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	<title>16 vor &#187; Post von Kernbach</title>
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	<description>Nachrichten aus Trier</description>
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		<title>Lieber &#8220;De&#8217; Bücherladen&#8221;,</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 22:50:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>16vor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Post von Kernbach]]></category>

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		<description><![CDATA[dieser kleine Beitrag dir zu Ehren war längst überfällig. Nicht nur, weil &#8220;De&#8217; Bücherladen&#8221; im Schatten der Porta Nigra die leckersten Bücher zu den besten Preisen durch das attraktivste Personal feilbietet. Oder weil euer generöses Sponsoring diese kleine Kolumne überhaupt erst am Leben hält. Hauptsächlich schreibe ich dir, weil es dich eigentlich gar nicht gibt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>dieser kleine Beitrag dir zu Ehren war längst überfällig. Nicht nur, weil &#8220;De&#8217; Bücherladen&#8221; im Schatten der Porta Nigra die leckersten Bücher zu den besten Preisen durch das attraktivste Personal feilbietet. Oder weil euer generöses Sponsoring diese kleine Kolumne überhaupt erst am Leben hält. Hauptsächlich schreibe ich dir, weil es dich eigentlich gar nicht gibt. Oder genauer gesagt: nicht geben kann. <span id="more-17161"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-13016" title="Michael Kernbach" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2009/04/kernbach-portrait.jpg" alt="Michael Kernbach" width="85" height="128" />&#8220;De&#8217; Bücherladen&#8221; ist, ich habe es mir von verschiedenen renommierten Verlagen bestätigen lassen, eine Art buchhändlerisches <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bielefeldverschw%C3%B6rung" target="_blank">Bielefeld</a>, eine verschwörerische Erfindung des Wirtschaftsdezernats, ein Stück aus dem Lande Phantasien. Meine Gewährsmänner versichern mir, dass ein inhabergeführtes Buchgeschäft in dieser Lage in Deutschland praktisch nicht denkbar ist. Dass obendrein hier nicht nur einer, sondern gleich drei Inhaber ihre Hand in die Kasse stecken, und trotzdem keiner von ihnen am Hungertuch nagt, verschweige ich dann meistens aus Gründen der Glaubwürdigkeit.</p>
<p>Warum das alles hier an dieser Stelle? Nun, erstens, weil &#8220;De&#8217; Bücherladen&#8221; im Schatten der Porta Nigra die leckersten Bücher zu den besten Preisen durch das attraktivste Personal feilbietet. Zweitens, weil ich durchaus auch dazu bereit wäre, ähnliches über die saftigsten Burger, die sichersten Geldanlagen oder die schnittigsten Schnittblumen zu schreiben. Angebote bitte an Herrn Jöricke.</p>
<p>Drittens aber, weil es zeigt, auf welchem Niveau offenbar in der Trierer Innenstadt Umsätze generiert werden können. Allen Hyper-Galerien und Giga-Filialisten zum Dank oder zum Trotze. Der Strom der Beutetiere reist halt einfach nicht ab. Wie in Amerika selig die Büffelherden, wälzen sich Touristen- und Luxemburger  Schwärme durch die schmucke City. Klar gibt es auch harte Winter und dürre Sommer in der Simeon- und Hauptmarktsteppe. Wo aber anderswo &#8220;Thalia&#8221; und Co. des Inhabers sicheres Ableben bedeuten, scheint das in Trier fast niemanden zu Tode zu quälen. Und weil Shopping längst ein Event ist, braucht man sich im Moselflorenz auch nicht wirklich vor den Megalo-Marchees auf der grünen Wiese im Ländchen fürchten, zumindest nicht so lange, wie sie dort nicht Christ Underwear ausstellen  oder Amphitheater in Betrieb nehmen.</p>
<p>Eigentlich braucht es doch statt der jetzt allfälligen sorgenvollen Kassandrenrufe anlässlich des einjährigen &#8220;Galerie&#8221;-Geburtstages viel eher eine Antwort auf folgende Frage: Wie kann man den kräftigen Reibach in der City zum reißenden Reistrom verbreitern? Wie macht man aus der Innenstadt den endgültigen Point of Sale, den ersten echten &#8220;Cash and Carry&#8221;-Stadtkern unserer Republik?</p>
<p>Mein Vorschlag: die Mauer muss wieder hoch. Also die Stadtmauer. In den Köpfen unserer Stadtväter ist sie ja de facto noch nie eingerissen worden. Wer etwa durch die Porta in Richtung Norden wandert, schafft es innerhalb von Minuten gefühlt von Mailand nach Nowosibirsk, zumindest was den allgemeinen Zustand der Straßen und Gebäude angeht. Was wieder beweist: in Trier ist wirklich alles fußläufig erreichbar. Die Stadtmauer wäre darum ein wirklich ehrliches Stadtentwicklungskonzept, das die verschämte, ja oft verlogene Entwicklung der letzten Jahre endlich stringent und konsequent zuende brächte. Schluss mit dem Mummenschanz, her mit der Abrissbirne!</p>
<p>Ich sage: radikal alles jenseits der Alleenringe planieren und dann betonieren, was das Zeug hält. Man könnte etwa aus dem Nordteil der Stadt zwischen Zurlauben und Porta einen riesigen Parkplatz machen. Mit Gebühr. Und achtspuriger Zufahrt über den Verteilerkreis. Und an den Stadttoren nehmen wir Eintritt. Die ärmere Bevölkerung siedeln wir auf die linke Moselseite aus und überlassen sie ihrem Schicksal – ein Reservat für Trierer, so manch&#8217; Horni wünscht sich das doch insgeheim. Endlich weg von den ganzen Fremden. Man könnte das Reservat &#8220;Viez-Valley&#8221; nennen und dorthin touristische Fahrten unternehmen, damit die Ureinwohner durch den Verkauf von Erdbeeren und Spargel am Straßenrand weiterhin in die Wirtschaftskette eingebunden bleiben. Die wohlhabenderen kommen nach Olewig und feiern dort ein ganzjähriges Weinfest. Wieder ein Halteplatz für unseren Touristenbus.</p>
<p><a href="http://www.de-buecherladen.de" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-13017" title="Werbung" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2009/04/kernbach-anzeige.jpg" alt="Werbung" width="230" height="230" /></a>Die Studenten verschaffen wir auf den Petrisberg, wo sie im Wissenschaftspark direkt aus dem Studium in die Praktikumsendlosschleife einfließen können und so endlich in ein geschlossenes System für überzählige Akademiker integriert werden können, ohne umziehen zu müssen. Wissenschaftstafeln und IQ-Übernachtungshäuser zahlt die Stadt dann locker aus dem Kleingeldbeutel ihrer Parkgebühren, die sie von den kauflustigen Luxusbürgern einsacken.</p>
<p>Die Vorteile sind unübersehbar: Die verplemperten Sanierungsgelder für Flickschustereien in den Stadtteilen fließen endlich in die City, wo sie auch hingehören.  Geld will bekanntlich zu Geld. Dort vergolden wir die Brunnen und nehmen die Viehmarktthermen statt des Südbads wieder in Badebetrieb.  Die innerstädtischen Geschäftstreibenden wären endlich von ihren bohrenden Edel-Problemen erlöst. Und &#8220;De&#8217; Bücherladen&#8221; kann weiterhin im Schatten der Porta Nigra die leckersten Bücher zu den besten Preisen durch das attraktivste Personal feilbieten. Was ich ihm Milliunenmal mehr gönne als allen Filialmonstren zusammen, was er aber ganz sicher auch so hinbekäme, aber mit meinem Plan is es doch irgendwie geiler, oder?</p>
<p>Gebt dem Hauptmarkt, was des Hauptmarkts ist.</p>
<p>Michael Reibach</p>
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		<title>Liebe Sommerpause,</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 22:35:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>16vor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Post von Kernbach]]></category>

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		<description><![CDATA[was machen Fußfallfans und Politiker am liebsten, wenn in der Mitte des Jahres der Wettkampf ruht? Sie spekulieren über das Personal. Kein Wunder, dass das den Neomonarchen aus dem Reich von König Fußball irgendwie viel unterhaltsamer gelingt. Und auch viel bessere Ergebnisse bringt. Nehmen wir das Beispiel Kommunalwahl. Übersetzt man deren Ergebnis ins mehrheitsfähige Deutsch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>was machen Fußfallfans und Politiker am liebsten, wenn in der Mitte des Jahres der Wettkampf ruht? Sie spekulieren über das Personal. Kein Wunder, dass das den Neomonarchen aus dem Reich von König Fußball irgendwie viel unterhaltsamer gelingt. Und auch viel bessere Ergebnisse bringt.<span id="more-15623"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-13016" title="Michael Kernbach" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2009/04/kernbach-portrait.jpg" alt="Michael Kernbach" width="85" height="128" />Nehmen wir das Beispiel Kommunalwahl. Übersetzt man deren Ergebnis ins mehrheitsfähige Deutsch der Sportjournalisten, dann brachte die Spielzeit 2004 bis 2009 in der 3. Politik-Liga ein recht mageres Resultat. Wieder kamen so wenig Zuschauer zum Endspiel an die Urnenkampfbahn wie in der Vorsaison. Die Leistung der Teams in den letzten Spielminuten war auch nicht gerade eine Werbung für den Wahl-Sport.</p>
<p>Nach so einer dürren Wettkampf-Runde mit wenig Höhepunkten dreht sich im Fußball sofort das Personalkarussell in Höchstgeschwindigkeit. Spieler, Trainer, Manager verlassen Clubs und schließen sich anderen Vereinen an. Das Präsidium sucht auch im Ausland nach Verstärkung. Das füllt nicht nur die Sportseiten der im Sommer dünnen Tagesgazetten, sondern erhöht die Spannung und Vorfreude auf die kommende Spielzeit. Da fragt man sich doch unwillkürlich: Warum macht man das nicht auch in der Politik? Die könnte doch weiß Gott mehr Fans vertragen! Und ich sach mal, der nötige politische Spagat für den Wechsel von einer demokratischen Partei zur nächsten ist oft viel kleiner als der, den Uli Hoeness vor der Verpflichtung von Jürgen Klinsmann machen musste.</p>
<p>Dann käme Bewegung ins Rathaus-Heim. Im Lokalteil gäbe es endlich mal spannende Meldungen wie diese zu lesen: &#8220;Headcoach Albrecht verläßt den Tabellenführer CDU. Gerüchten zufolge, soll er sich der UBM anschließen. Ziel ist ein zweistelliger Platz in der Stabdiagrammtabelle zum Saisonende 2014&#8243;. Das liest man doch gleich zweimal.</p>
<p>Eine offene Transferliste, ein gesunder Mix aus jungen, hungrigen und erfahrenen Politikspielern, FDP-Ultras, Polit-Legionären und Ausleihgeschäfte in der laufenden Saison: so was mögen die Bürger einfach. Vom DFB lernen heißt siegen lernen, und vielleicht könnte man nach einer gewissen Zeit und einer entschieden gewachsenen Popularität des Politiksports die Ratssitzung in die Arena verlegen. Mit Fanblocks, Freischmidt- oder Heinrich-Trikots, Videowall und Probeabstimmungen in der Halbzeit. Politikverdrossenheit ade!</p>
<p><a href="http://www.de-buecherladen.de" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-13017" title="Werbung" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2009/04/kernbach-anzeige.jpg" alt="Werbung" width="230" height="230" /></a>Wenn man schon gerade dabei ist: Überhaupt würde der Vereins-Politik ein sportliches Lifting gut zu Gesicht stehen. Neben regelmäßigen politischen Laktatwerten und Grundgesetz-, Ausdauer-  und Umfrage-Fitnesstests fehlen unseren politischen Profiteams seit langem Scoutingabteilungen. Die sind im Fußballgeschäft ja schon ewig gang und gäbe. Dann wäre endlich Schluss mit den vielen Verlegenheitsbesetzungen in Schlüsselpositionen. Gerade jetzt wäre ein Talentscout mit gut geführtem Notizbuch ein echter Segen für jedes Trierer Rathausteam, das einen Führungsspieler im Regionalkader auf der Schaltposition eines Dezernenten platzieren will.</p>
<p>Machen wir doch das Denkexperiment am Beispiel des Kulturdezernats. Da steht der bisherige Stammspieler Holkenbrink, nicht zuletzt nach der letzten harten Finalniederlage gegen die Jensen Dreyers, vor dem Karriereende. Der von ihm geführte Kulturkader, der in der jüngeren Vergangenheit durch seine veraltete und viel zu defensive Spielweise selten punkten konnte, könnte eine Blutauffrischung gut vertragen. Eine komplett neue Kulturkultur sozusagen rund um einen Schlüsselspieler herum, der noch jung ist und Entwicklungspotenzial mitbringt, andererseits aber auch schon viele nationale Titel gewonnen hat. Einer, der trierischen Stallgeruch besitzt und trotzdem die weite Welt kennt, dabei vielleicht sogar bis Köln gekommen ist! Der  medial weltweit (etwa für <em>16vor</em>) seine Visitenkarte hinterlassen hat. Dessen verlässlich wechselnde Meinungen man mehr als zur Genüge kennt. Ein Kultur-Klinsmann, ein &#8220;Jo, eisch kann dat&#8221;-Kandidat! Aber, gibt es einen solchen Spieler überhaupt? Mario Basler soll schon abgelehnt haben. Christian Jöricke weigert sich als Gladbach-Fan, &#8220;Köln&#8221; auch nur in den Mund zu nehmen. Ich selbst möchte das nicht kommentieren. Nur um Gerüchten vorzubeugen: Ja, ich war in Trier. Aber es war ein rein privater Besuch im Rathaus und bei der Besoldungsstelle. Offiziell hat bisher kein Verein angefragt. Außerdem habe ich ja auch noch Vertrag und Präsident Stölb steht unverrückbar hinter mir.</p>
<p>Madrid oder Mailand, Hauptsache Italien!</p>
<p>Mit sportlichen Grüßen</p>
<p>Michael Kernbach (10), Ergänzungsspieler</p>
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		<title>Liebe Viehmarktpicknicker,</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 22:04:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>16vor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Post von Kernbach]]></category>

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		<description><![CDATA[ich hoffe, nein, ich weiß, ihr hattet einen gelungenen Pfingstauftakt! Aktionen wie das antifaschistische Picknick gehören zu den immer seltener werdenden Gelegenheiten zu zeigen, dass man auf der richtigen Seite steht. Und da so viele andere auch Gut von Böse unterscheiden konnten, hat sicher nicht nur der Kaffee ein schönes, warmes Gefühl im Bauch gemacht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ich hoffe, nein, ich weiß, ihr hattet einen gelungenen Pfingstauftakt! Aktionen wie das antifaschistische Picknick gehören zu den immer seltener werdenden Gelegenheiten zu zeigen, dass man auf der richtigen Seite steht. Und da so viele andere auch Gut von Böse unterscheiden konnten, hat sicher nicht nur der Kaffee ein schönes, warmes Gefühl im Bauch gemacht. Begrüßenswert auch die Form des Protestes: Nutella statt Nazis, schmackhafter ist die braune Masse noch nie ausgemerzt worden. Außerdem ist dieses Zeichen des gemeinsamen Konsums auch ein wichtiges Signal in Richtung Wirtschaftskrise: Hurra, wir frühstücken noch.<span id="more-14445"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-13016" title="Michael Kernbach" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2009/04/kernbach-portrait.jpg" alt="Michael Kernbach" width="85" height="128" />Im Vorfeld der Breakfast-Party weitere Possierlichkeiten, wie das Gerangel um die Teilnahme der DKP. Deren eigentlich im nordkoreanischen Reservat beheimatetes Weltbild zum Anlass zu nehmen, an dieser Demonstration des guten Geschmacks nicht teilzunehmen, erscheint ein bisschen der Wahlkampfhysterie geschuldet. Es ist, als ob man im Museum nach Saurierskeletten mit Steinen wirft. Oder aber, was schlimmer wäre, das Verweigern entspränge einer Sehnsucht: Sehnsucht nach einer einfachen Welt der ideologischen Blöcke, wo es noch klare Bedrohungen von gefährlichen Feinden gab. Wie in Rocky IV. Das waren noch Zeiten!</p>
<p>Wollte man zynisch sein, könnte einen sogar der Gedanke beschleichen, dass es dem ein oder anderen gar nicht sooooooo unrecht ist, dass die braunen Zombies immer noch nicht einfach nur eine skurille Schattengruppe sind, wie etwa eben ihre Hassfreunde von der DKP (ich wette 9,9 von 10 Trierern unter 30 halten die DKP für eine Versicherung).</p>
<p>Gegen Nazis sein, das ist so ein geil einfaches Statement in dieser komplexen Zeit, in der selbst menschenverachtende Weltsichten wie der Turbokapitalismus es geschafft haben, so smart zu werden, dass ihnen sogar staatlich geholfen wird, wenn sie sich bei der konsequenten Ausradierung von Arbeitsplätzen und dem sozialen Genozid durch enthemmte Kreditgeschäfte zugunsten des Shareholder-Values endlich mal richtig verhoben haben.</p>
<p>Wollte man nämlich mit einer Frühstücksrevolution das braune Übel bei der Wurzel packen und endlich mal denen die Laugenstange zeigen, die dafür Verantwortung tragen, dass Extremisten in einer Demokratie wieder Zulauf gewinnen, dann müsste man nach ostdeutschem Vorbild jeden Montag in den Schalterhallen der großen Banken mit Roggenbrot für den Renditetod demonstrieren. Oder auf dem Luxemburger Marktplatz. Oder in den Parteizentralen, wo Wahlkampf zu einer sportlichen Veranstaltung im Kampf um Prozentpunkte verkommen zu sein scheint und beliebigste Floskeln den oft dürren Inhalt mehr schlecht als recht retuschieren.</p>
<p><a href="http://www.de-buecherladen.de" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-13017" title="Werbung" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2009/04/kernbach-anzeige.jpg" alt="Werbung" width="230" height="230" /></a>All diese Mitverursacher des Problems findet man dann eben auch bei einem Antifabrunch, weil es anscheinend einer der letzten, kleinsten gemeinsamen Nenner geworden ist, gegen Nazis zu sein. Mögliches Fazit: Wir brauchen also ausgerechnet die Faschos für einen gesellschaftlichen Konsens. Argghh! Die wiederum freuen sich über die Crosspromotion und darauf, dass ihnen der gelähmte Demokratismus der Prozentpunktezählerparteien und die nach wie vor ungezügelte Gier der Geldjünger immer mehr frustrierte und perspektivlose Marktteilnehmer in die Arme treiben. Oder in die der DKP.</p>
<p>Wie unfähig wir hier mittlerweile zur Umkehr sind, zeigt uns die Regierung bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise. Neue Regeln? Gar eine Wertediskussion? Fehlanzeige. Was soll&#8217;s also, warten wir halt auf einen neuen starken Mann, der – soviel kleiner Trost soll sein – mit Sicherheit nicht wie Safet Babic aussehen und daherkommen wird. Da haben uns die Österreicher (wer auch sonst) ja schon lange den Weg gewiesen, wie ein rechter Nazi heutzutage mehrheitsfähig ausschaut. Darum mein Tipp für 2012: Es wird Florian Silbereisen.</p>
<p>Vom gepackten Koffer grüßt:</p>
<p>Michael Kernbach</p>
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		<title>Liebes Trier 2.0,</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 23:15:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>16vor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Post von Kernbach]]></category>

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		<description><![CDATA[es gibt Momente im Leben, in denen selbst ich nicht mehr weiß, was ich dazu noch sagen soll. Seit der Bekanntgabe der Ergebnisse der Userumfrage von 16vor steht meine virtuelle Welt total auf dem Kopf. Wer hätte je gedacht, dass Marcus Stölb und Christian Jöricke dieselbe Kernzielgruppe bedienen wie Hugh Heffner vom Playboy (siehe Seite [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>es gibt Momente im Leben, in denen selbst ich nicht mehr weiß, was ich dazu noch sagen soll. Seit der Bekanntgabe der <a href="http://www.16vor.de/index.php/2009/04/24/16-vor-leserumfrage-maennlich-mitte-30-und-treu/" target="_blank">Ergebnisse der Userumfrage</a> von <em>16vor </em>steht meine virtuelle Welt total auf dem Kopf.<span id="more-13014"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-13016" title="Michael Kernbach" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2009/04/kernbach-portrait.jpg" alt="Michael Kernbach" width="85" height="128" />Wer hätte je gedacht, dass Marcus Stölb und Christian Jöricke dieselbe Kernzielgruppe bedienen wie Hugh Heffner vom <a href="http://www.tomorrow-focus-media.de/fileadmin/customer_files/public_files/downloads/mediadaten/PLAYBOY_Online_Mediadaten.pdf" target="_blank"><em>Playboy</em></a> (siehe Seite 6)?! Und wer hätte je gedacht, dass ausgerechnet diese Zielgruppe &#8211; männlich, Mitte Dreißig, gut gebaut und gut gebildet -, dass also ausgerechnet Alphamänner in den besten Jahren, (übrigens auch das bevorzugte Werbewild der elektronischen Unterhaltungsindustrie), nicht lauthals nach einem &#8220;Trier-Mate des Monats&#8221; und einer fetten Autoseite schreien, sondern im Gegenteil erklärtermaßen keinen Bock auf multimedialen Schnickschnack auf ihrer regionalen Newssite haben?!</p>
<p>Mir sprengt das fast den Kopf. Vielleicht wollen diese Leute, die ihre Topgehälter eigentlich nur durch ihr ständiges Mithalten gerade auch bei der Entwicklung im Internet sichern können, wenigstens in ihrer knappen Freizeit genüßlich in ihrer Onlinezeitung blättern, ohne dabei von Videoblogs und WebTVs gestört zu werden. Wer die Einstellung eines Teils der Redaktion zu diesem neumodischen Krimskrams kennt, der könnte vielleicht sogar vermuten… aber nein, so unseriös ist bei dieser Zeitung nur der Kolumnist.</p>
<p>Vielleicht haben wir hier die erste echte Nostalgiewelle im Netz. Ach, wie war dat schön, damals, als noch nicht jeder Vollpfosten mit seinen Fotos und Filmchen in unserem Internet rumgeprollt hat. So wie jetzt gerade wieder die ganzen Schmierfinken, die unter ihrem &#8220;Echt&#8221;-Namen oder einem Webpseudonym über den <a href="http://www.youtube.com/watch?v=O6XES740XS8" target="_blank">YouTube-Auftritt von Berti Adams</a> herziehen. Der, auch so ein echter Schädelsprenger, zwar seine eigene Zielvorgabe mit dem Clip locker erreicht hat, davon aber jetzt gar nicht richtig begeistert ist.</p>
<p>&#8220;Berti und Bernd&#8221; sollte doch nach Wunsch der Macher Kult werden. Und tatsächlich, es finden sich User, die dem Film Trash-Qualität nachsagen: die unabdingbare Grundvoraussetzung für ein Kultvideo im Internet.</p>
<p>Statt sich aber die Hände zu reiben und auf eine Chartnotierung bei YouTube zu hoffen, zeigen sich die Chrissies in der Wurstküche nun von der beleidigten Leberwurstseite. Was denn nun? Kult? Oder doch nur Käsekuchen, wie ihn die ganzen anderen Mitbewerber (wohl schlauerweise) in fußlahmen Bewerberspots und nur der Vollständigkeit halber der tendenziell hämischen Net-Community zum Fraß vorwerfen.</p>
<p><a href="http://www.de-buecherladen.de" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-13017" title="Werbung" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2009/04/kernbach-anzeige.jpg" alt="Werbung" width="230" height="230" /></a>Ich persönlich fürchte fast, dass dies halt passiert, wenn man mit Dingen rumspielt, von denen man keine richtige Ahnung hat. Allein schon der Ansatz mit der Milchmädchenrechnung. Grün, Rot, Nichtwähler = Jung = YouTube-Clip und schon passt das. So doof ist selbst der politische Gegner in den eigenen Reihen nicht.</p>
<p>Vielleicht wäre dieses Malheur auch nie passiert, wenn der CDU zum Drehzeitpunkt die Umfragedaten von <em>16vor </em>vorgelegen hätten. Wer dreht schon Kultvideos, wenn es nachweislich in der Multiplikatoren- und Entscheiderszene der Region daran gar kein Interesse gibt. Was sage ich &#8211; dass man dort derlei Art der Selbstdarstellung eher als peinlich und unseriös empfindet. Das alles macht mich total konfus, und hätte ich so einen Ausgang der Umfrage nur im Entferntesten erwartet, hätte ich noch 50 Bögen mehr ausgefüllt. Dann gäbe es bald in diesem Auftritt das von mir längst eingeforderte  Verbraucher-TV &#8220;Stiftung Warenteff&#8221; oder eine von meiner Mutter moderierte Kochshow. Nächstes Jahr bin ich da fleißiger.</p>
<p>Aus dem Jenseits der Kernnutzergruppe grüßt herzlichst,</p>
<p>Michael Kernbach 3.0</p>
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		</item>
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		<title>Liebe Studentenunruhen,</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 23:34:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>16vor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Post von Kernbach]]></category>

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		<description><![CDATA[mit Begeisterung verfolge ich den künstlich aufflammenden Streit um die Umbenennung der Hochschule Trier in die &#8220;Du weißt schon wer&#8221;-Universität. Unsere schöne Akademie, gebrandmarkt mit dem Namen dessen, der nicht genannt werden darf?! Rein äußerlich betrachtet, erstmal keine so schlechte Idee, versprüht die Architektur der Lehranstalt doch den Charme eines realsozialistischen Prunkbaus. Wächst da also [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>mit Begeisterung verfolge ich den künstlich aufflammenden Streit um die Umbenennung der Hochschule Trier in die &#8220;Du weißt schon wer&#8221;-Universität. Unsere schöne Akademie, gebrandmarkt mit dem Namen dessen, der nicht genannt werden darf?!<span id="more-11685"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3567" title="Michael Kernbach" src="http://www.16vor.de/uploads/2008/04/kernbach-portrait.jpg" alt="Michael Kernbach" width="85" height="128" />Rein äußerlich betrachtet, erstmal keine so schlechte Idee, versprüht die Architektur der Lehranstalt doch den Charme eines realsozialistischen Prunkbaus. Wächst da also nicht zusammen, was zusammen gehört? Jedenfalls schön, dass es immer noch junge Leute gibt, die sich um so was kümmern. Nicht nur, weil dies das beruhigende Signal versendet, dass es offenbar keine schlimmeren Probleme in der Region gibt, um die man sich sorgen könnte. Auch als Jungbrunnen für angegreiste Achtundsechziger ist dieser Streit um Karls Bart schlicht weg nicht zu schlagen.  Da erwachen sogar die Speerspitzen tot geglaubter Systemkriegerheere, die Junge Union vs. AStA/StuPa, zu neuem Leben, und traktieren sich mit Weltanschaulichkeiten, dass einem schon beim Zuhören Seitenscheitel und Koteletten wachsen.</p>
<p>Geil! Let the sunshine in! Weil in Trier bekannterweise viele gesellschaftliche Entwicklungen erst ungezählte Jahre später angekommen, könnte es sich bei dem Streit auch um eine Art &#8220;Tarforster Frühling&#8221; handeln. Wer weiß, morgen verhindern Studenten gar die Auslieferung des <em>Volksfreunds </em>und veranstalten ein Sit-in auf dem Kornmarkt, und zwar ausnahmsweise nicht, wie sonst, auf den Sesseln der dortigen Sit-in-Anbieter der Straßencafes.</p>
<p>Und dies alles gerade jetzt, wo sich nach dem Sozialismus auch noch das andere wertfreie Wertessystem in Wohlgefallen auflöst. Da ist eine, offenbar durch ein Zeitloch gefallene Retrodiskussion um den Marxbrother als Titelheld der Trierer Uni  auf einmal nicht nur drollig, sondern sogar hochaktuell! Schließlich könnte man unter dem Schild einer Karl-Marx-Universität höchst kredibel nach einer neuen Weltordnung forschen. Wird ja gerade was passendes gesucht.</p>
<p><a href="http://www.de-buecherladen.de" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-2977" title="Werbung" src="http://www.16vor.de/uploads/2008/02/kernbachneu1.jpg" alt="Werbung" width="230" height="230" /></a>Die Kollegen von der Junion sollten sich da auch nicht so unentspannt zeigen: Wer dem ollen Marx den Marxismus in die Schuhe schiebt, darf sich nicht beschweren, wenn man dasselbe mit den Kreuzzügen beim Jesuskind macht. Aber okay, aus Gründen der Ausgewogenheit könnte man die Hochschule auch &#8220;Marx-Luxemburg-Akademie&#8221; nennen, vielleicht sponsort dann die Deutsche Bank einen Joseph-Ackermann-Hörsaal und Jean Claude Junker wird gemeinsam mit Oskar Lafontaine Ehrenpräsident.</p>
<p>Eine Überwindung krassester ideologischer Gegensätze scheint möglich, das Jahrhundert des Wassermanns bricht an. Und das dank der Umbenennung eines Plattenbaus auf der Tarforster Höhe, where the streets have no name.</p>
<p>Give peace a chance<br />
Michael Kernbach</p>
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		<title>Leeve Fastelovendsjecke,</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 23:01:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>16vor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Post von Kernbach]]></category>

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		<description><![CDATA[wie heißt es es im rheinsten Karnevalesisch so unschön: et ess widder so wigg! Kölsch ist wieder Leitkultur. Gott stehe uns bei. Wer die erschütternde Archaik der Straßenriten der Bevölkerung in der rheinschen Tiefebene einmal vor Ort studiert hat, der weiß, warum selbst diese Menschen zu diesen Ausbrüchen nur vermummt fähig sind. Und es schwappt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>wie heißt es es im rheinsten Karnevalesisch so unschön: et ess widder so wigg! Kölsch ist wieder Leitkultur. Gott stehe uns bei. Wer die erschütternde Archaik der Straßenriten der Bevölkerung in der rheinschen Tiefebene einmal vor Ort studiert hat, der weiß, warum selbst diese Menschen zu diesen Ausbrüchen nur vermummt fähig sind. Und es schwappt über, immer mehr, auch zu uns&#8230;<span id="more-10944"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3567" title="Michael Kernbach" src="http://www.16vor.de/uploads/2008/04/kernbach-portrait.jpg" alt="Michael Kernbach" width="85" height="128" /> Wohin das Auge schweift: Hooligans des Frohsinns, aufgetankt mit mehr Sprit als eine Boeing braucht, um diese Kreaturen auf den Ballermann auszufliegen, marodieren durch unsere Fußgängerzonen und verhalten sich, wie es einst siegreiche Besatzer einer gefallenen Stadt angedeihen ließen.</p>
<p>Wen soll das aber wirklich wundern? &#8220;Dschungelcamp&#8221;, El Arenal, &#8220;Big Brother&#8221;, &#8220;Bauer sucht Frau&#8221;, Heidi Klum: das kann man nicht immer nur dem Prekariat unterschieben. Offenbar sind wir alle ein bisschen Malle. Anders lassen sich die immer weiter anschwellenden Helau-Horden auf allen Marktplätzen der Republik nicht erklären.</p>
<p>Zeit, die eigene Verweigerungshaltung zu überdenken. Schließlich will man ja am Ende nicht als die uncoole und spießige Spaßbremse rumstehen, während alle anderen die Gelegenheit nutzen, sich mal wie Bonobo-Affen zu gebärden.</p>
<p>Was kann man tun? Es gibt etwa die Möglichkeit, über die Aussage des Kostüms einerseits mitzufeiern und den anderen Deppen trotzdem den Abend zu verderben. Als Jesus Christus etwa, als Bischof Williamson oder als Hanns Martin Schleyer verkleidet, lassen sich bestimmt basische Diskussionen über den politischen Wert des Karnevals antriggern. Trümmerfrau-Outfit oder ein Pappschild mit der Aufschrift &#8220;Suche Arbeit, mache alles!&#8221; könnten dem Karneval durchaus eine kritische Note geben. Und sind ab Herbst auch im realen Leben wieder verwendbar.</p>
<p>Eine andere Möglichkeit wäre es, das Gelände genau zu sondieren und nur mit den Jecken intensiven Kontakt aufzunehmen, die ebenfalls über ihre Verkleidung klar eine Message formulieren und zum Nachdenken animieren wollen. Halbnackte Girls im Krankenschwesternkostüm etwa, die so ihren Protest am Zustand unseres Gesundheitswesen postulieren. Oder &#8220;Fluch der Karibik&#8221;-Piratenverschnitte aus Daun und Wittlich, die in ihrem Umgang mit dem weiblichen Geschlecht handgreiflich demonstrieren, dass das Seeräuberproblem nicht nur eines der Küste Somalias ist und dringend einer Lösung bedarf.</p>
<p><a href="http://www.de-buecherladen.de" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-2977" title="Werbung" src="http://www.16vor.de/uploads/2008/02/kernbachneu1.jpg" alt="Werbung" width="230" height="230" /></a>Wem das alles keine goldene Brücke in den Rosenmontag ist, weil er einfach nicht genug Alkohol verträgt und die Songs von Möhre, Schnitte, Olaf Hennig und den Höhnern auch ohne drei Promille zum Kotzen findet, der kann natürlich wie jedes Jahr abhauen. Problem: Hat ja im Moment jeder Angst davor, dieses in Urlaub investierte  Kleingeld morgen beim Bäcker schmerzlich zu vermissen. Und dann womöglich verhungert &#8211; nur wegen Karneval. Also diesmal kein Fuerteventura. Aber dann, wohin? In Deutschland gibt es kaum mehr nicht karnevalistisch infizierte Flecken.</p>
<p>Gute Neuigkeiten kommen von einem Ort, an dem keiner die Rettung vermutet hätte. Mitten im Auge des rasenden Orkans, in der Stadt mit den vier Buchstaben und der Lizenz zum Tröten,  da schließen barmherzige Möbelhausketten über die tollen Tage ihre Häuser für die vom Konfetti Gequälten bis 22 Uhr auf. Im Möbelzentrum Rösrath bei Köln legen sie dir bei Einkäufen von 1000 Euro am Rosenmontag gleich einen Fernseher mit auf die Sitzecke drauf, die &#8220;Porta Möbel&#8221; in Köln-Marsdorf machen aus ihrer Kundenkantine eine Pianobar und servieren kostenlos Pina Coladas. Oder war es umgekehrt? Egal. Jedenfalls Möbelhousing gegen die Höhnergrippe. Ist das schon eine kulturelle Konterrevolution? Knautschsäcke statt Knutschflecke, Papierlampen statt Pappnasen? Oder ist das nur das gurgelnde Absaufgeräusch der rheinischen Möbelindustrie in der Wirtschaftskrise? Egal, ich gehe auf jeden Fall in die Pianobar, Longdrinks für lau, lecker. Wir Verweigerer sollten uns dort demonstrativ treffen, im Discount-Möbelmarkt, dem letzen Zufluchtsort des guten Geschmacks. Vielleicht kann der Mann am Klavier auch was von den Bläck Fööss spielen, ist ja schließlich Karneval.</p>
<p>Klatschmarsch bitte,</p>
<p>et Botterblömche</p>
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		<title>Liebes Dschungelcamp,</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2009 23:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>16vor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Post von Kernbach]]></category>

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		<description><![CDATA[nein, du machst es einem wirklich nicht leicht, dich nicht zu mögen. Platt wie eine Flunder, immer haarscharf unter der Gürtellinie und immer mit einer menschenverachtenden Lebensschadenfreude, dass es jeden Gutmenschen vor Wut an die Decke treibt: Das muss man schon aus reiner Renitenz irgendwie klasse finden. Leider reicht das alleine nicht wirklich, um dieses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>nein, du machst es einem wirklich nicht leicht, dich nicht zu mögen. Platt wie eine Flunder, immer haarscharf unter der Gürtellinie und immer mit einer menschenverachtenden Lebensschadenfreude, dass es jeden Gutmenschen vor Wut an die Decke treibt: Das muss man schon aus reiner Renitenz irgendwie klasse finden.<span id="more-9774"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3567" title="Michael Kernbach" src="http://www.16vor.de/uploads/2008/04/kernbach-portrait.jpg" alt="Michael Kernbach" width="85" height="128" />Leider reicht das alleine nicht wirklich, um dieses primitive Pleitepromidinner zu einer subversiven Gesellschaftskritik umzudeuteln, wie es von der Querdenk-Guerilla von <em>FR</em> bis <em>Spiegel online</em> jährlich in bester Regelmäßigkeit versucht wird.</p>
<p>Das liegt vor allem an dem, was einem im Dschungelcamp so serviert wird:  Vogel-Penisstückchen, Tierhoden, ein paar Maden – also ehrlich, wer so was eklig findet, der hält Hausmacher Leberwurst wohl für zu Creme geschlagene Schweinefiletspitzen und sollte seinem Stamm-Chinesen nicht unbedingt bei der Arbeit zuschauen.</p>
<p>Aber selbst  die dagegen eher keimfrei wirkende australische Würmerkost würde ihren voyeuristischen Dienst tun, wenn man nur die richtigen Leute auf das Grün bekäme. Würde Roland Koch versus Schäfer-Gümbel im Dreck fressen antreten, Uli Hoeneß und Angela Merkel die Campeltern geben, Sarah Connor und Barbara Schöneberger sich als Urwaldziegen die Augen auskratzen, und man jeden Tag Stefan Raab oder Josef Ackermann für eine Prüfung wählen können, ich glaube, das wäre das endgültige TV-Nirvana. Niemand schaute jemals wieder irgendeinen anderen Käse im Fernsehen an.</p>
<p>Leider haben unsere Spitzenleute aus Politik und Gesellschaft nicht das ausreichende Niveau, sich auf so ein Niveau herabzulassen, weshalb wir armen Bürger mit Typen wie dem Ex-Eisläufer Norbert  Who?, der Tochter von Ralph Siegel (der himself schon nur eine B-Besetzung wäre) und einem Mann unsere Zeit verbringen, der nur deshalb mitmachen darf, weil sein Nachname Schwanz ist.</p>
<p>Also ehrlich: Das muss doch keiner sehen. Wenn jemand es braucht, sich am Elend ihm völlig unbekannter Menschen zu ergötzen, kann er doch in einem Übernachtungsheim eine Webcam einbauen. Oder in einer Arche zu Mittag essen. Weil das aber politisch wieder total unkorrekt wäre, führt das dazu , dass nun eine Schauspielerattrappe wie Günther Kaufmann, damit er in Zukunft nicht in der Arche essen muss, im Fernsehen freiwillig gegen Geld Sachen isst, die ihm in der Arche so niemand zumuten würde. Verstehe einer diese Welt!</p>
<p><a href="http://www.de-buecherladen.de" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-2977" title="Werbung" src="http://www.16vor.de/uploads/2008/02/kernbachneu1.jpg" alt="Werbung" width="230" height="230" /></a>Irgendwie jedenfalls ist dieses spannende Konzept ohne echte VIPs ein Griff ins Plumpsklo. Wenn aber die Akquise von A-Promis auf Bundesebene so schwierig ist, lässt sich der Spaß doch auch bestimmt auf ein regionales Format herunterbrechen. Für das unterhaltungsorientierte  Lokalfernsehen wäre ein &#8220;Dschungelcamp – Das Örtliche&#8221; doch durchaus ein hitquotenverdächtiger Hyperhammer!</p>
<p>&#8220;Ich bin ein Fupp – holt mich hier raus!&#8221;, biete ich mal so als Arbeitstitel. Und das Basiscamp, das schlagen wir in der Pellinger Grillhütte auf. Unsere zehn Promis lassen wir per Internet-Voting auswählen, ein paar mögliche Kandidaten hier schon mal frei Haus:  Paul Linz, Helmut Schroer, Ronald Frank, Christian Jöricke, Manfred Maximini, dazu in ihrer gewohnten Rolle als reine Quotenfrau Simone Kaes-Torchiani. Die Liste ist nach eigenem Geschmack erweiterbar. Die Moderation übernimmt Dieter Lintz, der alleine locker Dirk Bach und Sonja Zietlow aufwiegt.</p>
<p>Im Vergleich zum <em>RTL</em>-Camp  gibt es bei FUPP-TV folgende Änderungen: Statt Reis mit Bohnen besteht die tägliche Basismahlzeit aus Viez und Krumpernschnietscher. Und UNSERE Prüfungen sind an wahrer Ekligkeit durch nichts zu überbieten. In der &#8220;Speisekammer des Schreckens&#8221; warten zehn kalte Wurstklopse vom &#8220;Drei-Finger-Joe&#8221; – mit Soße, ohne Brötchen. In der &#8220;Bar des Erbrechens&#8221; servieren Schrottis aus dem &#8220;Luxemburger Eck&#8221; handwarme, abgestandene Karlsberg-Pils (0,5 l), die dann auf ex gekippt werden müssen. Und bei der Schatzsuche müssen unsere Probanden versuchen, beim AH-Training des TuS Pellingen dessen Stubbivorrat  zu klauen.</p>
<p>Vielleicht wäre so was ja auch mal ein echtes Tool für einen spannenden Kommunalwahlkampf. Besser lernen wir unsere Bürgervertreter doch nicht mehr kennen als ungewaschen im Fernsehsommercamp. Da kriegen Begriffe wie &#8220;Parteifilz&#8221;, &#8220;Laus im Pelz&#8221; oder &#8220;Made im Speck&#8221; doch gleich einen anderen Sound! Kakerlake statt Plakate, oder, wie heißt es doch so schön: Der frühe Vogel fängt den Wurm.</p>
<p>unbarmherzlichst,<br />
Michael Kernbach</p>
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