Polizei beklagt Verhalten vieler Radfahrer

Seit Oktober letzen Jahres können Radfahrer die Fußgängerzone täglich vier Stunden länger passieren. Mehr passiert ist seither nicht, zog die Polizei jetzt gegenüber 16vor ein erstes Zwischenfazit. Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern ist im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Für die Ordnungshüter dennoch kein Grund zur Entwarnung, denn das Verkehrsverhalten vieler Radfahrer lasse nach wie vor “zu wünschen übrig”.

TRIER. Selten zuvor wurde ein Beschluss des Stadtrats schneller umgesetzt: Nachdem der Stadtrat im Herbst letzten Jahres beschlossen hatte, dass Radfahrer in der Fußgängerzone später absteigen müssen und früher aufsteigen dürfen, dauerte es nur wenige Wochen, bis die neue Regelung in Kraft trat. Seit Ende Oktober 2009 ist die Fußgängerzone von 19 bis 11 Uhr für den Radverkehr geöffnet.

Offenbar führte die Ausweitung nicht zu den von Kritikern befürchteten Problemen: “Seit Freigabe des Fahrradverkehrs während der Lieferzeiten, die übrigens mit Zustimmung der Polizei erfolgte, kam es nach unseren Erkenntnissen weder zu größeren noch zu häufigeren Konflikten zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern”, teilte eine Polizeisprecherin am Dienstag auf Anfrage mit. Auch zwischen 11 und 19 Uhr, wenn Radfahrer ihr Gefährt schieben müssen, hat sich nach Auskunft der Polizeiwache Innenstadt “die Zahl der Beanstandungen nicht erhöht”, erklärte sie gegenüber 16vor.

Wie viele Beanstandungen, darunter überwiegend Verwarnungen, es gab, ist gleichwohl unklar. Denn diese würden “weder nach dem Tatbestand, noch für Fahrradfahrer oder Kraftfahrzeugführer gesondert erhoben, sondern fallen alle in den großen Topf des ‘sonstigen Fehlverhaltens’”, erläutert die Sprecherin. Laut Polizei lag die Zahl der an Unfällen beteiligten Fahrradfahrer im ersten Halbjahr 2010 aber mit 75 etwas niedriger als im gleichen Vorjahreszeitraum, als 81 Radfahrer involviert waren.

Zwar verraten diese Zahlen nicht, wie hoch der Anteil an den Unfallverursachern lag, doch “das Verkehrsverhalten vieler Radfahrer lässt nach unserer Erfahrung zu wünschen übrig”, behauptet die Polizei, und weiter: “Ein Unrechtsbewusstsein bezüglich der Verkehrsverstöße ist kaum festzustellen”. So komme es leider auch immer wieder zu Verkehrsunfällen mit Autos, weil beim Queren der Fahrbahnen im Bereich von Fußgängerüberwegen nicht abgestiegen oder verbotswidrig der Gehweg befahren werde. Hierbei seien Zusammenstöße mit Fahrzeugen, die aus einer Grundstücksausfahrt auf die Fahrbahn wollten, regelrecht programmiert. “Das Ganze ist umso unverständlicher, weil ja in der Regel die Radfahrer bei diesen Konflikten mehr oder weniger schwer verletzt werden”, warnt die Polizei.

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25 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Stephan Jäger schreibt:

    Ich weiß zwar nicht so recht, wie diese “schlimmen Feststellungen” mit den Zahlen zusammenpassen. Aber sei’s drum.

    “Ein Unrechtsbewusstsein bezüglich der Verkehrsverstöße ist kaum festzustellen”.

    Hervorragend! Dann haben die Trierer Radfahrer ja wenigstens etwas mit ihren “Kollegen” im Auto gemeinsam.

    Und, wenn Herr Wachtmeister mal etwas über “Unrechtsbewußtsein” lernen möchte, dann möge er sich doch einfach einmal morgens oder abends im Berufsverkehr auf die Verkehrsinsel zwischen Ab- und Auffahrt von der/zur B51 an der Fachhochschule, Fahrtrichtung Innenstadt, stellen.

  2. Giesela Kumriz schreibt:

    Ich lebe erst seit 3 Jahren in Trier. Bis dahin hatte ich keine Punkte in Flensburg, keine Unfälle im Straßenverkehr, nicht mal Problem mit der Steuerfahndung etc.
    Seitdem ich in Trier wohne und als Fußgänger auf Zebrastreifen um mein Leben fürchten muss, kann ich mehr und mehr Radfahrer verstehen, die auf Fußwegen unterwegs sind. Bis vor ein paar Wochen war es ja nicht einmal möglich auf dem Weg zum Freibad den Radweg zu nutzen, weil die Autos auf jenem parkten. Nicht ab und zu, sondern immer. Rief mal jene Polizei an, sagte diese sie sei nicht zuständig und die Stadt erzählte einem das parken dort sei “geduldet”, sprich selbst die Ordnungshüter setzen sich in dieser Stadt über bundesdeutsche Gesetze und Regeln hinweg. Schaut man sich den Flickerlteppich von Radwegen an, die dann gerade an Ampeln enden oder eben da wo es eng wird, kann ich folglich die meisten Radler verstehen wenn sie auf Gehwegen fahren, auch wenn es natürlich nicht erlaubt ist. Schaut man sich gleichzeitig Straßen wie die Paulin- oder die Saarstraße an wird aber deutlich, dass alles andere schwer der Lebensversicherung zu erklären wäre, wenn es im Zweifelsfall um die Frage ginge Freitod oder Unfall. Die Trierer Polizei sollte besser die Einhaltung jener Verkehrsregeln einfordern, anstatt mühsam darüber nichts sagende Statistiken zu erstellen.

  3. Jonas schreibt:

    Die längere Befahrbarkeit der Fussgängerzone ist echt eine richtige verbesserung, das stell ich jeden Tag fest. Was mich ärgert sind die vielen Radfahrer die sich auch ausserhalb der innenstadt nicht an die Regeln halten. Ich mache fast alles mit dem Fahrrad und reg mich jeden tag öfter auf über leute die von der straße auf den bürgersteig wechseln. Hin und her. Viele ignorieren auch die ampeln oder fahren gegen die fahrichtig auf dem bürgersteig, zum Beispiel in der Saarstraße. Das es genügend Autofahrer gibt die mir beim Linksabbiegen auf die Pelle rücken oder immer noch nichts von geöffneten Einbahnstraßen wissen ist zwar auch nervig und gefährlcih. aber ich brauche auch keine statistik damit ich sehe das sich wirklich viele Radfahrer über alle verkehrsregeln hinweg setzen. Das schadet dem ruf aller fahrradfahrer.

  4. Peter schreibt:

    Fahren auf dem Bürgersteig und über den Zebrastreifen, gegen die Fahrrichtung auf dem Radweg und ohne Beleuchtung scheint für Radfahrer schon normal zu sein. Rote Ampel? Rauf auf den Bürgersteig und weiter!
    Habe schon öfters erlebt, daß Polizisten tatenlos zuschauen.
    Rücksichtslose Radfahrer scheinen in Trier Narrenfreiheit zu haben.

  5. Otto schreibt:

    Ich kann Giesela Kumriz in allen Punkten zustimmen.

  6. Exiltrierer schreibt:

    @ Stephan Jäger

    Es gibt keine Gleichheit im Unrecht. Das Fehlverhalten anderer ist keine Rechtfertigung für mein eigenes. Das Verhalten mancher Radfahrer spiegelt dieses Rechtsverständnis wider: weil Autofahrer sich falsch verhalten und die Stadt zuwenig für Radfahrer tut (beides trifft absolut zu), darf ich mich aufführen wie die wilde Sau. Und wenn darauf aufmerksam gemacht wird, kommt sofort die Gegenoffensive: die anderen sind ja viel schlimmer. Ein seltsames Rechtsverständnis.

  7. Stephan Jäger schreibt:

    @Peter

    “Rücksichtslose Radfahrer scheinen in Trier Narrenfreiheit zu haben.”

    Ja. Ebenso, wie Autofahrer. Es ist leider so, dass in Trier im Straßenverkehr mehr oder weniger geduldete Anarchie herrscht. Das beginnt mit dem von Frau Kumriz erwähnten, großflächigen, bekannten und geduldeten Radwegparken, geht über das ebenfalls bekannte und geduldete völlige Ignorieren sämtlicher 30-Zonen in Wohngebieten und endet bei Auswüchsen, wie Benutzung der Neuen Zurmainer Straße mit 133km/h oder dem Nutzen von nicht ausreichend gesicherten Aus- und Auffahrten, um im Stau fünf Autolängen gut zu machen. Ich habe noch nirgendwo sonst ein derart dumm-stressiges, chaotisches und in den meisten Fällen antisoziales Verkehrsverhalten beobachtet, wie hier in Trier. Setzen Sie doch einfach mal den Blinker zum Spurwechsel und schauen, wie lange es HIER dauert, bis Sie jemand rüberlässt oder stehen Sie sich an einer nicht Vorfahrt-berechtigten Seitenstraße die Reifen platt.

    Es nimmt also nicht Wunder, dass sich diesem “Verhaltenskodex” nach und nach sämtliche Verkehrsteilnehmer-Gruppen anpassen und es bringt wenig, von “Ordnungs”hüter-Seite eine herauszugreifen und- ohne jeden Anlass – mit dem Finger auf sie zu zeigen.

    Ein Anfang zu einer tatsächlichen Besserung könnten zum Beispiel KLARE Regelungen sein. Speziell im Falle des “Queren(s) der Fahrbahnen im Bereich von Fußgängerüberwegen” kann ich Ihnen vorsichtig geschätzte 20 Stellen in Trier zeigen, an denen nicht klar aus der Situation hervorgeht, ob jetzt Rad- und Fußweg oder nur der Fußweg über die Straße geführt sind. Das sieht dann (z.B. in Kreuzungsbereichen der Kaiserstraße/Südallee) so aus, dass zwei Wege (oder ein gemeinsamer Weg) an der Bordsteinkante enden. Entweder gibt es dann eine geteilte oder nur eine Markierung über die Straße. Die Ampel allerdings zeigt nur das Fußgängersymbol. Der Radweg geht hinter der Querung noch 20(!) Meter weiter, um dann unvermittelt auf die Straße geführt zu werden.

    Wie also hat man sich hier als Radfahrer zu verhalten, wenn man bei Grün ankommt? Anhalten, Absteigen, über die Straße Schieben, danach wieder Aufsteigen, brav die 20 Meter Radweg fahren, dann wieder Anhalten und fein warten, bis kein Auto kommt. Sind wir hier in der Klappsmühle oder im Verkehrskindergarten, wo jeder auf der Straße rummalen darf, wie er gerade Lust hat? SOETWAS gibt es wirklich nur in Trier!

  8. Anja Matatko schreibt:

    “oder verbotswidrig der Gehweg befahren werde. Hierbei seien Zusammenstöße mit Fahrzeugen, die aus einer Grundstücksausfahrt auf die Fahrbahn wollten, regelrecht programmiert.”

    In der StVO ist vorgeschrieben, dass Kinder bis zum 8. Lebensjahr mit dem Rad auf dem Gehweg fahren müssen, bis zum 10. Lebensjahr dürfen sie dort fahren. Auch, wenn alle über 10-jährigen Radfahrer in Trier sich daran halten würden, dass der Gehweg für sie tabu ist, würde dies die Autofahrenden, die aus den Grundstücksausfahrten kommen, nicht davon befreien, mal den Kopf nach links und rechts zu drehen. Denn sowohl die Fußgehenden als auch die radfahrenden Kinder haben Vorrang gegenüber den ausfahrenden PKW. Leider scheint dies die letzteren jedoch kaum zu interessieren, stattdessen regt man sich lieber über die Radfahrer auf, die zu alt sind für den Gehweg.

    Links blinkende Stadtbusse haben ebenso Vorfahrt vor PKW. Auch dies wird regelmäßig mißachtet, als ob die StVO in Trierer Fahrschulen nichts gelten würde. Als ich nach Trier kam habe ich erst mal im Internet recherchiert, ob diese Regelungen bzgl. der Vorfahrt seit meinem Fahrschulbesuch schon wieder geändert wurden – sind sie aber nicht, wahrscheinlich kam die Info über die damalige Novelle der StVO in dieser Stadt einfach noch nicht an. Mir tun die Busfahrer leid, die dann noch versuchen, falschfahrende PKW auf deren Fehlverhalten hinzuweisen und dafür von den PKW-Fahrern noch dumm angemacht werden.

  9. Giesela Kumriz schreibt:


    Die Polizei sollte vielleicht endlich auch mal mit dem Rad in Trier Steife fahren. Nicht nur um sich um Radfahrer zu kümmern sondern generell um “näher” an der Bevölkerung zu sein. Sogar aus meiner Zeit in den USA kenne ich jene Situationen nur zu gut, wo Passanten der Polizei auf dem Rad ab und an hilfreiche Tipps gaben. Wenn nicht war es doch zumindest möglich mal nett zu lächeln und sich einen guten Morgen zu wünschen. Interessant fand ich auch, dass nicht wie hier in Trier nur junge Polizisten auf dem Rad saßen (glaube die sind auch nicht aus Trier sondern aus Wittlich), sondern durchaus auch ältere und weniger sportliche Kameraden. Neben der sichtbareren Präsenz der Polizei im Öffentlichen Raum brächte das vor allem auch ein Signal mit sich: Autofahrer sehen, dass selbst die Polizei Rad fährt und denken vielleicht über die ein oder andere eigentlich unnötige Erledigung mit der Auto einmal nach und Radfahrer haben immer konkret vor Augen, dass sie den Ordnungshütern notfalls nicht einmal durch enge Gassen entwischen könnten, wenn diese mal rufen, weil sie auf Gehsteigen fahren. Sollte die Polizei dann aber auch auf den Gehsteigen unterwegs sein, sollte sich der Stadtrat mal fragen, ob er nicht vielleicht mehr auf die Bürgerstimme hören sollte und mehr für Thema Fahrrad in der Stadt unternimmt. Ein deutliches Indiz dafür ist der aktuelle Bürgerhaushalt, in dem jenes Thema sicherlich eines der dominierenden ist.

  10. Klartexter schreibt:

    Ich denke, wir Radfahrer müssen selbstkritisch eingestehen, daß es leider einige sehr rücksichtslose und rabiate Radfahrer gibt, die in der Fußgängerzone jede Rücksichtnahme vermissen lassen. Das führt zu Unmut vor allem bei älteren Menschen. Ich gebe allerdings den vorausgehenden Leserbriefschreibern recht: Wir Radfahrer sind in der Mehrzahl noch lange nicht so ungeduldig und rücksichtslos wie viele Autofahrer unserer Stadt.

    Solange es nicht genügend Radwege gibt – übrigens auch die vielgeforderte Innenstadtquerung, die ja derzeit wegen juristischer Hürden in der Schwebe hängt – wird es immer Probleme zwischen Auto- und Radfahrern geben.

  11. Oliver schreibt:

    Sobald um und über Radfahrer gesprochen wird scheinen die meisten nur das Stereotyp des rücksichtslosen Radel-Rambos im Kopf zu haben.
    Rücksichtsloses verhalten ist nicht in Ordnung. Aber das gilt für ALLE Verkehrsteilnehmer!
    Ich mag den Gehwegradler genauso wenig wie die möchtegern Schumis die mit über 100 durch die Saarstrasse heizen.
    Was man jetzt bedrohlicher findet kann jeder selbst entscheiden.

    Was die angebliche ‘Narrenfreiheit’ angeht, scheint die auch für andere zu gelten genauso wie das Unrechtbewusstsein.

    Noch mehr überrascht mich das ‘Rechtbewusstsein’ u.a. auch von unseren Ordnungshüttern. Ich wurde schon mehrmals auf dem Radweg auf der Römerbrücke angehalten und gefragt ob ich schon mal was von Gehwegen gehört hätte. Und immer wieder ernte ich böse Blicke wenn ich dann antworte das ich auch schon mal etwas von einer Radwegenutzungspflicht gehört habe.

    Zudem frage ich mich auch immer nach dem Unrechtbewusstsein wenn ich als Radfahrer im Kreuzungsbreichen oder unübersichtlichen Kurven überholt werde. Bisher ist’s immer gut gegangen, wen auch häufig nur sehr knapp.

    Und wer sich mal zwischen 6:30 und 7:30 auf den Gehweg/Radweg zwischen Messegelände und Staustufe stellt, kann sich von dem Unrechtsbewusstsein einiger motorisierter Zeitgenossen überzeugen. Auch hier schaut die Polizei gerne weg….

  12. Stephan Jäger schreibt:

    @Exiltrierer

    Tut mir leid, wenn Sie meinen Beitrag als Versuch einer “Rechtfertigung” von Fehlverhalten missverstanden haben. Es liegt – da gebe ich Ihnen völlig recht – Verhalten in der Verantwortung eines jeden Einzelnen (egal, ob er nun auf dem Fahrrad-, im Auto sitzt oder zu Fuß geht).

    Der Kommentar war eher als Frage gemeint: Wieso – in einer (unbekämpften) Wüste des allseitigen Fehlverhaltens – ausgerechnet EINE Gruppe herausgegriffen und öffentlich beanstandet wird, deren Fehlverhalten ja offensichtlich, wie der Rest des Artikels zeigt, keine allzu schwerwiegenden Folgen zu haben scheint.

  13. Kopfschüttler schreibt:

    Es ist immer wieder das selbe: sobald einmal die “guten” Radfahrer kritisiert werden kommt sofort und reflexartig die Lamentiererei über die ach so bösen Autofahrer.

    Was bitte schön hat das Miteinander zu tun? Zweifelsohne benehmen sich einige Radfahrer und etliche Autofahrer im Straßenverkehr daneben. Ein Vergleich, was oder wer schlimmer ist, ist müßig und hat letztlich keinerlei Aussagekraft für irgendwas.

    Und, Stephan Jäger, was soll die Aussage “Rücksichtslose Radfahrer scheinen in Trier Narrenfreiheit zu haben.” Ja. Ebenso, wie Autofahrer”. Ja und? Ist dadurch die Rücksichtlosigkeit der Radfahrer legitimiert?

    Zitat:
    “Es nimmt also nicht Wunder, dass sich diesem “Verhaltenskodex” nach und nach sämtliche Verkehrsteilnehmer-Gruppen anpassen….”

    Vielleicht passen sich die Trierer Autofahrer ja einfach nur dem Verhalten der Fahrradfahrer an…

  14. Stephan Jäger schreibt:

    @Anja Matatko

    “So komme es leider auch immer wieder zu Verkehrsunfällen mit Autos, weil beim Queren der Fahrbahnen im Bereich von Fußgängerüberwegen nicht abgestiegen”

    Irgendwo steht auch in der StVO, dass Fahrzeuge sich Fußgängerüberwegen nur mit mäßiger Geschwindigkeit nähern dürfen und, wenn nötig, warten müssen. Ein Autofahrer, der also auf einem solchen einen “unfallverursachenden” Radfahrer umnietet, hat schon alleine dadurch bewiesen, dass er sich über diese Regel hinweggesetzt hat. Er hätte auch nicht bremsen können, wenn ein Kleinkind sich von der Hand seiner Mutter losgerissen hätte und auf den Zebrastreifen gelaufen wäre.

    Aber, seit die Dame, die damals auf einem “anderen Radweg” in der Weberbach von einem Auto über den Haufen gefahren worden ist, von unseren “Freunden und Helfern” noch zusätzlich mit einem Bußgeld belegt wurde,

    http://www.16vor.de/index.php/2007/09/21/am-boden/

    und die Ordnungshüter auf dieser Verwarnung bestanden haben, bis ihnen bewiesen wurde, dass sie zu unrecht ausgesprochen wurde,

    http://www.16vor.de/index.php/2007/11/13/fahrradclub-fordert-klarheit/

    habe ich, was die Einstellung “unserer” Polizei zum Radfahrer als Verkehrsteilnehmer angeht, sowieso keine weiteren Fragen mehr.

  15. Monika Grünwald schreibt:

    Ich frage mich, ob man überhaupt Radwege braucht. Das habe ich mich vor einigen Tagen bereits in einem anderen Leserbrief gefragt.

    Fahrräder gelten als vollwertiges Verkehrsmittel. Klar, Kinder sollen ruhig auf dem Radweg fahren dürfen, aber alle anderen gehören meiner Meinung nach auf die Straße, und nicht auf Alibiradwege, die ohnehin nicht richtig funktionieren.
    Da gehören Miteinander dazu, und auch Akzeptanz und Respekt. Alles Sachen, die in Trier nicht wirklich funktionieren. Beispiele wurden oben ja schon ausreichend angeführt. Es ist auch immer einfach, jemand anders zu schikanieren oder mit dem Finger zu zeigen, bevor man sich selbst mal selbstkritisch an der Nase packt (auch als Autofahrer, und vor allem dort). Das sind dann meistens die Kandidaten, die am Sonntagmittag das Rad aufs Auto packen, in den Wald fahren, und dort dann “Radfahren”, ohne jemals wirklich am Straßenverkehr teilgenommen zu haben.

    In Luxemburg gibt’s übrigens die ‘berittene’ Polizei mit den Fahrrädern (wie auch noch einige andere Nettigkeiten, die den Straßenverkehr entlasten oder angenehmer gestalten). In Trier ginge das sicherlich auch. Der Sympathiefaktor wurde ja ebenfalls oben genannt.

  16. Stephan Jäger schreibt:

    @Kopfschüttler

    “Und, Stephan Jäger, was soll die Aussage “Rücksichtslose Radfahrer scheinen in Trier Narrenfreiheit zu haben.” Ja. Ebenso, wie Autofahrer”. Ja und? Ist dadurch die Rücksichtlosigkeit der Radfahrer legitimiert?”

    Nein! Lesen Sie irgendwo in meinem Beitrag den Versuch einer Legitimation?

    Ansonsten rede ich ansich lieber mit Leuten, die einen Namen und einen Ar… in der Hose haben.

  17. Oliver schreibt:

    @Kopfschüttler
    Irgendwie scheine ich das überlesen zu haben. Wo rechtfertigt den jemand das Fehlverhalten des Einen mit dem der Anderen?

    Es gibt keinen Grund für die ‘Alle in einen Sack’ Mentalität.

    Und wenn Sie sich als Autofahrer angesprochen fühlen, dann solltest Sie sich auch nicht wundern, wenn sich Radfahrer von relativ einseitigen Vor- bzw. Verurteilungen angesprochen fühlen und entsprechen reagieren(in Leserbriefen nicht im Strassenverkehr).

  18. Bernhard schreibt:

    Ich bin Fahrradfahrer aus Trier und fahre grundsätzlich auf der Straße, zum einen weil ich dort schneller vorankomme und mich zum anderen nicht auf Fahrradwegen von parkenden Autos oder pöbelnden Fußgängern (die sich über meine zügige Fahrweise auf Fahrradwegen beschweren) behindern lassen muss (mal abgesehen von zertrümmerten Glasflaschen, Schlaglöchern etc pp). Jegliche Behinderungen auf Fahrradwegen lassen übrigens die Fahrradwegbenutzungspflicht erlöschen.
    Obwohl ich für mich die Straße als Fahrbahn für mein Velo auserkoren habe, kann ich jedoch jeden Menschen verstehen (wie zum Beispiel meine Mutter) die es in Trier anders hält. Viele der bürgersteigbefahrenden Pedalisten fühlen sich im Straßenverkehr nicht sicher, ganz einfach, weil sie nicht abgebrüht genug sind, Überholmanöver auf (wortwörtlicher) Tuchfühlung mit dem Autofahrer zu akzeptieren. Oder weil sie fast vor Schreck vom Fahrrad fallen, wenn sie von Autos angehupt werden, wenn sie sich wagen, zum links abbiegen sich vom rechten Fahrbahnrand auf die entsprechende Spur zu wechseln. Mir persönlich machen solche Vorfälle nicht zu schaffen, aber gerade bei nicht ganz so abgebrühten Fahrern kann ich aus den genannten Gründen (welche keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben) verstehen, dass viele von ihnen es vorziehen lieber mit aller gebotenen Vorsicht, rücksichtsvoll den Fußgängern gegenüber, den Gehweg benutzen.
    Jeder Autofahrer, der auf dem Gehweg einen Fahrradfahrer verflucht, sollte einmal daran denken, ob er nicht selbst durch sein Verhalten unter Umständen dazu beigetragen haben könnte, dass einige Fahrradfahrer zu ihrer eigenen Sicherheit dem Verkehr aus dem Weg gehen.

  19. Giesela Kumriz schreibt:

    Hier noch sehr interessanter Links zum Thema Fahrradfahren in Trier und Sicherheit vom SWR-Fernsehen:
    http://bit.ly/9PYaW7

  20. Kopfschüttler schreibt:

    Exiltrierer (auch anonym, hat der für Sie mehr A…. in der Hose?) meint doch in etwa das selbe wie ich.
    Ich lese aus Ihrem Beitrag, dass wenn die einen sich daneben benehmen, dann dürfen die anderen das auch. Ich frage Sie (rhethorisch), ob damit das Verhalten der Rüpel-Radler legitimiert ist.

    ..und wenn die Argumente ausgehen, dann kommt die ewig gleiche Leier der vermeintlichen Anonymität. Arm.
    Es war mein letzter Versuch Sie als eifrigen Leserbriefschreiber ernst zu nehmen. Muss ja nicht sein. Schade.

  21. chrissy schreibt:

    So langsam lernt man die Menschen die hier mit posten kennen und anscheinend sind nur wenige dazu in der Lage sich auch einmal in die Position des Anderen hinein zu versetzen.

    Ich muss … leider… täglich ( seit mehr als 20 Jahren) morgens und abends durch Trier mit meinem PKW fahren, weil ich berufstätig bin und im Umland wohne.

    Ich kann also mit Recht behaupten, dass ich weiß wovon ich schreibe.
    Mit den Geschichten und Begebenheiten, die ich in all den Jahren hier im Straßenverkehr erlebt habe, könnte ich fast ein nettes lustiges Büchlein schreiben… wenn die Grundproblematik nicht so traurig wäre.

    Denn Rücksichtslosigkeit, rüpelhaftes Benehmen und Rowdytum kann man bei allen Verkehrsteilnehmern beobachten… da sind weder Autofahrer, noch Radfahrer oder Fußgänger auszunehmen.
    Es bringt absolut gar nichts, wenn man die Fehlverhalten der *Anderen* aufzählt oder gegeneinander aufrechnen möchte— man kann die Anderen nicht ändern.. aber man kann sein eigenes Verhalten durchaus mal überprüfen und ändern.
    Es geht eben nur miteinander und nicht gegen einander.

    Da ich eine absolut defensive Fahrweise habe, ist es mir bisher gelungen ohne jeden Schaden für mich oder andere meine Fahrten zu bewältigen.. wie oft ich dabei aber auf meine *Rechte* die ich in vielen Situationen gehabt hätte, verzichtet habe, um andere Verkehrsteilnehmer zu schützen kann ich schon gar nicht mehr zählen..
    Vor allem musste ich dabei schon sehr sehr viele Radfahrer schützen, die immer und immer wieder der Versuchung erliegen und ohne ihr Tempo abzubremsen voll von Radwegen auf Zebrastreifen einschwenken… Da habe ich schon viele schlimme Schrecksekunden erlebt.
    Niemals fahre z.b. beim Einbiegen von der Kaiser Wilhelm Brücke auf das Moselufer um die Ecke ohne vorher mehrmals nach Radfahrern Ausschau zu halten, die vielleicht auch noch weit hinter mir fahren… denn da ich ja abbremse an der Abbiegung haben mich die Radfahrer auf jeden Fall an der Ecke eingeholt und es ist mir mehr als ein mal passiert, dass dann wie aus dem Nichts ein Rad mit hohem Tempo einfach knapp vor mir auf den Zebrastreifen fährt.

    Mit anderen Worten… ich fürchte täglich um die Gesundheit dieser leichtsinnigen Radfahrer und werde auch in Zukunft alle meine Aufmerksamkeit als Autofahrer darauf setzen, ihre Gesundheit auch weiterhin zu schützen AUCH wenn sie mit ihren Verhalten NICHT im Recht sind.

    In diesem Sinne: jeder macht Fehler und jeder kann froh sein, wenn sein Gegenüber dann aufmerksam war und etwas Schlimmes verhindert werden konnte.

  22. Thorsten Kalling schreibt:

    Nehmt Ihr euch nicht (fast?)alle ein bisschen zu wichtig?
    Jeder darf und sollte seine eigene Meinung haben und an gegebener Stelle äußern.
    Aber bitte sachlich und weniger emotional.

    Einfach mal einen Gang runterschalten, auch im Strassenverkehr.
    Das fällt am Anfang sehr schwer, das weiß ich aus eigener Erfahrung, aber es bringt wirklich enorm viel.

    Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum.(Marcus Aurelius)

  23. Stephan Jäger schreibt:

    @Koppschüttler

    “Ich lese aus Ihrem Beitrag, dass wenn die einen sich daneben benehmen, dann dürfen die anderen das auch.”

    Was immer Sie in meinen Beiträgen lesen WOLLEN steht Ihnen frei. Darin steht DAS jedenfalls nicht! Ich sage es gerne nocheinmal (nachdem ich es nun bereits in zwei Kommentaren geklärt habe): ich möchte kein rücksichtsloses Verhalten, von wem auch immer, rechtfertigen. Ich stelle lediglich die Frage, wieso hier von den Ordnungshütern – realitätsfern – eine bestimmte Gruppe als “besonders disziplinlos” dargestellt wird, während an anderen Stellen ständig beide Augen zugedrückt werden. Und das ausgerechnet im Zusammenhang mit einer Statistik, die praktisch genau das Gegenteil belegt: Zurückgehende Unfallzahlen mit eben dieser Gruppe.

    Was die Argumente angeht, so lese ich in IHREM Beitrag, ausser dieser Fehlinterpretation (bei der ich inzwischen wirklich von signifikanter Begriffsstutzigkeit oder böser Absicht ausgehen muss) NICHTS. Auch nicht in Ihrem Ersten. Klar: wenn man es überhaupt nicht mit Argumenten versucht, sondern sich ganz auf Behauptungen und Fehlinterpretationen verlegt, können sie einem auch nicht “ausgehen”.

    Was das “die ewig gleiche Leier der vermeintlichen Anonymität” angeht, so ist halt meine Meinung, dass sich jeder selbst überlegen muss, ob er es für Stil hält, Leute mit Namen anzusprechen, während er selbst – aus welchen “gewichtigen Gründen” auch immer – noch feige hinter der Ecke steht.

    Ob solche feigen kleinen Wadenbeißer, die ohne SELBST ein einziges Argument vorgebracht zu haben, dann gleich à la “..und wenn die Argumente ausgehen, dann kommt die ewig gleiche Leier der vermeintlichen Anonymität. Arm” zum persönlichen Angriff übergehen, das, was ich schreibe dann “ernst” oder nicht nehmen ist mir in dem Fall jedenfalls wirklich von Herzen egal. Gehen Sie doch einfach zum Volksfreund “ernst nehmen”. Da sind Sie unter Ihresgleichen.

    Schlussendlich vielleicht noch etwas zum Thema @chrissy:

    Die Idee mit den häufigen Fahrradstreifen finde ich brilliant! Ergänzungsvorschlag: die Hälfte davon in Zivil. Dann könnten die ob der Ungezogenheiten so verärgerten Herrschaften einmal am eigenen Leibe erfahren, was für Radfahrer auf Trierer Straßen gebacken ist. Ich wäre einmal gespannt, wann die ersten etwas zarter Besaiteten unter ihnen selbst auf die Gehsteige ausweichen würden. Auf keinen Fall den extra dicken Verwarnungsblock vergessen!

  24. Stephan Jäger schreibt:

    Sorry, nicht @chrissy, sondern @Giesela Kumriz

    Sehr gut übrigens, der SWR-Beitrag…in dem ja auch der Sprecher der Polizei genau das fordert, was ich in meinem zweiten Beitrag angemahnt habe: KLARE Regelungen, speziell an Fahrbahnquerungen.

  25. IVS schreibt:

    So ist es – Radwege in Trier sind dermaßen ein Witz, dass sie unnötig sind.
    Nicht falsch verstehen, ich habe gar nichts gegen Radwege, da sie hilfreich sein *können*, aber rein aus statistischen Gründen für ein paar Meter Radweg “hinzuklatschen” – ohne Sinn und Verstand – da erübrigt sich jede Diskussion, wenn man das mal objektiv betrachtet.

    Wozu musste am Wasserweg und anderenorts “Pseudo”-Radwege in die Straße “integriert” werden, die nichts weiter tun, als die Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Besonders schön von Irsch aus Richtung Olewig kommend bei Einmündung in die Gustav-Heinemann-Str.: Ein Radweg zwischen (!) den Fahrstreifen für Links- bzw. Rechtsabbieger, und der Radler soll dann entscheiden, in welche Richtung er fährt, damit er vor einer ersten Haltlinie vor den PKW bzw. auf die PKW-Spur wechselt.
    Wer sich so einen Schwachsinn ausdenkt, der kann nur was gegen Radfahrer haben. Und hat Geld zu viel, sonst hätte man da doch keine 30 Meter Radweg “gepfuscht”.

    Wenn man sich solche Strecken als Beispiel nimmt, dann wird der Radfahrer doch scheinbar ganz bewusst darauf getrimmt, wie eine Pistensau zu fahren, weil er keine Chancen hat, im Verkehr zu überleben.

    Allerdings ändert das aber auch nichts daran, dass es selbstredend auch Radfahrer (wie übrigens auch PKW-Fahrer oder Fußgänger) gibt, die ohne Sinn und Verstand auf der Straße unterwegs sind. Wenn alle ein bisschen defensiver und vorausschauender unterwegs wären, wäre auf jeden Fall schon mal allen geholfen.

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