Studenten bringen Bewegung in den Markt
Nur ein knappes Jahr dauerte der Bau des neuen Studentenwohnheims “The Flag” auf dem Petrisberg, die ersten der mehr als 200 Appartments wurden inzwischen bezogen. Auch in der angrenzenden Burgunder Straße, die viele Jahre französischen Militärangehörigen als Heimat diente, könnten vorübergehend rund 100 Studentenbuden eingerichtet werden. Eine Vorentscheidung soll dem Vernehmen nach nächste Woche fallen. Unterdessen bestätigte die Stadt Informationen von 16vor, wonach ein Investor Interesse an der Errichtung eines weiteren Studentenwohnheims innerhalb des Wohngebiets “Am Weidengraben” signalisiert hat.
TRIER. Der gesamte Stadtvorstand fuhr vor als Investor Dr. Rudolf Muhr am 31. August letzten Jahres zur Grundsteinlegung schritt. Keine zwölf Monate später ist das neue Studentenwohnheim “The Flag” bereits realisiert und auch schon nahezu komplett vermietet. Am Donnerstag vermeldete Muhr, dass mehr als 160 Mietverträge unterzeichnet wurden.
Es tut sich was auf Triers Wohnungsmarkt für Studenten. Am Mittwoch besichtigte ein Team des Studierendenwerks (SWT) die inzwischen leer stehenden Häuser der bisher von Angehörigen der französischen Streitkräfte genutzten Siedlung in der Burgunderstraße. Vonseiten der Stadt gibt es Überlegungen, das Wohngebiet übergangsweise in eine Studentensiedlung umzuwandeln. Andreas Wagner, Geschäftsführer des Studierendenwerks, kann der Idee einiges abgewinnen. Zugleich betonte er im Gespräch mit 16vor aber, dass mit einer Vorentscheidung erst in der kommenden Woche zu rechnen sei. Laut Wagner kämen insgesamt 50 Zwei-Zimmer-Wohnungen grundsätzlich infrage, die 100 Studenten eine Bleibe bieten könnten. Unterdessen hat die SPD-Fraktion für die nächste Sitzung des Stadtrats einen Antrag eingebracht, der die Einleitung eines Bebauungsplanverfahres fordert. Die Sozialdemokraten verlangen außerdem einen Workshop, der “die städtischen Ziele für das betreffende Gebiet Burgunder Straße erarbeitet”.
Konkretere Formen nehmen derweil die Planungen für ein anderes ambitioniertes Vorhaben des Studierendenwerks an: Derzeit läuft ein nicht offener Architektenwettbewerb für “ENERCASE“, eine “moderne, zeitgemäße Studierendenwohnanlage mit 58 Einzelappartements auf dem Campusgelände”, wie es in der Ausschreibung heißt. Die Einzelappartements sollen einem “hohen funktionellen aber auch ästhetischen Anspruch entsprechen”, verlangt der Bauherr von den Wettbewerbsteilnehmern. Vor allem aber würden hohe Ansprüche an ein energetisches Gesamtkonzept für das geplante Wohnheim gestellt, so Wagner.
Offenbar scheint der Bedarf an studentischem Wohnraum inzwischen einige Investoren umzutreiben. So bestätigte die Stadtverwaltung auf Anfrage jetzt Informationen von 16vor, denen zufolge es Überlegungen für ein neues Studentenwohnheim im Weidengraben gibt. “Anfang Februar wurde die Bauberatung des Bauaufsichtsamtes durch einen Architekten aufgesucht, der im Auftrag eines Investors die Möglichkeit der Errichtung eines Studentenwohnheimes nachfragte”, erklärte ein Rathaussprecher am Donnerstag. Bei dem Grundstück handele es sich um eine “innenliegende Freifläche im Bereich der Bebauung Am Weidengraben 140 bis 202″. Die Fläche liege nicht im Geltungsbereich eines einfachen oder qualifizierten Bebauungsplanes, sondern im unverplanten Innenbereich.
Das würde bedeuten, dass die Genehmigung einer solchen Nachverdichtung nach Paragraph 34 Baugesetzbuch erfolgen müsste, dass sich das Vorhaben also “nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist”. Man habe den Interessenten denn auch “auf den Nachweis einer gesicherten Erschließung als unabdingbare Notwendigkeit einer Bebauung hingewiesen”, teilte die Verwaltung mit. Bis dato sei allerdings beim Bauaufsichtsamt kein Antrag auf Erteilung eines Bauvorbescheides eingegangen, hieß es weiter.
von Marcus Stölb





20. August 2010 (10:01 Uhr)
Noch mehr Studierendenghettos. Der Graben zwischen den Studies auf dem Berg und der Stadt da unten wird immer größer und größer. Tolle Stadtplanung.
20. August 2010 (12:09 Uhr)
Was heisst hier tolle Stadtplanung?
Was wollen die Studies eigentlich heutzutage?
Zuerst wollten Sie eine Busverbindung von da “unten” nach “oben”. Jetzt haben Sie sogar Wohnungen bekommen (,damit ihre Fahrtkosten und -zeiten mit ihrem Privatauto reduziert werden).
Es wäre ein “tolle” Stadtplaung gewesen, die Uni nach “unten” zu bringen. Ausserdem was soll das bedeuten mit einem Graben zwischen “unten” und “oben”. Die “oben” leben haben es nicht besser wir die da “unten”. Noch gibt es keine Kinos, Geschäfte, Kneipen usw. da “oben” Also die da “unten” haben es nicht schlechter!
20. August 2010 (14:21 Uhr)
(Ironie on:)@ alex: Na, klar, dann bauen wir das nächste Studentenwohnheim eben mitten in der Stadt, z. B. direkt an der Porta Nigra, dort gibt es ja so viele Freiflächen, die Platz für eine solche Bebauung bieten und von ihrem Eigentümer bestimmt gerne verschenkt werden….(Ironie off).
Außerdem wird doch immer geklagt, daß die Studierenden nach der Umstellung auf die Bachelor/Master Studiengänge nur noch wenig Freiraum in ihren Stundenplänen hätten- und da mag es vorteilhaft sein, daß man in der Nähe der Uni/FH wohnt und nicht lange mit dem Bus fahren muss, um etwa in der Mittagspause kurz nach Hause zu gehen…
Außerdem kann man sich fragen, warum es nun plötzlich Mode auch für Privatinvestoren wird, Studentenwohnungen zu bauen, und warum- sind da vielleicht Fördermittel im Spiel oder günstige Abschreibungen?
Und wenn ja: Wieviel Wohnraum wird eigentlich für Studierende jetzt und in Zukunft gebraucht? Und wenn es in Zukunft weniger ist – wer zieht dann in die ganzen Appartmenthäuser? Bestimmt nicht die soziale Oberschicht….Dann könnte das, was jetzt dringend benötigt wird, Keimzelle für den nächsten “Problembezirk” werden….
20. August 2010 (14:26 Uhr)
Also “da oben” gibt es durchaus Geschäfte und Kneipen … na und ein Kino ist ja nicht unbedingt überlebensnotwendig… Welchen nutzen soll es bringen die Uni nach unten zu bringen?
20. August 2010 (14:26 Uhr)
Es ist doch nur sinnvoll, wenn Leute nah an ihrem “Arbeitsplatz” wohnen möchten und für Studenten bietet sich da natürlich was auf dem Berg an. Andere dagegen schätzen eben mehr das Stadtleben und bevorzugen deshalb eine Wohnung “unten”. Und zumindest für die Abendgestaltung kommt man noch ganz gut vom Berg in die Stadt, nur die Rückfahrt ist meist ein Problem, da Busse in Trier nicht gerade lange fahren und der Asta-Nachtbus ist da auch eher eine Notlösung.
Was wäre denn auch die bessere Alternative statt Studenten? Die gleichen Leute wie auf dem Rest des Petrisbergs, die dann jeden Morgen mit dem Auto runter in die Stadt pendeln?
20. August 2010 (23:27 Uhr)
Kann Alex überhaupt NICHT verstehen. Ich find Studentenwohnungen an der Uni genial, so ensteht ein richtiger Campus. Außerdem enstehen auf dem Petrisberg auch genug andere Wohnungen.
Der SWT sollte bloß nicht so rumzicken und den Studenten nen ordentlichen Nachtbus stellen. 20000 Studenten zahlen um die 210€ im Jahr und bekommen nicht mal nen ordentlichen Service. Was soll dieser 1€ Nachtbus +20000€ Extra vom Asta bitte?
mal abgesehen von den ständigen Preiserhöhungen fürs Semesterticket!
22. August 2010 (22:32 Uhr)
Ich stelle nur fest, dass trotz der wachsenden zahl an studies das stadtleben nicht dementsprechend lebendiger geworden ist, im gegenteil. Klar ist daran auch das straffere studium schuld. Städeplanerisch wäre es aber intelligenter, siedlungen zu schaffen, die erstens generationsübergreifender funktionieren,und zweitens nicht in einem paralleluniversum auf der grünen wiese entstehen. und eben nicht alte ins altersheim, studies in studieheime usw. Eine stadt, die in der innenstadt nur aus fußgängerzonen mit büro- und geschäftshäusern besteht, blutet aus. Übrigens bestand früher das studentenleben nicht nur aus heim, pc und vorlesungen, sondern gerade oft aus ersten schritten in das reale leben. Trier bräuchte mehr unileben in der stadt. Das wäre ein winwin-situation für studies und stadt. an der porta nicht bauen? sicher, direkt gegenüber ist noch ein großes appartementhaus in der engelstraße gebaut worden, in der paulinstraße gibt es auch große lücken, usw. alles geht, wo ein politischer wille besteht.
23. August 2010 (01:17 Uhr)
@ mueller & paul: ein Kino gibts da oben schon, auch wenn es im Moment Ferien macht. Es ist wie der Nachtbus auch vom AStA und ab dem 20.10. wieder zweimal die Woche in Betrieb.
PS: Da dürfen auch Nichtstudierende hingehen.
23. August 2010 (20:11 Uhr)
Ich stimme alex voll und ganz zu.
Als die Franzosen das Burgunderviertel räumten hieß es hier (bei 16vor) noch in vielen Kommentaren, wie Schade es sei, daß diese dort praktisch in Abgeschiedenheit gewohnt hätten und man es versäumt habe, sie in das Stadtleben einzubeziehen, zu integrieren. Nun also Studierende. Liegt ja nah genug an der Uni, am Wochenende fährt man dann nach Hause ins Saarland, in die Eifel, an die Mosel oder nach NRW. Zum Weihnachtsmarkt lernt man dann vielleicht auch mal den Hauptmarkt kennen und nach den paar Semestern Bachelor ist man eh schnell wieder weg (“in Trier gibts doch nix”).
Das kann nicht das sein, was die Stadt will, denn so hat sie nur auf dem Papier und per Einwohnerzahlen etwas davon, Universitätsstadt zu sein. Wenn das so weiter geht sollte man sich demnächst vielleicht überlegen, die Ortseingangsschilder wieder zu ändern.
6. November 2010 (19:18 Uhr)
limoncello,
210 Euro für ein Semesterticket, das sind jawohl Peanuts,
wenn ich dann noch an die vielen anderen Vergünstigungen
für Studenten denke, werde ich echt sauer wenn ich so ein
Gejammere lese!
Irgendeine Ahnung was das wirkliche Leben kostet?
5. Februar 2011 (11:46 Uhr)
Hallo,
Semesterbeitrag für Busse ist zu hoch. Der nutzen für mich ist gleich null. Busse sind im schlechten Zustand. Fahrpläne sind schlecht unverlässlich und unflexibel. Busse sind noch unzuverlässlicher im Winter und sind die ersten die hängen bleiben. Die Bussfahrer behandeln die Studenten wie Dreck und Schmarotzer. Dabei sind wir eine wichtige Einahmequelle.
Ich würde eine Abschaffung der Tarifpflicht für Busse an FH und Uni sofort zustimmen.