Der “Polizeiladen” hat sich etabliert
Seit der Eröffnung vor zwei Jahren haben sich mehr als 13.000 Menschen mit den unterschiedlichsten Anliegen an das Beratungszentrum der Polizei gewandt. “Ich bin mit der Resonanz eigentlich ganz zufrieden”, sagt Polizeipräsident Lothar Schömann, fügt aber, wie das relativierende “eigentlich” bereits andeutet, hinzu, dass es “noch die ein oder andere Beratung mehr” sein könnte. Deshalb möchte die Einrichtung in der Palaststraße am Samstag anlässlich des zweijährigen Bestehens noch einmal besonders auf ihr Angebot hinweisen. In Vorträgen informieren Mitarbeiter des “Polizeiladens” (Schömann) über die aktuellen Themen “Zivilcourage”, “Gefahren im Internet” und “Falschgeld”.
TRIER. Reinhold Knauf ist der meistfotografierte Polizist in Trier. Allerdings nicht er leibhaftig, sondern ein überdimensionaler Aufsteller von ihm, der in der Palaststraße 8 – “einen Steinwurf vom ‘Pranger’ entfernt” (Pressemitteilung der Polizei) – den Weg ins “Beratungszentrum Polizei” weist.
Knauf ist einer von zwei hauptamtlichen Puppenspielern bei der Trierer Polizei. Die Polizeipuppenbühne gehört zu den Angeboten des Beratungszentrums. Vier Mal wöchentlich tritt das Team in Kindergärten, Kindertagesstätten und Grundschulen auf, um spielerisch Verkehrs- und Kriminalprävention (“Kinderansprechen”) zu betreiben. Das Programm ist dermaßen gefragt, dass die Vorlaufzeit ein Jahr beträgt.
Auch für die anderthalbstündige Objektberatung – bei denen Interessenten bei sich zuhause Tipps zum Einbruchsschutz erhalten –, das Projekt “Dance for Teens” – bei dem in Schulen wie zuletzt in der Realschule Ehrang altersspezifische Themen zunächst theoretisch aufbereitet und dann tänzerisch umgesetzt werden –, und für Vorträge beispielsweise über “Gefahren im Internet” gehen die Polizisten zu der Zielgruppe. Hauptsächlich aber kommen die Kunden ins Beratungszentrum.
“Es ist eine andere Form der Arbeit”, sagt Polizeipräsident Lothar Schömann. “Eine neue Form der Polizeikultur.” Die Einrichtung, von denen es in Rheinland-Pfalz noch drei weitere gibt, sei eine aktive Maßnahme für bürgernahe Polizeiarbeit. Der Aufgabenschwerpunkt liegt bei der Prävention, vor allem von Einbrüchen. Angesichts des bevorstehenden Schulanfangs geben die Mitarbeiter derzeit viele Auskünfte zum Thema “Sicherer Schulweg”. Jugendliche haben vor allem Fragen zu Gebührenbetrug bei Klingeltonverträgen, Senioren zu zweifelhaften Verkaufsveranstaltungen oder fragwürdigen Gewinnbenachrichtigungen.
600 Beratungen monatlich führt das Personal im “Polizeiladen” montags bis samstags ab 10 Uhr durch. Fünf Mitarbeiter der Schutzpolizei und vier der Kripo nehmen dort Anzeigen entgegen und informieren über Einstellungsmöglichkeiten und über generelle und aktuelle Sicherheitsthemen. Seitdem in Trier an manipulierten Geldautomaten Daten von ec-Karten ausgespäht wurden (“Skimming”), herrscht ein großer Bedarf an Informationen darüber. An einem nachgebauten Gerät im Beratungszentrum kann gezeigt werden, woran man nachträgliche Anbauten erkennt.
“Es ist wichtig, möglichst früh von neuen Phänomenen der Kriminalität zu erfahren”, sagt Schömann. Deshalb sei man darauf angewiesen, dass die Betroffenen sich auch an die Polizei wendeten. “Ich bin mit der Resonanz eigentlich ganz zufrieden”, so der Polizeichef. “Es könnte noch die ein oder andere Beratung mehr sein, aber das Ziel, dass möglichst viele Bürger zu uns kommen, ist erreicht.” In den vergangenen beiden Jahren wurden in der Servicedienststelle in der Innenstadt 13.000 Gespräche geführt. “Es hat sich rumgesprochen, dass wir als Beratungszentrum fungieren”, sagt dessen Leiter Elmar Esseln.
Um die Einrichtung noch bekannter zu machen, laden die Mitarbeiter am Samstag ab 10 Uhr im Rahmen des zweijährigen Bestehens zu einem besonderen Programm ein. Zu drei Themen, die in den letzten Wochen sehr häufig nachgefragt worden seien, bietet das Beratungszentrum Vorträge und Gespräche an. Um 12.15 Uhr spricht Esseln darüber, wie man als Zeuge einer Straftat helfen kann, ohne dabei selbst Opfer zu werden. Wilfried Plohmann referiert um 13.30 Uhr über “Neue Medien” und Viktor Schöndorf zeigt um 14.45 Uhr, woran man falsche Euro-Noten erkennt. Echtes Geld benötigt man im Beratungszentrum übrigens nicht. Sämtlicher Service ist kostenlos.





13. August 2010 (13:59 Uhr)
Witzig, das mit dem Steinwurf.
15. August 2010 (21:23 Uhr)
Finde ich im Prinzip OK. Lästig nur die blitzschnellen Polizisten, wenn man mal mit dem Fahrrad daran vorbeifährt. Arrgl.