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Happe geht, Leukefeld soll kommen

Rücktritt des Trainers, angekündigter Rückzug des Vorstandes und ausstehende Gehälter: Zwei Tage nach Weihnachten und kurz vor dem wichtigen Ligaspiel gegen Celle am Freitagabend brennt bei den Trierer Miezen der Baum. Seit September warten Thomas Happe und die Spielerinnen auf ihre Gehälter. Am Dienstagabend zog Happe die Konsequenz und trat als Trainer zurück. “Es geht einfach nicht mehr”, sagte der gebürtige Dortmunder gegenüber 16vor. Zudem hat Vorstand Martin Rommel laut seinem Vorstandskollegen Jürgen Brech in der letzten Mitgliederversammlung seinen Rückzug zum Saisonende angekündigt. Während Happe auf dem Weg zum Anwalt ist, steht Brech in Verhandlungen mit einem neuen Trainer. Nach unseren Informationen soll der Meistermacher der Miezen, Dago Leukefeld, nach Trier zurückkehren.

TRIER. Vieles, wenn nicht gar alles fokussiert sich dieser Tage auf die Person von Martin Rommel. Zwischen dem langjährigen Vorstand des Vereins und Trainer Thomas Happe ist das Tischtuch längst zerschnitten. Von Sponsoren soll der Rücktritt Rommels gefordert worden sein, die offiziellen Verlautbarungen sprechen von “strukturellen Veränderungen”. Jahrelang konnte der mächtige Mann bei den Trierer Miezen nach Belieben schalten und walten – oft mit Rückendeckung lokaler Medien. Als 16vor im Februar 2001 über ausstehende Gehälter bei den Miezen berichtete, bekam die nach außen heile Welt des Vereins erstmals Risse. Ende Februar 2011 berichtete 16vor weiter über versäumte Mitgliederversammlungen und über die Klage Happes vor dem Trierer Arbeitsgericht.

Scheibchenweise kommen jetzt neue Fakten ans Licht. Seit September wurden keine Gehälter mehr bezahlt, rund 150.000 Euro fehlen in der laufenden Saison zur Etatdeckung. Immer wieder wurden Spielerinnen und Trainer von Rommel beschwichtigt. Happe findet dazu klare Worte. “Wir sind ständig belogen worden!” Der ehemalige Nationalspieler hat für sich jetzt die Konsequenzen gezogen und ist zurückgetreten. “Unter diesen Voraussetzungen ist eine leistungsorientierte Arbeit nicht mehr möglich”, erklärte Happe gegenüber 16vor.

Um zu retten, was noch zu retten ist, erläuterte Rommels Vorstandskollege Jürgen Brech die prekäre Situation der Miezen Anfang Dezember bei einem Gespräch in Koblenz bei der Lotto-Stiftung. Unmissverständlich wurde Brech in der Runde – an der auch Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen, der Vizepräsident des Handballverbandes Rheinland, Herbert Schuhmacher, sowie ein Vertreter des Innenministeriums teilnahmen –, klar gemacht, dass man die Hilfe für die Miezen von Veränderungen in der Vereinsstruktur abhängig mache. Das bestätigte Jensen gegenüber 16vor. “Ja, es wurden strukturelle Veränderungen angemahnt”, sagte der OB. “Das betrifft in erster Linie die Satzung des Vereins.” Über weitere Hilfe für die Miezen, auch von städtischer Seite, sei noch nicht entschieden, so Jensen.

Im Klartext heißt das: Es geht nur noch ohne Rommel. “Martin Rommel hat bei der letzten Mitgliederversammlung angekündigt, am Ende der Saison sein Amt zur Verfügung zu stellen”, sagte Brech am Mittwoch gegenüber 16vor. Die angemahnten “strukturellen Veränderungen” wurden von der Mitgliederversammlung in Form gegossen: Die Satzung des Vereins wurde laut Brech dahingehend geändert, dass der Vorstand von zwei auf fünf Mitglieder erweitert und ein Aufsichtsrat installiert wird, der den Vorstand kontrollieren soll. Das jedoch noch ohne personellen Inhalt. “Noch sind Martin Rommel und ich alleine”, räumte Brech ein. “In dieser Situation ist es eben schwierig, neue Leute zu finden, die bereit sind, mitzuarbeiten.”

Brech sitzt derzeit zwischen allen Stühlen. Zumal Rommel in den vergangenen Wochen wiederholt angekündigt hatte, rund 100.000 Euro zu beschaffen, um so die aktuellen Verpflichtungen bedienen zu können. “Ich kann dazu nicht mehr sagen, weil das die Sache von Martin Rommel ist”, so Brech. “Er hat mir nur versprochen, dass das Geld am heutigen Mittwoch eingeht.” Happe glaubt nicht “an die Märchen des Herrn Rommel”. Die Situation habe sich im letzten Jahr in keiner Weise gebessert. “Ich bin ja als Trainer nur geblieben, weil mir der Rücktritt von Rommel angekündigt worden ist und weil mir eine klare Besserung der wirtschaftlichen Situation versprochen wurde”, so Happe. “Aber irgendwann ist einfach Schluss.”

Martin Rommel, der sich seit über 15 Jahren als Manager auch finanziell bei den Miezen engagiert, sei “für viele eine Reizfigur”, sagte Brech. Zwei Tage vor dem wichtigen Spiel im Abstiegskampf gegen Celle sei das aber nicht sein vorrangiges Problem. “Ich muss jetzt schauen, das wir nach dem Rücktritt von Thomas Happe eine kurzfristige Lösung finden.” Schließlich sei er vom Rücktritt Happes “doch sehr überrascht” worden. Nach Informationen unserer Redaktion ist eine neuerliche Zusammenarbeit mit Dago Leukefeld möglich, dem Meistertrainer der Miezen von 2003. Als weitere Option soll Elena Vereschako gelten, die im vergangenen Jahr noch die zweite Mannschaft trainierte. Brech wollte das nicht bestätigen, dementierte aber auch nicht. “Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich mich in der aktuellen Situation nicht weiter dazu äußere.”

Leukefeld hatte sich 2004, ähnlich wie Happe jetzt, ebenfalls mit Rommel überworfen. Unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft des Vereins und finanzielle Gründe waren dafür ausschlaggebend. “Aber ich bin davon überzeugt, dass wir eine Lösung finden werden”, betonte Brech. “Schließlich geht es hier um die Zukunft des Frauenhandballs in Trier und nicht um irgendwelche Personen.”

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9 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Roman Schleimer schreibt:

    welcome back, Dago..

  2. Alice Beck schreibt:

    Herr Happe,
    hätten Sie nicht bis nach dem Endscheitungsspiel gegen Celle, 30-12-2011 warten können, glich wie Ihr Verhältnissmit Herrn Rommel ist.

    Mit Ihrem jetzigen schritt demoralisieren Sie die ganze Mannschaft, es waren doch nur noch 2 Tage.

  3. Alfred Weinandy schreibt:

    Da kommen einem doch erhebliche Zweifel an der Qualität/Qualifikation des Führungsduos. Ebenso wie im Wirtschaftsleben kann man als Vereinsmanager nur finanzielle Verpflichtungen eingehen über Beträge, die man bereits hat oder vertraglich gesichert sind.
    Wie kann man kritiklos einem Spieplan zustimmen, bei dem zu Saisonbeginn in zwei Monaten (September/Oktober 2011) sechs (kostenträchtige) Auswärtsspiele, aber nur ein (gewinnbringendes) Heimspiel vorgesehen sind?

  4. Peter Schuler schreibt:

    Männer wie Herr Rommel Schaden dem Sport auf Dauer mehr als sie ihm nutzen. Selbstherrlich und beratungsresistent wie sie nun mal sind.
    Interessant finde ich auch, dass der Volksfreund plötzlich seine Politik geändert hat, nachdem 16Vor die Affäre publik gemacht hat. Dort ist Herr Rommel doch immer stark unterstützt worden. Wie sich plötzlich die Zeiten ändern.

  5. N. Naumes schreibt:

    Es wird Zeit, dass Herr Rommel seinen Hut nimmt. Bei allen Verdiensten, genug ist einfach genug. Es ist einfach zuviel passiert.

  6. C.Steil schreibt:

    Liebe Alice Beck,

    mußten Sie schon einmal 4 Monate auf Ihr Gehalt warten, wurden immer wieder hingehalten und ständig belogen ?????

  7. Jürgen Müller schreibt:

    mmh, ich kann den Volksfreund nicht online lesen, sondern nur das “Mutterblatt” aus Saarbrücken, und dort kommt lediglich Herr Rommel zu Wort: “.

    „Unter den jetzigen Voraussetzungen macht das keinen Sinn mehr. Wie die Zukunft aussieht, steht derzeit in den Sternen, aber es macht uns überhaupt keinen Spaß mehr“, agt MJC-Präsident Martin Rommel. Rommel bestätigt die ausstehenden Gehaltszahlungen, betont aber, dass man zumindest die Gehälter für September und Oktober alsbald zahlen wolle. „Alles weitere hängt von Gesprächen mit Sponsoren ab“

    Das aber genau dieser Herr Rommel anscheinend einem Neuanfang im Weg steht, davon steht in dem Artikel kein einziges Wort.

  8. S. Hock schreibt:

    Das Problem ist doch fast so alt wie Trier. Der Volksfreund hat immer nur Politik gemacht und das “Mutterblatt” bedient sich da bestimmt. Ich denke da mit Schrecken an Herrn Doerfert zurück, der auch lange vom Volksfreund hofiert wwurde bis das Kartenhaus zusammengebrochen ist.

    Ganz ähnlich ist es bei Herrn Rommel, der für den Volksfreund auch immer der große Zampano war bis andere jetzt mal das Bild klar gemacht haben. Schwupps springt der TV dann auf den Zug auf.

  9. M. Meißner schreibt:

    Münchhausen war anscheinend nur ein Dilettant gegen Herrn Rommel,
    denn er wechselte die Kanonenkugel während des Fluges…

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