Du bist Trier: Günter Schlesier

“Ich habe meinen Beruf nie als Arbeit empfunden, das war mein Hobby”, sagt Günter Schlesier. Fest steht: Um seinen Job haben den heute 69-Jährigen viele beneidet. Von 1959 bis 2001 war er Bademeister, zunächst im Nordbad, ab 1963 dann im Südbad – fast ein Vierteljahrhundert davon als Chef. Legendär seine Lautsprecheransage: “Es können sich jetzt die Papiersammler melden”*. Die Sanierung von Triers größter Freizeitanlage hat er aufmerksam verfolgt und regelmäßig Fotos von den Veränderungen gemacht. Schlesiers Fazit: “Datt ist wirklich schön geworden. Wer etwas anderes behauptet, der hat keine Ahnung”. Im Südbad, das am Freitag wiedereröffnet, darf man weiter mit ihm rechnen – bis zu seinem 100. Geburtstag genießt er freien Eintritt. Mindestens.

1. Was gefällt Ihnen besonders an Trier?

Das Ruhige. Es geht hier noch sehr familiär zu.

2. Wo essen und trinken Sie auswärts am liebsten?

Ich gehe nur selten raus essen, aber wenn, dann ins Südbad.

3. Wer ist für Sie der bedeutendste Trierer?

Karl Marx.

4. Wo ist Triers größter Schandfleck?

Wenn am Samstag schönes Wetter war: am Sonntagmorgen der Palastgarten. Das ist beschämend, wie es da aussieht.

5. Wer ist in Trier Ihr Lieblingssportler oder -verein und warum?

Die Eintracht kann man ja nicht sagen. Dann doch lieber der Schwimmverein SSV.

6. Ihr Lieblingswort auf Trierisch?

Alles quant!

7. Was zeichnet den typischen Trierer aus?

Sein Dialekt.

8. Was würden Sie in Trier gerne ändern?

Ich würde mal die Straßen sanieren.

9. Wo ist für Sie Trier am schönsten?

Auf dem Domfreihof.

10. Welche Freizeiteinrichtung in Trier nutzen Sie am meisten?

Den Mattheiser Weiher, wo ich mit meinem Enkelchen spazieren gehe. Und natürlich bald wieder das Südbad – ich habe eine Saisonkarte bis 2041.

11. Was ist für Sie das vollkommene Glück?

Zufriedenheit und Gesundheit.

12. Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Mit dem Hund Gassi gehen und Kinderwagenschieben – wenn ich mit meinem Enkelchen unterwegs bin.

13. Ihr größter Fehler?

Ihr fragt aber Sachen! Ich würde alles wieder so machen, wie ich es gemacht habe.

14. Was verabscheuen Sie am meisten?

Wenn laute Rabauken durch die Stadt ziehen.

15. Wo würden Sie außer in Trier gerne leben?

Am ehesten in Spanien oder in der Türkei. Hauptsache schönes Wetter.

16. Ihr Motto?

Leben und Leben lassen.

* Wer am Ende des Badetages mithalf, den von rücksichtslosen Zeitgenossen zurück gelassenen Abfall einzusammeln, bekam zur Belohnung eine Freikarte für das Südbad. Ein Angebot, von dem meist reger Gebrauch gemacht wurde.

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3 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. genauso schreibt:

    Es ist ein Jammer, dass Günther Schlesier nicht mehr aktiv im Dienst ist. Das war ein Klassemann.

  2. jürgen gehrke, hamburg schreibt:

    macht immer wieder freude, aus der ferne “Du bist Trier” zu lesen, besonders wenn ich
    “alte bekannte” wiedersehe. so wie jetzt den überaus sympathischen günter schlesier. er
    hat mir während meines volontariats beim TV in den jahren 67/68 immer hilfreich zur
    seite gestanden. ich drücke ihm die daumen, dass er seine südbad-saisonkarten noch viele,
    viele jahre nutzen kann!

  3. Michael Dostert schreibt:

    Hoffentlich kommt Günter Schlesier noch lange in den genuß seiner Saison-Karte. Immer freundlich, jederzeit Herr der Situation, man fühlte sich unter seiner Leitung immer sicher im Südbad.

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