Beiträge von » Wolfgang Valerius

Zum Weinen schön

Welch ein großer Abend für das Theater Trier! Nach der Premiere von Giacomo Puccinis Oper “La Bohème” hatte man im Foyer des Mosel-Musentempels wahrlich allen Grund zum Feiern. Ein grandios spielendes Orchester unter seinem GMD Victor Puhl, in ihren Rollen mehr als überzeugende Solisten des hauseigenen Ensembles, dazu eine Inszenierung, die gerade in der Bescheidung der Mittel das Wesentliche eruierte – summa summarum eine Produktion, die in sich rundum schlüssig war, die durch ihre Emotionsdichte vor allem musikalisch tief unter die Haut ging.
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Das entzauberte Märchen

Alle Jahre wieder, wenn die Städte zu riesigen Weihnachtsmärkten mutiert sind, tauchen sie auf den Spielplänen der Theater auf: Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ oder eine von Tschaikowskys Ballettmusiken zu Schwanensee, Nussknacker oder Dornröschen. Im ausverkauften Großen Haus des Trierer Theaters hatte nun letztgenanntes Werk in einer Bearbeitung von Tarek Assam Premiere. Doch was mit Spannung erwartet wurde, erwies sich letztlich als recht konventionelle Produktion. Was provokativ sein wollte, war allzu klischeehaft und abgedroschen, dass es selbst in Trier niemanden mehr aufschreckt. So goutierte das Publikum die Produktion sichtlich begeistert mit reichlich Applaus.
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Tonal im Rahmen

Als Auftragswerk zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1992 entstanden, fand nun, knapp 20 Jahre später, die deutsche Erstaufführung der Oper “The Voyage” von Philip Glass statt. Ort des Geschehens war das Trierer Stadttheater, das damit zumindest am Vorabend des 1. Mai für überregionales Operninteresse sorgte. Dass es letztlich – bei allem Engagement der Beteiligten – ein zäher Abend wurde, dürfte Musikkenner kaum verwundert haben. Das Potenzial der Minimal Music, die in ihrem Wesen autozentristisch ist, hat nur begrenzte, nicht aber abendfüllende Reichweite.
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Aktuell wie vor 400 Jahren

Einen klaren Punktsieg vor heimischem Publikum konnte Intendant Gerhard Weber im Großen Haus des Trierer Theaters für die trilinguale Inszenierung von William Shakespeares Drama “Der Sturm” einspielen. In Kooperation mit dem portugiesischen Teatro ACTA und dem Théatre National du Luxembourg gelang mit einer auf das Wesentliche konzentrierten Ausstattung ein in seiner Schlichtheit einleuchtender Theaterabend, der am Ende mit wohlwollendem Applaus für alle Beteiligten quittiert wurde.
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Sterben für die Liebe

Lange noch bevor Paul Potts mit seinem zwar leidenschaftlich, technisch aber eher mäßig vorgetragenen “Nessun Dorma” die Charts stürmte, hat es eine andere Opernnummer in unzähligen Filmsoundtracks und Werbespots zu Weltruhm gebracht: das so genannte Blumenduett. Nun gab es im Großen Haus des Trierer Theaters mit Léo Delibes’ “Lakmé” die entsprechende Oper dazu. Die frenetische Begeisterung des Publikums am Ende galt vor allem der musikalischen Umsetzung, ganz besonders Adréana Kraschewski für ihre herausragende Rolle der Lakmé.
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Es lebe die Strapse

Wohl kaum ein Musical hat weltweit einen derartigen Kultstatus erlangt wie Richard O’Brian’s “The Rocky Horror Show”. Dazu ist es zum Inbegriff des interaktiven Theaters geworden, wird doch die Mitwirkung des Publikums fraglos vorausgesetzt. Im Großen Haus des Trierer Theaters feierte diese ebenso abstruse wie grelle Show aus Fiktion und Obsession am Samstagabend eine frenetisch umjubelte Premiere.
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Für Marmorkuchen braucht man M…

Als Vorgeschmack auf das Trierer Kabarettfestival von heute bis zum 30. November in der Tuchfabrik präsentierte das Kölner Atelier Theater am Samstagabend unter dem Motto “Spaß.Gesellschafts.Abende” eine von Piet Klocke und Nessi Tausendschön moderierte Revue im Stadttheater. Vor ausverkauftem Hause konnten die Künstler mit Kurzdarbietungen Werbung für ihre Einzelauftritte in den nächsten Tagen betreiben.
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Frei von billiger Klamotte

Die Operette gilt gemeinhin als die kleinere Schwester der Oper. Ihrem zumeist amourösen Sujet wird dabei gegenüber den großen Weltendramen der Oper gerne eine niedere Stufe zugewiesen. Hier luftig-leichtes Amüsement für den gepflegte Zerstreuung suchenden Bildungsbürger, dort tiefschürfende Welterkenntnis für den an der Welt leidenden, längst aber domestizierten Bohemien. Mit Franz Lehárs “Der Graf von Luxemburg” gelang dem Theater Trier nach dem eklatanten Opern-Debakel mit Verdis “Macbeth” nun eine zwar unprätentiöse, dafür aber um so überzeugendere Operetten-Inszenierung.
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Oper(a) geht ins Kino

Die Metropolitan Opera in New York zählt zweifelsohne zu den ersten Adressen weltweit. Wer hier singen darf, der hat sicherlich den musikalischen Olymp erfolgreich erklommen. Neben der musikalischen Qualität steht dieser Ort an der amerikanischen Ostküste aber auch für spektakuläre Inszenierungen. Bis zum Mai 2011 können Operninteressierte im Trierer Cinemaxx Live-Übertragungen aus der Met beiwohnen und, sofern sie nicht schon zur Spezies der Opern-Reisenden zählen, den Blick über den Tellerrand des heimischen Operngeschehens in die Welt der wirklich großen Oper riskieren.
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Die große Stille

Nach dem inszenatorischen Desaster von Verdis “Macbeth” zog mit Leonard Bernsteins “Trouble in Tahiti” ein Silberstreif am Trierer Opernhimmel auf. Wie überzeugend, wie aktuell Oper heute sein kann, wenn Inszenierung und Musik absolut kohärent sind, das demonstrierte Benedikt Borrmann mit seiner Sicht einer im Scheitern begriffenen Paarbeziehung.
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Frivoles in Pink und Türkis

Guiseppe Verdis Oper “Macbeth” feierte am Sonntagabend Premiere im Großen Haus des Trierer Theaters, zumindest aus musikalischer Sicht gesehen. Die Inszenierung von Gerhard Weber gab wahrlich keinen Anlass zum Jubel, bewegte sie sich doch über extrem weite Strecken unter der Gürtellinie in einer amourösen Halbwelt lasziv-frivoler Männerphantasien.
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Jahrzehntelang frische Ideen

Wenn am heutigen Samstag Joachim Reidenbach nach 40 Jahren im Dienst der holden Musica sacra seiner Heimatstadt in den wohlverdienten Ruhestand tritt, verlässt mit ihm sicherlich das letzte Kirchenmusiker-Urgestein Triers die Orgelbank. Streitbare Musiker, also solche, die klare Positionen haben und diese auch gegenüber Autoritäten vertreten, sind bei Kirchen eine ohnehin selten anzutreffende Gattung, mit Reidenbachs Dienstende schrumpft ihre Zahl in bedrohlichem Maße. Doch ans Aufhören denkt der agile Vollblutmusiker noch lange nicht. Zu sehr war und ist die Musik Teil seines Lebens, als dass er sie mal eben so ad acta legen könnte.
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“Mich interessiert das Weltliche am Geistlichen”

Christian Josts "Miserere" wird heute beim 1. Sinfoniekonzert des Theaters aufgeführt. Foto: Frank EvinAls die Berliner Philharmoniker anno 1927 unter Wilhelm Furtwängler ein Gastspiel in der Treviris gaben, war der Saal laut damaligem Zeitungsbericht gerade mal zu einem Drittel besetzt. Diese für Trier recht unrühmliche Episode scheint man in der neuerlichen Hauptstadt vergessen zu haben, denn mit Christian Jost ist heute ein gebürtiger Trierer gleichsam zum Haus- und Hofkomponisten dieses Spitzenorchesters, das nicht wenige für den besten Klangkörper der Welt halten, avanciert. Im ersten Sinfoniekonzert der gerade angelaufenen Saison steht heute um 20 Uhr im Großen Haus des Theaters mit Josts “Miserere” die 2006 entstandene Klangstudie zum “Qui tollis” aus Mozarts c-Moll-Messe auf dem Programm. 16vor sprach vorab mit dem Komponisten.
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Nichts wirklich Neues im Westen

Wie geht es weiter mit den Antikenfestspielen? Knapp zwei Wochen, bevor der Stadtrat darüber abstimmt, wurde ein mehr oder weniger neues Konzept für das Festival vorgestellt. Grafik: Theater TrierStolz präsentierten Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink und Theaterintendant Gerhard Weber in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz die längst überfällige Programmneukonzeption der Antikenfestspiele. Wirklich neu ist jedoch nichts. Im Prinzip hält man an den drei Säulen Oper, Schauspiel und Festspielkonzert fest, will je nach finanzieller Ausstattung neben dem Symposium noch weitere Rahmenveranstaltungen anbieten. Wie neu der Wein in seinen alten Schläuchen tatsächlich ist, wird nicht nur Arrigo Boitos Oper “Nerone” im Jahr 2010 zeigen, sondern auch die bis ins Detail konkretisierte Konzeption der nächsten Festspiele 2010.
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Matthäus-Passion zum Vierzigsten

Der Trierer Bachchor feiert sein 40-jähriges Bestehen am Sonntag um 17 Uhr in der Basilika mit der Darbietung der Matthäus-Passion. Foto: privatVierzig Jahre Trierer Bachchor. Was also liegt näher, das Jubiläum des Chores mit einem der großartigesten Werke seines Namensgebers zu feiern – der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. Am Sonntag wird dieses beeindruckende Werk des Thomaskantors in der Konstantin-Basilika aufgeführt. Beginn ist 17 Uhr. Neben namhaften Solisten und dem schon mehrfach in Trier zu hörenden Münchener Barockorchester “L´Arpa Festante” wirkt auch die Jugendkantorei am Trierer Dom mit. Die Leitung des Konzertes hat Kantor Martin Bambauer.
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Bekenntnis zur Kulturstadt Trier

Der Stadtrat stimmte für die Sanierung des Theaters - jetzt fehlt nur noch das Geld. Foto: Christian JörickeDie 230 Mitarbeiter des Trierer Theaters dürfen aufatmen. Zwar wurde der mit einiger Spannung erwartete Tagesordnungspunkt “Sanierung Theater Trier” am Dienstag noch kurzfristig auf Mittwoch verschoben, doch dann gab der Stadtrat nach einer relativ unspektakulären Debatte mit großer Mehrheit grünes Licht für das Vorhaben. Somit steht einer baulichen Sanierung sowie technischen Modernisierung des kulturellen Vorzeigeobjekts vorerst nichts mehr im Wege. Bei chronisch klammer Stadtkasse sind allerdings Ideen zur Finanzierung gefragt. Bleibt nur zu hoffen, dass angesichts der veranschlagten 18,5 bis 22 Millionen Euro sich dem Gehenden – wie es OB Klaus Jensen bildhaft formulierte – auch der Weg unter die Füße schieben wird.
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Inszenierung des Grauens

Alles überragender Star des Abends ist Estelle Kruger, die 2006 am Koblenzer Theater in der Rolle der Lucia debütierte. Foto: Friedemann Vetter/Theater TrierLiebe und verfehlte Liebe, Gier nach Besitz und Streben nach Macht, arglistige Täuschung oder mörderische Intrige: selten braucht es mehr, um eine dramatische Oper auf die Bühne zu bringen. Genau aus diesem Stoff ist auch Gaëtano Donizettis Opera seria “Lucia di Lammermoor”, die nicht zuletzt wegen ihrer hinreißend schönen Wahnsinns- und Sterbeszenen bis heute ihre Wirkung aufs Publikum kaum verfehlt. Im Großen Haus des Trierer Theaters hatte Donizettis Erfolgsoper nun Premiere. Neben dem solide agierenden Philharmonischen Orchester unter dem neuen 1. Kapellmeister Valtteri Rauhalammi stach vor allem eine Person hervor: Estelle Kruger. Ihre Leistung als Lucia stand den ganzen Abend wie ein leuchtender Stern über einer ansonsten mehr als tristen Inszenierung.
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Schöne blaue Donau ade

Kulturkritiker mögen sie für überflüssig halten, aber Rituale gehören zum menschlichen Dasein. Und so begrüßt man nach einer krachend-lauten Silvesternacht auch in Deutschlands ältester Stadt das neue Jahr traditionell mit einem auf harmonischen Wohlklang bedachten Neujahrskonzert im Großen Haus des Trierer Theaters. Als musikalische Reise mit dem “Wien-Paris-Express” hatte GMD Victor Puhl das Programm konzipiert, sicherlich nicht mit allzu zwingender Stringenz, aber durchaus klar erkennbarer Handschrift. Dem Lokführer Victor Puhl hatte man als Zugbegleiter den Schauspieler Ralf Bauer an die Seite gestellt, der als wenig überzeugender Conférencier durch den Abend zu führen versuchte.
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