Eintracht vor radikalem Umbruch
Eintracht Trier hat am Samstagnachmittag mit einer 0:3-Niederlage gegen die keineswegs überragenden Amateure vom 1. FC Kaiserslautern die Regionalligasaison 2009/2010 erwartungsgemäß enttäuschend beendet. Erwartungsgemäß, da in den vergangenen fünf, zehn, ach was, fünfzehn Spielen wenig darauf hindeutete, dass es im letzten Meisterschaftsspiel eine Überraschung geben würde. 19 Partien in Folge hat der SVE damit nicht mehr gewonnen, in den vergangenen sechs Begegnungen erzielten die Trierer nicht mal ein Tor und steigen nun als Tabellenletzter in die Oberliga ab. Trainer und Vorstand machen keinen Hehl daraus, dass sie mit den meisten Spielern der aktuellen Mannschaft in der nächsten Saison nicht mehr planen werden.
TRIER. “Fußball fand nicht statt”, könnte die Zusammenfassung der Partie zwischen Eintracht Trier und dem 1. FCK II lauten. Wären da nicht die drei Tore der Lauterer Amateure gewesen. 70 Minuten lang waren beide Mannschaften so weit davon entfernt, einen Treffer zu erzielen, wie Till Schweiger vom Gewinn eines Oscars als bester männlicher Hauptdarsteller. Während von oben die Sonne schien, plätscherte auf dem Rasen das Spiel so dahin. Bis in der 71. Minute die Zuschauer – und wohl auch die Spieler – aus ihrer Lethargie gerissen wurden. Schiedsrichter Tobias Reichel pfeift und zeigt im Trierer Strafraum auf den Elfmeterpunkt. Fabio Fuhs hatte den Ball bei einem Konter des FCK am Fünfer mit der Hand berührt. Andrew Wooten wuchtet den Strafstoß unhaltbar für Kenneth Kronholm ins linke Eck.
Fünf Minuten später erhöht Mario Klinger nach einem Freistoß von Enis Saiti von der linken Seite mit einer sehensweren Direktannahme sechs Meter vor dem Trierer Kasten auf 0:2. Das 0:3 ist noch schöner. Abermals ist es Saiti, der diesmal mit einer Ecke die Vorlage liefert. Innenverteidiger Christoph Buchner zimmert das Leder aus etwas weiterer Entfernung als sein Vorgänger volley in den linken Winkel (83.).
Was sonst geschah: Tim Eckstein köpfte in der 9. Minute eine Flanke von Thomas Kempny an die Latte, Klinger scheiterte alleine vor Kronholm (40.), Eckstein schoss im Strafraum flach am langen Pfosten vorbei (46.), Klinger versemmelte einen Abpraller, nachdem Kronholm einen Schuss von Wooten entschärft hatte (48.), Josef Cinar köpfte einen Freistoß von Erwin Bradasch, der überaschend in der Startelf stand, neben das Tor (50.), und schließlich kam Max Bachl-Staudinger im gegnerischen Strafraum gegen Buchner zu Fall, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm (80.).
Stumm blieben auch die Trierer Ultras während der gesamten Partie. Nur einmal bejubelten sie ein Foul von Bradasch. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Protest verfolgten sie das mit “Fußballspiel” eher unzutreffend beschriebene Gekicke im Sitzen. Längst haben sie mit dieser Mannschaft, von der sich nicht viele um einen anständigen Abgang bemühten, abgeschlossen. Verdenken kann man es ihnen nicht.
Auch Roland Seitz hat mit den meisten Spielern abgeschlossen. “Ich will gar nichts sagen. Es bringt nichts”, so der Trierer Trainer nach dem Spiel. “Man hat gesehen, mit welcher Truppe wir hier arbeiten müssen.” Ab heute wolle er sich zwei, drei Tage Gedanken machen über die Elf, die am Mittwoch im Pokalfinale (19.30 Uhr gegen den Rheinland-Ligisten Burgbrohl in Emmelshausen) auflaufen wird.
Zu Abgängen nach dieser Saison möchte sich Seitz noch nicht äußern. “Wenn es hier um drei, vier ginge, wäre das kein Problem. Aber wir reden hier von 17, 18″, sagt der 45-Jährige gegenüber 16vor. Der Vorstand wird ihm bei dieser Radikalkur wohl keine Steine in den Weg legen. “Manche von denen sind noch zu schlecht für die Oberliga”, so Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi, der zum Saisonabschluss in einer Rede allen bis auf den Spielern für ihre Unterstützung dankte.
Zu den Unterstützern in der kommenden Spielzeit gehört nun definitiv der Unternehmer Michael Berger. Er soll, so Wilhelmi, “an der Vorstandsarbeit beteiligt werden”. Ferner werden der Konzertveranstalter Ingo Popp und Bernhard Bender (Betriebsleiter des Trierer “Pizza Hut”) dem Vorstand “beratend zur Seite stehen”.
Eintracht Trier: Kronholm – Kempny, Cinar (75. Kühne), Fuhs, Rakic – Bradasch, Bettmer (46. Makiadi), Bachl-Staudinger , Wagner – Senesie, Eckstein.
1. FC Kaiserslautern II: Trapp – Correira (76. Olbrich), Reuter (46. Herchenhan), Buchner, Stulin – Akcam, Marz (62. Kotysch), Becker, Saiti – Wooten, Klinger.
Tore: 0:1 Wooten (Handelfmeter, 71.), 0:2 Klinger (76.), 0:3 Buchner (83.)
Schiedsrichter: Tobias Reichel
Zuschauer: 1126





30. Mai 2010 (03:20 Uhr)
Das Geld nicht wert!!!! Lasst Jungens aus der Umgebung in der Oberliga spielen. Mehr als absteigen können die auch nicht. Sind aber billiger und mit dem Herzen dabei!
Wie kann man nur so abstürtzen??? Söldner, Arbeitsverweigerer, Tussis,… Ich würde gerne noch mehr, aber dann wird es persönlich!
Alle weg, bis auf Kronholm, Eckstein und 1-2 andere!