Chaos auf der “Bitburger” programmiert
Wer regelmäßig über die “Bitburger” fährt, sollte sich schon mal auf ein nervenaufreibendes Jahr einstellen. Der Bundesstraße drohen 2011 wochenlange Vollsperrungen, weil Fahrbahn, Brücke und Stützmauern zwischen Pallien und FH dringend saniert werden müssen. Kostenpunkt: fast 800.000 Euro. Die geplante Verbreiterung der Straße um eine dritte Fahrspur wird um rund 80.000 Euro teurer als zunächst geplant. Die Maßnahme soll unter anderem bewirken, dass der Verkehr von der “Bitburger” besser in die Stadt abfließt. Doch bis dato existiert noch keinerlei Untersuchung darüber, wie sich eine dritte Fahrspur auf die Verkehrsbelastung in Trier-West und auf der Kaiser-Wilhelm-Brücke auswirken würde. Kritiker warnen, dass das Problem nur verlagert werde.
TRIER. Als “nicht unverhältnismäßig” seien die Mehrkosten anzusehen, die dem Steuerzahler durch neue Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau der “Bitburger” entstünden, teilte das Baudezernat vor sechs Wochen gegenüber 16vor mit. Gestern nun lieferte das Rathaus im zuständigen Dezernatsauschuss die konkrete Zahl nach: Demnach wird die Anlage einer dritten Spur zwischen Napoleonsbrücke und Fachhochschule rund 80.000 Euro teurer als zunächst kalkuliert. Inklusive der vor allem vonseiten der SPD geforderten und von einer Mehrheit des Stadtrats auch mitgetragenen Zusatzmaßnahmen, wie etwa die Befestigung eines bestehenden Trampelpfads zur FH, würde der Ausbau mehr als 550.000 Euro kosten; im Frühjahr 2009 war man im Rathaus noch von knapp 360.000 Euro ausgegangen.
“Da zuckt man schon etwas zusammen”, kommentierte CDU-Ratsmitglied Thomas Albrecht am Donnerstagabend die Zahlen, die Wolfgang van Bellen präsentierte. Dabei hatte der Chef des Tiefbauamts noch mehr Hiobsbotschaften auf Lager. So stellte sich zwischenzeitlich heraus, dass eine rund 110 Meter lange und bis zu 4,5 Meter hohe Stützwand entlang der Bundesstraße faktisch ohne Fundament auf dem Felsen liegt. Zumindest in einem Abschnitt muss die Stadt nun dringend, das heißt noch in diesem Jahr, Sicherungsmaßnahmen durchführen und die Stützwand erneuern. Allein diese Maßnahme wird 25.000 Euro und mehr kosten.
Sanierung dringend erforderlich
Doch das sind “Peanuts” gemessen an den knapp 800.000 Euro, die insgesamt für die Erneuerung der Fahrbahndecke, die Sanierung der Napoleonsbrücke und die Sicherung und den Ausbau von Stützmauern auf dem Streckenabschnitt der B 51 zwischen Kaiser-Wilhelm-Brücke und FH fällig werden – und an denen kein Weg mehr vorbeiführt, wie Baudezernentin Simone Kaes-Tochiani am Donnerstag mehrfach betonte. Die Christdemokratin prophezeite vor diesem Hintergrund für das kommende Jahr zeitweilige chaotische Zustände auf einer der Haupteinfallstraßen der Stadt. Denn dass die “Bitburger” des Öfteren und wohl wochenlang zumindest teilweise gesperrt werden muss, ist schon jetzt absehbar. Und auch in diesem Jahr dürfte es aufgrund der nicht mehr aufschiebbaren Sicherungsmaßnahmen schon zu Sperrungen kommen.
Eine Vollsperrung wird es beim Abfräsen oder Wegsprengen der Sandsteinfelsen geben müssen, erklärte van Bellen. Statt wie bislang geplant um 60 Zentimeter soll der Felsen nun auf einer Länge von rund 35 MetVerkern um 1,6 Meter schmäler werden, um Platz für einen Fußgängerweg zu schaffen. Dieser soll als Ersatz für den bisherigen Bürgersteig auf der gegenüber liegenden Straßenseite dienen, der wiederum Teil der Fahrbahn würde.
Die nun erstmals konkret bezifferte Kostensteigerung für die Verbreiterung der Fahrbahn löste im Ausschuss erneut eine heftige Kontroverse aus. Dominik Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen) appellierte an die anderen Fraktionen, den Stadtratsbeschluss vom Frühjahr 2009 ernsthaft zu überdenken. Dem damaligen Beschluss seien nicht zuletzt “sehr sportliche” Kalkulationen vonseiten der Verwaltung vorausgegangen, so Heinrich. Deshalb sei seine Fraktion von der “Kostenexplosion” auch keinesfalls überrascht. “Wo endet der Verkehr?”, rief Heinrich in den Saal und sagte erneut voraus, dass eine dritte Fahrspur auf der “Bitburger” zu mehr Staus in Trier-West und am Martinsufer führen werde, das Problem also nur verlagert werde. “Das ist eine verantwortungslose Politik”, warf er den anderen Fraktionen vor.
Genossen werden Beschluss überdenken
Unionsmann Albrecht unterstellte Heinrich daraufhin, “Legendenbildung” zu betreiben. Ein Großteil der Mehrkosten, die sich nun abzeichnen, sei Folge der Wünsche der SPD, beispielsweise nach dem Ausbau des Trampelpfads zur FH. Seine Fraktion befürworte nach wie vor das Vorhaben und erwarte sich von der Verbreiterung eine Entlastung für die staugeplagten Autofahrer. Auch FWG und FDP stellten die Maßnahme am Donnerstag nicht infrage, doch spannend dürfte die Diskussion innerhalb der SPD-Fraktion werden. Die zählte bislang zu den Befürwortern, doch werde man den neuen Sachstand nun intensiv beraten, kündigte SPD-Fraktionsvize Rainer Lehnart an. Sein Genosse Peter Spang sprach von einer “neuen Geschäftsgrundlage” und sagte “riesige Probleme vor der Römerbrücke” voraus, sollte die Maßnahme realisiert werden. Der Sozialdemokrat erklärte, es sei ihm persönlich lieber, wenn die Leute auf der “Bitburger” im Stau stünden als in Wohngebieten.
Baudezernentin Kaes-Torchiani konterte, dass die Verbreiterung nicht zu mehr Verkehr führen werde, sondern dazu, “dass der Verkehr besser abfließt”. Laut Annahmen des Tiefbauamts würde sich der Zeitverlust für sämtliche Autofahrer im morgendlichen Berufsverkehr um 40 Prozent verringern. In die entgegengesetzte Richtung sei mit einem noch größeren Effekt zu rechnen: “Es können zwei Drittel der staubedingten Verlustzeiten eingespart werden”, heißt es in dem Sachstandsbericht. Wie sich eine dritte Fahrspur auf der B 51 auf den Verkehr in Trier-West sowie auf Kaiser-Wilhelm-Brücke und Römerbrücke auswirken würde, wurde bislang aber noch nicht untersucht, musste van Bellen gestern einräumen. Dennoch sprach er von täglich 5.000 bis 6.000 zusätzlichen Fahrzeugen in Richtung Kölner Straße.
Die fehlende Verkehrsuntersuchung werde nun nachgeholt, versprach Kaes-Torchiani. Doch unabhängig davon sei der Baubeschluss bereits gefasst, weshalb die städtischen Gremien nur noch mit einer Vorlage zur Kostenfortschreibung befasst würden. Wer etwas anderes wolle, der müsse einen Antrag stellen, erklärte die Baudezernentin. Die unabwendbaren Maßnahmen und die Verbreiterung der “Bitburger” würden insgesamt rund 1,34 Millionen Euro kosten, von denen die Stadt schätzungsweise 600.000 tragen müsste.
Weiteres zum Thema: “Die Verbreiterung ist sinnvoll” und “Bitburger”-Ausbau in der Warteschleife
von Marcus Stölb





27. August 2010 (06:42 Uhr)
bitte nicht zurürckrudern liebe spd und wie fdp, ubm und cdu bei der stange bleiben. 100 tausende auto-, bus und motorradfahrer jedes jahr, der handel (eine der wenigen steuereinnahmequellen unserer stadt) werden es danken.
27. August 2010 (07:50 Uhr)
wer von den werten stadtratsmitgliedern muss die bitburger täglich nutzen – ich hab’ das gefühl, dass keiner der volksvertreter so richtig weiß wie dringend es an dieser stelle einer änderung bedarf!
also fangt an zu handeln!
wie wärs gleich mit einem einem intelligenten verkehrsleitsystem, in dem die verkehrsteilnehmer über ihre etwaige fahrzeit von der autobahn bis ins stadtzentrum informiert werden.
27. August 2010 (08:49 Uhr)
Gäbe es einen Moselaufstieg, wäre auch die Belastung der Bitburger nicht so hoch.
27. August 2010 (08:51 Uhr)
ich versteh einfach nicht was diese Verbreiterung soll? Wo soll der Verkehr denn am Ende der Bitburger abfließen?
Politisch lässt es sich aber als Erfolg verkaufen: Der Stau ist erheblich kürzer geworden seit den Umbaumaßnahmen, wen interessiert den schon die Stau-breite :-)… also auf ganzer Linie ein voller Erfolg…
27. August 2010 (09:05 Uhr)
Gäbe es eine ordentliche ÖPNV-Anbindung, wäre auch die Belastung der Bitburger nicht so hoch.
27. August 2010 (10:10 Uhr)
Wie wäre es denn mit großem Parkplatz im Industriegebiet Trierweiler und kostenlosem ÖPNV von da in die Stadt und zurück?
Das könnte man auf den “anderen Seiten” von Trier auch machen … Autobahn, Pellinger, Höhenstadt, Konz, Luxemburger Str. …
27. August 2010 (10:13 Uhr)
Es ist bei dieser Baumaßnahme vielleicht weniger dass Endergebniss als der Prozess. Die Sperrungen und Einschränkungen während der Bauzeit werden viele zur Suche nach alternativen Strecken oder Beförderungsmaßnahmen zwingen. Selbst wenn dadurch nur ein kleiner Teil zukünftig von der Benutzung der Bitburger absieht, haben wir schon eine Entlastung.
27. August 2010 (10:22 Uhr)
Und wenn die werte Frau Baudezernentin noch das ein oder andere Grundstück benötigt, wird einfach enteignet.
So wie sie das dem derzeitigen Eigentümer des ehemaligen Ausbesserungswerkes in Aussicht gestellt hat, wenn der nicht so wie sie will.
Die gute hat irgendwie ein trolliges Demokratieverständnis.
27. August 2010 (10:46 Uhr)
Nun also doch! Wider jede Vernunft. Man könnte wirklich annehmen, unsere gewählten Vertreter würden ihren gesunden Menschenverstand vor Betreten des Sitzungssaales an der Garderobe abgeben.
WOHIN BITTE soll denn da irgendetwas “abfließen”. Daran glaubt selbst beim “Sprachrohr des heimischen Autofahrerunmuts” fast keiner der potentiell betroffenen Kommentatoren, die sonst für jeden Traum von breiten Straßen und endlosen Grünphasen zu haben sind.
Trotzdem sind die Damen und Herren, die unsere Geschicke lenken, mit der gesegneten Kerze nicht davon abzubringen, MEHR ALS EINE HALBE MILLION EURO, DIE SIE NICHT HABEN dafür auszugeben.
Nach der “verkehrsberuhigenden” Insel in der Konstantinstraße, nun die zweite Maßnahme, auf deren völlige Wirkungslosigkeit Frau Kaes-Torchiani im Vorfeld ruhigen Gewissens wetten kann. Nur, dass es die nahezu bankrotte Stadt diesmal “eine Kleinigkeit” mehr kostet.
Trier wird sein Heil nicht in der “Verbesserung” der Bedingungen für “staugeplagte Autofahrer” finden! Vergleichbare Städte, wie z.B. Freiburg, haben das vor 15 bis 20 Jahren erkannt und sind heute sehr froh darüber. Man hätte hoffen können, dass sich, mit den neuen Mehrheiten im Rat, auch in Trier etwas am starren Verharren in einer völlig rückständigen, einseitig Auto-gläubigen Verkehrspolitik auf dem Niveau der 70er/80er Jahre ändern würde, dass da jetzt Leute sitzen, die in der Lage sind, in der Vergangenheit gemachte Fehler zu korrigieren. Das war offensichtlich ein Trugschluss. Schade!
27. August 2010 (11:26 Uhr)
Verbreiterung hin oder her: Wenn tatsächlich die Sperrungen auf der Bitburger beginnen, dann sollte an geeigneter Stelle ein Park- and ride-Service eingerichtet werden. Ich denke, viele Arbeitnehmer könnten in den stressigen Wochen von diesem Angebot Gebrauch machen – und wer weiß, vielleicht gewöhnt man sich ja dann an die Nutzung alternativer Fortbewegungsmittel…
27. August 2010 (11:28 Uhr)
Naja mit zwei Fahrspuren runter kann sich jedes Auto schonmal richtig einordnen. Das sorgt dafür, dass die Linksabbieger wahrscheinlich genau so lange stehen, wie vorher und die Geradeausfahrer schneller an den Linksabbiegern vorbeikommen. Von daher macht die Verbreiterung meiner Meinung nach schon Sinn.
27. August 2010 (11:32 Uhr)
5000 bis 6000 zusätzliche Fahrzeuge in der Kölner Straße! Na bravo! Pallien und Trier-West droht dann der komplette Verkehrsinfarkt! Ich halte es da ganz mit Herrn Spang: Lieber im Stau auf der Bitburger, als in den Wohngebieten. Wohin bitte soll der Verkehr abfließen? Wenn die Autofahrer dann nicht mehr so lange über die Kaiser-Wilhelm-Brücke stehen, stehen sie spätestens auf der Römerbrücke und durch die Südallee oder auf der Konrad-Adenauer-Brücke und die Saarstraße, wobei ich ernsthaft bezweifle, dass auch nur irgendjemand, der in die Innenstadt will, diesen weiten Umweg in Kauf nimmt! Ich weiß nur eins: Keine der im Stadtrat vertretenen Parteien, die diesem irrsinnigen Beschluss zustimmt, kriegt meine Stimme bei der nächsten Kommunalwahl.
27. August 2010 (12:05 Uhr)
Bitte zurückrudern liebe SPD und warten ob die Verkehrsuntersuchung nicht doch zu dem Schluß kommt, dass die Autos zwar schneller die “Bitburger” hinter sich haben, dafür länger vor der Römerbrücke und in Pallien und Trier-West im Stau stehen. Ich glaube, nicht einer dieser Entscheider würde die gleiche Meinung vertreten, würde er dort wohnen…
27. August 2010 (13:03 Uhr)
Bitte stoppt den Wahnsinn!
1,34 mio. euro wären sicherlich an anderen Stellen sinnvoller ausgegeben.
Der Verkehr wird doch von den Ampeln reguliert und nicht von einer breiteren Fahrspur, oder? Das Prinzip entspricht doch dem einer Sanduhr: Es kann nur so viel durchlaufen, wie es an der engsten Stelle ist. Und da nunmal der meiste Verkehr über die Brücke in die Innenstadt fliesst, wird es meiner Meinung nach keinen Einfluss auf den Verkehrsfluss haben.
Am besten, lasst uns doch die gesamte Innenstadt “verbreitern” :-)
27. August 2010 (15:33 Uhr)
Zuerst bitte ich mal darum die aufgeworfenen Zahlen richtig wiederzugeben. Nicht die Verbreiterung kostet 1,34 Mio. Euro, sondern die ganzen Baumaßnahmen zusammen!!! Also auch die dringenden, unvermeidlichen Sanierungsarbeiten. Sonst wird die Diskussion nämlich sehr schnell unsachlich.
Nun zur Verbreiterung: Sie ist deshalb sinnvoll, weil der Verkehr sich nicht groß verlagern wird. Vielmehr können stehen heute schon viele Autofahrer, die geradeaus wollen, im Stau der Linksabbieger und kommen einfach nicht früher auf die entsprechende Spur. Der Versuch diese rechte Spur zu Befahren, führt schon heute dazu, dass viele den Gehweg nutzen, weshalb dort schon zwei Pfeiler aufgestellt wurden, die dies verhindern sollen. Insofern hat also “PForsberg” recht.
Zudem sollte man gleich Maßnahmen ergreifen, die verhindern, dass einige Autofahrer die Abbiegespur zur FH missbrauchen, um am Stau vorbeizufahren und sich dann wieder an der Bushaltstelle einzufädeln. Dieses asoziale Verhalten sollte durch bauliche Maßnahmen unbedingt unterbunden werden.
Grundsätzlich sollten darüber hinaus natürlich Anreize geschaffen werden, dass ein solcher Stau erst gar nicht entsteht und die Autofahrer ihr Fahrzeug stehen lassen. Ein attraktives P+R-System (kostenloses Parken oder kostenloser Bus) vor den Toren Triers, insbesondere an der FH wäre daher wünschenswert. Ebenso wie ein attraktiver ÖPNV.
27. August 2010 (16:49 Uhr)
“Bitte stoppt den Wahnsinn!
1,34 mio. euro wären sicherlich an anderen Stellen sinnvoller ausgegeben.”
Es gäbe jedenfalls sicher SEHR VIEL BILLIGERE Möglichkeiten, herauszufinden, dass die Verkehrsprobleme “auf der unteren Bitburger” (ähnlich denen auf Autobahn, Zurmaiener Straße, im Aveler Tal und vor dem Ostkreisel) nur IN DER STADT gelöst werden können.
27. August 2010 (17:29 Uhr)
das die linksabbieger nichts von zwei spuren haben, ist klar. alleine die geradeausfahrer haben was davon, und die, die da geradeaus fahre, tun das doch hauptsächlich alternativlos, oder? also was für ein zusätzlicher verkehr sollte jetzt da entstehen, nur weil da jemand besser weg kommt.
Und hallo: 1,34mio beinhaltet die unabwendbaren kosten.
27. August 2010 (17:36 Uhr)
Es wäre wesentlich effektiver das Geld einfach auf dem Hauptmarkt zu verbrennen!
Würde man das tun, bräuchte man sich sich im Anschluss an jenes Jahr nicht mit der Frage beschäftigen, wie man den dann direkt im Stadtgebiet verschobenen Stau auflösen muss. Außerdem, wäre jene Steuergeldverbrennung viel transparenter als jene Baumaßnahme, sie würde sogar noch, anders als etwa die ADAC-Ralley tatsächlich bundesweites, wahrscheinlich sogar weltweites Medienecho hervorrufen.
Alternativ könnte man auch einfach nur überlegen, ob man dieses Geld nicht doch für die Instandsetzung der Westtrassenbahnhöfe verwendet. Pendler wie ich wären dann gar nicht mehr erst verleitet Umleitungen zu fahren, sondern würden dann wohl doch einfach in den jetzt schon billigeren Zug rüber nach Luxemburg einsteigen – wenn er denn man fahren würde. Für Shopper sollte das gleiche gelten, bzw. es reicht ja schon wenn es mehr Leute tun als heute.
27. August 2010 (20:52 Uhr)
Wieder mal son Stück Trierer Provinzwahnsinn.
Grundsätzlich: Statt Verkehr aus der Talstadt rauzuhalten , wird er reingezogen.
Spezifisch: Alle Pro RatsMitglieder sollen bitte mal gegen 17:30 das Stauaufkommen in TR West sich anschauen ( Kölnerstraße, Hornstraße ) – wer dann noch meint, daß da noch 5000 – 6000 ( laut van Bellen )Autos Platz haben , dem sollte sein Mandat – wegen Unzurechnungsfähigkeit entzogen werden.
Mutmaßung1: Einige Luxemburg – Pendler sollen schneller zum abendlichen Einkauf kommen, um dann eben etwas länger ihre Neubauimmobilie aufm Petrisberg genießen zu können.
Mutmaßung2 : Da scharrt schon sehr lange eine bestimmte Tiefbaufirma mit den Hufen…
Vorschlag: Nötige Sanierungsmaßnahmen sicher aber kostengünstig durchführen lassen, alles andre bleibt wie es ist.
28. August 2010 (00:21 Uhr)
Es gibt eigentlich nur eine Lösung… ein grosser ovaler ampelfreier Kreisverkehr vor das Martinskloster. Platz ist da, aber wo ist der Wille. Ebenso Kreisverkehr vor den Bahnhof und den Kaiserthermenkreisverkehr ampelfrei machen. spart viel geld, nerven und abgase
28. August 2010 (08:04 Uhr)
Zitat ( von PForsberg) : Naja mit zwei Fahrspuren runter kann sich jedes Auto schonmal richtig einordnen. Das sorgt dafür, dass die Linksabbieger wahrscheinlich genau so lange stehen, wie vorher und die Geradeausfahrer schneller an den Linksabbiegern vorbeikommen. Von daher macht die Verbreiterung meiner Meinung nach schon Sinn.
Ganz richtig, die Fahrzeuge die Richtung Trier West und Aachenerstraße- Römerbrücke fahren werden, können gleich über die richtige Fahrspur fahren und deshalb werden auch diejenigen, die über die Kaiser Wilhelm Brücke fahren möchten schneller * unten* sein.
Ich kann diese Verbesserung nur ausdrücklich begrüßen und nehme dafür auch die Sperrungen mit Verständnis hin.
Ich wüsste nur gern, WANN genau es losgehen soll.
28. August 2010 (12:12 Uhr)
Bei diesem Thema fällt es mir schwer sachlich zu bleiben, aber ich werde es versuchen. Der Ortsbeirat Trier-West/Pallien hat in seiner Sitzung vom 26.03.09 die Vorlage B 51, 3. Fahrspur abgelehnt und in einem Antrag den Stadtrat aufgefordert, dem Baubeschluss ebenfalls die Zustimmung zu verweigern. Trotz der begründeten Ablehnung des Ortsbeirates (ORB) hat der Stadtrat dem Bau der 3. Fahrspur zugestimmt.
Der ORB ist der Meinung, dass sich die Verkehrsituation in Trier-West u. Pallien, die bereits dramatische Ausmaße angenommen hat, weiter verschlimmert. Nutznießer einer verbreiterten “Bitburger” sind ausschließlich die Verkehrsteilnehmer, die nicht nach links über die Brücke Richtung City fahren, sonder geradeaus durch Pallien u. Trier-West. Hier wird dann die Blechlawine nahezu lückenlos durch den Stadtteil rollen. Ob dies ein besseres Abfliesen des Verkehrs mit sich bringt, stelle ich auch in Frage, da nach meiner Meinung die meisten Fahrzeuge links auf die Brücke fahren und dann weiterhin bis in die City im Stau stehen. Eine genaue Untersuchung wie sich die 3. Fahrspur auf den Verkehr in Pallien u. Trier-West auswirkt ist nicht erfolgt, sie soll jetzt auf Anregung eines Ausschussmitgliedes nachgeholt werden. Es ist doch schon erstaunlich, wie wichtig der Stadt bei einer Planung mit solchen Auswirkungen für die Bewohner geplant wird. Vorang hat wohl die 3. Fahrspur, die Menschen die dort leben sind zweitrangig. Natürlich wissen die Bewohnen der Bitburger-, Kölner-, Aachener- Str. u.s.w. , dass sie an einer Bundesstraße wohnen u. dort mit Verkehr zu rechnen ist. Jedoch werden hier nur Maßnahmen geplant u. durchgeführt die noch mehr Verkehr verursachen (siehe Bonner Str.). Mögliche Verbesserungen werden jedoch nicht in Angriff genommen. Ich fordere deshalb nochmals, keine 3. Spur auf der Bitburger.
Horst Erasmy, stellv. Ortsvorsteher Trier-West/Pallien
28. August 2010 (12:40 Uhr)
Es ist unglaublich, man rechnet mal einfach ( wer eigentlich ?) in einem Sachstandsbericht mit großen Effekten zum Nutzen der Stauverursacher, aber eine Verkehrsuntersuchung dazu gibt es überhaupt nicht !
Trotzdem wird behauptet, 5000 bis 6000 Fahrzeuge würden täglich in Richtung Kölner Strasse fahren. Und wohin dann ? Und wie soll man dann noch aus Pallien herauskommen ? Außerdem, die Römerbrücke soll doch verkehrsberuhigt werden, wie der Stadtrat beschlossen hat.
Stuttgart läßt grüßen !
28. August 2010 (15:23 Uhr)
@Katharsis:
und…
Mutmaßung3: die Bürger sollen solange frustriert werden, bis eine ausreichende Mehrheit für den mittlerweile sogar von der SPD gewollten Moselaufstieg ist. Was natürlich, würde dieser Irrsinn wirklich gebaut , nur zu einer Verlagerung der Probleme in andere Stadtteile führen würde. Wir sollten also endlich einsehen das Trier aufgrund seiner geographischen Lage nicht gerade die idealste Stadt für den Individualverkehr ist und endlich auch danach handeln. Es gibt ja mittlerweile wirklich genug Ideen, die ich jetzt an dieser Stelle nicht wieder alle aufzählen werde. Aber das Totschlagargument „Dann stirbt der Handel.“ ist doch wirklich armselig. Im Gegenteil wäre eine Verringerung des Individualverkehr eher die Möglichkeit unsere Stadt noch besser zu vermarkten.
28. August 2010 (21:23 Uhr)
Die Diskussionen in den Stadtratsgremien verliefen bisher ziemlich eigenartig:
Unsere Forderung vor einem Jahr, die voraussichtlichen Verkehrsströme und zusätzlichen Belastungen für die Bewohner in Trier-West untersuchen zu lassen, bevor eine Entscheidung zur Verbreiterung der Bitburger Straße gefällt wird, stiess bei der Stadtverwaltung und den anderen Parteien auf Desinteresse.
Auch die Frage, ob an anderer Stelle Kosten durch neue bzw. geänderte Ampelanlagen oder weitere Straßenverbreiterungen in der Stadt entstehen, interessierte keinen.
Die ganze Diskussion fokussierte sich auf einen Fels und einige hundert Meter Straße. Alle anderen Fragen wurden ausgeblendet.
Vollkommen skurill wird das Ganze, wenn man weiss, dass die Befürworter im Stadtrat bisher noch gar nicht darüber diskutiert haben, wem die dritte Fahrbahn zugute kommen soll: dient sie allein dem ÖPNV oder soll sie für den Individualverkehr freigegeben werden?
Wer glaubt, die Verbreiterung der Bitburger für den Individualverkehr würde Verkehrsprobleme lösen, irrt. Sie schafft neue – an anderer Stelle. Diese Lösung ist ein Abführmittel, das zur Verstopfung führt!
Wir haben es hier mit einer Entscheidung zu tun, von der Niemand weiss, welche verkehrstechnischen Folgen sich daraus ergeben, ob Nachfolgekosten enstehen und wer von einer dritten Spur profitieren soll. Auf dieser Basis einen Beschluss zu fassen, ist nach meinem Empfinden verantwortungslos.
Dominik Heinrich, Mitglied der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
28. August 2010 (22:30 Uhr)
@Aurum
“Aber das Totschlagargument „Dann stirbt der Handel.“ ist doch wirklich armselig.”
Richtig!
“Handel” findet nämlich nicht nur statt, wenn man bis vor die Kasse mit dem Auto fahren kann. Das mag für den Großeinkauf in Sachen Lebensmittel oder den im Baumarkt gelten. Aber der wird eh schon seit Ewigkeiten auf der grünen Wiese erledigt. Ein jeder möge sich einmal ehrlich selbst fragen, wie er Autoverkehr (wenn er nicht gerade selbst der “Autoverkehr” ist) beim “Einkausbummel”-Handel, also der typischen Innenstadt-Situation, erlebt.
Wäre hier Automobile Erreichbarkeit das Hauptkriterium, dürften Städte, wie Münster oder Freiburg überhaupt keine Innenstädte (mit Geschäften) mehr haben.
Es wäre schon viel gewonnen, wenn all die Leute, die sich über Autoverkehr beschweren, dann, wenn er sie beeinträchtigt, ihrerseits einmal anfangen würden, sich vor jeder eigenen Fahrt zu fragen, ob sie DAFÜR tatsächlich das Auto nehmen müssen.
29. August 2010 (13:40 Uhr)
Die Trierer Verkehrsplanung erinnert mich irgendwie an das Computerspiel SimCity. Wenn man es ungeschickt anstellt wird man die Meldung “heavy traffic reported” irgendwann nicht mehr los, man rennt den Erfordernissen nur noch hinterher indem man breitere und mehr Straßen baut. Nach einem großen Wurf klingen die Planungen hier in Trier auch nicht. Natürlich muss man kaputte Stützen und Mauern auch mal sanieren, aber daran zu glauben, daß eine Verbreiterung der Bitburger auf wenigen Metern das tägliche Chaos dort auflösen kann – ich wage es zu bezweifeln. Vielleicht klappt es mit dem Verkehrsabfluß, wenn man die Ampel vor der Kaiser-Wilhelm-Brücke abschaltet und die Brücke in die Stadt zweispurig macht. Dann bräuchte man vielleicht noch einen Kreisverkehr vor dem Martinskloster oder eine andere Verkehrsführung.
Wenn man das denn will. Also wenn man dem Individualverkehr in die Stadt die absolute Vorfahrt einräumen will. Aber das erinnert doch sehr an die Autogerechte Stadt, also an Verkehrsplanung der 60er.
Ein größerer Wurf wäre dagegen, mal über Alternativen nachzudenken. Wie viele der Stauteilnehmer auf der Bitburger sind Pendler? Wie viele würden, wenn man mit den Arbeitgebern und den SWT ein Arbeitnehmerticket aushandeln würde, Park+Ride und Pendlerbusse nutzen? Ich weiß es nicht, aber ich glaube, die Stadt weiß es auch nicht.
Die jetzigen Verkehrsplanungen wirken jedoch schon sehr gestig und wie ein hilfloses Hinterherrennen.
29. August 2010 (18:19 Uhr)
und die cityinitiative mit ihrem so genialen vorstand ist mal wieder sprachlos. aber wie soll man schon ideen von leuten erwarten die nur auf die eigenen vorteile bedacht sind .
29. August 2010 (18:43 Uhr)
Wenn das Einkaufs-Angebot an der Bitburger, z. B. in Höhe Sirzenich endlich mal erweitert würde um z.B. Lidl/Aldi, dm-Markt usw. würde viel Verkehr erst gar nicht in die Stadt fahren müssen und dort die Straßen verstopfen.
Üerall gibt es diese Ansammlung von Einkaufsmöglichkeiten, in Tarforst, in Schweich , usw, nur hier nicht. Angeblich erlaubt das Industriegebiet Sirzenich diese Nutzung nicht, weil sonst irgendwelche (EU ?-) Gelder nicht mehr fließen würden. Hier müßte dringend ein Umdenken stattfinden. Es kann mir doch keiner erzählen, daß man sowas nicht ändern kann.
Ein Kreisel am Ende der Bitburger statt der Ampeln ließe den Verkehr vielleicht auch schneller abfließen, oder?
Vor der Bauphase an der Bitburger sollten mal die Wege rund um Markusberg saniert werden, damit man wenigstens eine Ausweichmöglichkeit hat.
29. August 2010 (19:42 Uhr)
@ Stadtrallye
Von der Stadtrallye profitieren hier auch ganz besonders die Abschleppdienste. Das muß schließlich auch einmal erwähnt werden. Die machen hier das Geschäft ihres Jahres.
Wegen eines Arzttermines an einem Donnerstag vor der Rallye parkte unser Familienmitglied auf einem Parkplatz in der Christophstraße, der grade frei war (welch ein Glück!). Leider wurde das Schild, daß das Parken ab 17 Uhr wegen der Rallye nicht mehr erlaubt sei, übersehen. Wer hält an einem normal zu benutzendem Parkplatz auch schon Ausschau nach einer Einschränkungsmöglichkeit? Genau um 17.02 h kam es zu einem Protokoll, um 17.30 h wurde das Auto abgeschleppt. Als unser Familienmitglied um 17.45 h vom Arzt kam, war das Auto weg. Und das wegen einer Probefahrt für die Rallye, die erst ab 20 Uhr stattfand.
Also wird man doch als Steuerzahler, der das ganze Jahr hindurch in Trier brav Steuern bezahlt und sich an alle Straßenregeln hält wegen der blödsinnigen Rallye geschröpft und muß 145 € fürs Abschleppen berappen, damit die Raser mit Hochgeschwindigkeit ohne PROTOKOLL durch Trier sausen dürfen! Mit diesen Steuergeldern wird dann auch die Rallye noch unterstützt, das muß man sich mal vorstellen…
29. August 2010 (21:02 Uhr)
Dominik Heinrich bringt es wieder mal auf den Punkt: In Trier regiert seit Jahren nach wie vor die Mittelmäßigkeit, keine nachhaltige Perspektive, egal wohin mensch blickt…, aufwandsentschädigte Laienpolitiker und Lobbyisten ( Stadträte)
, lassen sich nach wie vor ( überwiegend) durch Verwaltungsvorlagen zu wenig nachhaltigen Entscheidungen bewegen – ein Prost auf die Trierer Mittelmäßigkeit!
Dieser schwachsinnge “Bitburgerausbau” ist doch nur eine von diversen “Vorhaben” , über die man in absehbarer Zeit mit Unverständnis “schmunzeln” wird…
30. August 2010 (11:46 Uhr)
Der neue Amtsleiter zeigt dem „erstaunten und fassungslosen Stadtrat“, was beim Griff in die Wuntertüte (der Untersuchung der Napolensbrücke etc) für eine Niete gezogen wurde.
So so. Und morgen ist Weihnachten.
Wie wäre es, wenn wir uns einmal mit bauaufsichtlich eingeführten Normen beschäftigen. Z.B. mit dem Brückenbau. Nehmen wir einmal an, die Napolensbrücke läge in Deutschland und nicht in Absurdistan; es gälte also die DIN 1076.
In DIN 1076 ist die regelmäßige Überwachung und Prüfung der Bauwerke bundesweit einheitlich festgelegt. Als Unterlagen für die Überwachung dienen a) das Bauwerksverzeichnis b) die Bauwerksakte und c) das Bauwerksbuch. Neben der Bauwerksüberwachung sind einfache Prüfungen alle drei Jahre, Hauptprüfungen alle sechs Jahre und Prüfungen aus besonderem Anlass bei außergewöhnlichen Ereignissen vorgeschrieben.
Wie kann es da sein, dass nun „die aus den 60er Jahren kommenden Mängel urplötzlich bekannt werden“, deren Beseitigung „keinen Aufschub erlaubt“?
Zwei mögliche Antworten:
1.) Bei den Verantwortlichen Stellen wurde Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gepennt. Und das wohl so richtig.
2.) Die Sanierungsnotwendigkeit passt gerade… besser gesagt, wurde jetzt gebraucht… politisch wie „fördertöpferisch“
Ich glaube an 2. Nach dem Motto: wir müssen eh an die Bitburger ran und dann macht die zweite Spur kaum noch Mehrkosten aus… Das Schlimme am „Verarschtwerden“ ist, wenn man es merkt.
Eigentlich müsste mit dem Stadtvorstand doch was zu regeln sein. Jensen, KT und Birk haben ihre letzte politische Station erreicht. Anschließend steht eigentlich nur noch die Rente an; sie müssen sich also nicht um die erste Wähler(=Bürger)meinung kümmern, sondern können, müssen und dürfen langfristig denken.
Im Prinzip sind zwei entscheidende Maßnahmen notwendig.
1.) Mosel-Aufstieg als Verlängerung der Adenauerbrücke.
2.) Petrisberg-Anbindung (sinnvoll geht das nur durchs Avelertal)
1. September 2010 (13:34 Uhr)
Am 11.05.2010 hat der Stadtrat den Masterplan Trier-West als räumliches Entwicklungskonzept beschlossen. Bauliche Entwicklungen, die der Realisierung der Planungsziele des Masterplans bezogen auf die verkehrliche Erschließung entgegenstehen, sollen unterbunden werden. Soweit. so gut, aber damit muß ja die dritte Fahrspur unterbunden werden, denn auf der verkehrsberuhigten Römerbrücke dürfen dann kaum noch Fahrzeuge fahren. Wohin nun sollen die 5000 bis 6000 Fahrzeuge fahren ?