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Protestgrillen im Palastgarten

TRIER. Die Jungen Liberalen laden zum “Protestgrillen” in den Palastgarten ein. Mit der Aktion am Himmelfahrtstag wenden sich die JuLis gegen Überlegungen für ein generelles Grillverbot in der Parkanlage.

“Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass der Palastgarten für viele Menschen in Trier ein Rückzugsort ist, an dem gesellschaftliches Leben stattfindet. Das Grillen gehört dabei seit Jahrzehnten dazu. Dies nun zu verbieten würde aus unserer Sicht nicht in einem angemessenen Verhältnis zu dem gegenwärtigen Problem stehen”, erklärte JuLi-Kreischef Tobias Schneider. Gerade für Menschen, die keinen eigenen Garten oder Balkon hätten, bedeute ein Verbot “einen Verlust an Freiheit und Lebensqualität”, warnt auch Florian Hillesheim, Pressesprecher der JuLis. Hillesheim fordert, im Palastgarten mehr Mülltonnen anzubringen, da diese im Sommer “chronisch überfüllt” seien. Auch eine spezielle Tonne zur Entsorgung von Grillasche, wie es sie in anderen Städten gebe, fehle bislang in Trier.

Schneider wendet sich zudem gegen eine Kriminalisierung der jugendlichen Parkbesucher: “Es darf nicht dazu kommen, dass jeder, der sich im Palastgarten erholt oder dort ein Picknick macht, ab sofort als potentieller Schmutzfink unter Beobachtung steht.” Zu der Protestaktion am 2. Juni ab 20.30 Uhr seien alle eingeladen, die sich ebenfalls gegen ein Grillverbot im Palastgarten einsetzen möchten. “Grills und Kohle werden von den JuLis gestellt, können aber natürlich gerne auch zusätzlich mitgebracht werden”, so Schneider. Man bitte jedoch darum, auf die Verwendung von Einweggrills zu verzichten.

Jusos: Palastgarten muss offener Ort der Freizeitgestaltung bleiben

In der Diskussion um die bevorstehende Verabschiedung einer neuen Grünflächensatzung warnen auch die Jungsozialisten vor Schnellschüssen: “Die Ausgrenzung und Nutzungsverbote mit Anordnungen von Geldbußen bis zu 5.000 Euro sind keine Lösung für die Verschmutzungsprobleme im Palastgarten”, heißt es in einer Mitteilung. Die immer beliebter werdenden Ein-Weg-Grills verursachten neben der Umweltverschmutzung häufig Verbrennungen im Rasen, geben die Jusos zu bedenken. Eine ausgewiesene Fläche im Palastgarten mit festem Grillplatz könne hier Abhilfe schaffen, um Verbrennungen im Rasen zu vermeiden und die Entsorgung benutzter Grillkohle zu erleichtern, schlagen die Jusos vor.
Des Weiteren müssten dringend mehr fest installierte Abfalleimer zur Verfügung gestellt werden, damit die Nutzer auch die Gelegenheit hätten, ihren Müll zu entsorgen.

“Mit harten Sanktionen erreicht die Stadt nichts. Jugendliche brauchen Ansprache auf Augenhöhe. Ein offenes Bürgerprojekt mit allen Nutzerinnen und Nutzern zur gemeinsamen Erarbeitung von Palastgarten-Nutzungsregeln würde sicher besser angenommen werden als hohe Strafen”, ist sich Alexander Hilger, Beisitzer im Vorstand der Trierer Jusos, sicher.

Der Palastgarten müsse “weiterhin ein offener Ort der Freizeitgestaltung bleiben”, verlangt auch Juso-Sprecher Andreas Schleimer. Jugendliche und junge Menschen dürften “nicht ihrer Freizeiträume beraubt werden”, warnt er. Auch junge Menschen mit kleinen Wohnungen ohne Garten müssten eine Möglichkeit haben, im Sommer grillen zu können. “Falls die Stadt Trier an dem Entwurf der Grünflächensatzung festhält, fordern wir sie auf, alternative Flächen zur Verfügung zu stellen”, verlangt Schleimer. Hierbei sähen die Jusos aber schon jetzt einen Mangel an qualitativen Ersatzflächen: “Der Palastgarten ist das einzige Erholungsgebiet in der Stadtmitte”.

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9 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Trierer-Klüngel schreibt:

    Was für ein Pseudo-Hype wegen dieser blöden Grillerei! Die Welt scheint ja für Milliuunen zusammenzubrechen, wenn Milluunen dort nicht mehr grillen dürfen…hat einer von diesen fordernden JuLis und JuSos auch ´mal daran gedacht, dass es auch Noch-mieh-Milliuunen Trier geben könnte, die den Ruheraum Palastgarten nutzen möchten und die die Grillerei (ob mit oder ohne Mülltonnen…) tierisch stört ? Vorschlag: JuLis und JuSos treffen sich zukünftig immer sonntags ab 8.00 zum kollektiven überparteilichen Aufräumen, hält Körper und Geist frisch und entlastet die Stadtkasse enorm…und wenn die Grünen auch noch mithelfen, dann funktioniert die Ampel sicherlich bald wieder. Setzt ein Zeichen für Trier!

  2. brutzler... schreibt:

    “Man bitte jedoch darum, auf die Verwendung von Einweggrills zu verzichten.”

    sehr schön, wenigstens gegen den vorwurf, die ewigen palast-garten-griller würden auch noch den rasen versauen, geht man schon von vorn herein an…

    auch die nacht-griller im palastgarten hängen indirekt vom tourismus ab – ohne diese nervigen horden weniger einnahmen in der stadt, ergo weniger steuereinnahmen, in folge auch weniger investition ins bildungswesen, in studentenwohnheime, in öffentlichen nahverkehr – daher sollte jeder auch nur temporäre trierer darauf achten, dass die stadt auch weiterhin attraktiv für touristen bleibt – dazu zählt eben auch ein hotspot wie der palastgarten an einem sonntag morgen, ohne müll oder verbrannten rasen…

    was aber die frage nach dem müll angeht – ich denke, eigentlich sind mülltonnen zur genüge vorhanden, werden teilweise aber nicht genutzt, da ausgebrannt und löchrig, oder weil sie gerade anderweitig, z. b. als tore für diese lustigen feld-fußballer dienen…

    ich gehöre zu keiner partei und greenpeace sind mir zu radikal – aber trotzdem, ist es denn so schwer, auf ein mindestmaß an ordnung und sauberkeit zu achten?

    es ist doch beim besten willen kein mehraufwand, gleich zum einkauf des grillguts tupperdosen mitzunehmen, so können störende umverpackungen gleich vor ort im supermarkt entsorgt werden und getränkepfand gehört eh nicht in den müll! man müsste nur mal sein eigenes verhalten bischen unter die lupe nehmen…

  3. Ambrosius schreibt:

    Inhaltlich stimme ich mit der Aktion von Schneider nicht überein. Meiner Meinung nach müsste das Grillen im Palastgarten verboten werden. Man könnte eventuell eine Grillstelle im Bereich an der Kreisverwaltung einrichten, dort wäre die Gefahr nicht so groß, dass die Wiese ständig mit Brandflecken und Unrat übersät wird und am Ende noch Hecken in Brand geraten. Jedenfalls wäre es merkwürdig, wenn in diesem Sommer Wälder für Spaziergänger wegen Waldbrandgefahr gesperrt würden, aber Grillen im Palstgarten zulässig wäre!
    Andererseits finde ich es gut, dass die Julis nicht zu allem Ja und Amen sagen wass die Spitze der Mutterpartei oder der eigene Dezernent vorgibt! Daran könnte sich die JU ruhig mal ein Beispiel nehmen…

  4. BenniBärenstark schreibt:

    Der Trier-Klüngel… in der Tat geht für viele Menschen in dieser Stadt ein Stück Lebensqualität verloren. Wäre dem nicht so hätte wohl auch keiner Probleme mit dem Müll.

    Ein Verbot ist natürlich immer das einfachste, aber wer soll diese Verbot den bitte überwachen? Ordnungsdienst und Polizei sind eh bereits überfordert, und Budget für zusätzliches Personal ist weder in “Rheinland-Filz” noch in Trier vorhanden.

    Würde man in Trier mal ein wenig über den Tellerrand hinausschauen, würde man evtl. erkennen, dass das Problem der Abfallbeseitigung kein Novum ist. Andere Städte haben einfach entsprechende Plätze frei gegeben.

    Das Problem der “Vermüllung” wird sich durch ein Grillverbot nicht beheben lassen. Es wird niemanden daran hindern seinen Müll auf der Wiese liegen zu lassen.
    Hier helfen nur ausreichen Abfallbehälter die regelmäßig gelehrt werden.

  5. Philipp schreibt:

    “Man bitte jedoch darum, auf die Verwendung von Einweggrills zu verzichten.”

    Na prächtig, und wenn sich jemand nicht daran hält? Wird der dann weggeschickt? Oder gehen Schneider und co dann anschließend rum und sammeln den Müll auf?

    Gegen Grillen hab ich an sich nichts. Aber offenbar haben einige Leute in Trier ein Problem damit, ihren Dreck (den sie selbst hingeschleppt haben!) anschließend wegzräumen. Und darauf muss die Stadtverwaltung nun mal reagieren. Es sei denn, jemand nennt einen sinnvollen und praktikablen Vorschlag, wie man das Problem denn anderweitig lösen soll. Einen solchen habe ich bisher jedenfalls noch nicht von der FDP (und auch von keinem sonst!) gehört.

  6. Rüdiger Rauls schreibt:

    Toller Protest, die Damen und Herren Julis. Ist ja fast so revolutionär wie eine Drohung mit einem Antrag auf der nächsten Vorstandssitzung der Trier FDP, einen Antrag auf eine neue Steuerdiskussion für die nächsten Parteivorstandssitzung auf Landesebene zu stellen mit der Bitte um das Gesuch der Erwägung der Weiterleitung an die nächst übergeordnete Instanz. Dieser Protest ist ja dermaßen bedrohlich. Das stellt ja die nordafrikanischen Ereignisse glatt in den SChatten und bedroht die Grundfesten unserer Gesellschaft, erschüttert die abendländische Kultur in ihrer ganzen Breite. Mutig, ganz ganz mutig, diese jungen wilde des deutschen Mittelstands.
    Räumt Ihr dann auch den Dreck weg oder lasst Ihr das Ein-Euro-Jobber machen?

  7. Hyperboreas schreibt:

    Wie es aussieht, scheint man also doch ein Grillverbot im Palastgarten zu planen. Schön, daß man das auch mal erfährt! Insofern eine gute Aktion, vielleicht schaffen es die Julis ja, mal Parteifreund Eggers auf eine Wurst einzuladen, damit der sich ein Bild von der Situation macht.

    @Trierer-Klüngel:
    Nein, die Welt bricht nicht für Milliuunen zusammen, wenn die im Palastgarten nicht mehr grillen können. Aber es gibt nun mal Menschen, die das gerne tun und wer könnte ihnen verdenken, daß sie sich dagegen wehren, wenn man ihnen das nehmen möchte? Menschen haben Interessen und die verteidigen sie nunmal. Nur als Beispiel: Wenn der Stadtrat beschließen würde, daß ab Montag in der ganzen Stadt nur noch Tempo 30 gilt, dann würde auch nicht für Milliuunen die Welt zusammenbrechen, aber protestieren würden sie trotzdem, oder? Und für die armen Leute, die sich im Palastgarten nicht erholen können, wenn da gegrillt wird (warum auch immer): so ist das eben mit der Öffentlichkeit, wenn viele Menschen zusammen leben muß man halt Kompromisse machen. Es gibt viele Orte, an denen man den Zumutungen fremden Grillens entgehen kann, aber das Gegenteil ist für viele bedeutend schwieriger.

  8. Simon schreibt:

    Ich finde die Leserbriefe nach dem Motto: “Habt ihr nicht andere Probleme” oder “Grillverbot jetzt” intellektuell ziemlich dünn und langweilig. Aber was ich dann doch anmerken möchte: Hat sich einer mal gefragt, ob das Grillen im Palastgarten die Hauptursache des Mülls darstellt. Als gelegentlicher Besucher der Örtlichkeit habe ich eher den Eindruck, Grillen ist ein, aber kein zentrales Problem. Vielmehr, und das gilt auch für die Mosel, fehlen Mülltonnen und ein grundsätzliches Bewusstsein. Ich bin fest davon überzeugt, es wird nicht wesentlich weniger Müll dort rumliegen, wenn man das Grillen verbietet.
    Ich unterstütze die Aktion der Liberalen, auch wenn die bei anderen Gelegenheiten und anderen Organisatoren im Rahmen solcher “Protest-Aktionen” schnell rufen, man würde gegen die FDGO verstoßen. Naja, vielleicht ist das ja auch ein kleiner Beitrag zur “Kurskorrektur” der FDP und ihres neuen Vorsitzenden…

  9. Klartexter schreibt:

    “hat einer von diesen fordernden JuLis und JuSos auch ´mal daran gedacht, dass es auch Noch-mieh-Milliuunen Trier geben könnte, die den Ruheraum Palastgarten nutzen möchten und die die Grillerei (ob mit oder ohne Mülltonnen…) tierisch stört ?”

    @ Trier-Klüngel: Die Leute, die den ‘Ruheraum Palastgarten’ zum Ruhen nutzen, stören sich nicht an den Grillern. Sie sind mit jenen meist identisch. Auf der Wiese im Palastgarten herrscht ein friedlicher Umgang miteinander, da spielen die einen Fußball, die anderen Grillen, trinken was oder liegen einfach nur da und lesen ein Buch.

    Trotz der momentanen Hetzkampagne einer Lokalzeitung sollten wir Trierer den Palastgarten ganz unaufgeregt als einen normalen Park ansehen, wie es ihn in jeder anderen Stadt auf der Welt auch gibt. Mit jungen Leuten, die diesen Park bevölkern. Die Argumentation, wir müssen doch an die Touristen denken, hinkt gewaltig: Für die Touristen gibt es die schöne Fotokulisse im Bereich des Kurf. Palais, das ist eine Ecke, die in der Tat frei bleiben sollte von Party und Grillen (ist sie ja auch). Aber die große Wiese Richtung Kaiserthermen ist kein touristisches Schaufenster mehr, sondern ein lebendiger, von Trierern wie Touristen genutzter Park. Und das ist auch gut so.

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