“Für die nächste Saison sind wir gewappnet”

Der seit Monaten in der Kritik stehende Vorstand von Eintracht Trier versuchte bei der heutigen Pressekonferenz zum Saisonabschluss, Zuversicht zu vermitteln. So sei der Haushalt der vergangenen Saison ausgeglichen abgeschlossen worden, berichtete Vorstandsmitglied Harry Thiele. Und auch wenn das Budget für die kommende Spielzeit mit 750.000 Euro geringer als das des Vorjahres ausfalle, sei er überzeugt, damit “eine vernünftige Mannschaft aufstellen” zu können. Dazu gehören nun offiziell auch das Eigengewächs Julian Bidon, der einen Ein-Jahres-Vertrag für die erste Mannschaft bekam, und der Torhüter André Poggenborg (bisher Sportfreunde Lotte), der für zwei Jahre unterschrieben hat. Matondo Makiadi und Fabio Fuhs sind hingegen kein Thema mehr für das Regionalligateam.

TRIER. Bisher sei erst ein Antrag zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingegangen, sagt Harry Thiele zu der vor fünf Tagen gestarteten Faninitiative, die versucht, Neuwahlen zu erwirken. Weil zudem der Aufsichtsrat hinter dem Vorstand stehe, sehe er keine Veranlassung, eine solche Versammung einzuberufen. “Wir haben kein Köhler-Syndrom”, so Thiele. “Wir halten das aus, ohne das aussitzen zu wollen.” Die Haltung des Aufsichtsrates zur Vereinsführung bekräftigt Frank Natus auf der Pressekonferenz. “Wir haben keine gravierenden Fehler gesehen.”

Für den Fehler, dass man Triers Ex-Trainer Mario Basler im Frühjahr 2009 ohne Not den Vertrag vorzeitig bis 2012 verlängerte, muss die Eintracht weiterhin bezahlen. Man wolle sich aber demnächst mit ihm treffen, um sich anders zu einigen. Trotz dieser Ausgaben stehe der Verein im Vergleich zu anderen Mannschaften der Liga finanziell gut da. “Wir sind dank der Erfolge im DFB-Pokal in der Lage gewesen, den Haushalt ausgeglichen abzuschließen”, sagt Thiele, der ab sofort ausschließlich für die Finanzen des Vereins zuständig ist.

In der kommenden Saison stehen für die erste Mannschaft 750.000 Euro zur Verfügung (insgesamt plant der Verein mit einem Budget von 1,3 Millionen Euro – rund 300.000 Euro weniger als in der abgelaufenen Spielzeit). “Mit diesem Budget können wir eine vernünftige Mannschaft aufstellen”, so das Vorstandsmitglied. Zwar sei der Betrag niedriger als im Vorjahr, allerdings seien auch die Spielergehälter in der Regionalliga gesunken. “Für die nächste Saison sind wir gewappnet”, versichert Thiele.

Als weitere Neuzugänge neben Nico Patschinski und Tolgay Asma präsentiert Ernst Wilhelmi, der im Vorstand in Zukunft ausschließlich für sportliche Belange verantwortlich ist, den 19-jährigen U23-Spieler Julian Bidon, der einen Ein-Jahres-Vertrag erhält, und den Torwart André Poggenborg, der von den Sportfreunden Lotte an die Mosel wechselt. “Er ist einer der besten Torhüter in der Regionalliga”, betont Wilhelmi. Assen Alexov wird die neue Nummer zwei, da Kenneth Kronholm den Verein verlässt. Die Spieler Andreas Anicic, Andy Rakic und Yannick Salem verfügen zwar noch über Regionalliga-Verträge für die neue Spielzeit, der SVE plant aber nicht mehr mit ihnen.

Die Nachwuchsspieler Fabio Fuhs und Matondo Makiadi haben keine Verträge für die erste Mannschaft bekommen. Makiadi, der nun auf der Suche nach einem neuen Verein ist, zieht es deshalb zum Studium nach Koblenz, mit Fuhs soll noch über einen Verbleib in der U23 gesprochen werden. Erwin Bradasch sieht man als Führungsspieler in der “Zweiten” vor. Das Ziel für die erste Mannschaft in der kommenden Spielzeit sei der Klassenerhalt, sagt Wilhelmi. Mit der U23 möchte man im gesicherten Mittelfeld landen.

Am hoffnungsvollsten sind die Ausführungen von Roman Gottschalk, der als drittes Vorstandsmitglied sich auf den Nachwuchsbereich konzentriert. “In zwei, drei Jahren können wir die Früchte unserer guten Jugendarbeit ernten”, so Gottschalk. Im Jugendbereich gehören drei Spieler zum erweiterten DFB-Kader, sieben sind Jugendnationalspieler in Luxemburg. Mit Michael Dingels, Johannes Kühne, Thomas Kempny und jetzt auch Julian Bidon spielen in der nächsten Saison vier eigene Nachwuchstalente in der ersten Mannschaft. Durch den glücklichen Verbleib in der Regionalliga, der nur den Lizenzentzug dreier Mannschaften möglich wurde, sind auch die Chancen auf die Anerkennung als Nachwuchsleistungszentrum des DFB wieder gestiegen.

Überraschend gestiegen sind auch die Chancen auf eine Vorstandsmitarbeit von Michael Berger. Zwar sei man “nicht einig auseinandergegangen”, habe inzwischen aber wieder den Gesprächsfaden aufgenommen, so Thiele. Herr Berger sei bereit, sein Angebot aufrechtzuhalten. “Wir werden ihm eine enge Zusammenarbeit ermöglichen”, verspricht der Vorstand. Vor einer Woche zog Berger sein Hilfsangebot zurück, weil er den Eindruck gewonnen habe, seine Mitarbeit sei nicht erwünscht.

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1 Leserbrief | RSS-Abo

  1. RST schreibt:

    “Wir sind dank der Erfolge im DFB-Pokal in der Lage gewesen, den Haushalt ausgeglichen abzuschließen”, sagt Thiele, der ab sofort ausschließlich für die Finanzen des Vereins zuständig ist.

    Darf man daraus schließen, dass sich das Minus bei einem Ausscheiden in der 1. Runde bei 500000 bis 1 Million Euro bewegt hätte?

    Weiter, immer weiter machen.

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