Erster Heimsieg nach zehn Monaten

“Schönes Gefühl, ich habe nachgeguckt: 7.11.2009″, sagte Roland Seitz bei der Pressekonferenz nach der Partie. Die meisten im VIP-Zelt dürften gewusst haben, was Triers Trainer damit meinte. Seit diesem Datum hatte die Eintracht im eigenen Stadion kein Spiel mehr gewonnen. Am heutigen Nachmittag wurde der Bann gebrochen. Mit 3:0 siegte der SVE gegen Fortuna Düsseldorf II.

TRIER. Im Vergleich zur Partie gegen Münster nahm Roland Seitz im Spiel gegen die Amateure von Fortuna Düsseldorf zwei Änderungen vor: Für den schon vergangene Woche angeschlagenen Michael Dingels rückte der genesene Torge Hollmann in die Innenverteidigung, Piero Saccone musste auf die Bank, dafür durfte Olivier Mvondo von Beginn an ran.Vor allem der Einsatz des Kameruners machte sich bezahlt.

Der Fortuna erging es zu Beginn des Spiels so wie der Eintracht gegen Preußen Münster vor acht Tagen: Die Westfalen mussten früh zwei Gegentreffer hinnehmen und konnten dann die Partie nicht mehr drehen. Im Laufduell mit Andreas Altenbeck kommt Thomas Kraus im Strafraum zu Fall – Schiedsrichter Pascal Müller zeigt auf den Elfmeterpunkt und dem Düsseldorfer die Rote Karte. Während Altenbeck noch ob dieser nicht ganz unzweifelhaften Entscheidung ramenternd vom Platz zieht, haut Alban Meha den Ball links oben ins Eck (5.).

Die Vorentscheidung fiel drei Minuten später. Tolgay Asma, der diesmal nicht auf der Außenbahn, sondern im zentralen Mittelfeld spielte, passt auf Mvondo, der von außen in den Strafraum zieht, Mvondo flankt auf den am Fünfer freistehenden Thomas Kraus und der muss nur noch den Fuß hinhalten – 2:0 (8.).

Nach einer guten Viertelstunde verflachte die Partie, weil die Eintracht das Tempo reduzierte. Gefährlich wurde es anschließend nur noch durch Standardsituationen des abermals sehr überzeugenden Meha (19., 39.) und durch herrliche Soloaktionen von Mvondo (36., 41.). Der 20-Jährige ist pfeilschnell, dribbelstark und hat eine gute Übersicht. Meist konnten ihn nur nur drei bis vier Gegenspieler stoppen.

Mvondo war es auch, der für die erste gute Chance für Trier in der zweiten Halbzeit sorgte. Er tankt sich auf der rechten Seite durch die Abwehr, spielt auf Kraus, doch anstatt direkt abzuziehen, legt der Stürmer sich den Ball nochmal nach links und bleibt an einem Gegenspieler hängen (66.). Wenige Minuten später scheitert er am Düsseldorfer Schlussmann Maximilian Schulze-Niehues, als er versucht, den Ball mit der Hacke über die Torlinie zu bringen (70.). Zuvor trat Nico Patschinski, der einen Querpass vom eingewechselten Saccone erhielt, frei vorm Tor über die Kugel. “Normal macht er die Dinger”, sagte Seitz, der schmunzelnd einen “Platzfehler” vermutete.

Die U23 der Fortuna, die vom Stadionsprecher und seinem Vertreter wohl aus traumatischen Gründen zweimal Wuppertal genannt wurde (Trier hat sein erstes Heimspiel unglücklich mit 2:4 gegen Wuppertal verloren), kam in der zweiten Halbzeit kaum noch aus der eigenen Hälfte. Im Vergleich zum Spiel in der Vorwoche ging die Eintracht energisch in Zweikämfe und stand sicher in der Defensive. Nur vorne nutzte sie ihre Möglichkeiten nicht. Der für Patschinski eingewechselte Tim Eckstein lupft über die Abwehr auf Kraus, doch der schießt drüber (77.). Drei Minuten später ließ erneut Kraus, der diesmal von Stefan Kohler in den Strafraum geschickt wurde, eine gute Gelegenheit verstreichen.

In der 82. Minute hatte Düsseldorf noch einmal die Chance heranzukommen. Ein schnell ausgeführter, scharf geschossener Freistoß von der rechten Seite zischt an Freund und Feind vorbei, ehe Josef Cinar den Ball kurz vor dem einschussbereiten Timo Scherping gerade so noch wegspitzeln kann.

So überraschend wie der Anschlusstreffer gewesen wäre, war dann das 3:0 für die Gastgeber. Eckstein nimmt den Ball an der Strafraumgrenze an, dreht sich und zieht ab. Die Kugel landet links unten im Eck (85.).

“Den Grundstein des Sieges haben wir in der Anfangsphase gelegt”, sagte Seitz, der mit der bisherigen Bilanz nicht unzufrieden zu sein scheint. “Sechs Punkte aus vier Spielen hört sich gut an.”

Am kommenden Samstag muss die Eintracht nach Bielefeld. Anpfiff in der Schüco-Arena ist um 14 Uhr.

Eintracht Trier: Lengsfeld – Cozza, Cinar, Hollmann, Drescher (79., Zittlau) – Mvondo, Kohler, Asma (57., Saccone), Meha – Patschinski (73., Eckstein), Kraus.

Fortuna Düsseldorf II: Schulze-Niehues – Leikauf, Altenbeck, Binder, Heise – Dauser, Michalsky, Abelski, Magos (88., Gerding) – Scherping (82., Ouro-Gnaou), Gombarek (63., Windmüller).

Tore: 1:0 Meha (5. FE), 2:0 Kraus (8.), 3:0 Eckstein (85.).

Besondere Vorkommnisse: Altenbeck sieht in der 4. Minute die Rote Karte wegen einer Notbremse.

Schiedsrichter: Müller

Zuschauer: 1760

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2 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Paul schreibt:

    Fußballliteraturnobelpreis an C. Jöricke für seinen gewagt-gelungenen Steilpass auf Ramentern. Großartiges Verb, das der “kicker” wie oft einwechselte? Richtig: http://www.google.de/search?hl=de&q=ramentern+site%3Akicker.de&btnG=Search

  2. Westfale schreibt:

    Düsseldorf Westfalen zuzurechnen halte ich für gewagt…

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