Festspielen fehlen 220.000 Euro
TRIER. In der Sitzung des Kulturausschusses am Dienstagabend wurde die Bilanz der diesjährigen Antikenfestspiele vorgestellt. Durch fehlende Einnahmen gibt es ein Defizit von 220.000 Euro.
Die Veranstaltungen waren im Durchschnitt zu 55 Prozent ausgelastet. Im Budget ging man von 75 Prozent aus. Insgesamt kamen rund 6800 Zuschauer. 2790 zahlten den vollen Preis, 3222 besaßen ermäßigte Karten und 830 Besucher hatten ein Theater-Abo.
Angesichts dieses Defizits wird nun in den Fraktionen beraten, wie es mit den Festspielen weitergeht. Kulturdezernent Thomas Egger appellierte an die Ausschussmitglieder, sich bei den Überlegungen daran zu erinnern, dass man sich im vergangenen Jahr für ein neues Konzept entschieden und man sich einiges vorgenommen habe. Bis spätestens Oktober soll eine Entscheidung über die Zukunft der Veranstaltung gefallen sein.
Ausführlicher Bericht folgt.





31. August 2010 (21:42 Uhr)
220 000 Euro Defizit wofür eigentlich ?
Zum einen ist das ja wohl bei weitem nicht die Gesamtsumme, die die öffentliche Hand für diese Spiele der Eitelkeit ausgeben muß, und zum anderen was bringt dieses Megainvest Trier ?
1. September 2010 (08:02 Uhr)
@ Karthasis
Diese Frage muss man sich dann aber auch bei den Zuschüssen für die ADAC-Ralleye stellen.
1. September 2010 (09:58 Uhr)
@ augur
Die Rallye bringt doch allein circa 40.000 € an Einnahmen der städtischen Messeparkgesellschaft, die sich ansonsten unter anderem mit Flohmärkten über Wasser halten muss. Wenn im Messepark 500 Journalisten im Pressezentrum sitzen, kann man sich das ausrechnen.
Die Rallye steigert die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt locker um den Betrag, den die Stadt als Zuschuss in Höhe von ca. 90.000 € zahlt.
Die Berichterstattung über die Rallye wirbt kostenlos in aller Welt mit großformatigen Bildern für die Sehenswürdigkeiten unserer Stadt, beispielsweise der Porta Nigra.( s. anstelle vieler SZ vom 23.08.2010: “An der Porta Nigra rechts” (Rennwagen mit Porta als Hintergrund großformatig ) ). Allein eine solche weltweite Vermarktung würde sich eine Werbeagentur mit mindestens 100.000 € vergüten lassen.
Fazit: Der städtische Zuschuss für die Rallye wird um ein Vielfaches wieder direkt bzw. indirekt von der Stadtkasse eingenommen, abgesehen davon, dass Handel, Gastronomie sowie ausgebuchte Hotels ebenfalls unmittelbar profitieren.
Wer sich also über Lärmbelästigung beschwert, der müßte doch umso mehr aufschreien bei Veranstaltungen, die Innenstadtbewohner weit mehr beeinträchtigen wie zum Beispiel das Altstadtfest oder der Rosenmontagszug.
Wahr ist aber auch, dass die Trierer Innenstadt nicht Kernscheid ist.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass bestimmte Kritiker der Rallye, die warm und trocken zu Hause sitzen, ihre persönlichen Befindlichkeiten über das sogenannte Allgemeinwohl stellen.
Anm. d. Red.: Peter Spang ist Ratsmitglied der SPD.
1. September 2010 (10:09 Uhr)
@ augur
finde ich nicht….sicherlich kann man umweltpolitisch über die rallye geteilter meinung sein, aber unstrittig ist, daß durch die veranstaltung große summen geld in die region gespühlt werden. frage ist da ganz einfach: ist es aufgabe der steuerzahler mit 90.000 euro den einzelhandel und das hotel- und gaststättengewerbe der region zu unterstützen, die die hauptnutzer der rallye sind? aber letztlich kommen diese einnahme über die gewerbesteuer, eine der wenigen einnahemquellen der stadt, unserer stadt und region ja wieder zu gute.
wie sieht das denn mit den über 200.000 euro für die antikenfestspiele aus? spielen 3000 zahlende zuschauer soviel auf den o.g. umwegen wieder für den trierer steuerzahler ein?? wohl kaum.
kultur ist wichtig, kein frage, aber wir haben ja schon die zuschußbetriebe theater, tufa, kustakademie und und und.
in zeiten derart leerer kassen gehört dieses teure zusatzangebot “antikenfestspiele” eingemottet!!!
1. September 2010 (13:27 Uhr)
so viele baustellen im kulturbereich kann sich die stadt einfach nicht mehr leisten. also heisst es prioritäten setzen. angesichts einer theatersanierung, die mindestens 20 millionen euro kosten wird, und angesichts der starken großregionalen konkurrenz, sollten die antikenfestspiele erst mal geopfert werden und das theater attraktiver gestaltet werden.
1. September 2010 (16:33 Uhr)
@Peter Spang : Der Messepark wird jedoch von der Firma Schneider Promotion betrieben, die sitzt in der Eifel. Zudem ist die Messparkgesellschaft nicht allein städtisch.
9. September 2010 (16:22 Uhr)
@Kartharsis :
Geschäftsziel der Messepark-GmbH ist der Betrieb des Messeparks. Die genannte Firma ist lediglich im Auftrag der Messepark-GmbH tätig. Die genannten 40.000 € fließen also direkt in die Bilanz dieser quasi allein städtischen Interessen dienenden Messepark-GmbH.