Bereit für die zweite Liga
Auf der Startseite der Rugby-Abteilung des FSV Tarforst muss bei dem zumindest bis gestern noch angezeigten Banner “Rheinland-Pfalz-Meister 08/09″ nur die Jahreszahl geändert werden. Denn auch diese Spielzeit beendete die Herrenmannschaft als Tabellenführer. Vor zwei Wochen sicherte sie sich in der letzten Partie gegen den RC Kaiserslautern erneut den Titel und spielt heute in Nürnberg bei einem Relegationsturnier um den Aufstieg die zweite Bundesliga. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr würde man auch aufsteigen wollen.
TRIER. Mit den Rugby-Teams aus Aachen, Frankfurt, Pforzheim, Nürnberg und Trier treffen heute in Nürnberg die Meister der süddeutschen Regionalligen aufeinander. Es geht um den Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd. Während sich die Mannschaft des FSV Tarforst, die 2009 ungeschlagen Meister wurde, im vergangenen Jahr wegen eines zu kleinen Kaders vorzeitig für den Verbleib in der Regionalliga entschieden hatte, würde sie nun bei erfolgreichem Abschneiden den Gang in zweithöchste Klasse antreten. Denn bei dem Trierer Rugby-Verein hat sich einiges getan.
“Der Kader ist breiter geworden”, sagt Michael Metzger. “Und in der zweiten Liga braucht man 30 Spieler.” 15 stehen schon auf dem Platz. “Zudem haben wir alle Lizenzen”, so der Abteilungsleiter, der seit 2000 auch selbst spielt. Zum einen benötigen Trainer und Schiedsrichter des Vereins für die Bundesliga bestimmte Ausbildungsscheine, zum anderem muss ein offizielles Spielfeld vorhanden sein. Seit der Rückrunde erfüllt der Rugby-Club auch diese Auflage. Die Stadt, der Verein und die Universität (Rugby in Trier ist aus dem Hochschulsport hervorgegangen und Studenten machen heute immer noch die Hälfte der Spieler aus) bezahlten zwei Rugby-Tore für die herrliche Heimstätte im Waldstadion.
“Wenn wir das erste Spiel gewinnen, ist alles drin”, gibt sich Metzger zuversichtlich für das heutige Turnier. Allerdings weiß er auch um die Stärke der Gegner. Den TV Pforzheim sieht der 30-Jährige als Favoriten. “Baden-Württemberg hat einfach den stärksten Landesverband. Alle anderen schätze ich nicht viel besser ein als unseren.” Das Budget spielt natürlich auch eine Rolle. “Da sind Mannschaften dabei wie Eintracht Frankfurt, die andere Kassen haben als wir. Ohne die Unterstützung des FSV liefe bei uns gar nichts.”
Die Hinrunde beendeten die Trierer Rugby-Spieler ungeschlagen, in der Rückserie gab es nur zwei Niederlagen. Im Falle eines Aufstieges stellt man sich auf andere Ergebnisse ein. “Wenn wir hochgehen, geht’s nur ums Überleben.”




