a-ha sagen Ade
Der Clip, in dem eine Frau von einer Zeichentrickfigur in ein Comic gezogen wird und dann mit dem Helden vor missgünstigen Unholden fliehen muss, hat Videogeschichte geschrieben. Das Synthie-Motiv des Songs ist weltberühmt. Mit ihrem größten Hit “Take on me” verabschiedeten sich am Samstagabend a-ha von 5000 Besuchern in der Arena. Vielleicht für immer, denn das norwegische Pop-Trio will sich nach der Tour auflösen.
TRIER. Den angeblich endgültigen Abschied von der Bühne gestalten a-ha angenehm dezent und unpathetisch. Magne Furuholmen, PÃ¥l Waaktaar Savoy und Morten Harket machen wenig Aufhebens um das Ende ihrer Band. Lediglich nach dem offiziellen Teil, der mit “Cry Wolf” endet, werden unkommentiert Albumcover und Fotos der vergangenen 25 Jahre seit der Gründung gezeigt. Viele Worte verlieren die drei smarten Skandinavier nicht über ihre Karriere.
Das kann allerdings auch daran liegen, dass Sänger Harket seine Stimme schonen muss. Die Nacht vor dem Konzert in Trier sei diese nämlich weg gewesen (der für gestern geplante Auftritt im hessischen Stadtallendorf musste abgesagt werden). Der schüchterne Norweger, der – während Keyboarder Furuholmen tanzt und hüpft – höchstens mal mit dem Fuß wippt, schlägt sich jedoch tapfer. Auch wenn er gerade gegen Ende etwas schwach auf der Brust klingt, will er den 5000 Gästen eine gute Show liefern. Und die bekommen sie.
Die “Ending on a high note”-Tour ist ein Best-of-Programm aus über einem Vierteljahrhundert Bandgeschichte. Musikalisch geht die Reise von der Gegenwart zum Ursprung zurück. Mit der coolen Synthie-Pop-Nummer “The Bandstand” und der etwas weichgespülten, an Chris de Burgh gemahnenden Ballade “Foot of the Mountain” vom aktuellen Album eröffnet das um einen Keyboarder/Bassisten und einen Schlagzeuger bereicherte Trio das Konzert.
Und dann geht es immer weiter zurück in die Vergangenheit. “Analogue”, “Forever not yours”, “Minor Earth, Major Sky” und “Summer moved on” repräsentieren das Repertoire des vergangenen Jahrzehnts, “Move to Memphis” steht für die 90er, in denen a-ha größtenteils Soloprojekte verfolgten, und was dann kommt, stammt aus ihrer prägendsten Zeit. Das groovende “The Blood that moves the Body”, das melancholisch-gewaltige “Stay on these roads” und das geheimnisvolle, rockige “The Living Daylights”, der Titelsong zum unterschätzten Bond-Film “Der Hauch des Todes”, läuten das bedeutendste Jahrzehnt der Pop-Musik ein.
Auf einer gigantischen Videowall wird das Publikum mit stimmungsadäquaten Bildern und Live-Aufnahmen (auf alle drei Musiker ist jeweils eine Kamera gerichtet) versorgt, doch zumindest die fast ausschließlich aus Damen bestehenden ersten fünf Reihen können ihre Blicke kaum von Harket abwenden. Er sieht aber auch immer noch verdammt gut aus. Nicht wenige männliche Jugendliche werden wegen ihm in den 80ern an der Schwelle zur Homosexualität gestanden oder diese sogar überschritten haben. Seine Grübchen, die wohl jede Verehrerin mit “süß” attribuieren würde, seine ausgeprägten Wangenknochen, seine verschmitzten Augen, die sich beim Lächeln zu Schlitzen verengen, und sein zurückhaltendes Auftreten dürften bei einigen Fans Beschützerinstinkte und noch zwei, drei andere Emotionen wecken.
a-ha wurden jedoch nicht berühmt, weil sie einen niedlichen Sänger haben. a-ha wurden berühmt wegen ihrer eingängigen Melodien, hymnischen Refrains und des markanten Gesangs – vor allem, wenn Harket zur Kopfstimme wechselt. Im Laufe des Konzerts muss er jedoch immer häufiger das Publikum mitsingen lassen. Doch obwohl es seiner Stimme abträglich ist, holt er weiterhin alles aus sich heraus.
Nach anderthalb Stunden ist man bei den größten Stücken des Debütalbums angekommen, das gleichzeitig auch ihr erfolgreichstes war. Über acht Millionen Mal wurde die Platte verkauft, auf der sich drei Nummer-eins-Hits befanden. Zwei davon waren die titelgebende Single “Hunting high and low” und “The Sun always shines on TV”, die a-ha als Zugabe spielen. Und dann kommt nur noch ein Song. Der Song. Nichts anderes als “Take on me”, dessen halb gezeichnetes, halb reales Video zu den legendärsten Clips der Musikgeschichte gehört, hätte das Stück sein dürfen, mit dem sich Pop-Könige von ihren Fans verabschieden.
Beim ersten Refrain schafft Harket noch nicht die Stimmhöhe, die er für die Worte “… in a day” benötigt – und muss selbst darüber schmunzeln. Bei den folgenden Malen klappt’s, und um auch optisch zu demonstrieren, wie hoch er kommt, klettert er auf eine Box. Synchron dazu wird er als Zeichentrickfigur transformiert auf der Videowall übertragen. Die Zuschauer sind völlig aus dem Häuschen.
Als das Trio die Bühne verlässt, erlischt auf der elektronischen Wand langsam ein a-ha-Schriftzug. Ein Stück Pop-Geschichte geht zuende.





31. Mai 2010 (13:39 Uhr)
Mir wird in Erinnerung bleiben, dass es schmerzhaft laut war und die mir bekannten Melodien dadurch total entstellt wurden.
31. Mai 2010 (15:22 Uhr)
Der Meinung bin ich nicht.Normalerweise hätte er das Konzert absagen können ,
aber nein er hat es durchgezogen. So kennt man ihn. Und das er Singen kann weiß
man ja. Uns hat es jedenfalls gefallen.Und gerade das er beim letzten Konzert krank
war macht es unvergesslich.
31. Mai 2010 (22:38 Uhr)
Das Konzert war ein tolles Erlebnis- völlig egal, ob Morten perfekt singen konnte.
Er hat sich bemüht und das kam sehr sympathisch rüber.
Wir standen direkt vorne, unter den Boxen und es war trotzdem einfach nur geil-
wem das zu laut ist, darf nicht auf ein Konzert gehen…
Schade, dass a-ha sich trennt… Sie haben mich in meiner Jugend immer begleitet.
1. Juni 2010 (14:52 Uhr)
Danke für den ausgewogenen Bericht.
Hier wird eine Band, deren Sänger sich trotz angeschlagener Stimme dem Publikum stellt nicht in der Luft zerrissen, wie es andere Berichte taten.
Als Fan der ersten Stunde kann ich sagen, es war eines der persönlichsten Konzerte, die ich erlebt habe. Gerade dass es nicht perfekt und glatt war, machte das Erlebnis noch emotionaler. Wirft man Morten oft vor, nicht auf das Publikum zuzugehen, so haben wir das Gegenteil erleben dürfen. Und ein bisschen Selbstironie in der Situation machte ihn noch sympathischer. Wünschen wir Morten für den Rest der Abschiedstour wieder genug “oil for the motor”. Wir werden Euch vermissen!
1. Juni 2010 (17:23 Uhr)
Habe ein Konzert in Schloss Engers mit AHA erlebt, dass war klasse (vor allem der Sound). Auch wenn wir nur am Rand, und nicht unter den Boxen vorne gestanden sind, so war es definitiv zu schlecht ausgesteuert; in unserem Block flüchteten die Zuschauer reihenweise. Gut drauf waren die Jungs, das stimmt wohl..
9. Juni 2010 (14:48 Uhr)
Wir können uns unseren Vorschreibern Nicole und M.Jost anschließen.
Die verlorene Stimme von Morten machte das ganze Konzert sehr emotional und persönlich. So viel Komunikation auch miteinander ist man gar nicht gewohnt.
Von der Halle waren wir ziemlich enttäuscht.
Den relativ schlechten Sound an vielen Stellen gab es in Köln z.B nicht.
Außerdem ließ die Belüftung zu wünschen übrig – entweder es lief einem die Suppe runter oder man zitterte im Zug. das muss heutzutage eigendlich nicht mehr sein.
Auch die Zuschauer – vor allem in den ersten Reihen – waren ziemliche Spaßbremsen und statisch.
Wir gehen doch auf ein Konzert um Spaß zu haben, zu feiern… – hier wurd man schäl angesehen wenn man mal mitsqang, mitklatschte oder etwas tanzte.
Die Leute sollten sich dioch lieber eine DVD anschauen!
Wir freuen uns schon auf unser letztes Konzert in Oslo und hoffen auf das wein oder andere Soloprojekt.