“Es gibt Schichten, die wird man nie erreichen”
Vergangene Woche hat der Stadtrat einen Antrag des Ampelbündnisses beschlossen, nach dem ab der nächsten Spielzeit im Theater besonders günstige Eintrittskarten angeboten werden sollen, um Menschen mit geringem Einkommen den Besuch von Aufführungen zu ermöglichen. Ferner wurde die Verwaltung aufgefordert, “innovative Anreizstrategien für ein neues Publikum” zu entwickeln, wie beispielsweise verbilligte “Last Minute”-Karten für Spätentschlossene. Thomas Egger schwieg während der ganzen Diskussion. “Da wurde eine Tür eingetreten, die schon offen stand”, erklärte der Kulturdezernent jetzt im Gespräch mit 16vor.
TRIER. “Der Antrag passte zu der Idee, die die Verwaltung ohnehin schon hatte”, begründet Thomas Egger seine bisherige Zurückhaltung in der Debatte um die Einführung besonders günstiger Theater-Karten und ebenfalls ermäßigter “Last Minute”-Tickets. “Wir waren uns vorher schon einig, dass wir insgesamt nochmal an die Struktur wollen”, behauptet der Kulturdezernent. Seiner Meinung nach hätte es in der Stadtratssitzung zu weit geführt, sämtliche Überlegungen, die verwaltungsintern schon angestellt worden seien, in die Diskussion einzubringen. Man werde eh nicht anders können, als nochmal im Kulturausschuss über eine neue Konzeption zu beraten, so Egger weiter.
Grundsätzlich habe er kein Problem damit, ein Kontingent an besonders günstigen Tickets bereitzustellen, erklärt der Liberale. “Machen wir gerne. Die Frage ist aber: Wie wird es angenommen und nach welchen Kriterien bekommt man die Karten?” Sprich: Muss an der Kasse nachgewiesen werden, dass man, beispielsweise aufgrund eines geringen Einkommens ein Anrecht auf diese Tickets hat? Uschi Britz von den Grünen hat sich in der Stadtratssitzung bereits dagegen ausgesprochen, durch eine Nachweispflicht eine neue Hürde für weniger betuchte Menschen zu schaffen.
Auch die Frage nach dem Bedarf an Theaterkarten bei der vom Ampelbündnis anvisierten Bevölkerungsschicht spielt eine entscheidende Rolle bei der Einführung und Etablierung von günstigen Sondertickets. “55 Prozent der Bevölkerung wird man nie erreichen, weil die sich für Theater null interessieren”, sagt Heidi Schäfer, Verwaltungsdirektorin des Stadttheaters. Zudem äußert sie große Zweifel daran, dass man mit Ermäßigungen allein ein neues Publikum erschließen kann: “Der Preis ist nicht die Stellschraube. Ein Jugendlicher hat überhaupt kein Probem, 75 Euro für ein Rockkonzert auszugeben, kriegt aber Schreikrämpfe, wenn er für fünf Euro in ‘Anne Frank’ gehen soll”, meint die Verwaltungschefin und berichtet: “Das Pfalztheater in Kaiserslautern hat eine Karte für drei Euro für Studenten, Schüler und Arbeitslose – das nutzt keiner. Es gibt eben bestimmte Schichten, die wird man nie erreichen.”
Thomas Egger sieht das ähnlich: “Mit dem Preis alleine wird man diese Leute nicht ins Theater kriegen. Aber mit der Art des Angebots.” An der Programmgestaltung, die dem Intendanten obliegt, gibt es aus betriebswirtschaflicher Sicht jedoch nichts zu bemängeln. Gerhard Weber und sein Team hatten mit ihrer vielschichtigen Programmauswahl in der vergangenen Spielzeit offenbar ein gutes Händchen und ein ebensolches Gespür für den Geschmack des Publikums. Die Auslastung im Theater ist in der vergangenen Saison im Vergleich zur vorherigen um über zwölf Prozentpunkte auf 87,7 Prozent gestiegen. Die Besucherzahl im Studio war mit durchschnittlich 77,2 Prozent in der Saison 2008/2009 ähnlich hoch wie im Vorjahreszeitraum.
Das Argument der drei Fraktionen, dass das Stadttheater langfristig in seiner Existenz gefährdet sei, weil viele Menschen sich einen regelmäßigen Theaterbesuch nicht mehr leisten könnten, scheint angesichts der guten Auslastung unbegründet. Weil aber das Trierer Theater schon zu 86 Prozent bezuschusst wird, folglich nur 14 Prozent der Kosten durch Eintrittspreise gedeckt werden, hat das aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP bestehende Rathausbündnis in seinem Antrag betont, dass die Preisumstrukturierung kostenneutral zu gestalten sei. Die Zuschauereinnahmen sollen durch verbilligte Tickets also nicht sinken. “Wir sind kreativ, aber das wird ein gutes Stück Arbeit”, sagt dazu Egger. Durch die Karten müssen entweder mehr Besucher kommen oder andere Tickets teurer gemacht werden.
Der Beigeordnete und Frau Schäfer wollen bei einer Neustrukturierung der Preise und Angebote nichts überstürzen. Angesichts schlechter Erfahrungen in anderen Städten müsse auch die Einführung eines “Last Minute”-Tickets sorgfältig geprüft werden. “Wir werden schauen, ob und wie wir das umsetzen können, dass es einigermaßen sinnvoll bleibt”, so Egger. Er befürchtet, auch weil dies an anderen Theater so geschehen ist, dass viele Vollzahler auf die billigen Restkarten ausweichen. “Ich kann nicht von einem Premieren-Abo-Kunden Hunderte Euro verlangen, und dann jedem möglichen Besucher unabhängig von irgendwelchen Kriterien für fünf oder zehn Euro eine Karte verkaufen.”
Schnellschüsse soll es laut Verwaltungsleitung keine geben. “Aktionismus bringt überhaupt nichts”, mahnt Frau Schäfer. “Ein vernünftiges Konzept, für dessen Entwicklung man ein oder zwei Jahre braucht, ist besser, als hier mal zu probieren und da mal zu probieren.” In den kommenden Wochen und Monaten soll zunächst das Preissystem vereinfacht werden. Man will schauen, was sich bewährt hat und was funktionieren könnte, wenn es anders vermarktet wird.
Wie zum Beispiel das bereits bestehende “Last Minute”-Ticket für Schüler und Studenten. Für 7,50 Euro kann diese Zielgruppe eine “Schüler- und StudentenCard” erwerben, mit der sie Restkarten für Vorstellungen im Großen Haus für 4,50 Euro kaufen kann. “Es wird immer wieder von Schülern und Studenten beklagt, dass wir so wahnsinnig teuer sind. Daher gehe ich davon aus, dass sie dieses Angebot nicht kennen”, folgert die Verwaltungsdirektorin. In der aktuellen Spielzeit wurden gerade mal 19 solcher Karten verkauft und insgesamt 24 Mal genutzt.
Neben Preisen und Programmgestaltung ist das Marketing also ein weiterer Aspekt, Menschen ins Theater zu locken. Mit dem Kulturausschuss soll jetzt über eine mögliche Änderung der Preisstruktur und verbesserte Anreizstrategien beraten werden, um in der Sommerpause weiter daran zu arbeiten. Egger zeigte sich auch offen für externe Unterstützung. So könne er sich vorstellen, die Uni oder die Fachhochschule an einem Konzept mitarbeiten zu lassen. Zwar sei es durchaus möglich, spontan kleinere Maßnahmen schon für die nächste Spielzeit umzusetzen, doch sieht der Kulturdezernent den Beschluss als einen Auftrag für ein langfristiges Projekt: “Der Antrag ist der Anstoßpunkt zu viel mehr.”
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21. Mai 2010 (01:43 Uhr)
Als sporadischer Theatergänger und Student höre ich hier zum ersten Mal von der Schüler-& Studentencard. Meine erste Anlaufstelle ist die Theaterhomepage und dort habe erstmal nichts gefunden. Mit Hilfe von google unter findet man unter Abo “Abo” diverse Angebote, aber ich sage ml diplomatisch: Das Angebot der Schüler- & Studentencard ist nicht sehr prominent platziert und will wohl nicht so gerne gefunden werden.
Ebenfalls eine Maßnahme wäre, dass man das Verkaufspersonal mal briefen könnte, auf solche Angebote hinzuweisen. Ich habe ca. ein Dutzend Mal Karten gekauft, immer mit Studi-Ausweis, wurde aber nie auf solch ein Angebot aufmerksam gemacht. Es wäre schön wenn sich hier was im Service tun könnte. Hätte ich das gleich zu Beginn meines Studiums in TR gewusst, so hätte ich das in Anspruch genommen und wäre noch öfter ins Theater gegangen. Schade. Es liegt oft an Kleinigkeiten…
21. Mai 2010 (09:38 Uhr)
19 Studenten-Tickets 24 Mal genutzt.
Kann sein, dass die Studenten das nicht kennen. Aber unter http://www.theater-trier.de/preise.html wird davon ja auch kein Sterbenswörtchen geschrieben. Auch eine Suche findet… nix.
http://www.theater-trier.de/search_result.php?suchwort=last+minute&x=0&y=0
21. Mai 2010 (10:54 Uhr)
“55 Prozent der Bevölkerung wird man nie erreichen, weil die sich für Theater null interessieren”, sagt Heidi Schäfer, Verwaltungsdirektorin des Stadttheaters.
Das ist ja interessant: 55 %. In welcher Studie steht denn diese Zahl?
Mit gefällt diese negative Haltung von Frau Schäfer nicht. Mit gefällt auch nicht die Art, wie sie über Jugendliche spricht, die einen “Schreikrampf” kriegen.
Vielleicht sollte sie sich mal fragen, warum die denn keine “5 Euro” zahlen wollen?
Vielleicht hat das auch was mit dem Marketing und Ambiente von “Stadttheatern” zu tun?
Warum ist nicht auch in Trier Theater auch im “Öffentlichen Raum” präsent und macht neugierig?
Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass Theater als kulturelle Mittelpunkte sich immer wieder neu erfinden muss?
Nur so kann die hohe Subventionierung gerechtfertigt werden – zu der schließlich alle Steuerzahlenden beitragen. Bisher habe ich das Theater zumindestens auf einem guten Weg gesehen.
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22. Mai 2010 (08:08 Uhr)
Sehr geehrte Frau Britz, bei allem Respekt! Gilt hier wohl wieder: Was in der eigenen Vorstellungswelt nicht sein kann, das darf dann auch nicht sein. Man muss nicht jede Einschätzung einer Situation durch Studien belegen. Manchmal reichen auch Realitätsnähe und gesunder Menschenverstand, zumal es bei jeder Studie auch gleich wieder eine Gegenstudie gibt, die die Argumente und Interessen der Gegenseite vertritt. Natürlich alle hoch und höchst wissenschaftlich!
Ob es nun 55% sind oder etwas mehr oder weniger, spielt doch keine Rolle bei der nach meiner Meinung richtigen Einschätzung, dass die meisten Jugendlichen nicht die großen Theatergänger sind. Das war ich in meiner Jugendzeit auch nicht. Ich habe auch lieber Open-Air-Konzerte und Ähnliches besucht, und dafür auch gerne ein Mehrfaches einer Theaterkarte ausgegeben. Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen da aussieht.
Ich denke, dass Frau Schäfer aufgrund ihres alltäglichen Umgangs mit der Materie sicherlich mehr ÉRfahung und Sachverstand hat als Sie. Und vielleicht sollte auch der/die Volksvertreter/in mitunter einfach mal auf das hören, was das Volk sagt und den Sachverstand des vertretenen Volkes ernst nehmen als Ergebnis von Erfahrung, die in der tagtäglichen Auseinandersetzung mit der Materie erworben wurde.
Und es auch nicht ungedingt negativ, wenn man die Wirklichkeit so darstellt, wie sie ist. Die ist nämlich mitunter anders als der grüne, harmoniesüchtelnde, moralisierende und pädagogisierende Blick auf die Wirklichkeit. Glauben Sie wirklich, dass Theater “neugierig” macht? Und was soll das heißen, dass es im “öffentlichen Raum präsent” sein soll und “als kulturelle Mittelpunkte sich immer wieder neu erfinden muss”. Allein solches Vokabular macht mich schaudern. Bildung findet auch woanders statt nicht nur im Theater. Theater ist Unterhaltung und kein bildungsbürgerlicher Wallfahrtsort. Kommen Sie mal wieder runter.
22. Mai 2010 (12:36 Uhr)
Grandiose Idee, last-minute-tickets zu verkaufen, da kann ich als Senior künftig mein teures Abo – übrigens ganz ohne Rentner-Ermäßigung – kündigen, damit 251 Euro pro Saison sparen und gehe auf gut Glück an die Kasse. Na, das wird dem Theater aber ganz neue Einnahmen versprechen und immer ein volles Haus, oder nennt man das jetzt soziale Gerechtigkeit?
24. Mai 2010 (20:48 Uhr)
Meine Freundin und ich (beide Studenten) gehen seit Jahren sporadisch ins Stadttheater, aber von der Schüler- und Studenten-Card haben wir noch nie etwas gehört.
Ich kaufe die Karten immer mit normaler Studentenermäßigung Tage oder Wochen im voraus am Schalter, über dieses Angebot haben mich die Damen leider nie informiert und auf der Homepage steht unter dem Punkt “Preise” nichts davon. Hätte ich davon gewusst, wären wir viel häufiger ins Theater gegangen.
Ich verstehe nicht, dass man so etwas nicht bewirbt z.B. mit Aushängen an der Uni, das kostet doch so gut wie gar nichts (ein paar Flyer drucken und sie an Uni/FH/Schulen anpinnen), oder dass die Verkäuferinnen einem diese Karte nicht anbieten, wenn man mit Schüler- oder Studentenermäßigung kauft.
Über die Aussage, dass es nicht am Preis liege, weil Jugendliche keine Probleme hätten 75€ für ein Konzert auszugeben, kann ich nur den Kopf schütteln. Das ist ja schon fast Stammtisch-Niveau.
24. Mai 2010 (22:55 Uhr)
Wenn bei einer Besucher-Auslastung von 87,7 Prozent die Stadt immer noch 86 Prozent der Kosten trägt, braucht das Theater m.E. primär eine effizientere Finanzstrategie und an zweiter Stelle mehr Zuschauer.
Eine attraktive sich den wandlenden Neigungen der potentiellen Besucher anpassenden Programmgestaltung sollte ohnehin stets im Vordergrund eines Theaters stehen.
@ Uschi Britz:
Tor für Rauls. ;-)
25. Mai 2010 (15:33 Uhr)
Auch am Stammtisch ist nicht alles doof, was da gesprochen wird. Zum tendenziellen Konsumverhalten von Jugendlichen und Heranwachsenden gibt es – ganz abseits vom Stammtisch – Studien, die entsprechend belegen, dass die Jugend heutzutage ihr Geld vermehrt für moderne technische Gadgets und Mobiltelefone, Fastfood, Party und ähnliches mehr ausgibt, schnellebigen Trends folgt, etc.
Welcher Jugendliche kommt denn von sich aus auf den Gedanken, am Samstag oder Freitag Abend mal eine Oper oder eine Tanztheatervorstellung zu besuchen? Selbst ins Schauspiel gehen doch viele Schüler eher auf Veranlassung und Initiative der Lehrerin oder des Lehrers, der ein im Unterricht behandeltes Stück auch unter Praxisgesichtspunkten behandeln und vielleicht ein weitergehendes Interesse wecken will…
Weshalb das Angebot nicht beworben wird: Nun ja, ein Schuft, wer Böses dabei dächte, aber vielleicht wußten ja viele Verantwortliche nicht, dass x*7,50+jeweils x*4,50/Vorstellung durchaus mehr sein könnten, als die bisherigen Erträge aus dem Verkauf ermäßigter Karten von Schülern und Studenten.
25. Mai 2010 (21:59 Uhr)
Ich bin ja nur ein sporadischer Theatergänger. Die Stücke gefallen halt mal mehr und mal weniger. Was aber immer negativ auffällt, dass sind die angestaubten Baulichkeiten mit dem Nachkriegs-Charme, die unterdimensionierten Toiletten und ein Personal, das wohl nach dem Schlussvorhang nicht mehr bezahlt wird – jedenfalls sich alle Mühe gibt die Theatergäste vor die Tür zu bugsieren.
Ich würde empfehlen die Garderobe und die Restauration einem Privatkneipier zu übertragen. Am besten langfristig, damit er auch in die Räume und ins Personal investieren kann. Und den Kartenverkauf würde er sicherlich auch gern übernehmen, so zwischen zwei Bier und nicht nur eine Stunde vor der Vorstellung.
Kurz: Es fehlt mir im Trierer Theater ein Wohlfühl- und Willkommensein-Gefühl.
Und das ersetzt mir auch kein Last-Minute-Angebot.
31. Mai 2010 (08:39 Uhr)
Der Kunde König?
Diese Frage stellt man sich im Theater Trier. Antwort: Der Kunde, Gast, Zuschauer kommt sich eher als lästiger Eindringling, als als König oder willkommener Kunde, oder Gast vor. Schon am Eingang fängt es an. Anstatt einer willkommens Geste, wird der Zuschauer mit Verbotsschildern oder Dingen konfrontiert, die er nicht darf oder die nicht erfüllt werden. So z.B. Montags Kasse geschlossen, oder Kein Wechselgeld. Die Damen hinter der Kasse bemühen sich nicht grade mit einem Lächeln diesen Eindruck aufzuheben. Statt dessen geht es dort eher darum den König Kunde schnell abzufertigen. Ein “viel Spaß bei der Vorstellung” oder ein sonstig freundlich gemeinter Wunsch wird mit einem schroffen “der nächste Bitte” ersetzt. Der Kunde steht nun im nackten und tristen Foyer des Theaters und wird gleich nochmals zur Kasse gebeten: an der Garderobe. Auch hier meist kein freundliches Wort, eher private Unterhaltereien der Gardrobieren. Mitten im Gespräch wird einem die Jacke abgenommen und zwischen Kochrezepten und Freitagsabendserlebnissen der Preis für die Abgabe des Kleidungsstücks eingeworfen. Auch hier kein herzlicher Empfang. Auf zum nächsten Etappenziel, der Eingang zum nächsten Foyer: Dort wartet eine Einlassdame. Auch hier wird ohne die Wimper, oder den Mundwinkel zu zucken, die Karte aus der Hand genommen und abgerissen. Auf ein “schönen Abend und viel Spaß bei der Vorstellung” wartet man auch hier vergebens. Wortlos stellt einem die Dame hinter der Bar ein Getränk auf den Tresen und murmelt den Preis. Wiedermal ist das einzige was König Kunde hört, was er bezahlen muss. Als Theatergänger würde ich diesem Theater empfehlen, anstatt sich wieder über Preise zu unterhalten, zu überlegen, was ich den Gästen für ihr Geld bieten kann. Denn komme ich mir als Gast willkommen vor, gehe ich doch gerne wieder dorthin. Ich würde ja auch nie wieder in ein Geschäft gehen, in dem ich nicht freundlich, sondern eher abweisend, bedient werde. Nach den Subventionen zu urteilen, die das Theater bekommt, verhalten sich die Angestellten genau wie in einem Amt. Dienst nach Vorschrift. Nicht mehr. Liebe Frau Schäfer, daran sollten Sie mal arbeiten, anstatt sich wieder mit Ihrem Lieblingsthema “Preise” auseinanderzusetzen, was an diesem Theater schon omnipräsent ist.