Beiträge von » Christa Blasius

“Sachen, die mir gefallen”

Nach “Edeltrude” und “Karussell” gibt es nun in Trier wieder ein Projekt, das unabhängigen Lebens- und Kunstgenuss vereint. Der Designladen “Rote Trude” eröffnet morgen Abend in der Karl-Marx-Straße. In lauschiger Atmosphäre findet man hier Mini-Café, Design-Büro, regelmäßige Kulturveranstaltungen und eine Verkaufsfläche für Kleidung, Spielsachen, Drucke und – was bisher in Trier völlig fehlte – für Independent-Magazine, Artzines und Künstlerbücher in kleinen Auflagen.
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Arrivederci Coolness

Es gibt auf dem Theater nicht Schöneres, Lustigeres und Erhebenderes als ein Sänger, der weit die Arme ausbreitet und auf einer Arie ins Reich der Leidenschaft fliegt. Das wusste Rossini. Auch Regisseur Nils Cooper weiß es und verzaubert mit einem “Barbier von Sevilla” voller Witz und Emotion. Bei der Premiere am vergangenen Samstag im Theater Trier ließ sich das Publikum zu Begeisterung hinreißen.
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Frisch, leicht, entzückend

“My Fair Lady” in der Neuinszenierung des Trierer Theaters ist alles andere als ein alter Hut. Die Premiere des Musicalklassikers sprühte nur so vor Ideen, Musikalität und Spielfreude. Die Leichtigkeit der Inszenierung, das kreative Bühnen- und Kostümbild, die beschwingte Musik und die charmanten Sänger-Darsteller-Tänzer machten die Premiere zu einem rauschenden Fest. Das begeisterte Publikum dankte mit minutenlangem Applaus.
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Dickes Buch wird mageres Stück

Aus einem opulenten Roman mit viel politischer Historie, viel Familie, viel Religion und viel Magischem lässt sich auch ein Drama machen. Salman Rushdies dickes Werk der Weltliteratur “Mitternachtskinder” in der von ihm eingerichteten Bühnenfassung erlebte die deutsche Erstaufführung (Dramaturgie: Peter Oppermann) auf der Bühne des Trierer Theaters. Doch das Experiment ist nicht geglückt. Auch wenn die Trierer Inszenierung die Handlungsstränge nochmals strafft – die Überfülle des Romans führt in der Theateradaption zur Überfrachtung mit Ereignissen, Personen, Szenen und Symbolen.
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Der Trierweiler Weg

Trier ist besonders in den nächsten Wochen ein Ort für Foto-Fans. Alle, die sich schon auf die Trierer Fototage im November freuen, können bereits jetzt Bilder mit Substanz erleben. Der Fotograf Calin Kruse wohnte einige Jahre im Trierweilerweg in Trier-West und lichtete das Leben in seiner Straße ab. Es entstanden poetische Schwarz-Weiß-Fotos, die ab heute in der Ausstellung “West” im Café Bär zu sehen sind. Fotografen wie Kruse oder der arrivierte Luxemburger Fotograf Yvon Lambert (derzeit mit seiner sehenswerten Ausstellung “Havanna” in der Tufa) entdecken auf ihrem Weg den Menschen als soziales Wesen wieder.
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Nerone im Goldflitter

Hätten die Sänger und Chöre in ihrer Straßenkleidung die undekorierte Kulisse des Amphitheaters bespielt, es wäre ein großer Opern-Abend geworden. Die bei den diesjährigen Antikenfestspielen mit Spannung erwartete Wiederentdeckung von Arrigo Boitos Oper “Nerone” hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Musik, Sänger und Philharmonisches Orchester überzeugen. Die uninspirierte Inszenierung jedoch kämpft mit visuellen Effekten und abgelaufenen Symbolismen gegen das musikalische Erlebnis an.
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Entzückend schräge Romantik

Mit der Premiere des “Freischütz” von Carl Maria von Weber setzt das Theater Trier die Serie seiner exquisiten Inszenierungen fort. Regisseur Lutz Schwarz hat die romantische Oper gegen den Strich gebürstet mit den Wunderbürsten der literarischen Romantik selbst: Experiment und Ironie. Das phantastische Philharmonische Orchester unter der Leitung von Valtteri Rauhalammi zaubert den kongenialen Sound. Mit ihrem spielerischen Eskapismus und ihren überragenden Sängern und Sängerinnen schlägt die Oper das Premierenpublikum in den Bann.
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Der Mythos lebt

Mit dem Musical “Cabaret” zeigt das Theater Trier Unterhaltungskunst auf höchstem Niveau. Glänzend aufgelegte Sänger, Tänzer, Schauspieler und ein hinreißend swingendes Orchester lassen das vergnügungsüchtige und politisch aufgeladene Berlin der 1930er Jahre lebendig werden. Da stimmen Performance, Gesang, Tanz, Timing und Bühnenbild. Das Stück ist mit seinen anrührenden und zeitkritischen Momenten weit mehr als eine flotte Revue der “Cabaret”-Klassiker – und hat das Zeug zum Publikumsmagneten.
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Faust goes Paris

Charles Gounods Oper “Faust (Margarethe)”, uraufgeführt 1859 in Paris, verwandelt die “Faust”-Tragödie in ein lyrisches Drama verliebter Seelen. Die Komposition kontrastiert den schweren Stoff mit lyrischem Wohlkang und spielerischer Leichtigkeit. Die Premiere am Stadttheater wurde zu einer gelungenen Manifestation der Musik, der Sänger und Chöre, die im Zusammenspiel mit dem Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Victor Puhl rundum überzeugten.
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Die Tragödie der Moderne

Bruno Winzen legt seinen Faust als Prototyp des modernen Menschen an: zielstrebig, erfolgs- und genussorientiert, rücksichtslos, ohne Selbstironie. Foto: Friedemann Vetter/Theater TrierEs ist vorbei. In den Gesichtern der Schauspieler steht Erschöpfung, Beklommenheit und die Frage: Ist es gelungen? Der zunächst verhaltene Applaus schwillt an. Das Großprojekt Faust I und II am Trierer Theater ist eine emotionale, körperliche und intellektuelle Herausforderung. Das Wagnis, beide Teile von Goethes Weltgedichts zu inszenieren, ist auf ganzer Linie geglückt. Regisseur Matthias Gehrt und Dramaturg Peter Oppermann haben eine Trierer Bühnenfassung (Spieldauer vier Stunden) erarbeitet, deren Umsetzung die ungeheure Dimension des Wegs der Moderne in die individuelle und gesellschaftliche Tragödie fühlbar macht.
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Meister der Sprache, Mimik und Gestik

Das Max-Tuch-Theater widmet dem "Taubenvergifter" Georg Kreisler eine Revue. Foto: Max-Tuch-TheaterMit seinem Stück “Verfluchte Phantasie” feiert das Max-Tuch-Theater heute um 20 Uhr Premiere im Kleinen Saal der Tufa. Nach den beliebten Revuen zu Kästner, Tucholsky und Morgenstern stellt das renommierte, freie Ensemble nun Texte und Chansons des Satirikers Georg Kreisler vor. Besonders die musikalischen Elemente versprechen ein großer, sarkastischer Spaß zu werden.
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Ohne Parolen politisch

Unterhaltungskunst auf höchstem Niveau bieten die Comedian Harmonists Today auch noch am 13., 19. und 21. Juni im Stadttheater. Foto: Sven DavidsPolitische Unterhaltungskunst ohne Parolen boten die Comedian Harmonists Today mit ihrem szenischen Liederabend im Theater Trier. Die sensationelle Premiere des Gastspiels war weit mehr als ein erfolgreiches Revival der legendären Vorbilder aus den 20er und 30er Jahren. Mit virtuoser Musikalität, originellen Interpretationen und gelungenen szenischen Einschüben, die die politischen und historischen Vorgänge um das Auseinanderbrechen der weltberühmten Gruppe veranschaulichten und aktuelle Bezüge hervorriefen, bot das charmante Ensemble Unterhaltungskunst auf höchstem Niveau. Das hingerissene Publikum feierte die eleganten Herren im Anschluss an das Konzert mit Applaus im Stehen.
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Monster des Materialismus

Eva Maria Günschmann gibt die Bordell-Geschäftsführerin Leokadja Begpick als eiskalte Business-Domina. Foto: Friedemann Vetter/Theater Trier“Der Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny” brach mit Wucht über das Trierer Premierenpublikum herein. Regisseur Thilo Reinhardt gelang ein überzeugender Wurf voller Wagemut, Ironie und Intensität. Die Oper von Kurt Weill um die Auswüchse hemmungsloser Gier wird durch die Inszenierung, die musikalische Interpretation und die wunderbaren Sänger und Chöre zu einem spannungsvollen, teilweise beklemmenden Erlebnis. Dieses Erlebnis sollte sich auch die “Brecht-mit-Brecht”-Fraktion, der der Alabama-Song seit langem zu den Ohren heraus hängt, keinesfalls entgehen lassen – auch nicht an lauen und lauschigen Frühlingsabenden.
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Kurz vorm Untergang

General Harras (Peter Singer, hier mit Antje Härle als Waltraud von Mohrungen) hat sich für das Schöne und das Leben entschieden. Foto: Friedemann Vetter/Theater TrierDie Trierer Inszenierung von “Des Teufels General” hat die Chance zu einer Neuinterpretation des derzeit an deutschen Bühnen wiederentdeckten Theaterstückes von Carl Zuckmayer nicht genutzt. Stattdessen bietet sie zu Beginn eine Nummernrevue und später solides Provinztheater in rauchvernebelter Nazi-Architektur. Die hochmotivierten grandiosen Schauspieler, allen voran Peter Singer als General Harras, bewahren die Inszenierung vor dem Untergang.
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Nix in ungewohnter Rolle

Liebe ist... auch mal die andere Wange hinzuhalten. Tim Olrik Stöneberg als Johann und Antje Härle als Anne. Foto: Silvia Günther“Das wundervolle Zwischending” – es dauert ein bisschen, bis sich dieser Titel einprägt. Das Drama des derzeit an deutschsprachigen Bühnen meistgespielten Autors Martin Heckmanns hat heute um 20 Uhr im Studio des Theaters Premiere. Darin ringen die beiden Lebenskünstler Anne und Johann um ihre Liebe zueinander. Es ist die erste Regiearbeit des Trierer Schauspielers Klaus-Michael Nix. 16vor sprach mit ihm über “Das wundervolle Zwischending” und seine neue Rolle als Regisseur.
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Der Poet und die Zähne der Geliebten

Peter Singer machte Nichtkennern von Poes Werk Lust, sich mit dem Urvater literarischer Genres wie Horrorstory, Science Fiction und Detektivgeschichte zu beschäftigen. Foto: Theater TrierDie Ankündigung des Projekts “Poe goes Underground” weckte beim Publikum vage Vorstellungen von flatternden Raben, herumgeisternden Wiedergängern, Pendeln und Schreckensschreien in den Katakomben des Theaters. Doch da aus technischen Gründen die Unterbühne des Theaters nicht genutzt werden konnte, wurde die Lesung ins Theaterfoyer verlagert. Zum 200. Geburtstag Edgar Allan Poes setzte sich der Schauspieler Peter Singer sehr ernsthaft und intensiv mit Leben und Werk des Erfinders von Horrorstory und Detektivgeschichte auseinander.
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