“Die Verbreiterung ist sinnvoll!”

Ist der geplante Ausbau der “Bitburger” zwischen Napoleonsbrücke und Fachhochschule Schneidershof gefährdet? Nachdem bekannt wurde, dass es bei der Realisierung des Projekts zu Verzögerungen und Mehrkosten kommen wird, hat sich bei einigen Befürwortern des Vorhabens Skepsis breit gemacht. Aus der SPD gibt es kritische Stimmen, doch will die Fraktion zunächst die Beratungen nach der Sommerpause abwarten. Die Liberalen erinnern an die kritische Haushaltslage der Stadt, die Grünen sehen sich in ihrer ablehnenden Haltung bestätigt. Bei den Christdemokraten ist man vom Sinn der geplanten Maßnahme nach wie vor überzeugt: diese sei “im Interesse aller staugeplagten Verkehrsteilnehmer”, meint Fraktionschef Berti Adams.

TRIER. “Man sollte sich schnellstmöglich von dem Projekt verabschieden”, verlangte Sozialdemokrat Peter Spang. “Ich halte von einem weiteren Festhalten an dem Stadtratsbeschluss unter diesen Gegebenheiten und angesichts der nicht mehr vorhandenen Haushaltsmittel nichts mehr”, sekundierte Spangs Parteifreund Hans-Willi Triesch aus Zewen und ergänzte: “Die Stadt hat wichtigere Baustellen und Maßnahmen zu schultern, die den Bürgerinnen und Bürgern direkt zugute kämen”. Nachdem 16vor Mitte Juli über weitere Verzögerungen beim geplanten Ausbau der “Bitburger” und zu erwartenden Mehrkosten berichtet hatte, meldeten sich die beiden Ratsmitglieder in Leserkommentaren ungewöhnlich deutlich zu Wort. Sollte die SPD ihre bisherige Haltung ändern und sich nun gegen das Vorhaben positionieren, dann wäre der Ausbau aufgrund der nach der Kommunalwahl veränderten Mehrheitsverhältnisse gefährdet.

Doch anders als Spang und Triesch scheint Fraktionschef Sven Teuber an der Realisierung des Projekts vorerst festhalten zu wollen: Man werde sich “nach Kenntnisnahme aller Fakten erneut mit dem Thema befassen und unter Berücksichtigung des Gesamtziels einer Entlastung entscheiden”, kündigte er jetzt an. Teuber betonte aber zugleich: “Wichtig dürfte dabei sein, welche Mittel beispielsweise ohnehin für zwingend erforderliche Sicherungsmaßnahmen ausgegeben werden müssen und ob die Verbreiterung dann tatsächlich höhere Kosten aufwirft, als dies bei der aktuell noch gültigen Beschlussfassung der Fall war”. Nach Darstellung der Verwaltung ist die Ertüchtigung des Bauwerks notwenig, da der bislang als Bürgersteig genutzte Teil der Verkehrsfläche, über den künftig eine Fahrspur führen soll, die Mehrbelastung gar nicht tragen könnte. Alternativ komme nur ein größerer Eingriff in den gegenüber liegenden Sandsteinfelsen in Betracht. Man sehe weiterhin “dringenden Handlungsbedarf zur Entlastung der ‘Bitburger’”, so Teuber, der zugleich die “Einführung einer Park-and-Ride-Buslinie” forderte, die “so attraktiv sein muss, dass viele PKWs erst gar nicht in die Stadt zum Parken gefahren werden müssen”.

“Sind die Kosten vertretbar und dient die Maßnahme spürbar der Entlastung des innerstädtischen Verkehrs?”, fragt man sich unterdessen in der Union. Da es sich bei der B 51 um “ein Nadelöhr handelt, das zentrale Bedeutung als Einfalls- und Ausfalltor in die Stadt hat, hat sich die CDU-Fraktion im Frühjahr 2009 für das Projekt ausgesprochen, da dies nach Ansicht vieler Experten zu einer spürbaren Entlastung führen wird”, erklärte Fraktionschef Berti Adams am Mittwoch gegenüber 16vor. Die Maßnahme sei “im Interesse aller staugeplagten Verkehrsteilnehmer”, so Adams, deshalb sei man “auch weiterhin vom Sinn der Fahrbahnverbreiterung überzeugt”. Über die weitere Vorgehensweise werde man beraten, wenn die Verwaltung konkrete Zahlen, insbesondere was die Mehrkosten anbelangt, präsentieren wird. Auf Anfrage hatte das zuständige Baudezernat vor zwei Wochen noch keine Zahl nennen wollen, zugleich aber erklärt, die Erhöhung der Baukosten sei “als nicht unverhältnismäßig” einzuschätzen.

Liberale wollen Projekt auf den Prüfstand stellen

Doch auch für die Liberalen sind diese zusätzlichen finanziellen Belastungen der Casus Knaxus: Fraktionschef Dr. Karl-Josef Gilles hält die Maßnahme war weiterhin prinzipiell für sinnvoll, der Freidemokrat sagt aber auch: “Bevor das Projekt weiter verfolgt wird und zusätzliche Planungskosten entstehen, sollte in Anbetracht der gebotenen Sparzwänge zunächst geklärt werden, wie die Zusatzkosten finanziert werden und welche anderen dringenden Projekte statt dessen geopfert, auf den Prüfstand gestellt oder für die Mehrkosten reduziert werden müssen”. FWG-Fraktionschefin Christiane Probst wollte sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht äußern – man wolle erst die Information durch die Verwaltung abwarten.

An Diskussionstoff mangelt es nicht, leinzig die Grünen sehen keinen weiteren Beratungsbedarf: “Wir haben immer gesagt, dass die Maßnahme unsinnig ist. Sie wird selbstredend nicht sinnvoller, weil sie erheblich teurer wird”, untermauert Fraktionschef Gerd Dahm die Position seiner Partei. Im Frühjahr letzten Jahres standen die Grünen mit ihrer Kritik noch allein auf weiter Flur, die Linke gehörte dem Stadtrat noch nicht an. Deren Ratsmitglied Dr. Johannes Verbeek hält ebenfalls wenig von einer zusätzlichen Fahrspur: “Ein Ausbau der Straße kommt einer grundlegenden Lösung der Verkehrsproblematik nicht näher, weil sich der Verkehr dann nur auf den Anschlussstraßen weiter stauen würde”, meint Verbeek und fordert, stattdessen auf dem Sirzenicher Hochplateau einen Park & Ride-Parkplatz zu errichten, von dem aus “ein Busshuttle auf der schon bestehenden Busspur die Bitburger hinunterfahren und durch eine Busvorrangschaltung der Ampeln Vorfahrt bekommen” müsse.

Notwendig wäre hierfür eine bessere Busanbindung von Trierweiler und Sirzenich, doch die lässt sich vorerst nicht realisieren. Als die Stadtwerke einen 30-Minuten-Takt auf der Linie 221/222, die auch die Fachhochschule bedient, einrichten wollte, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit dem Konzessionsinhaber, dem privaten Busunternehmen Müller Kylltal. Der brachte einige namhafte Kommunalpolitiker gegen die Pläne in Stellung, am Ende zogen die Stadtwerke den Kürzeren.

Weitere Informationen zum Thema: “Bitburger”-Ausbau in der Warteschleife ,

Stadtwerke ziehen den Kürzeren und “Die wollen eine feindliche Übernahme”

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18 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Dr.Neumann-Overholthaus schreibt:

    Der Ausbau der Bitburger soll einen besseren Abfluß in die Stadt (?) bewirken. Die Kaiser-Wilhelm-Brücke bietet keine weitere Möglichkeit, also über die Römerbrücke ? Der Stadtrat hat aber einhellig beschlossen, den Masterplan Trier-West weitgehend umzusetzen. In ihm wird vorgeschlagen, die Römerbrücke als Weltkulturerbe durch eine Verkehrsberuhigung aufzuwerten, besser begehbar zu gestalten. (Seite 61/62).
    Herr Adams möge doch bitte einen oder zwei der vielen Experten benennen, die den Ausbau für sinnvoll halten, damit mit Ihnen diskutiert werden kann.
    Nutznießer wären natürlich alle LKW’s über 7,5 t, die dann schneller in die Kölner Straße abrauschen könnten, wie immer wieder zu beobachten ist.
    Und die Kosten ? Allein schon die neuerliche Vermessung der westlichen Hangseite zur “Bitburger” in der Palliener Straße stieß auf erhebliche Schwierigkeiten.
    Gäbe es keine sinnvolleren Möglichkeiten, nicht vorhandenes Geld auszugeben ?

  2. Stephan Jäger schreibt:

    “Die Maßnahme sei ‘im Interesse aller staugeplagten Verkehrsteilnehmer’, so Adams”

    Es ist keine Frage, OB die “staugeplagten Verkehrsteilnehmer” stehen, Herr Adams, nur, WO.

    Um auf die Idee zu kommen, breitere Einfallstraßen könnten zu einer VerkehrsENTlastung in der Innenstadt führen, muss man wahrscheinlich tatsächlich Trierer Unionspolitiker sein…oder eben “unabhängig” (ach nee, FREI).

  3. Tim Roth schreibt:

    Als Anwohner des seit Eröffnung der Biewer-Umgehung sowieso schon verkehrsgeplagten Palliens habe ich von der Verbreiterung der Bitburger Straße noch nie etwas gehalten, und hoffe, dass dieser Irrsinn noch rechtzeitig gestoppt wird. Zur Zeit biegen geschätzte 4 von 5 Autos links auf die Kaiser-Wilhelm-Brücke ab, nur recht wenige Verkehrsteilnehmer nutzen die Spur geradeaus in die Kölner Straße und die westlichen Stadtteile. Bedeutet also doch, dass man mit einer Verbreiterung der Bitburger Straße die Autofahrer dazu animieren möchte, künftig lieber durch Pallien/Trier-West/Euren zu fahren, um in die Innenstadt zu gelangen. Wie Dr.Neumann-Overholthaus richtig anmerkt, soll laut Masterplan die Römerbrücke durch Verkehrsberuhigung aufgewertet werden. Kommt die zusätzliche Spur, wird genau das Gegenteil erreicht und künftig fließt noch mehr Verkehr über die Römerbrücke. Hinzu kommt eine weitere Verkehrsbelastung für Pallien/Trier-West, also eine Belastung jener Stadtteile, die seit Eröffnung der Umgehung sowieso schon teils unzumutbarem Verkehr und Lärm ausgesetzt sind.

    Hinzu kommt, dass man als Anwohner Palliens so gut wie gar keine Chance mehr erhält, aus der Augustastraße links in die Kölner Straße abzubiegen (Aus Viktoria- und Römerstraße ist das Linksabbiegen nicht erlaubt). Aufgrund der Schaltung der Ampel an der Ecke Bitburger/Kölner Straße und dem nachfließenden Verkehr aus Richtung Biewer, Innenstadt und Bitburger Straße steht man als Autofahrer bereits jetzt häufig 4 bis 5 Minuten an der Ausfahrt Augustastraße und muss in waghalsigen Einfädelmanövern eine Lücke suchen, um links abzubiegen. Dies ist zur Zeit nur in jenen Phasen möglich, in denen die zur Zeit noch wenigen Autofahrer, die von der Bitburger Straße kommen, grünes Licht an der Ampel haben. Wird der Verkehr künftig über die Kölner Straße geleitet, wird einem als Linksabbieger auch dieses kurze Zeitfenster noch genommen.

    Durch die einzige sinnvolle Lösung würde man aber die Idee eines schnelleren Verkehrsflusses dann wieder ad absurdum führen: Eine Ampel an der Kreuzung Kölner-/Augustastraße. In Trier sollen solche Gedankenspiele ja durchaus möglich sein.

  4. Goleo2010 schreibt:

    Kann meinem Vorposter nur vollumfänglich zustimmen. Das Problem besteht darin, dass der Verkehr am Martinskloster nicht schneller abfließen kann. Da bringt eine Verbreiterung überhaupt nichts, außer dass dann Rennen gefahren werden und versucht werden wird, sich noch vorne reinzuquetschen. Auch die Aachener Straße ist zu den St0ßzeiten am Brückenkopf zu, außerdem kann man dort überhaupt nicht nach links abbiegen sondern lediglich in die Südallee fahren. Das macht aber kein Mensch, der von Bitburg in die City will. Fazit: Ein völlig sinnloses Projekt, dessen Kosten mit Sicherheit real sehr viel höher ausfallen werden als in den schönen bunten Plänchen.. Und Herr Adams von der CDU möge doch bitte mal die Experten benennen, die sich angeblich so zahlreich für dieses Projekt aussprechen!

  5. anwohnerin schreibt:

    Ich kann es nicht glauben, daß dieses Thema immer noch nicht vom Tisch ist. Die Stadt hat kein Geld (Punkt.). Warum also dann dieses nicht vorhandene Geld in den See werfen? Dieses unsägliche Bitburgerstraßenprojekt nutzt niemanden. Weder wird der Verkehr schneller abfließen (denn wo es jetzt schon staut, wird es nicht plötzlich besser gehen), noch wird der Verkehr weniger. Schöne Straßen ziehen auch immer schön den Verkehr an.

    Immerhin ist Herr Teuber jemand, der endlich mal das böse Wort “Park+Ride” in den Mund nimmt, das schon lange überfällig ist. Bevor zu neuen großen Taten aufgerufen wird wie Felssprengung, großartige Verbreiterung von Straßen etc., sollte erstmal geschaut werden, was im Kleinen mit weniger Geld möglich ist. Dazu gehört, vorhandene Straßen zu sanieren, Gebiete zu beruhigen (jawohl, die durchrauschenden Ü-7,5t, die durch die Westseite brausen, nachdem sie illegalerweise die Bitburger abwärts gerauscht sind), und grundsätzlich mal zu überlegen, wieviel Geld sich sparen lassen würde durch einen Nicht-Umbau, wenn parallel dazu ein funktionierendes P+R eingeführt würde, gepaart mit generell niedrigeren Bustarifen im Stadtbusbereich. Dann, und erst dann, fahren die Menschen wohl auch wieder Bus.

    In Luxemburg ist übrigens das P+R vollkommen salonfähig und wird genutzt – warum sollte das also in Trier nicht dauerhaft klappen? Es sind wohl eher neue Dienstleistungsideen gefragt als hahnebüchene Alptraumszenarien.

  6. Roswitha Dres schreibt:

    Sinnvollere Möglichkeiten ? Die gibts: Für den Ausbau der Luxemburger Straße ist angeblich kein Geld da. Der dortige Lärm durch das Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher ist für die Anwohner eine enorme Zumutung. Wenn überhaupt,dann sollte hier investiert werden.
    Ausserdem halte ich es persönlich für eine Barbarei, so massiv in den Sandsteinfelsen einzugreifen wie man es jetzt plant.

  7. Dr. Karl-Georg Schroll - Mobil-Mit-Plan.de schreibt:

    Ewiges Problem: die „Bitburger“
    Im Stau runter. Die PKWs stehen ordentlich in Reih und Glied, rücken wieder um ein, zwei Meter vor. Das Ganze fängt schon weit oberhalb der Stadtgrenze Triers an. Unten endlich angekommen, ein geringerer Teil des Verkehrsstroms fließt in Richtung Pallien und Trier-West, der größere Teil auf die Kaiser-Wilhelm-Brücke, wo man nicht nur wieder im Stau steht, sondern auch ab und zu mit einem der städtischen ÖPNV-Busse konkurrieren muss. Dieses Problem beschäftigt den Stadtrat Trier schon „ewig“, die Bevölkerung wartet auf Lösungen, denn die zunehmenden Belastungen sind immens. Ein Lösungsmittel wird seit einigen Jahren intensiver diskutiert: die „Bitburger“ zu verbreitern. Die Felsen, die der Stadt auch immer ein Gepräge geben, stören. Die müssen weg, zumindest zum Teil. Aber so einfach geht es nicht. Erstens ist es mit unwahrscheinlich hohen Kosten verbunden, was die Stadt nicht aufbringen kann. Zweitens ist ein Abschlagen der Felsnasen keine Lösung, denn es ändert sich weder etwas an der Verkehrsmenge – eher ist eine Zunahme zu prognostizieren – noch am Verkehrsverhalten der Stausteher.
    DIE LINKE in Trier ist der Ansicht, dass nur ein Gesamtkonzept, das über die Stadt Trier hinausreicht, eine Lösung bringen kann. Der Grundtenor heißt dabei Verkehrsvermeidung, konkret Vermeidung von PKW-Fahrten. Denn der Verkehr auf der “Bitburger” ist zu gut 90 % motorisierter Individualverkehr. Somit sind genau diese Verkehrsmengen auf der „Bitburger“ zu reduzieren. Weil sich aber auf der „Bitburger“ der PKW-Verkehr des Trierer Umlands sammelt, erfordert dies notwendigerweise ein Zusammenspiel von Stadt Trier, Landkreis Trier-Saarburg und Landkreis Bitburg-Prüm. Gefordert ist aber auch der Zweckverband SPNV-Nord.
    Grundtenor eines Gesamtkonzepts muss lauten: Der ÖPNV, sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene muss wesentlich attraktiver gestaltet werden. Für die Busanbindung nach Trier muss daher die Busspur bis zur Kaiser-Wilhelm-Brücke durchgezogen werden und dort mit einer Bus-Vorrangschaltung verbunden sein. Auch die Konrad-Adenauer-Brücke erhält eine Busspur. Ein park & ride-Parkplatz im oberen Teil der “Bitburger”, mit entsprechendem Busshuttle, der diese durchgehende Busspur und die benannte Busvorrangschaltung nutzt. Notwendig ist auch eine Sperrung des LKW-Verkehrs ab 7,5 t, durchgehende Bemautung der B 51, am besten sogar Durchfahrverbot der 40-Tonner, dazu eine durchgreifende Verkehrskontrolle.
    Aber nicht nur technische Verbesserungen sind erforderlich, sondern vor allem “Anreize”, die das Busfahren attraktiv machen: dem PKW gegenüber konkurrenzfähige Preise, ÖPNV-Busse und keine Reisebusse, Fahrrad- und Kinderwagenmitnahme, für Mobilitätsbehinderte uneingeschränkt nutzbar, höhere Bedienungsfrequenzen bis in den Abend hinein. Das erfordert auch ein entsprechendes Marketing. Ergänzend dazu muss die Bahnverbindung von Bitburg nach Trier verbessert werden (+ Buszubringer zum Bitburger Bahnhof Erdorf, eventuell Ausbau der Bahnstrecke von Bitburg-Stadt nach Erdorf). Hier ist also der SPNV-Nord einzubinden.
    Das alles zusammen ist wesentlich kostengünstiger und auf Dauer nachhaltiger als Felsnasen herauszubrechen, um durch eine dritte Spur die Lösung für die „Bitburger“-Problematik zu finden. Denn diese von der Stadtverwaltung angedachte Strategie ist keine Lösung: es wird nämlich kein PKW weniger fahren. Gibt es kein Gesamtkonzept, wird uns das „ewig“ verfolgen.

    (Anm. d. Red.: Dr. Karl-Georg Schroll ist Mitglied in der “AG Die Linke-Stadtpolitik Trier”)

  8. Werner schreibt:

    Warum wird nicht einmal angedacht ein P & R auf dem alten Fachhochschul Pakdeck zu bauen und die Seilbahnin in ein ÖPNV System mit Stadtbusanbindung einzbinden . Das wäre iene Möglichkeit die Bitburger zumindest zu entlasten und die Besucher schon vorher abzuleiten

  9. anwohnerin schreibt:

    @ Werner: Seilbahnanbindung? Dann geht der halbe Verkehr durch den Weißhauswald bis dorthin, weil jeder mit dem Auto bis zur Station fahren will… nicht so ganz ideal (obwohl die Idee grundsätzlich gut ist)
    @ Dr. Karl-Georg Schroll: eine Bemautung haben wir mit der BI Pallien/Trier-West ebenfalls schon gefordert, um den Transitverkehr, der einfach nur nach Luxemburg zum Tanken fährt, vor der Tür zu halten. Uns wurde mitgeteilt, daß sowas ja gar nicht geht. Ein äußerst schwieriges Unterfangen!
    Stärkere Kontrollen des Verkehrs, der so die Bitburger runterfährt, wären sicherlich auch nicht schlecht, einerseits wegen der LKW, die sich immer wieder dort hinuntertrauen, andererseits wegen der Beschleunigungsmogler, die aus rein egoistischen Gründen die Abkúrzung über die FH-Zufahrt nehmen, um einige Wagenlängen Vorsprung zu erhalten… aber das ist ja schon wieder ein anderes Thema, für eine andere Diskussion…

  10. mattheisenmüller schreibt:

    Man kann auch noch darauf hinweisen, daß sich gerade an der Stelle, an der der Felsen abgetragen werden soll, interessante Bearbeitungsspuren vom Bau der Straße im frühen 19. Jahrhundert finden. Und ein Napoleonswappen, das in preußischer Zeit wieder abgearbeitet wurde- alles zwar keine spektakulären Dinge, aber doch Kulturdenkmäler.
    Zum Glück kennt die niemand, sonst könnte man ja noch auf den Gedanken kommen, den Felsen nicht wegzusprengen…

  11. Stephan Jäger schreibt:

    @anwohnerin

    “Dann geht der halbe Verkehr durch den Weißhauswald bis dorthin, weil jeder mit dem Auto bis zur Station fahren will…”

    Ja, GENAU das war auch mein erster Gedanke:

    Es sind 100 Meter Fußweg vom Auto bis zur Station => Es funktioniert nicht in Trier!

    Es wäre nur eine Frage der Zeit, wann der erste Jogger oder das erste spazierende Kleinkind über eine Motorhaube abrollen würde. Und das letzte Stück Straße zum Weißhaus wäre immer beiderseits auf voller Länge zugeparkt.

    Ach ja, die FH-”Abkürzer”: Wer diese Art “Sozial”verhalten einmal gesehen hat (und die Einzeller kommen sich noch unglaublich clever dabei vor), der weiß auch, wieso die “Bitburger” nie was anderes, als eine “gefährliche Straße” sein wird.

  12. chrissy schreibt:

    Ich kann all diese Argumente gegen einen Ausbau der Bitburger gut verstehen… aber als Anwohnerin, die jetzt schon Jahrzehnte JEDEN Morgen Mittag und Nachmittag… je nach Dienstplan auf der Bitburger mindestens 30 Minuten, meistens aber bis zu 60 Minuten steht kann ich nur sagen : ES MUSS einfach etwas gemacht werden !!!

    So wie zur Zeit kann es einfach nicht weiter gehen, außerdem wird die Stausituation nach meiner Erfahrung täglich schlimmer.

    Stichwort öffentlicher Nahverkehr… versuchen Sie doch einmal, aus z.b. Trierweiler ohne Auto Ihren beruflichen Verpflichtungen nach zu kommen…
    Die Busanbindung von hier oben ist ganz einfach ein schlechter Witz, ich behaupte einmal, dass es so eine schlechte Busanbindung Bundesweit nicht noch einmal gibt.
    Die Busse fahren äußerst selten, in den Ferien fast gar nicht mehr… wenn sie überhaupt fahren, ich habe auch schon vergeblich an den Haltestellen auf den eigentlich laut Fahrplan eingetragenen Bus gewartet… die Busse fahren *stundenlang* durch die Ortschaften und Gewerbegebiete, so dass man für die ca 8 km die die Stadt entfernt ist locker eine Stunde Fahrzeit braucht. Und die Busse sind ist so einem schlechten Zustand, dass man durchgerattert und fast taub in der Stadt ankommt… und dann muss man natürlich noch umsteigen und kann froh sein, wenn man nach 1,5 Stunden Fahrzeit endlich zum Dienst ankommt…. mal ehrlich … ist so etwas zumutbar????????????

    Ganz gleich was da an Baumaßnahmen notwendig ist: es MUSS einfach etwas geschehen und zwar meiner Meinung nach braucht es eine umfassende Umgestaltung des Einfahrbereichs aus Richtung der Bitburger Straße, MIT Verbreiterung der Kaiser Wilhelm Brücke und besserer, intelligenter Ampelregelung im Bereich von Martinskloster/ Moseluferstraße.

  13. Stephan Jäger schreibt:

    @chrissy

    “meiner Meinung nach braucht es eine umfassende Umgestaltung des Einfahrbereichs aus Richtung der Bitburger Straße, MIT Verbreiterung der Kaiser Wilhelm Brücke und besserer, intelligenter Ampelregelung im Bereich von Martinskloster/ Moseluferstraße.”

    Schön, und was sollen wir mit Trier machen? Zweistöckig ausbauen oder sowas in der Art? Sie sagen ja selbst, dass “die Stausituation täglich schlimmer” wird. Trier wird aber nicht täglich größer, um all die Autos aufzunehmen. Deshalb würde der (vorgeschlagene, immens teure) Ausbau von Bitburger und Kaiser-Wilhelm-Brücke die Probleme genausowenig lösen, wie der “Moselbahn Durchbruch” aus Richtung Autobahn.

    An einem vernüftigen Umgang mit motorisietem Individualverkehr wird auf Dauer kein Weg vorbei führen, wobei hier zuallerst die Bewohner der Stadt selbst gefragt sind.

    Für die schlechte ÖPNV Verbindung bedanken Sie sich vielleicht bei Herrn Müller aus Ehrang, der eine bessere Versorgung aus Gründen persönlicher Profitgier verhindert hat oder bei denen Ihrer Mitbürger, die sich durch mehr, als einen Bus pro Stunde belästigt fühlen (siehe Link “Die wollen eine feindliche Übernahme”).

  14. chrissy schreibt:

    Trier wird durchaus auch immer größer ;) Oder wird hier nicht mehr gebaut, möchte man nicht durchaus auch eine Zunahme von Wirtschaft und Fremdenverkehr?

    Trier hat nun einmal einem großen Zustrom aus dem Umland und aus Luxemburg. da kann man wohl nicht an der Brücke dicht machen und die Omi die zur Klinik muss in den Bus verfrachten, oder die Familie, die ein Möbelstück kaufen möchte anweisen, dies doch bitte per Bus zu erledigen…

    Wobei ich mich der Kritik an diesen sonderbaren Regelung mit dem Busunternehmen Müller nur absolut anschließen kann, darüber habe ich mich schon mehr als einmal gewundert und geärgert.
    Das kommt mir sehr nach provinzieller Vetternwirtschaft vor, anderes ist es nicht erklärbar dass eine so große Ortschaft wie Trierweiler immer noch nicht an die Stadtbusse angeschlossen ist.

  15. Stephan Jäger schreibt:

    @chrissy

    “oder die Familie, die ein Möbelstück kaufen möchte”

    Ach, interessant! Wo hätten wir denn jetzt in der Trierer Innenstadt noch einen Mitnahme-Möbelmarkt? Ich lerne ja gerne meine Stadt kennen. ;o)

    Nein, im Ernst: Irgendwie ist es immer das Gleiche. Sobald man zu besonnener Autonutzung mahnt, werden all die “Ausnahmen” aufgezählt, in denen es tatsächlich kaum eine Alternative zum privaten PKW gibt, gerade so, als ob jede tatsächlich stattfindende Fahrt eine solche wäre. Fakt ist aber, dass es sich – einer schon etwas älteren Studie zufolge – bei rund einem Drittel der Autofahrten in Trier um sogenannten Binnenverkehr, also Fahrten unter 5 Kilometer, die Ausgangspunkt und Ziel innerhalb des Stadtgebiets haben, handelt. Würden nur die dieser Fahrten unterbleiben, die aus, zu gut deutsch, reiner Faulheit stattfinden und problemlos durch zu Fuß gehen oder Rad fahren zu ersetzten wären, würde der Verkehr von der Bitburger wahrscheinlich schon ein gutes Stück besser stadteinwärts ablaufen. Aber hier wird man ganz sicher kein Umdenken auslösen, indem man es diesen Leuten noch bequemer macht.

    Ansonsten – sorry – habe ich so meine Zweifel, ob Trierweiler und Sirzenich tatsächlich ausschließlich von alten Omis bevölkert sind, die dringend in die Klinik müssen. Wohnt hier nicht vielleicht doch der Ein oder Andere, der sich auch mit einem funktionierenden P+R System arrangieren könnte, wenn es denn eines gäbe? Insgesamt gibt es also reichlich Entlastungspotential. Man müsste bloß endlich anfangen, es zu nutzen. Und das ist sicher kostengünstiger und erfolgversprechender, als immer weiterer Straßenausbau.

    Denn ein Satz, der hier in ähnlichen Zusammenhängen regelmäßig zitiert wird ist sicherlich wahr: Wer Straßen säht, wird Verkehr ernten. Und GRÖSSER wird Trier sicher nicht. Vielleicht attraktiver oder moderner. Aber ein Teil dieser Attraktivität ist in vergleichbaren Städten heute die Abkehr vom Auto, wo immer dies möglich ist. Die “Auto-gerechte” Stadt war gestern!

  16. chrissy schreibt:

    Wir mögen beide Sichtweisen haben, die aus unseren realen Situationen her rühren.
    Ich fahre jetzt seit über 20 Jahren zu meinem Dienst und lasse mir wahrhaftig nicht sagen, dass ich zusätzlich zum anstrengenden Dienst noch mehrere Stunden täglich im ÖPVN verbringen soll .

    Man muss die Lage sehen wie sie ist: der Trierer Berg ist ein Nadelöhr welches es unbedingt auszubauen gilt.

    Viele Einzelfälle ergeben ein Ganzes, so ist das nun mal und wer zu den großen Möbelgeschäften will, der muss nun leider mal erst durch die Stadt fahren.

    Wer natürlich nicht pro Tag ein bis zwei Stunden ( und das ist wenn ich geteilten Dienst habe absolut realistisch) Bitburger genießen darf, der kann ganz gemütlich gegen diese absolut notwendigen Ausbau plädieren…

  17. Stephan Jäger schreibt:

    @chrissy

    “und lasse mir wahrhaftig nicht sagen, dass ich zusätzlich zum anstrengenden Dienst noch mehrere Stunden täglich im ÖPVN verbringen soll .”

    In “mehrere(n) Stunden täglich” GEHE ich ganz gemütlich zu Fuß nach Trierweiler und zurück. Über Himmelsleiter und Mohrenkopf. Wir reden hier von 6(!) Kilometern Luftlinie.

    “der Trierer Berg ist ein Nadelöhr welches es unbedingt auszubauen gilt.”

    Nein. Gilt es nicht. Weil durch diese einseitige Begünstigung des motorisierten Individualverkehrs dieser nur weiter zunehmen würde. In ein paar Jahren würden Sie dann wieder genausolange stehen, wie heute. Nur auf einer breiteren Straße.

    “Wer natürlich nicht pro Tag ein bis zwei Stunden ( und das ist wenn ich geteilten Dienst habe absolut realistisch) Bitburger genießen darf.”

    Wen das nicht zu der Frage veranlasst, ob es die Lösung sein kann, wenn in einer Talstadt mit begrenztem Raumangebot alle immer das Auto nehmen, der – sorry – muss halt eben stehen.

    Auch meine Arbeit, liebe chrissy, ist anstrengend. Und auch für mich wäre so manche Fahrt, wenn es z.B. nach Mariahof oder nach Taforst geht, mit dem Auto müheloser, als mit dem Rad. Aber irgendwann fragt man sich eben, ob es logisch ist, gleichzeitig der Stau zu SEIN und sich über den Stau zu beschweren.

    Tatsache ist jedenfalls, dass Sie in eine 1 Liter Flasche keine 5 Liter Wasser bekommen. Egal, wie dick Sie den Hals machen.

  18. chrissy schreibt:

    Eine Straße kann man sehr wohl verbreitern.. so dann nicht mehr nur ein Liter durchpasst sondern 3 Liter… und mit fast 60 Jahren werde ich ganz sicher nicht täglich 2 mal mit dem Rad nach Trier fahren…
    ich sag ja, jeder sieht nur die eigene Situation.. nichts für ungut ;)

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