Nach vier Minuten verloren

“Der Gesamtverbund hat nicht funktioniert und der Gegner hat gut gespielt”, fasste Roland Seitz das gestrige Spiel, das seine Mannschaft mit 1:3 gegen Preußen Münster verloren hat, knapp zusammen. Die Gastgeber legten einen Blitzstart hin und führten bereits nach vier Minuten mit 2:0. Die Niederlage ist jedoch nicht nur auf mangelnde Aufmerksamkeit in den ersten Minuten zurückzuführen. Bei den Trierern passte auch spielerisch nicht viel zusammen.

MÜNSTER. Normalerweise folgt auf einen nahen Blitz der wachrüttelnde Donner. In Münster galt dieses Naturgesetz nicht. Vielleicht ging aber auch einfach alles zu schnell: In der zweiten Minute flankt Mehmet Kara auf Babacar N’Diaye, der – in der Annahme, es stünde ein besser positionierter Mitspieler hinter ihm – den Ball am Fünfer passieren lässt. Glück für die Eintracht. Eine solche Schrecksituation sorgt in der Regel für ein Donnerwetter vom Trainer oder von Mitspielern, die den Verursacher zur Wachsamkeit mahnen. Doch die Trierer Abwehr hörte den Schuss nicht.

Nach einer kurz ausgeführten Ecke ist es abermals Kara, der von links den Ball in den Strafraum schlagen kann. Dort erwischt er den völlig freistehenden Clement Halet, der ins kurze Ecke köpft – 1:0. Und der SVE döste weiter. Der Münsteraner Stefan Kühne spielt in die Gasse auf N’Diaye, der die Kugel rechts an dem herauseilenden Eintracht-Keeper Andreas Lengsfeld vorbeischiebt – 2:0 nach vier Minuten. Die etwa 50 Trierer Fans rufen “Aufwachen”.

Der angeschlagene Michael Dingels in der Innenverteidigung und Neuzugang Cataldo Cozza auf der rechten Abwehrseite bekamen ihre Gegenspieler nicht in den Griff. Kara konnte auf der Außenbahn machen, was er wollte. Trier hatte abermals Glück, dass der schlaksige N’Diaye dessen Flanke nicht mehr erwischte, sonst hätte es nach sieben Minuten 3:0 gestanden.

Stattdessen kam die Eintracht noch einmal heran. Alban Meha, stärkster Trierer in diesem Spiel, schlägt kurz hinter der Mittellinie eine weite Flanke über die gegnerische Abwehr, wo am Fünf-Meter-Raum Nico Patschinski lauert. Der 33-Jährige schiebt ein zum 1:2 (15.).

Das Spiel war nun ausgeglichener und beide Teams kamen zu guten Chancen. Viele entstanden jedoch durch Fehler. Richtig gefährlich wurde es für den SVE in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Kara spielt einen perfekten Pass in den Strafraum auf den kleinen Daniel Chitsulo, der sich den Ball an Lengsfeld vorbeilegt, dann aber nur das Außennetz trifft (46.).

Die Bilder in den Anfangsminuten der zweiten Halbzeit glichen denen der ersten. Während Lengsfeld, der eine gute Partie absolvierte, zunächst zweimal in kurzer Folge auf der Linie goldrichtig steht (52.), muss er zehn Minuten später wieder hinter sich greifen. Patrick Huckle passt im 16er der Trierer zurück auf Massimo Ornatelli, der die Kugel unhaltbar in die Maschen drischt (62.).

Wenig später kommt der Offensivmann Olivier Mvondo für Dingels und der bereits in der 26. Minute für Piero Saccone eingewechselte Max Bachl-Staudinger rückt von der 6er-Position in die Abwehr. Preußen Münster stand aber nun sehr dicht hinten und so kam Trier nur noch zu einer Chance aus dem Spiel heraus. Mvondo tankt sich in und durch den Strafraum, doch Manuel Lenz im Tor der Gastgeber kann seinen Schuss parieren (82.). Fast im Gegenzug macht sein Gegenüber einen Konter der Münsteraner zunichte, weil er rechtzeitig aus dem Kasten gekommen ist, um vor dem allein auf ihn zustürmenden N’Diaye an den Ball zu gelangen (83.). Stefan Kohler hatte noch die Möglichkeit, das 2:3 zu erzielen, doch nach einer Ecke schoss er auf Höhe des zweiten Pfostens über das Gehäuse (91.).

“Das war ein angenehmer Abend für uns”, sagte SC-Trainer Marc Fascher nach der Partie. Für die Eintracht und deren Anhänger war er alles andere als schön. Weniger die frühen Tore sind besorgniserregend als die Abstimmungsschwierigkeiten. Man hat gestern gesehen, dass das Team noch nicht lange zusammenspielt. Allerdings fehlte es den meisten Spielern auch am Einsatzwillen, oft mussten die Trierer dem Gegner hinterherlaufen. “Die Leistung von Vielen war nicht so, wie man sich das wünscht”, urteilte SVE-Coach Roland Seitz.

Am kommenden Samstag trifft die Eintracht im Moselstadion auf Fortuna Düsseldorf II. Anpfiff ist um 14 Uhr.

Preußen Münster: Lenz – Westermann, Kirsch, Halet, Huckle – Ornatelli (72. Lorenz), Kühne, Beaulieu (76. Glöden), Kara (84. Duah) – Chitsulo, N’Diaye

Eintracht Trier: Lengsfeld – Cozza, Dingels (63. Mvondo), Cinar, Drescher – Asma, Kohler, Saccone (26. Bachl-Staudinger), Meha – Kraus, Patschinski (73. Eckstein)

Tore: 1:0 Halet (2.), 2:0 N’Diaye (4.), 2:1 Patschinski (15.), 3:1 Ornatelli (62.)

Schiedsrichter: Trautmann

Zuschauer: 2669

P.S.: Vielen Dank an den Titanic-Zeichner Stephan Rürup, der sich gemeinsam mit dem Autor das Spiel angesehen hat, für den äußerst hübschen Cartoon.

2. 10 von links auf 19, lässt durch.

2. 10 auf 17 nach Ecke, TOR köpft ins kurze eck

4. TOR 8 auf 19 in die gasse schiebt rechts an Lengsfeld vorbei

Aufwachen!

7. 10 flanke an den Fünfer, 19 springt vorbei

Münster kann spielen, wie es will

Eintracht völlig abwesend

15. TOR 23 lange flanke üer die abwehr in den strafraum auf patsche, schiebt ein

Cozza bekommt kara nicht in den griff

21. Chitsulo allein vorm Tor, Lengsfeld klärt

25. Meha Ecke links Kraus verlängert Dingels vorbei

29. dingels im eigenen strafraum gegen chitsulo, Elfer? Schiri winkt sofort weiter

viele fehler jetzt auf beiden seiten, die zu torchancen führen

meha macht starkes spieler

35. gefährlicher freistoß von meha knapp nebens tor

36. 9 von rechts auf 19, springt höher als dingels. Köpft aber daneben

46. 10 auf 9 in die gasse, legt an Lengsfeld vorbei, trifft dann aber nur das außennetz

52. zwei Mal klärt lengsfeld super

62. TOR 22 von links auf 23, zieht im Strafraum ab

Bachl rückt für dingels in die Abwehr

beide mannschaften kaum noch gefährlich nach vorne

82. Mvondo tankt sich in den Strafraum allein vorm Tor, Lenz hält

83. Lengsfeld macht konter von 19 zunichte

kein durchkommen für die trierer

91. ecke 23 kohler frei am langen eck schießt drüber

26. bachl-staudinger für saccone

63. Mvondo für Dingels (auch überfordert)

68. 25 für 23

eckstein für patschinski

76. 21 für 11

84. 6 für 10

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1 Leserbrief | RSS-Abo

  1. Paul schreibt:

    Rürup dauerhaft verpflichten! Hätte heute Abend bestimmt auch die heilige Hagen gut getroffen.

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