Beiträge von » Klauspeter Bungert

Ein neuer Dante entsteht

Während Kulturinstitutionen, die lange Jahre selbstverständlich waren, diskutiert und in den Strudel einer ausgereiften Bestands- und Legitimationskrise hineingezogen werden, setzt ein emeritierter Romanistikprofessor der Trierer Universität in der Ruhe einer Altbauwohnung im Umkreis von Triers berühmtester Barockkirche sich für die Vermittlung literarischer Schätze ein. Zur Frankfurter Buchmesse im Herbst erscheint der dritte und letzte Band der Neuübersetzung von Dante Alighieris “La Commedia” (“Die Göttliche Komödie”) von Hartmut Köhler.
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Politkrimi mit Klasse

Die Krimiliteratur ist mit “Gier – Die fünfte Macht” um einen interessanten, gut geschriebenen Roman reicher. Der in Trier lebende Emile Claassen alias Karl-Georg Schroll hat ihn verfasst und im Südwestbuch-Verlag Stuttgart veröffentlicht. Vor wenigen Tagen ist das über 300 Seiten starke Taschenbuch erschienen. Darin gerät der Journalist Johann Wahlberg eher unwillig in eine Story zwischen Korruption und Gier, die sich zwischen der Provinzhauptstadt Mainz und der Bundeshauptstadt Berlin entfaltet.
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Verständigung unter freiem Himmel

Die Moselstaaten Frankreich, Luxemburg und Deutschland standen beim Festspielkonzert der Antikenfestspiele am vergangenen Donnerstag in musizierenden Abordnungen sichtbar vereinigt unter freiem Himmel – ein länderübergreifendes Kulturprojekt und Zeichen für die mittlerweile selbstverständlich gewordene oder, je nach Standpunkt, zur unbeachteten Selbstverständlichkeit heruntergekommene Nachbarschaft einst verfeindeter Völker. Jedenfalls ist die Kooperation zwischen den Orchestern aus Metz und Trier dank dem Trierer GMD Victor Puhl wiederbelebt.
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Neues aus der Trierer Literatenszene

Zum 37. Mal brachte die Literarisch-Musische Gesellschaft Trier ihre bisher halbjährlich, künftig einmal im Jahr erscheinende Anthologie “Literamus” heraus. Perlen darin sind die Prosabeiträge von Josef Peil, Michael Bräutigam und Hans Greis, die Einblicke in saarländischen Lebensalltag, in die hoffnungslosen Maßnahmen der Arbeitsvermittlungsanstalten, Langzeitarbeitslose bei Laune zu halten, und in eine Geschichte aus dem Dreißigjährigen Krieg um den Trierer Till Kappes geben.
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Barocke Heiligen- und Märtyreranekdoten

Das in der Darstellung persönlichste und anziehendste Exponat: Counets "Heilige Cäcilie". Foto: Stadtmuseum TrierDas Stadtmuseum Simeonstift fährt mit großem Geschütz auf und schließt nach mehrjähriger Recherche eine kunsthistorische Lücke mit einer repräsentativen Ausstellung und einem noch instruktiveren Katalog: “Barockmalerei an Maas und Mosel. Louis Counet und die Lütticher Malerschule”. Die Ausstellung wurde vergangene Woche eröffnet und läuft bis Ende Februar.
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Kernige “Winterreise”

Daniel Lewis Williams begann seine Theaterlaufbahn in den 1970er Jahren in Trier und wurde einer der jüngsten “Ochs auf Lerchenau” der Operngeschichte. Und er sang, von seinem Mentor Kurt Böhme beraten, so überzeugend, dass er mit dieser Partie den Grundstein einer bis heute anhaltenden internationalen Karriere im seltenen Stimmfach des Basso profondo – tiefer Bass – legte. Dennoch blieb der sympathische Amerikaner seiner rheinland-pfälzischen Wahlheimat verbunden und zieht sich zwischen Engagements in allen Kontinenten, wo es Opernhäuser und Konzertsäle gibt, in die Region zurück, um zu regenerieren, zu unterrichten und in Konzerten öffentlich oder zu besonderen Anlässen, aber auch immer mal wieder im Haus am Augustinerhof mit seinem Können zu glänzen.
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