Bude voll.
Zu voll, fanden einige, und auch Mitorganisator Johann Fuchs räumt ein, dass bei der ersten Auflage in der EKA noch nicht alles rund lief. Neben der Enge sei auch die Organisation der Garderobe eher suboptimal gelaufen, berichtet Psychologiestudentin Thea Gerst. FH-Student Fuchs und seine beiden Uni-Kommilitonen Albig und Gerst nennen noch einen weiteren Grund, den man nicht unterschätzen dürfe: Bei der Jubiläums- und EKA-Debütfete im vergangenen Dezember herrschten Außentemperaturen von minus 10 Grad. Das sorgte schon deshalb für ein volles Haus, weil sich außen niemand mehr aufhalten wollte.
Mehr als 150 Leute im Einsatz
Am Donnerstag übernächster Woche werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit höhere Temperaturen ereicht. Dann wird nicht nur auf den sieben Dancefloors im Inneren, sondern auch im Umfeld der Kunstakademie einiges los sein. Die Veranstalter rechnen erneut mit bis zu 4.000 Teilnehmern. Mehr dürfen es allerdings auch nicht werden, die Kapazitäten sind nunmal begrenzt. Ein Team von 15 bis 20 Studis aus vier Uni-Fachschaften (Geo, Psychologie, Informatik und Pädagogik) sowie der Fachschaft Elektrotechnik der Fachhochschule plant seit Monaten, und abgesehen vom Catering mussten sie sich auch um nicht ganz nahe liegende Aufgaben kümmern. Beispielsweise um die Anmietung von Teppichplatten, mit denen der schicke Boden der Kunsthalle ausgelegt werden muss.
Bei den Stadtwerken werden zudem wieder Nachtbusse geordert, auf dass die Studis sich gratis nach Hause chauffieren lassen können. Auch Feuerwehr und Malteser werden die ganze Nacht über parat stehen, ebenso ein paar private Security-Kräfte. Albig schätzt, dass dieses Mal wieder mehr als 150 Leute im Einsatz sind, die große Mehrzahl Studenten, die sich ehrenamtlich einbringen. Laut Thea Gerst wird es derweil immer schwieriger, Kommilitonen für die Organisation der Open-House-Parties zu finden. Auch eine Folge der Umstellung auf Bachelor und Master.
Auf die Veranstalter kommt also einiges an Kosten zu, doch wie in den vergangenen Jahren soll auch dieses Mal wieder einiges hängen bleiben, hoffen Albig, Fuchs und Gerst. Schließlich bestreiten vier der fünf beteiligten Fachschaften nahezu ihre gesamte Semesterarbeit aus den Erlösen der “Open-House-Party”. Außerdem werden auch regelmäßig Vereine und Projekte bedacht. So profitierten bereits Einrichtungen wie die Suchtberatungsstelle “Die Tür e.V.” oder der Medienbereich des Ex-Hauses von Zuwendungen.
Der nächste Vorverkaufstag für die Open House Party findet an diesem Mittwoch ab 10 Uhr an folgenden Orten statt Uni Campus I: Mensa und A/B Foyer; Uni Campus II: Fachschaftsbüro Geo (F 74); FH: Fachschaftsbüro E-Technik. Weitere Informationen gibt es auf folgender Website.
von Marcus Stölb




