Mehr Azubi-Stellen als Bewerber
TRIER. In der Stadt Trier sind aktuell 3.321 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 198 mehr als im Vormonat, aber 372 weniger als im Juli 2009. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent.
Derzeit sind in Trier insgesamt 46 Betriebe mit 1.326 Arbeitnehmern zur Kurzarbeit zugelassen. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt noch 58 Betriebe mit 1.243 Mitarbeitern, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mit.
Ursache für den Anstieg der Arbeitslosigkeit, der auch in der gesamten Region festzustellen ist, sei das Ende des Ausbildungsjahres. Die höhere Arbeitslosenzahl schlage sich daher vor allem bei den Jugendlichen nieder. Die Wirtschaft der Region bilde zum Teil über den eigenen Bedarf hinaus aus und übernehme dann nur einige der Bewerber, erläutert die Arbeitsagentur. “Diesen Effekt können wir in jedem Jahr verzeichnen. Der Arbeitsmarkt in der Region Trier ist sehr robust, in der Regel findet der größte Teil dieser jungen Menschen bis September wieder einen Arbeitsplatz”, sagt Wolfram Leibe, der Chef der Trierer Arbeitsagentur.
Nach Ansicht der Agentur für Arbeit übernehmen die Betriebe durch die hohe Ausbildungsbereitschaft eine wichtige soziale Aufgabe in der Region. Gleichzeitig sicherten sie sich den Nachwuchs für das eigene Unternehmen, berücksichtigten bei ihrer Planung aber auch eine spätere Abwanderung von Arbeitskräften nach Luxemburg.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenzahl in der Region stark gesunken. Die langfristige Betrachtung ist für Leibe denn auch der entscheidene Faktor: “Mit einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent haben wir wieder das Niveau des Jahres 2008 erreicht. In allen anderen Jahren seit der Jahrtausendwende war die Arbeitslosigkeit höher”. Zudem sei die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um fast 1.200 angestiegen. Arbeitsstellen seien derzeit vor allem im Einzelhandel, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen zu besetzen. Gesucht sind in diesen Branchen vor allem Fachkräfte mit Berufserfahrung. Viele Unternehmen besetzen offene Stellen derzeit über das Instrument der Zeitarbeit. Der Zugang an Stellen aus dieser Branche ist von einem Tiefststand im Vorjahr um 11 Prozent auf 427 im Juli 2010 gestiegen.
Eine ähnlich gute Entwicklung wie auf dem Arbeitsmarkt zeige sich derzeit auf dem Ausbildungsmarkt. Seit Beginn des Berichtsjahres der Berufsberatung im Oktober seien über 100 Stellen mehr gemeldet worden als es Ausbildungsbewerber gebe. Aktuell stünden noch viele interessante Ausbildungsstellen zur Verfügung. Hier dominierten ebenfalls die Berufe der Gastrobranche. Daneben stehen laut Arbeitsagentur Ausbildungsstellen im Handel und für Bürokaufleute zur Verfügung.
von 16vor





29. Juli 2010 (19:15 Uhr)
Man kann es sich auch schön argumetieren. Natürlich gibt es Betriebe die über Ihren Bedarf ausbilden. Einerseits weil sie sich Ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind. Anderseits gibt es auch Betriebe, die ohne Azubis nicht möglich wären. Dort werden jedes Jahr mehr Azubis eingestellt als gebraucht mit dem Wissen, da bricht sowieso die Hälfte ab und wenn nicht habe ich billige Vollzeitarbeitskräfte. Hier muss man sich das Verhältnis Angestellte zu Azubis anschauen. Denn Azubis verdrängen jetzt schon feste Jobs.
Die vielen offenen Azubistellen in der Gastronomie wundern mich nicht: Schlechte Bezahlung, schlechte Arbeitszeiten, hohe körperliche Belastung…