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“Das ist viel Geld, aber…”

Die erneute Sanierung der Kindertagesstätte “Trimmelter Hof” wird die Stadt voraussichtlich mehr als eine halbe Million Euro kosten. Diese Zahl nannten Bürgermeisterin Angelika Birk (Bündnis 90/Die Grünen) und Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Bei der Ursachenforschung für die anhaltenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Mitarbeitern der Kita war ein von der Stadt beauftragtes Fachbüro nun im Boden fündig geworden: Im Fußbodenaufbau entdeckte man einen “breitflächigen Schimmelpilzschaden”.

TRIER. “Wir haben die Nadel im Heuhaufen gefunden”, freute sich die Baudezernentin. Man sei überzeugt, nun endlich die Ursache für die gesundheitlichen Probleme bei den Erzieherinnen entdeckt zu haben, erklärte auch die Bürgermeisterin. Soweit die gute Nachricht, doch die Hiobsbotschaft folgte auf dem Fuß: Die erneute Sanierung der Einrichtung wird voraussichtlich zwischen 500.000 und 600.000 Euro kosten, teilten Kaes-Torchiani und Birk mit.

Geld, von dem am Augustinerhof noch niemand weiß, wo es herkommen soll. “Klar ist: Wir benötigen einen Nachtragshaushalt”, erklärte die Bürgermeisterin auf Nachfrage – konkreter wollte sie nicht werden. Ob und wenn ja, wo an anderer Stelle eingespart werden muss, sei Sache des Kämmerers, sprich des Oberbürgermeisters; und dem wolle sie nicht vorgreifen, meinte die Grüne. Für Birk und Kaes-Torchiani gibt es zu der nun vorgesehenen Maßnahme ohnehin keine ernsthafte Alternative: “Das ist viel Geld, aber ein Neubau käme uns noch um ein Vielfaches teurer und brächte außerdem akute Versorgungsengpässe”, warb die Bürgermeisterin um Verständnis. Und die Baudezernentin ergänzte: “Erste Priorität hat für uns, dass die Kinder bald wieder zurück können”.

Ob dies bereits im Oktober der Fall sein wird? Das sei auf jeden Fall das Ziel, betonten die beiden Stadtvorstandsmitglieder. Doch dass beim Thema Kita “Trimmelter Hof” Vorsicht angesagt ist wenn es darum geht, Voraussagen zu treffen, musste auch Angelika Birk in ihrer kurzen Amtszeit schon erfahren. Sie hat die Baustelle von ihrem Vorgänger Georg Bernarding (CDU) übernommen, und es war sicherlich kein Zufall, dass Birk und Kaes-Torchiani am Dienstag gleich mehrfach betonten, wie reibungslos die Abstimmung zwischen beiden Dezernaten in den vergangenen Monaten geklappt habe.

Nach dem aktuellsten Stand der Ursachenforschung spricht aus Sicht der Stadt nun alles dafür, dass das Übel bereits mit dem Bau der Einrichtung seinen Lauf nahm. Nur dank eigens eingesetzter Spürhunde sei man auf die Quelle der Belastung gekommen. Die Hunde schlugen an den Seitenrändern des Bodens an, wo sich laut Fachbüro tote Schimmelpilzsporen rausdrückten. Diese Sporen seien Folge eines breitflächigen Schimmelpilzschadens unterhalb des Estrichs, erklärte Kaes-Torchiani. Offenbar sei beim Bau der Kita feuchtes Material eingebaut worden, dann habe sich Schimmel gebildet, der von Estrich und Bodenbelag abgedeckt worden sei, so der Erklärungsversuch. Große Hoffnungen, die seinerzeit für den Bau der Kita Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, hegt man im Rathaus nicht – das hatte schließlich schon beim ersten Mal nicht funktioniert.

Bereits im Januar 2008 war die Kita geschlossen worden. Bei Untersuchungen hatte sich gezeigt, dass sämtliche Spanplatten der Wände schimmelbehaftet waren. Ein vom Rathaus in Auftrag gegebenes Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass an allen Ecken und Enden Regenwasser und Feuchtigkeit in das Gebäude eindrang. Rund 20 Monate mussten Kinder und Erzieherinnen daraufhin in Ausweichquartieren untergebracht werden. Insgesamt kosteten die Maßnahmen den Steuerzahler damals schon fast eine Million Euro. Die Kita verschaffte der Stadt sogar das zweifelhafte Privileg, im Schwarzbuch 2009 des Steuerzahlerbunds erwähnt zu werden. Neben den für die zweite Sanierung veranschlagten mehr als 500.000 Euro schlägt sich die neuerliche Ausquartierung von Kindern und Erziehern schon jetzt mit zusätzlichen Kosten von über 200.000 Euro nieder.

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