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	<title>16 vor &#187; Schule &amp; Campus</title>
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	<description>Nachrichten aus Trier</description>
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		<title>Ganz neue Töne in Triers Westen</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 12:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin Schug</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Viel zu oft ist Musikunterricht ein Privileg für Kinder und Jugendliche aus Besserverdiener-Haushalten. Dass es auch anders sein kann, zeigt jetzt die Grundschule Pallien im Westen der Stadt. Benachteiligte Jungen und Mädchen haben hier die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen – und machen rege davon Gebrauch. Langfristig soll eine musikalische Infrastruktur etabliert werden, die vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Mit Spaß dabei: die Kinder und ihr Musiklehrer im Unterricht. Foto: Kathrin Schug" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/Musikprojekt3n.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47651" title="Mit Spaß dabei: die Kinder und ihr Musiklehrer im Unterricht. Foto: Kathrin Schug" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/Musikprojekt3n-150x105.jpg" alt="" width="150" height="105" /></a>Viel zu oft ist Musikunterricht ein Privileg für Kinder und Jugendliche aus Besserverdiener-Haushalten. Dass es auch anders sein kann, zeigt jetzt die Grundschule Pallien im Westen der Stadt. Benachteiligte Jungen und Mädchen haben hier die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen – und machen rege davon Gebrauch. Langfristig soll eine musikalische Infrastruktur etabliert werden, die vom Kindergarten bis zur weiterführenden Schule reicht und den Kindern des Stadtteils so kulturelle Teilhabe ermöglicht. Die Resonanz ist enorm und überraschte auch die Initiatoren des Projekts, die sich allerdings keine Illusionen über den wahrscheinlichen Langzeiteffekt des Angebots machen. Doch wenn nur einige wenige Schüler auch nach ihrem Abgang von der Schule noch Musik machen, wäre dies schon ein großer Erfolg. <span id="more-47650"></span></p>
<p><strong>TRIER-WEST.</strong> In einem Halbkreis aus kleinen Holzstühlen hat sich die Klarinettengruppe um ihren Lehrer versammelt. &#8220;Wir versuchen jetzt, alle gemeinsam ein C zu spielen&#8221;, sagt er und zählt den Takt an. Aus dem Nichts heraus fängt ein Junge an &#8220;You&#8217;re my Heart, You&#8217;re my Soul&#8221; zu singen. Die Gruppe lacht laut, die Konzentration ist hin. &#8220;Du kannst das Lied ruhig zu Ende singen&#8221;, sagt der Musiklehrer, lächelt und wartet ab. Eine Drittklässlerin kneift den Jungen in die Seite: &#8220;Sei still jetzt&#8221;, schärft sie ihm ein, &#8220;der Mann ist hier, um uns Klarinette spielen beizubringen, und das kann er nicht, wenn wir die ganze Zeit Quatsch machen.&#8221; Der Junge schaut kurz betreten und sieht es dann ein. Sie machen sich wieder auf die Suche nach dem C, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.</p>
<p>Seit dem Herbst vergangen Jahres ist donnerstags Musiktag in der Grundschule Pallien. Im Keller proben die Blechbläser, im Erdgeschoss die Klarinetten, im ersten Stock die Querflöten. Kinder, die sonst nicht in Berührung mit musikalischer Erziehung kommen würden, haben hier die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen. Für die kleine Grundschule in Triers Westen ist das Angebot ein Novum. Förderlehrerin Hiltrud Kleinsorge-Zeimet koordiniert das Projekt und weiß, wie es um die Wahrnehmung des Stadtteils steht, der oftmals mit dem Etikett &#8220;Sozialer Brennpunkt&#8221; abgestempelt wird. Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf andere Schulen in anderen Stadtteilen. Zurück bleiben die, die nicht weg können. Mit dem Musikprojekt will man sie durch Teilhabe an Kultur heranführen; wohl wissend, dass dieser Weg den meisten sonst wohl verschlossen bleiben würde.</p>
<p>Dabei sind es gerade die Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen und den sogenannten bildungsfernen Schichten, die besonderer Förderung bedürften. Und wenn es nach den Initiatoren des Projekts geht, ist der positive Einfluss von musischer Bildung auf die Entwicklung der Kinder gar nicht hoch genug einzuschätzen: Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Lernfähigkeit &#8211; die Liste liest sich wie ein Anforderungskatalog für die Arbeitnehmer von morgen.</p>
<p>Ob die Grundschüler darüber nachgedacht haben, als sie sich für die Teilnahme entschieden, weiß man nicht. Etwas wird sie aber dazu bewogen haben, sich zahlreich anzumelden: In der dritten und vierten Klasse macht mehr als die Hälfte der Schüler mit. &#8220;Die Resonanz der Kinder war und ist überwältigend&#8221;, erklärt Kleinsorge-Zeimet. Frustrierend sei hingegen, wie wenig Interesse manche Eltern an der Aktivität ihrer Kinder zeigten, räumt sie offen ein. Sie kennt die familiären Hintergründe und weiß, dass viele der Kinder nach Schulschluss in ein überfordertes Elternhaus zurückkehren, in dem sie weder Rückhalt noch Fürsorge erfahren. Kleinsorge-Zeimet weiß auch von Müttern zu berichten, deren Bestärkung im besten Falle darin besteht, ihre Töchter zur Teilnahme an Castingshows anzuhalten. &#8220;Das sind Defizite, die wir als Schule überhaupt nicht auffangen können&#8221;, erklärt sie. &#8220;Unsere einzige Chance ist, den Kindern im Rahmen unserer Möglichkeiten mit Angeboten wie dem Musikprojekt Perspektiven aufzeigen&#8221;.</p>
<p>Ein Rahmen, der knapp bemessen ist: Die Proben finden nur einmal wöchentlich statt, manchmal probt die Förderlehrerin in ihrer Freizeit mit den Kindern, damit wenigstens einmal geübt wird. Ihr ist es zu verdanken, dass ein Projekt wie dieses an die Grundschule Pallien gekommen ist. &#8220;Die Initiative soll kein einmaliges Strohfeuer sein, sondern langfristig in die bestehenden Strukturen des Stadtteils eingebettet werden&#8221;, erklärt sie. Ziel ist es, in Pallien ein musikalisches Begleitangebot vom Kindergarten bis zur weiterführenden Schule zu etablieren – im besten Fall die Basis für eine lebenslange Beschäftigung mit Musik. Um dieses Ziel zu erreichen, ziehen viele Organisationen an einem Strang: Der Landes- und Kreismusikverband, die städtische Musikschule und der Musikverein Pallien. Im weiteren Projektverlauf wollen die Institutionen noch stärker ineinander greifen, die Kinder sollen ihr Instrument dann auch im Musikverein weiterspielen können, wenn sie die Grundschule verlassen haben. Große Illusionen über die Reichweite des Projektes hegen die Verantwortlichen dabei allerdings nicht: &#8220;Wenn von den zwanzig Kindern später zwei ihr Instrument fortführen, dann ist das ein Erfolg&#8221;, sagt Kleinsorge-Zeimet.</p>
<p>Nach der Probe poltern die Dritt- und Viertklässler durch die Flure, lautstark wie eh und je. Wunder erwartet im Kollegium niemand von dem Musikprojekt. &#8220;Aber wir merken, dass diese Aktivität Balsam für die Seelen der Kinder ist&#8221;, sagt eine Lehrerin. &#8220;Sie sehnen sich so sehr nach Bestätigung und Erfolgserlebnissen, in der Musik finden sie beides.&#8221;</p>
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		<title>Vom Sterben der Lieder</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 23:02:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jannis Puhlmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur & Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit über 2000 Jahren überliefern sie mit ihrer Musik das Wissen und die Traditionen ihres Volkes. Die Manganiars, die traditionelle Kaste der Musiker und Geschichtenerzähler im indischen Bundesstaat Rajasthan, sehen sich heute zunehmend mit dem Verlust ihrer Kultur konfrontiert. Drei Kommunikationsdesign-Studenten der Fachhochschule Trier schufen mit ihrer Dokumentation &#8220;Manganiars – a traditional musician caste in times [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Tradition in Zeiten des Wandels: Ein Manganiar spielt das Harmonium. Foto: privat." href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/manga-01.jpg" rel="lightbox"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-47313" title="Tradition in Zeiten des Wandels: Ein Manganiar spielt das Harmonium. Foto: privat." src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/manga-01-150x101.jpg" alt="" width="150" height="101" /></a>Seit über 2000 Jahren überliefern sie mit ihrer Musik das Wissen und die Traditionen ihres Volkes. Die Manganiars, die traditionelle Kaste der Musiker und Geschichtenerzähler im indischen Bundesstaat Rajasthan, sehen sich heute zunehmend mit dem Verlust ihrer Kultur konfrontiert. Drei Kommunikationsdesign-Studenten der Fachhochschule Trier schufen mit ihrer Dokumentation &#8220;Manganiars – a traditional musician caste in times of change&#8221; eine Momentaufnahme einer alten Tradition in Zeiten des Wandels. Am morgigen Donnerstag um 20 Uhr wird der Film im Broadway uraufgeführt.<span id="more-47312"></span></p>
<p><strong>TRIER</strong>. Alles begann mit Florian Luxenburgers Indienreise. In der verschlafenen Wüstenstadt Jaisalmer, nahe der pakistanischen Grenze, knüpfte er Kontakt mit dem österreichischen Soziologen Helmut Pachler, der sich seit 16 Jahren mit der Tradition der Manganiars beschäftigt und mit seinem Projekt &#8220;Artist Hotel&#8221; für den Erhalt dieser vom Aussterben bedrohten Kultur kämpft. Der Faszination für das Thema konnte sich der Student seither nicht mehr entziehen. Wie auch? Es geht um Musiker, die seit jeher durch die kargen Wüstenregionen Nordwestindiens ziehen und das Wissen, die Mythen und Geschichten einer ganzen Gesellschaft mit sich tragen. Ob auf Hochzeiten oder Volksfesten, die Manganiars dürfen bei keiner Festivität fehlen. Sie besingen die Lebensgeschichten der Maharadschas, die Gottheiten der Hindus, tragische Liebesgeschichten im indischen Kastensystem und sogar die Hochzeit von Alexander dem Großen in Indien. Das ist Stoff, der verzaubert. Stoff, der verfilmt werden muss, solange es noch geht, dachte sich Luxenburger und steckte nach seiner Heimkehr kurzerhand seine Kommilitonen Daniel Kreuter und Holger Reissig mit seiner Begeisterung an.</p>
<p>&#8220;Das Projekt war vor allem ein Sprung ins kalte Wasser&#8221;, verrät Daniel Kreuter. &#8220;Nicht nur, weil es unser erster Dokumentarfilm war, sondern weil keine Maßnahme und keine Vorbereitung einen vor dem Kulturschock schützt, der einen in Indien erwartet.&#8221; Bevor die Drei für die Dreharbeiten nach Indien reisten, wurden daheim noch die notwendigen Vorkehrungen getroffen. Man recherchierte das Thema ausgiebig, das Equipment wurde zusammengestellt und auch mit den Zollbestimmungen und der indischen Gesetzeslage setzte man sich auseinander.</p>
<p>Zu unvorhersehbaren Problemen kam es in den fünf Wochen Aufenthalt dann trotzdem immer wieder. Der Zug von Delhi nach Jaisalmer fiel wegen dichtem Nebel aus, die Kommunikation mit der ländlichen Bevölkerung gestaltete sich weitaus schwieriger als gedacht und die häufigen Stromausfälle erschwerten die Innenaufnahmen beträchtlich. Doch die drei Studenten wussten sich zu helfen. &#8220;Wir waren häufig gezwungen zu improvisieren&#8221;, erklärt Kreuter, &#8220;ob man spontan die Fragen der Interviews ändert oder man schnell aus zwei Glühbirnen, einem langen Stromkabel, dem Dimmer der Nachttischlampe, einem Mülleimer und einem Stück Betttuch eine Leuchte baut.&#8221;</p>
<p><a title="Dreharbeiten über den Dächern der Wüstenstadt Jaisalmer. (von links) Daniel Kreuter, Florian Luxenburger, „kleiner Maharadscha“ und Holger Reissig. Foto: privat." href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/manga-2.jpg" rel="lightbox"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-47314" title="Dreharbeiten über den Dächern der Wüstenstadt Jaisalmer. (von links) Daniel Kreuter, Florian Luxenburger, „kleiner Maharadscha“ und Holger Reissig. Foto: privat." src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/manga-2-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Vor allem die Gastfreundschaft, Offenheit und Herzlichkeit der Einheimischen zeichnet das Projekt aus und ermöglichte erst den Blick hinter die Kulissen, der für einen authentischen Dokumentarfilm unabdingbar ist. Ihr aufrichtiges Interesse an dem Kulturschatz der Inder öffnete den Filmern Türen, die dem Durschnittsbackpacker verschlossen bleiben. &#8220;Wir wurden zu dutzenden Abendessen und Feiern eingeladen&#8221;, schwärmt Kreuter. &#8220;Irgendwann hatten wir dort mehr gesellschaftliche Verpflichtungen als hierzulande.&#8221; Der wohl aufregendste Moment für den 31-Jährigen war der Dreh einer traditionellen muslimischen Hochzeit. Vier Stunden fuhren die Studenten dafür mit einem Jeep durch die Wüste Thar ins indisch-pakistanische Grenzgebiet. Eine Region, vor der das Auswärtige Amt Touristen abrät. &#8220;Wir wurden in diesem kleinen Wüstennest mitten im Nirgendwo abgesetzt und fanden uns in der Zeit zurückversetzt und in einer fremden Gesellschaft wieder. Das war schon ein mulmiges Gefühl&#8221;, gesteht er.</p>
<p>Nach knapp einem Jahr Arbeit und aufwändiger Nachbearbeitung ist die Dokumentation nun fertig. Vier Protagonisten geben einen Einblick in den Alltag der Manganiars und skizzieren die verschiedenen Fassetten des Musiker-Daseins zwischen Tradition und Moderne. Ihre Folklore, eine berauschende Kombination aus Rhythmik und hypnotischen Melodien, bietet dazu den Soundtrack. So hilft ein junges Medium, ein altes zu konservieren. Denn die Lieder und Geschichten der Manganiars sind kein Bollywood-Material. Gesellschaftlicher Wandel und technischer Fortschritt verdrängen das alte Kulturgut zunehmend aus dem öffentlichen Leben und machen es immer schwerer für die Manganiars von ihrer Musik zu leben. So soll auch ein Teil des Erlöses des Films den Musikern für die Reparatur und den Neukauf von Instrumenten zukommen.</p>
<p>Wahrscheinlich ist es dann auch nicht das letzte Mal, dass wir von den drei Studenten hören. Den Weltenbummler Florian Luxenburg hat es nämlich nicht lange in Trier gehalten. Er ist wieder auf Weltreise. Einen kleinen Zwischenstopp hat er auch in Jaisalmer eingelegt, um den Film dort einem erlesenen Kreis von Einheimischen vorzuführen. &#8220;Wer weiß, vielleicht bringt er ja Ideen für ein neues Projekt mit&#8221;, spekuliert Florian Kreuter. &#8220;Ich wär&#8217; mit Sicherheit dabei!&#8221;</p>
<p><em>Premiere von &#8220;Manganiars&#8221; morgen um 20 Uhr im Broadway; weitere Vorstellung am Sonntag um 16.45 Uhr; Preis € 4,50, Infos und Trailer unter <a href="http://www.manganiars-movie.blogspot.com" target="_blank">www.manganiars-movie.blogspot.com</a>.</em></p>
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		<title>Parlament der Trierer Jugend planmäßig gestartet</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 14:12:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Auftakt nach Maß: Mit seiner konstituierenden Sitzung hat die im vergangenen Herbst gewählte Trierer Jugendvertretung ihre Arbeit aufgenommen. Nach kurzer Aussprache entschieden sich die 21 anwesenden Jugendlichen mehrheitlich für die künftige Bezeichung &#8220;Jugendparlament&#8221;. An der Spitze des Gremiums steht der Gymnasiast Louis-Philipp Lang. Der bewies schon in seiner ersten Sitzungsleitung, dass er das Zeug zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Mit Spaß bei der Sache: Der Vorsitzende des ersten Trierer Jugendparlaments, Louis-Philipp Lang, mit seiner Stellvertreterin Nina Regenhardt (vorne). Unterstützt werden sie im Vorstand von Stefan Berg, René Oskar Leonard Mannola und Ana Luisa Fuchs (zweite Reihe von links nach rechts). Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Jugendparlament1.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47208" title="Mit Spaß bei der Sache: Der Vorsitzende des ersten Trierer Jugendparlaments, Louis-Philipp Lang, mit seiner Stellvertreterin Nina Regenhardt (vorne). Unterstützt werden sie im Vorstand von Stefan Berg, René Oskar Leonard Mannola und Ana Luisa Fuchs (zweite Reihe von links nach rechts). Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Jugendparlament1-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Auftakt nach Maß: Mit seiner konstituierenden Sitzung hat die im vergangenen Herbst gewählte Trierer Jugendvertretung ihre Arbeit aufgenommen. Nach kurzer Aussprache entschieden sich die 21 anwesenden Jugendlichen mehrheitlich für die künftige Bezeichung &#8220;Jugendparlament&#8221;. An der Spitze des Gremiums steht der Gymnasiast Louis-Philipp Lang. Der bewies schon in seiner ersten Sitzungsleitung, dass er das Zeug zum &#8220;richtigen&#8221; Politiker hat. &#8220;Angestrengt aber konstruktiv&#8221; sei das Vorbereitungstreffen zur konstituierenden Sitzung verlaufen, berichtete er<em> 16vor</em>. Nicht weniger als 27 Wahlgänge benötigten die Jugendvertreter, bis alle zu vergebenden Posten besetzt waren. Bald schon wollen sie eine Fragebogenaktion starten, und zu einem Thema dürfte das neue Parlament schon bald gefragt sein – wenn es um die  Zukunft der Skatehalle &#8220;Projekt X&#8221; geht.<span id="more-47206"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Louis-Philipp Lang liegt das Leiten von Sitzungen. Kaum hat der 16-Jährige auf den Platz, der eigentlich dem Oberbürgermeister und in Ausschusssitzungen auch mal den Dezernenten vorbehalten ist, eingenommen, legt er auch schon los. Geschäftsmäßig routiniert ruft der Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums einen Tagespunkt nach dem anderen auf, blickt in den Saal, fragt, ob es Beratungsbedarf gebe, und schließt schließlich die Sitzung. &#8220;Das war ja vollprofimäßig&#8221;, entfährt es da der Bürgermeisterin, und die Mimik verrät, dass die Berufspolitikerin Angelika Birk (B90/Die Grünen) ihren Kommentar als Kompliment verstanden wissen will.</p>
<p>Kurze Zeit hatte es danach ausgesehen, als könnte Triers neue Jugendvertretung mangels Interesse einen schweren Start haben. Keine zwei Wochen vor dem Ende der Vorschlagsfrist waren viel zu wenige Bewerbungen eingegangen. Doch dann gab es einen überraschenden Run auf die Kandidatenplätze, am Ende traten fast 70 Kinder und Jugendliche an. Und Triers Jugend sorgte gleich noch für eine weitere Überraschung: Mit mehr als 42 Prozent Wahlbeteiligung wurden die kühnsten Erwartungen übertroffen. Zwar hatte sich damit die Mehrheit der Schülerschaft nicht an dem Urnengang beteiligt, doch angesichts der kurzen Vorbereitungszeit und der eher überschaubaren Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld der Wahl, war die Resonanz doch erstaunlich gut – zumal die Wahlbeteiligung damit nur geringfügig unter der der letzten Stadtratswahl lag.</p>
<p>Dort, wo sonst der Stadtrat tagt, trafen sich 21 der 22 gewählten Jugendvertreter am Freitagabend auch zu ihrer konstituierenden Sitzung. Nichts hatte man dem Zufall überlassen wollen, und so ging dem Auftakt ein Vorbereitungstreffen im Dietrich-Bonhoeffer-Haus voraus. &#8220;Sehr engagiert&#8221; sei die Stimmung dort gewesen, berichtet Nina Regenhardt, viele hätten sich zur Wahl gestellt. Von Kampfkandidaturen ist nicht die Rede, doch weil es lediglich neun Posten zu vergeben gab, mussten einige den Kürzeren ziehen. 27 Wahlgänge gab es insgesamt, damit waren für jeden zu vergebenden Sitz jeweils drei Wahlgänge notwendig; im Dritten reichte jeweils die einfache Mehrheit.</p>
<p>&#8220;Angestrengt aber konstruktiv&#8221; sei das Treffen verlaufen, berichtet Louis-Philipp Lang. Der Schüler des FWG steht an der Spitze des neuen Jugendparlaments. Er spricht druckreife Sätze, wirkt selbstbewusst und souverän. Ob er denn schon an anderer Stelle politische Erfahrungen gesammelt habe? Lang muss nicht lange überlegen: Ja, sagt er, als Diözesanvorsitzender der Jugendverbände der Gemeinschaft Christlichen Lebens (J-GCL) habe er schon so manche Sitzung geleitet. Auch auf Bundesebene habe er im Rahmen dieses Engagements Erfahrungen sammeln können. Das Engagement, dass die neuen Trierer Jugendvertreter an den Tag legten, habe er &#8220;in dieser Form noch nicht erlebt&#8221;, lobt er den Elan seiner Mitstreiter. Sehr sachlich gehe es zu.</p>
<p>Zur Sache soll es auch bald schon gehen. Anfang März will das Jugendparlament eine Fragebogenaktion starten. Man wolle wissen, welche Themen die Trierer Jugendlichen besonders beschäftigten, erklärt Regenhardt. Zwar hat man schon einige eigene Ideen, doch wollen sich die Jugendparlamentarier rückversichern, dass sie mit diesen richtig liegen. Mit einem Thema dürften sie zumindest nicht falsch liegen: Die Zukunft der Skatehalle &#8220;Projekt X&#8221; in der Aachener Straße bewegt schon jetzt die Gemüter vieler jungen Menschen in der Stadt; mitnichten nur die, die selbst gerne skaten. &#8220;Schwierig zu händeln&#8221; sei dieses Problem, sagt Lang und verteidigt zunächst einmal die Stadt: diese habe die Halle der Szene freiwillig angeboten, deshalb wolle er sich &#8220;erst einmal bei der Stadt für die Kooperation bedanken&#8221;, so Lang. Damit aber kein falscher Eindruck entsteht, für wen er fortan spricht, ergänzt er umgehend: &#8220;Sehr gerne werden wir uns für die Skatehalle einsetzen&#8221;, denn man vertrete ja die Interessen der Trierer Jugend.</p>
<p>Zum Beispiel im Jugendhilfeausschuss: In dessen Sitzungen wird das Jugendparlament künftig von Aaron Zisterer vertreten. Sein Stellvertreter ist Al-Harith Abdul Sattar, der aus der Wahl im November in seiner Altersklasse mit deutlichem Abstand als Stimmenkönig hervorgegangen war. Als klare Stimmenkönigin ihrer Altersklasse war Nina Regenhardt ins Ziel gekommen. Die 14-Jährige Schülerin des Humboldt-Gymnasiums steht Lang als stellvertretende Vorsitzende des Jugendparlaments zur Seite. Komplettiert wird der fünfköpfige Vorstand des Parlaments von Stefan Berg, Ana Luisa Fuchs und René Oskar Leonard Mannola. Auch im Schulträgerausschuss wird das Jugendparlament präsent sein – in Person von Charlotte Martin Yuste (Stellvertreter Andreas Wirtz).</p>
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		<title>Studierende erleichtert, Hochschule blamiert</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 17:42:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Rasanter Rückzieher: Fast auf die Minute 24 Stunden, nachdem der Universitätspräsident die Erhebung von Studiengebühren für Zusatzzertifikate bekräftigte, kündigte Professor Michael Jäckel am Dienstagabend völlig überraschend an, auf das Geld zu verzichten. Sämtliche Bescheide werden aufgehoben, teilte die Pressestelle der Universität mit. Mehr als 1.000 Trierer Studierende dürften ob der Nachricht erleichtert aufatmen. Blamiert ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="&quot;Das war ein Missverständnis&quot;: Uni-Präsident Michael Jäckel ließ am Dienstagabend mitteilen, dass nun doch keine Studiengebühren für Zusatzzertifikate erhoben werden. Archiv-Foto: Volker Haaß" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/J%C3%A4ckel1.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47110" title="&quot;Das war ein Missverständnis&quot;: Uni-Präsident Michael Jäckel ließ am Dienstagabend mitteilen, dass nun doch keine Studiengebühren für Zusatzzertifikate erhoben werden. Archiv-Foto: Volker Haaß" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/J%C3%A4ckel1-150x97.jpg" alt="" width="150" height="97" /></a>Rasanter Rückzieher: Fast auf die Minute 24 Stunden, nachdem der Universitätspräsident die Erhebung von Studiengebühren für Zusatzzertifikate bekräftigte, kündigte Professor Michael Jäckel am Dienstagabend völlig überraschend an, auf das Geld zu verzichten. Sämtliche Bescheide werden aufgehoben, teilte die Pressestelle der Universität mit. Mehr als 1.000 Trierer Studierende dürften ob der Nachricht erleichtert aufatmen. Blamiert ist derweil die Spitze der Universität, und dass sich Jäckel gegenüber dem <em>Trierischen Volksfreund</em> dahingehend geäußert haben soll, dass er vom Inhalt des Gebührenbescheids nichts wusste, dürfte innerhalb der Hochschule noch für einigen Gesprächsstoff sorgen.<span id="more-47109"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Am Montagabend um 17.42 Uhr verschickte die Pressestelle der Universität eine Erklärung, in der die Universitätsleitung ihre – gestrige – Sicht der Dinge erläuterte. Wer von den betroffenen Studierenden zuvor gehofft hatte, der Präsident werde das Aus für die soeben angekündigte Erhebung von Studiengebühren für Zusatzzertifikate mitteilen, der wurde enttäuscht. Die Gesetzeslage lasse der Hochschule keine andere Wahl, künftig würden 650 Euro pro Semester fällig. Daraufhin verschärfte sich am Dienstag der Protest. Der AStA startete eine Online-Petition, die liberale Hochschulgruppe attackierte die Unispitze, Kritik kam auch von Parteien.</p>
<p>Tatsächlich war die Lage einigermaßen verworren, und auch im rheinland-pfälzischen Bildungs- und Wissenschaftsministerium fragte man sich, was denn die Trierer dazu veranlasst haben könnte, mehr als 1.000 Gebührenbescheide rauszuschicken und eine Novelle des rheinland-pfälzischen Hochschulgesetzes als Begründung anzuführen. Die Darstellung der Uni sei schlicht falsch, hieß es auf Anfrage unmissverständlich aus Mainz.</p>
<p>Dienstagabend, 17.56 Uhr, die zweite Pressemitteilung der Universität in besagter Angelegenheit: &#8220;In Absprache mit dem Ministerium werden die Gebührenbescheide für alle Studierenden in Zusatz-, Ergänzungs- und Aufbaustudiengängen, die in der vergangenen Woche seitens der Universität Trier verschickt wurden, aufgehoben&#8221;. Damit trage man dem &#8220;Vertrauensschutz der in diesen Studiengängen jetzt eingeschriebenen Studierenden Rechnung&#8221; und gewährleiste, dass die bereits eingeschriebenen Studierenden den Abschluss gebührenfrei erwerben können. Sodann folgt eine Richtigstellung: &#8220;In der gestrigen Presseerklärung hat die Universität Trier erklärt, dass diese Gebührenbescheide auf die kürzlich verabschiedete Hochschulgesetznovelle zurückzuführen seien. Dies war ein Missverständnis der Hochschule&#8221;.</p>
<p>Gemeinsam mit dem Ministerium werde man nun prüfen, wie in Zukunft die Gebührenpflicht für die spezifischen Angebote an der Universität Trier geregelt werde. Also doch noch Gebühren? &#8220;Die Universität ist bemüht, eine Lösung zu finden, die auch für zukünftige Studierende weiterhin gebührenfreie Zusatzangebote ermöglicht&#8221;, betont die Hochschule.</p>
<p>Die betroffenen Studenten werden erleichtert sein, doch innerhalb der Universität dürfte die Diskussion noch etwas andauern. Dass Präsident Jäckel nun gegenüber dem <em>Trierischen Volksfreund</em> erklärt haben soll, dass er vom Inhalt der Gebührenbescheide nichts gewusst habe, wirft neue Fragen auf. Schließlich stand ein nicht eben geringer Betrag im Raum, der auf diesem Wege eingetrieben werden sollte. Selbst wenn sich viele Studierende aus den Zusatzstudiengängen verabschiedet hätten – es hätte sich wohl immer noch um einen höheren sechsstelligen Betrag gehandelt.</p>
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		<title>Über Gebühr verunsichert</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 23:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin Schug</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr als 1000 Gebührenbescheide über 650 Euro hat die Universität Trier in der vergangenen Woche an Studierende verschickt, die in bislang gebührenfreien Zusatzzertifikaten wie &#8220;Deutsch als Fremdsprache&#8221; eingeschrieben sind. Ein Sachzwang, der sich aus der Novellierung des Hochschulgesetzes ergibt, behauptet die Universitätsleitung. Eine Behauptung, die nicht stimmt, kontert das Bildungsministerium. Die Trierer Hochschule habe in den letzten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Wer trägt die Verantwortung? Für die Trierer Uni-Leitung scheint das keine Frage, wie aus den Gebührenbescheiden hervorgeht" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Geb%C3%BChren1.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47083" title="Wer trägt die Verantwortung? Für die Trierer Uni-Leitung scheint das keine Frage, wie aus den Gebührenbescheiden hervorgeht." src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Geb%C3%BChren1-150x125.jpg" alt="" width="150" height="125" /></a>Mehr als 1000 Gebührenbescheide über 650 Euro hat die Universität Trier in der vergangenen Woche an Studierende verschickt, die in bislang gebührenfreien Zusatzzertifikaten wie &#8220;Deutsch als Fremdsprache&#8221; eingeschrieben sind. Ein Sachzwang, der sich aus der Novellierung des Hochschulgesetzes ergibt, behauptet die Universitätsleitung. Eine Behauptung, die nicht stimmt, kontert das Bildungsministerium. Die Trierer Hochschule habe in den letzten Jahren irrtümlich keine Gebühren erhoben – und müsse das unter Umständen auch jetzt nicht, heißt es aus Mainz. Die Lage ist verworren, die betroffenen Hochschüler sind verunsichert; manche rechnen bereits mit Massenexmatrikulationen, sollte die Gebühr tatsächlich erhoben werden.</p>
<p><span id="more-47082"></span><br />
<strong>TRIER</strong>. Der Gang zum Briefkasten bescherte in den vergangenen Tagen vielen Studierenden eine unangenehme Überraschung: Das Studentensekretariat der Universität Trier hatte insgesamt 1065 Studiengebührenbescheide an Teilnehmer von Zusatzzertifikaten verschickt; Programme, in denen Qualifikationen über das eigene Studienfach hinaus erworben werden können. Gender Studies fallen ebenso darunter wie Deutsch als Fremdsprache (DaF), mit über 800 Teilnehmern das Zusatzzertifikat mit dem größten Zulauf.</p>
<p>Bislang wurden die zwölf Programme kostenfrei angeboten, ab dem Sommersemester 2012 sollen die Teilnehmer jetzt mit 650 Euro Studiengebühren zur Kasse gebeten werden – zusätzlich zum regulären Semesterbeitrag von rund 220 Euro. Wie sich diese Maßnahme mit dem Selbstverständnis einer Landesregierung decken soll, die sich das gebührenfreie Studium auf die Fahnen geschrieben hat, fragen sich nicht nur die betroffenen Hochschüler, sondern auch das Bildungsministerium in Mainz.</p>
<p><strong>Ministerium: Das entspricht nicht den Tatsachen</strong></p>
<p>In seinem Gebührenbescheid stellt das Studentensekretariat der Uni Trier die Regelung jedenfalls als Resultat der Hochschulgesetznovelle der rot-grünen Landesregierung dar. Eben jenes Gesetz, mit dem die Koalition im vergangenen Dezember die Studienkontenregelung abschaffte und mit dem &#8220;der Weg der Gebührenfreiheit des Hochschulstudiums konsequent weiter beschritten&#8221; werden sollte. In dem Gebührenbescheid heißt es nun: &#8220;Durch das Dritte Landesgesetz zur Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften vom 20. 12. 2011 […] wurde die Landesverordnung über die Gebühren in den Bereichen Wissenschaft, Weiterbildung und Forschung […] dahingehend geändert, dass ab Sommersemester 2012 […] eine Studiengebühr für die Teilnahme an einem Zusatzstudiengang an einer Hochschule eingeführt wird und diese 650,00 Euro je Semester und pro Zusatzstudiengang beträgt.&#8221;</p>
<p>Wer diese Mitteilung liest, muss daraus schließen, dass es sich bei den geplanten Gebühren um eine Vorgabe handelt, die sich aus dem novellierten Gesetzestext ergibt. Zweifel an dieser Sichtweise sind jedoch angebracht, denn anders als in dem Schreiben vermittelt, beinhaltet das Gesetz überhaupt keine neue Verpflichtung, Gebühren zu erheben. Konfrontiert mit einer Anfrage, reagierte Universitätspräsident Professor Michael Jäckel am späten Montagnachmittag mit einer Pressemitteilung. In dieser bekräftigt der Präsident seine Darstellung, dass die Novellierung des Hochschulgesetzes der Grund für die geplante Gebührenerhebung sei. Ein Sachzwang, den man bedaure: &#8220;Wir haben ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wir als Konsequenz dieser Änderung eine drastische Reduzierung der Studierbereitschaft solcher Angebote erwarten. Die ersten Proteste lassen erkennen, dass es dazu kommen wird. Die Universitätsleitung wird das Ministerium daher erneut auf diese Problematik hinweisen.&#8221;</p>
<p>Eine Sicht der Dinge, die das Bildungsministerium in Mainz entschieden zurückweist: Nach Rücksprache mit der zuständigen Abteilung der Hochschule habe diese eingeräumt, dass die Universität Trier diese Gebühren bislang &#8220;irrtümlicherweise nicht erhoben&#8221; habe, erklärte eine Ministeriumssprecherin am Montag. Die Behauptung in dem Gebührenbescheid, dass die in Rede stehende Gebühr durch die Novelle des Hochschulgesetzes eingeführt wurde, entspreche somit &#8220;nicht den Tatsachen&#8221;. Dem Vernehmen nach zeigten sich auch Angehörige der rot-grünen Koalition irritiert darüber, dass aus dem Gesetz, das Studiengebühren abschaffen sollte, neue Studiengebühren abgeleitet werden. Von keiner anderen rheinland-pfälzischen Hochschule sind derzeit ähnliche Pläne bekannt. An der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz etwa werden Zusatz-, Aufbau- und Ergänzungsstudiengänge sowie Zusatzzertifikate weiterhin gebührenfrei angeboten.</p>
<p><strong>Auf Facebook formiert sich der Protest</strong></p>
<p>Möglich ist das unter anderem unter Bezugnahme auf eben jenen Gesetzestext, der von der Trierer Uni-Leitung als Wurzel des Übels verkauft wird. Ein nicht unwesentlicher Passus bleibt im Schreiben des Studentensekretariates unerwähnt: &#8220;Die Gebühr kann, wenn für das Lehrangebot ein besonderes öffentliches Interesse besteht oder im Falle der Bedürftigkeit einer oder eines Teilnehmenden, ermäßigt oder erlassen werden.&#8221; Das Ermessen über ein &#8220;öffentliches Interesse&#8221; liegt demnach bei der Hochschule. Das Ministerium empfiehlt der Uni offen, diese Möglichkeit zu prüfen und auf die Gebühr ganz zu verzichten oder eine Ermäßigung in Betracht zu ziehen.</p>
<p>Dass es sich bei dem Zusatzzertifikat Deutsch als Fremdsprache (DaF) um eine Qualifikation von hohem öffentlichem Interesse handelt, steht nicht nur für den Germanistik-Studenten Martin Müller außer Frage. Er warnt in einem Brief an die Ausländerbeauftragen auf Kreis-, Länder- und Bundesebene vor möglichen Massenexmatrikulationen im DaF-Zertifikat, die eine volle Studiengebühr nach sich ziehen könnte. &#8220;Eine derartige Hochschulpolitik widerspricht jeglicher Forderung nach einer gelingenden Integration, da sie einer professionellen schulischen und außerschulischen sprachlichen Förderung und Unterstützung von Migranten entgegenwirkt&#8221;, schreibt er darin und fordert die Stellen auf, sich dem Protest der Studierenden anzuschließen.</p>
<p>An der Uni Trier sind die betroffenen Studierenden unterdessen verunsichert bis verzweifelt. Im Referat für Hochschulpolitik gaben sie sich am Montag die Klinke in die Hand. &#8220;Sie möchten wissen, was sie jetzt machen können&#8221;, sagt Susanne Knütter, Referentin für Hochschulpolitik. &#8220;Das Geld, die Gebühren zu bezahlen, hat fast niemand.&#8221; Besonders drastisch stellt sich die Situation für jene dar, die in mehreren Zusatzzertifikaten eingeschrieben sind und unvermittelt mit drohenden Studiengebühren von mehreren Tausend Euro pro Semester konfrontiert sehen. Im Referat plant man eine koordinierte Reaktion, ein Anwalt wurde beauftragt, den Sachverhalt zu prüfen. &#8220;Eine Massenexmatrikulation würde auch Arbeitsplätze in den betreffenden Stellen gefährden, ganz abgesehen davon, dass durch diese einseitige finanzielle Belastung einkommensschwache Kommilitonen einmal mehr diskriminiert werden&#8221;, sagt Susanne Knütter.</p>
<p>Nicht nur auf dem Campus vermutet mancher hinter den Gebührenplänen eine versteckte Kompensation der abgeschafften Studienkonten. Innerhalb weniger Tage haben sich über 250 Betroffene in einer Facebook-Gruppe zusammengeschlossen. Unter dem Banner &#8220;DaF-Studierende wehrt euch! Gegen 650€ Studiengebühren&#8221; wird beraten, wie auf den Zahlungsbescheid reagiert werden kann. Viele wollen vorerst Widerspruch einlegen, weil sie im Falle einer tatsächlichen Einführung der Gebühr ihr Zertifikat abbrechen müssten.</p>
<p>Eine von ihnen ist Sabine Scherer. Sie studiert Politikwissenschaft und Germanistik auf Magister und Lehramt. Das Zertifikat ist für sie nicht allein im Hinblick auf das Arbeiten in der hiesigen Grenzregion attraktiv. &#8220;Auch für eine spätere Lehrtätigkeit ist die Zusatzqualifikation, angesichts von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, wertvoll&#8221;, erklärt sie, &#8220;Deutsch-Muttersprachler zu sein reicht dabei nicht aus.&#8221; Dem kommenden Semester sieht sie mit Sorge entgegen: &#8220;Zwar werde ich in diesem Semester mit meinem DaF-Studium fertig. Wenn ich allerdings immatrikuliert bleiben muss, um das Zertifikat zu bekommen, dann ist das bittere Fazit: Die Summe von 650 Euro werde ich nicht aufbringen können.&#8221;</p>
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		<title>Getwitter im Hörsaal</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 23:25:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Es soll Studierende geben, die während der Vorlesung SMS schreiben oder ihr mitgebrachtes Notebook für vieles nutzen, nur nicht zum Mitschreiben des Unterrichtsstoffs. Mitunter müssen Dozenten auch eingreifen, weil jemand in der Veranstaltung munter drauf lostelefoniert. Einzelfälle zwar, doch bislang einmalig ist auch, was Professor Hans-Jürgen Bucher seinen Studenten bietet: Twittern und SMS versenden ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Nicht immer drehen sich Fragen und Anmerkungen um den Unterrichtsstoff. Screenshot: Medienwissenschaft Uni Trier" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/05/Twitterwall.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46628" title="Nicht immer drehen sich Fragen und Anmerkungen um den Unterrichtsstoff. Screenshot: Medienwissenschaft Uni Trier" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/05/Twitterwall-150x90.jpg" alt="" width="150" height="90" /></a>Es soll Studierende geben, die während der Vorlesung SMS schreiben oder ihr mitgebrachtes Notebook für vieles nutzen, nur nicht zum Mitschreiben des Unterrichtsstoffs. Mitunter müssen Dozenten auch eingreifen, weil jemand in der Veranstaltung munter drauf lostelefoniert. Einzelfälle zwar, doch bislang einmalig ist auch, was Professor Hans-Jürgen Bucher seinen Studenten bietet: Twittern und SMS versenden ist in den Vorlesungen des Medienwissenschaftlers nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Bucher und seine Mitarbeiter am Lehrstuhl wollen so erreichen, dass sich die Zuhörer stärker in die Vorlesungen mit einbringen. Schließlich dürften gerade schüchterne Hochschüler gehemmt sein, im voll besetzten Hörsaal das Wort zu ergreifen, und manches würde man seinen Professor ohnehin kaum fragen wollen.<span id="more-46623"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Dienstagvormittag, Hörsaal 2 auf Campus I: Kaum mehr als 50 Studierende sind gekommen, auf dem Programm steht eine Vorlesung für Erstsemester. Grundlagenwissen. Hans-Jürgen Bucher ruft eine Power-Point-Folie nach der anderen auf, eilt durch sein Lehrpensum. Auf der Twitterwall bleibt es derweil ruhig. Erst nach einer Viertelstunde geht eine erste Nachricht ein, die allerdings nur bedingt mit der Vorlesung zu tun hat. Um 11.17 dann der nächste Tweet: &#8220;Wieso sind denn dann die Zitate auf ihren Folien nicht im Blocksatz&#8221;, postet ein anonymer Zuhörer, das Fragezeichen vergessend. Noch bevor Bucher die an ihn gerichtete Frage aufgreifen kann, meldet sich um 11.20 ein Kommilitone: &#8220;Macht für das Lesegefühl in diesem Fall kaum einen Unterschied&#8221;.</p>
<p>Viel mehr wird sich an diesem Tag auf der Twitterwall nicht mehr tun. Lediglich Formalien und Termine sind gefragt, inhaltlichen Fragen muss sich der Professor heute nicht stellen. Die Resonanz auf das Angebot schwanke denn auch erheblich, räumt Buchers Mitarbeiter Philipp Niemann ein. Sogleich berichtet er von der Veranstaltung mit einem besonderen Gast: Ein Verleger stand Rede und Antwort, und es entspann sich ein lebhafter Dialog, der zu einem Großteil über Textnachrichten geführt wurde. Kaum hatte der Gast eine Behauptung aufgestellt, wurde diese von einigen Zuhörern via Google überprüft – und auch schon mal widerlegt. Die Korrektur erschien auf der Twitterwall.</p>
<p>Nicht erst seit diesem Semester setzen Bucher und sein Team auf ein Angebot, das vielen Dozenten noch reichlich suspekt sein dürfte: Auf drei digitalen Kanälen können sich die Studenten zu Wort melden und Fragen loswerden. Patryk Kubek ist nicht schüchtern. Sich im Hörsaal Gehör verschaffen, fällt dem 19-Jährigen nach eigener Aussage nicht schwer. Dass er sich mit Textnachrichten in die Vorlesung einklinken kann, findet er dennoch eine &#8220;ziemlich gute Sache&#8221;. So könne er seine Fragen loswerden, ohne die Veranstaltung unterbrechen oder bis zu deren Ende warten zu müssen. Mit Laptop und Smartphone in den Hörsaal – im Fach Medienwissenschaft ist das erwünscht. Noch während Bucher vorträgt, können Studierende per Twitter, SMS oder über ein Eingabeformular auf der Homepage des Fachs Nachfragen stellen und Anmerkungen machen. Die digitalen Textnachrichten erscheinen, für alle sichtbar doch anonymisiert, auf der Twitterwall.</p>
<p>Im Kern gehe es darum, die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Vermittlung von Wissen zu nutzen, erläutert Bucher im Gespräch mit <em>16vor</em>. Schließlich sei eine Vorlesung – trotz ihrer Vorzüge – die &#8220;anachronistischste Form&#8221; der Wissensvermittlung. Philipp Niemann ergänzt: &#8220;Aus dem Monolog soll stärker ein Dialog zwischen dem Dozenten und seinen Studierenden werden&#8221;. Hemmschwellen sollen abgebaut, die Parzipation gesteigert werden. Das gelingt mal mehr, mal weniger. An manchen Tagen tut sich wenig, an anderen gehen schon mal ein Dutzend und mehr Textnachrichten ein. Und natürlich gibt es auch mal unqualifizierte Tweets. &#8220;Ich habe die Twitterwall auch schon abstellen müssen&#8221;, berichtet Bucher. Zuvor seien Botschaften wie &#8220;Julia, ich liebe dich&#8221; aufgetaucht. Ein Ausnahmefall, wahrscheinlich &#8220;von außen gesteuert&#8221;, mutmaßt Bucher.</p>
<p>Der Professor entscheidet, wann er auf die Fragen eingeht. Bucher ist überzeugt: Viele der Studenten, die twittern oder simsen, würden sich sonst nicht zu Wort melden. Im Hörsaal vor versammelter Mannschaft Fragen stellen, ist schließlich nicht jedermanns Sache. Und manches würde man seinen Professor ohnehin nicht fragen – weil die Frage vermeintlich dumm klingen könnte oder schlicht die Traute fehlt.</p>
<p>Natalie Hoffmann weiß das Angebot zu schätzen: &#8220;Es gibt Leute, die sind schüchtern und melden sich nicht&#8221;. Auch sie wollte schon simsen, doch hat ihr Smartphone im Hörsaal keinen Empfang. Bucher weiß um dieses Problem. Dass die Nutzung von Laptops und Smartphones für besondere Unruhe in seinen Vorlesungen sorgt, lässt sich derweil nicht beobachten. Dabei gibt der Professor mit der Twitterwall einen Teil seiner Autonomie auf. &#8220;Ich kann die Kontrolle über die Veranstaltung verlieren, wenn die interaktive Ebene den Vorlesungsbetrieb zu massiv beeinflusst&#8221;, erläutert er. Das Ganze sei ein Experiment, das mit jedem Semester neu starte und ihn ansporne. Der 58-Jährige spricht von einem &#8220;direkten Online-Feedback-Kanal&#8221;. Buchers Mitarbeiter Niemann sagt über seinen Chef:&#8221;Er steht unter einer anderen Beobachtung&#8221;.</p>
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		<title>&#8220;So ein Stipendium kommt gerade rechtzeitig&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 23:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>16vor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Über eine finanzielle Unterstützung in Höhe von jeweils 3.600 Euro können sich die 40 Studierenden der Trierer Universität freuen, die am vergangenen Mittwoch im Rahmen einer feierlichen Übergabe in der Kapelle der Hochschule ihre Deutschlandstipendien erhielten. Zum ersten Mal nimmt die Uni damit an dem deutschlandweiten Stipendienprogramm teil, das je zur Hälfte vom Bund und von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Die ersten Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten bei der Übergabe durch Universitätspräsident Michael Jäckel (Mitte). Foto: Jannis Puhlmann" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/12/stipendiaten.jpg" rel="lightbox"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-45973" title="Die ersten Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten bei der Übergabe durch Universitätspräsident Michael Jäckel (Mitte). Foto: Jannis Puhlmann" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/12/stipendiaten-150x99.jpg" alt="" width="150" height="99" /></a>Über eine finanzielle Unterstützung in Höhe von jeweils 3.600 Euro können sich die 40 Studierenden der Trierer Universität freuen, die am vergangenen Mittwoch im Rahmen einer feierlichen Übergabe in der Kapelle der Hochschule ihre Deutschlandstipendien erhielten. Zum ersten Mal nimmt die Uni damit an dem deutschlandweiten Stipendienprogramm teil, das je zur Hälfte vom Bund und von privaten Mittelgebern finanziert wird. Unumstritten ist das Programm nicht.<span id="more-45972"></span></p>
<p><strong>TRIER</strong>. Den &#8220;Grundstein für eine neue deutsche Stipendienkultur&#8221; hatte Bundesbildungsministerin Annette Schavan im Sinn, als sie Anfang des Jahres in der Berliner Humboldt-Universität den Startschuss für das Deutschlandstipendium gab. Mittlerweile beteiligen sich rund drei Viertel aller deutschen Hochschulen an dem Förderprogramm für begabte und leistungsfähige Studierende. Sie haben seit Beginn des vergangenen Sommersemesters Fördermittel für insgesamt 4.793 Stipendien eingeworben. Mittelfristig soll das Deutschlandstipendium zu einer neuen Säule der Studienfinanzierung werden und rund 160.000 Stipendiatinnen und Stipendiaten, also acht Prozent aller Studierenden, unterstützen.</p>
<p>Seit diesem Wintersemester ist auch die Universität Trier dabei. Aus rund 300 Bewerbern wählte ein neunköpfiges Gremium 40 Studierende aus sieben verschiedenen Ländern und 19 unterschiedlichen Fächern aus, die ein Jahr lang mit 300 Euro pro Monat unterstützt werden. Die Nikolaus-Koch-Stiftung und die Sparkasse Trier übernahmen hierfür die Hälfte der finanziellen Mittel.</p>
<p>Wichtigstes Kriterium für die Vergabe der Stipendien waren herausragende Studien- oder Schulleistungen, doch auch gesellschaftliches Engagement und besondere persönliche Umstände wurden bei der Auswahl berücksichtigt. Am Mittwoch fand die Verleihung der Urkunden durch Universitätspräsident Michael Jäckel, Manfred Bitter von der Nikolaus-Koch-Stiftung und Peter Späth von der Sparkasse in der Kapelle der Universität statt.</p>
<p>Der besondere Wert des neuen Stipendienprogramms liegt für Jäckel vor allem darin, dass die Deutschlandstipendien nicht fachlich gebunden sind. &#8220;Während sich die Förderer von anderen Stipendienprogrammen oft eine Zweckbindung versprechen und nur einen bestimmten Fachbereich anwerben, sind die Deutschlandstipendien der Trierer Universität nicht fachlich gebunden&#8221;, erklärt der Universitätspräsident. &#8220;So können auch Studierende aus Fachbereichen gefördert werden, aus denen sich kein direkter Berufsweg ergibt.&#8221; Jäckel sieht hier nicht nur eine Chance, die deutsche Stipendienkultur zu fördern, sondern auch ein Instrument, um die Universität in der Region besser zu verankern und Verbindungen zu Unternehmen zu stärken.</p>
<p>Dabei hatte es auch zunehmend Kritik an dem Prestige-Projekt der Bildungsministerin gegeben. Laut einem <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,785083,00.html " target="_blank"><em>Spiegel-Online</em>-Artikel</a> hat der Bund bislang mehr Geld für Werbung und Schulungen rund um das Stipendienprogramm ausgegeben als für die Förderung der Studierenden. Der Freie Zusammenschluss von Studentenschaften (fzs) hingegen lehnt das Deutschlandstipendium aus sozialpolitischen Gründen ab. &#8220;Es bildet keinerlei Anreiz, ein Studium aufzunehmen, und zementiert soziale Unterschiede&#8221;, erklärt fzs-Vorstand Moska Timar. Außerdem fördere es das Auseinanderdriften der bundesdeutschen Hochschullandschaft, da Studierende in strukturschwachen Landstrichen durch die Abhängigkeit von der Wirtschaft schlechtere Chancen auf ein Stipendium hätten.</p>
<p>Carolin Anna Krummacker, eine der frischgebackenen Stipendiatinnen, ist jedenfalls dankbar. &#8220;Für mich kommt so ein Stipendium gerade rechtzeitig&#8221;, erzählt die Studentin der Wirtschaftssoziologie. Bis jetzt hatte sie ihr Studium mit BAföG und Nebenjobs finanziert. Weil ihr Bruder kürzlich eine Ausbildung begonnen hat, wurde ihr das BAföG gekürzt und es wurde eng. Als sie Anfang des Jahres von dem Deutschlandstipendium erfuhr, das aber zu der Zeit an der Universität Trier noch nicht angeboten wurde, rief sie kurzerhand beim Bildungsministerium an, um sich zu beschweren. Ihr BAföG wird Carolin Anna Krummacker auch weiterhin erhalten. Das Stipendium wird nämlich einkommensunabhängig vergeben und lässt sich ohne Einschränkungen mit dem BAföG kombinieren.</p>
<p>Auch die Fachhochschule Trier nimmt in diesem Jahr erstmals an dem Programm der Bundesregierung teil. Kommenden Dienstag findet dort die Übergabe von 23 Stipendien statt. Die Fachhochschule konnte neben der Sparkasse Trier und der Nikolaus-Koch-Stiftung noch sieben weitere private Stipendiengeber gewinnen.</p>
<p><strong>Jannis Puhlmann</strong></p>
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		<title>Sparen durch die Hintertür</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 23:03:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin Schug</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Bildung und Wissenschaft stehen auch bei dieser Landesregierung an erster Stelle&#8221;, versprach die rot-grüne Landesregierung Ende Oktober, als sie ihren Entwurf für den Doppelhaushalt 2012/2013 vorstellte. Einmal mehr betonte man in Mainz die herausragende Stellung der Bildung. Unter der Oberfläche verstecken sich jedoch massive Sparvorhaben, die Hochschulen, Gewerkschaften und Studierende alarmieren. Am Freitag treffen die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Noch blieb der Massenprotest auf Triers Straßen (die Aufnahme zeigt einen Protestzug im Sommer 2009) aus, doch könnten die geplanten Sparmaßnahmen der Landesregierung noch massiven Widerstand nach sich ziehen. Archiv-Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/12/bildungsstreik72.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-45837" title="Noch blieb der Massenprotest auf Triers Straßen (die Aufnahme zeigt einen Protestzug im Sommer 2009) aus, doch könnten die geplanten Sparmaßnahmen der Landesregierung noch massiven Widerstand nach sich ziehen. Archiv-Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/12/bildungsstreik72-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>&#8220;Bildung und Wissenschaft stehen auch bei dieser Landesregierung an erster Stelle&#8221;, versprach die rot-grüne Landesregierung Ende Oktober, als sie ihren Entwurf für den Doppelhaushalt 2012/2013 vorstellte. Einmal mehr betonte man in Mainz die herausragende Stellung der Bildung. Unter der Oberfläche verstecken sich jedoch massive Sparvorhaben, die Hochschulen, Gewerkschaften und Studierende alarmieren. Am Freitag treffen die studentischen Vertreter der rheinland-Pfälzischen Hochschulen bei einer Landes-ASten-Konferenz zusammen, debattiert wird dann auch über den Umgang mit den drohenden Einsparungen.<span id="more-45830"></span></p>
<p><strong>TRIER/MAINZ.</strong> Finanzkrise, Wirtschaftskrise, europäische Schuldenkrise – die finanzpolitischen Rahmenbedingungen für einen Haushaltsentwurf waren schon mal besser. Gleichzeitig verlangt die in der Landesverfassung festgeschriebene Schuldenbremse Konsolidierungsanstrengungen von 220 Millionen Euro pro Jahr. Es war deshalb ein deutliches &#8220;Trotzdem&#8221;, mit dem Finanzminister Carsten Kühl (SPD) bei der Einbringung des Regierungsentwurfs auf die prominente Stellung der Bildung verwies. Indem der Haushalt die Schwerpunkte bei Bildung und Wissenschaft setze, trage er die Handschrift von Rot-Grün, so der Sozialdemokrat im November.</p>
<p>Eine Linie, die auch Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) vertritt. In einem schwierigen finanzpolitischen Umfeld sei es gelungen, eine &#8220;für den Wissenschaftbereich gute und verlässliche Finanzausstattung zu sichern&#8221;, schreibt sie in einer <em>16vor</em> vorliegenden E-Mail an den Koordinator der Landes-ASten-Konferenz. Immerhin steige der Etat des Bildungsministeriums in den Jahren 2012 und 2013 um 5 und 2,1 Prozent, das Sonderprogramm &#8220;Wissen schafft Zukunft&#8221; werde um 254 Millionen Euro aufgestockt und bis 2016 verlängert.</p>
<p>Die begeisterten Reaktionen der Hochschulen sind bislang jedoch ausgeblieben &#8211; im Gegenteil. Hochschulen und Interessenvertreter schlagen Alarm, seitdem die Pläne öffentlich wurden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor einer &#8220;Rotstiftpolitik zu Lasten der Lehrenden&#8221;, an der Uni Trier sieht man das eigene Potential gefährdet. Sollte die Landesregierung an den geplanten Einsparungen festhalten, werde die Universität ihre Leistungen nicht mehr im bisherigen Umfang aufrechterhalten können, kündigte die Hochschulleitung kürzlich in einer Stellungnahme an.</p>
<p>Die Erklärung für solche gegensätzliche Reaktionen auf ein und denselben Haushaltsentwurf liegt im Detail. Universitätspräsident Michael Jäckel nannte unlängst in einem Interview mit<em> SWR2</em> den Betrag von 3,6 Millionen Euro, der im nächsten Jahr im Budget der Universität fehlen werde. Ein Defizit, das sich aus drei Bereichen zusammensetzt:</p>
<p><strong>Die Abschaffung des Studienkontenmodells:</strong> Wer die Regelstudienzeit um das 1,75-fache oder das 18. Semester überschritt, musste bislang in der Regel 650 Euro Studiengebühren zahlen. Die Abschaffung dieses Modells war zentrale bildungspolitische Forderung der Grünen. Für die Uni Trier entfallen hierdurch aber 600.000 Euro, was zehn Prozent des Etats für Lehre und Forschung ausmacht.</p>
<p><strong>Wegfall der Tariferhöhungsmittel:</strong> Die Mittel für die Erhöhung der Besoldung von Hochschulbeamten – bislang vom Land getragen – fällt weg. Insgesamt müssen die rheinland-pfälzischen Hochschulen rund 7 Millionen Euro für das Jahr 2012 und rund 13 Millionen Euro für 2013 aus eigener Kraft erwirtschaften. Universitätspräsident Professor Michael Jäckel beziffert das Defizit für seine Hochschule auf 1,5 Millionen im Jahr 2012.</p>
<p><strong>Erhöhung des Lehrdeputats für Professoren:</strong> Die Lehrverpflichtung der Professoren soll von 8 auf 9 Wochenstunden pro Semester erhöht werden. Die Personalmittel für die somit theoretisch frei werdenden Stellen in der Lehre werden gestrichen, was an der Universität rund 1,5 Millionen Euro ausmacht. Auf dem Trierer Campus würden auf diesem Wege rund 320 Semesterwochenstunden zusätzlich von den Professoren &#8220;erwirtschaftet&#8221; werden (160 Professoren, zwei Semester pro Jahr).</p>
<p>Dieser dritte Punkt ist aus zwei Gründen problematisch: Erstens verlangt die Kapazitätsverordnung, dass zusätzliche Lehrstunden auch zu einer zusätzlichen Aufnahme von Studienanfängern verpflichtet – weil die Anzahl der Lehrkräfte aber nicht mit ansteigt, verschlechtert sich das Betreuungsverhältnis. Zweitens ist die Erhöhung der Lehrstunden das Trittbrett für eine versteckte Kürzung, die sich aus folgender Rechnung ergibt: Wenn die Professoren 320 zusätzliche Lehrstunden pro Jahr anbieten, werden rechnerisch jene Stellen in der Lehre frei, die momentan der Mittelbau übernimmt. Diese Posten sollen den Hochschulen zwar als Planstellen belassen werden, allerdings werden die zugehörigen Gelder gestrichen. Finanziert werden sollen diese Stellen dann von den Hochschulen selbst, aus Rücklagen, Hochschulpaktmitteln oder Umschichtungen im Etat.</p>
<p>Die Forderung des Ministeriums, Personalkosten aus Hochschulpaktmitteln zu begleichen, lehnt die Universitätsleitung aber grundsätzlich ab: &#8220;Diese Gelder sind zweckgebunden für das Erreichen der im Hochschulpakt festgelegten Ziele&#8221;, so Jäckel. Einzige Handlungsoption aus Sicht der Universitätsleitung sind Wiederbesetzungssperren, von denen ausschließlich die befristet Beschäftigten betroffen wären. Für Professoren und Studierende würde sich die Situation in der Lehre weiter verschärfen: Überlastung auf der Seite der Lehrenden, fehlende Betreuung für die Lernenden.</p>
<p>Wie ein Lehrbetrieb unter solchen Bedingungen aussieht, kann man in Trier bereits an einem Fach ablesen: Die Erziehungswissenschaft ächzt unter dem schlechtesten Betreuungsverhältnis der Universität. Studierende klagen über stundenlange Wartezeiten für Sprechstunden, überfüllte Seminare und mangelnde Möglichkeiten zur individuellen Schwerpunktsetzung, während die Dozenten in Korrekturen und Prüfungen versinken. Von beiden Seiten werden die Zustände als untragbar empfunden.</p>
<p>Kürzlich fand die dritte Auflage eines Runden Tisches statt, in dem konstruktiv an Perspektiven für das Fach gearbeitet werden soll. Hier machte Jäckel klar, dass es bereits unter den jetzigen Bedingungen kaum Spielraum für eine personelle Aufstockung gäbe – vor dem Hintergrund der drohenden Einsparungen steht sogar der Status Quo zur Debatte. Nicht nur in der Erziehungswissenschaft ist dann mehr als fraglich, ob die dringend benötigten, aber befristeten Stellen in der Lehre verlängert werden können.</p>
<p>Auch die Trierer Studierendenvertretung sieht in dem Haushaltsentwurf &#8220;eine gigantische Aneinanderreihung von Kürzungsmaßnahmen&#8221;, die sich notgedrungen aus der Schuldenbremse und Konsolidierung der Landesfinanzen ergebe. Man wehre sich dagegen, heißt es im Text der Resolution, die von der Vollversammlung aller Studierenden verabschiedet wurde, dass von Kürzungen betroffene Gruppen gegeneinander ausgespielt werden. &#8220;Mit diesen massiven Sparmaßnahmen an notwendigen Ausgaben im Bildungsbereich sind wir am Notstand angelangt&#8221;, so Moritz Rehfeld, Referent für Hochschulpolitik.</p>
<p>Nicht nur in Trier regt sich Widerstand. Der AStA der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, gebildet aus Jusos und RCDS, erklärte die Einsparungen auf Anfrage von <em>16vor</em> für &#8220;unverantwortlich&#8221;. Besonders betroffen sind am dortigen Campus geplante Bauvorhaben: &#8220;Nur schon begonnene Vorhaben werden beendet, Renovierungen und dringend erforderliche Neubauten wie der Neubau der Universitätsbibliothek dagegen sind auf Jahre auf Eis gelegt&#8221;, erklärt Pressereferent Marcel Buus. Die Leitung des Exzellenzstandortes hat sich bislang noch nicht öffentlich gegen die Pläne der Landesregierung positioniert.</p>
<p>Am Freitag kommen die Studierendenvertreter der rheinland-pfälzischen Hochschulen bei der Landes-ASten-Konferenz zusammen. Ein Tagesordnungspunkt wird dann auch der Haushaltsentwurf sein, der momentan in den Ausschüssen beraten wird und dessen Verabschiedung für Ende Februar 2012 angesetzt ist. Dass die grundsätzlichen Auffassungen in diesem Punkt weit auseinander liegen werden, ist auch parteiübergreifend nicht zu erwarten. Der Haltung des Mainzer AStA können sich wohl die Delegationen aller Hochschulen ohne Abstriche anschließen: &#8220;Eine zukunftsorientierte Bildungspolitik sieht anders aus.&#8221;</p>
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		<title>&#8220;Wir können schließlich nicht überall sein&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 00:01:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jöricke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Anlässlich des Welt-AIDS-Tages heute prangen seit Wochen Plakate an Bushaltestellen, die zur Kampagne &#8220;Positiv zusammen leben. Aber sicher!&#8221; der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. und weiterer Initiatoren gehören. Ziel ist es, für mehr Respekt, Toleranz und Unterstützung zu werben und gegen Unwissenheit und Gleichgültigkeit vorzugehen. Dieses Anliegen verfolgt das ganze Jahr über auch die Trierer AIDS-Hilfe. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Unverklemmt machen die angehenden Pädagoginnen die sexualpädagogischen Übungen mit. Bei 13-jährigen Schülern kann das schon anders aussehen. Foto: Christian Jöricke" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/12/Sexualp%C3%A4dagogik-01.jpg" rel="lightbox"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-45687" title="Unverklemmt machen die angehenden Pädagoginnen die sexualpädagogischen Übungen mit. Bei 13-jährigen Schülern kann das schon anders aussehen. Foto: Christian Jöricke" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/12/Sexualpädagogik-01-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Anlässlich des <a href="http://www.welt-aids-tag.de/" target="_blank">Welt-AIDS-Tages</a> heute prangen seit Wochen Plakate an Bushaltestellen, die zur Kampagne &#8220;Positiv zusammen leben. Aber sicher!&#8221; der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. und weiterer Initiatoren gehören. Ziel ist es, für mehr Respekt, Toleranz und Unterstützung zu werben und gegen Unwissenheit und Gleichgültigkeit vorzugehen. Dieses Anliegen verfolgt das ganze Jahr über auch die Trierer AIDS-Hilfe. Der Verein betreibt aber nicht nur Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen, sondern gibt seine langjährige Erfahrung auch an die weiter, die mit dieser Zielgruppe arbeiten (werden). So bietet er mit dem Fachschaftsrat Pädagogik in diesem Semester zum dritten Mal die sexualpädagogische Seminarreihe &#8220;Ich bin der Sex, wer passt zu mir?&#8221; an. Die spielerischen Methoden kommen bei den überwiegend weiblichen Teilnehmern gut an.<span id="more-45674"></span></p>
<p><strong>TRIER</strong>. &#8220;Welche Kompetenzen Sexualpädagogen für ihre tägliche Arbeit mitbringen müssen, sollen die je achtteiligen sexualpädagogischen Seminarreihen des Fachschaftsrat Pädagogik und der AIDS-Hilfe Trier e.V. klären. Und zwar nicht aus Lehrbüchern, sondern aus der Praxis heraus!&#8221;, hieß es in der Presse-Einladung für die Veranstaltung. Der Verfasser dieses Beitrages musste beim letzten Satz sofort an die Szene &#8220;Sexualkundeunterricht&#8221; in Monty Pythons &#8220;The Meaning of Life&#8221; denken, in der ein Lehrer mit seiner Ehefrau ein praktisches Beispiel zum Ablauf des Geschlechtsverkehrs gibt. Natürlich geht es in dem Seminar aber darum, Themen und Methoden der sexualpädagogischen Arbeit zu vermitteln.</p>
<p>Und wenn man sich einmal die &#8220;Fragen des Tages&#8221; an einen fiktiven Arzt auf der Homepage eines bekannten Teeniemagazins anschaut, tut Aufklärung offensichtlich immer noch not. &#8220;Ist vorher rausziehen sicher?&#8221; wollte beispielsweise &#8220;Bea&#8221; vor einer Woche wissen. Die Aufklärung über Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten scheint unzureichend zu sein, denn weltweit gehen Jugendliche fahrlässig mit ungeschütztem Geschlechtsverkehr um. Das zeigt die Studie &#8220;Clueless or clued up: Your right to be informed about contraception&#8221;, die die <a href="http://www.weltbevoelkerung.de" target="_blank">Stiftung Weltbevölkerung</a> gemeinsam mit zehn weiteren international tätigen Organisationen vor zwei Monaten vorgelegt hat.</p>
<p>Demnach ist die Zahl der Jugendlichen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren sowohl in Entwicklungsländern als auch in Europa alarmierend hoch. 42 Prozent der befragten Jugendlichen in Europa gaben an, schon einmal mit einem neuen Partner ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Laut Studie ist eine der Ursachen für dieses fahrlässige Verhalten, dass vielen jungen Menschen ausreichendes Wissen über effektive Verhütungsmethoden fehlt. Etwas weniger als die Hälfte der europäischen Jugendlichen gibt an, dass sie sich bei den verschiedenen Verhütungsmöglichkeiten für sehr gut informiert halte.</p>
<p>Um das zu verbessern, bietet die AIDS-Hilfe Trier mit dem Fachschaftsrat Pädagogik seit einem Jahr zwei achtteilige sexualpädagogische Seminarreihen an der Trierer Universität an. Damit will der Verein Wissen, das man sich in 20 Jahren Präventionsarbeit in Schulen und anderen Bereichen angeeignet hat, an Multiplikatoren wie zukünftige Lehrer oder Erzieher weitergeben. &#8220;Wir können schließlich nicht überall sein&#8221; sagt Bernd Geller, der eines der beiden Seminare leitet.</p>
<p>Zwei Veranstaltungen zum Thema &#8220;Menschenbilder und Definitionen zur Sexualpädagogik&#8221; und &#8220;Rahmenbedingungen sexualpädagogischen Arbeitens&#8221; haben bereits stattgefunden, der Vater dieser Zeilen nimmt an der ersten Praxiseinheit &#8220;Körper- und Sexualaufklärung&#8221; teil. In einem Kreis sitzen 16 Studentinnen. &#8220;Männer sind in der Sexualpädagogik unterrepräsentiert&#8221;, erklärt Geller.</p>
<p><a href="http://www.unikoerper.de" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-44779" title="Werbung" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/11/Unikoerper_cover_web.jpg" alt="" width="150" height="188" /></a>In der ersten Übung geht es um &#8220;Sexualität und Sprache&#8221;. In Kleingruppen sollen die Frauen, die vereinzelt schon in der Jugendarbeit tätig sind, andere Wörter für die weibliche Brust, das männliche Glied und Geschlechtsverkehr zusammentragen. &#8220;Ich möchte mit mindestens einem Begriff hier rausgehen, den ich noch nicht kenne&#8221;, treibt der Seminarleiter die Runde an. Die Wörter sprudeln förmlich aus den Teilnehmerinnen heraus. &#8220;Hupen&#8221;, meint eine. &#8220;Stimmt&#8221;, pflichtet eine andere bei. &#8220;Wenn wir &#8216;Erbsen&#8217; haben, dann nehmen wir auch &#8216;Bienenstiche&#8217;&#8221;, verlangt eine dritte.</p>
<p>Ähnlich engagiert läuft es bei der Synonymsuche für das männliche Begattungsorgan ab. Offenbar etwas voreilig verkündet Geller, der die Wörter auf Zuruf auf Blätter an einer Wand schreibt, noch &#8220;Phallus&#8221; ergänzen zu wollen, denn der Protest einer Studentin gegen diese Mithilfe folgt auf den Fuße. &#8220;Wir sind ja noch nicht fertig.&#8221; Bei Umschreibungen für Sex ist dann auch die gewünschte Überraschung dabei. &#8220;&#8216;Schrauben&#8217; habe ich noch nicht gehört&#8221;, gesteht der Diplom-Psychologe.</p>
<p>Im Anschluss sollen die Teilnehmerinnen mit grünen und roten Klebepunkten angeben, welche Wörter ihnen behagen und welche nicht. Es überrascht kaum, dass sich – anders als vielleicht pubertierende Jungen in einer Schule einer weniger privilegierten Gegend – fast alle für neutrale und gegen umgangssprachliche oder gar abwertende Bezeichnungen entscheiden. Ziel der Übung ist es, beispielsweise in einer Gruppe von Schülern abzustecken, welche Begriffe man im Aufklärungsunterricht verwenden soll.</p>
<p>In der zweiten Übung geht ein undurchsichtiger &#8220;Grabbelsack&#8221; herum, aus dem die Pädagogikstudentinnen Gegenstände ziehen und dann erläutern müssen, was dies mit dem Thema zu tun hat. Geller gibt Ergänzungen und macht Anmerkungen dazu. Bei dem Beutel handelt es sich um die &#8220;Ab 18&#8243;-Version, da er neben einer Computermaus, einer Packung Herpespflaster, einem Paar Handschellen, einem Dildo, einem Kondom für Frauen und einer Dose Vaseline auch die Hülle eines Schwulenpornos enthält. Bei der Übung wird deutlich, dass auch Erwachsene noch etwas dazulernen können.</p>
<p>Die Reaktionen auf diese spielerische Form von Aufklärung fallen in der anschließenden Bewertung sehr positiv aus. Es sei interessant und aufschlussreich gewesen und habe Spaß gemacht, lautet der Tenor. Das kann man auch als Außenstehender bestätigen. Allerdings dürfte je nach Reife derjenigen, bei denen diese Methoden angewandt werden, der Grad des Giggelns und Rotwerdens wesentlich höher ausfallen. In der nächsten Woche geht es um &#8220;Verhütung und Schwangerschaftskonflikte&#8221;.</p>
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		<title>&#8220;Sparvorgaben gefährden Potenzial der Trierer Uni&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 12:05:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>16vor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[An der zweitgrößten Universität des Landes regt sich massiver Widerstand gegen den vom Mainzer Kabinett eingebrachten Entwurf für den Doppelhaushalt 2012/2013. Die Sparvorgaben für den Hochschulbereich gingen vor allem zu Lasten der Studierenden und des wissenschaftlichen Nachwuchses, warnen Senat und Leitung der Uni. Zudem würden der Hochschule durch die Abschaffung des Studienkontenmodells &#8220;beträchtliche Einnahmen&#8221; entzogen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Wie im vergangenen Frühjahr soll es auch in diesem Herbst in Trier Proteste gegen die Hochschulpolitik des Landes geben. Archiv-Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/11/bildungsstreik3.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-45029" title="Wie im vergangenen Frühjahr soll es auch in diesem Herbst in Trier Proteste gegen die Hochschulpolitik des Landes geben. Archiv-Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/11/bildungsstreik3-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>An der zweitgrößten Universität des Landes regt sich massiver Widerstand gegen den vom Mainzer Kabinett eingebrachten Entwurf für den Doppelhaushalt 2012/2013. Die Sparvorgaben für den Hochschulbereich gingen vor allem zu Lasten der Studierenden und des wissenschaftlichen Nachwuchses, warnen Senat und Leitung der Uni. Zudem würden der Hochschule durch die Abschaffung des Studienkontenmodells &#8220;beträchtliche Einnahmen&#8221; entzogen, kritisieren die Verantwortlichen auf dem Tarforster Campus. Unterdessen hat das Bildungsstreikbündnis für diesen Donnerstag zu einer Demonstration in der Innenstadt aufgerufen. Auch hierbei will man gegen die Sparvorgaben der rot-grünen Landesregierung protestieren. <span id="more-45028"></span><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Knapp 15.000 Studierende verzeichnet die Trierer Uni in diesem Wintersemester. Für viele könnten sich die Rahmenbedingungen nun verschlechtern, fürchtet die Spitze der Hochschule. Sollte die Landesregierung an den im Hochschulbereich geplanten Einsparungen festhalten, werde man die Leistungen &#8220;nicht mehr im bisherigen Umfang aufrechterhalten können&#8221;, teilte die Leitung der Uni am Dienstag mit. Zwar sehe man die Notwendigkeit, bis 2020 zu einem ausgeglichenen Landeshaushalt zu kommen, doch gefährde der Umfang der geplanten Einschnitte die &#8220;vom Land vorgegebenen und von der Universität mitgetragenen bildungspolitischen Ziele&#8221;.</p>
<p>Konkret kritisiert man auf dem Campus den Wegfall der &#8220;Tariferhöhungsmittel&#8221; zum Ausgleich von Lohnsteigerungen. Diese Maßnahme werde Lücken in den Personaletat der Uni reißen, die sich nur durch Wiederbesetzungssperren schließen ließen. &#8220;Davon betroffen wären vorrangig junge Wissenschaftler, die zu einem hohen Anteil befristetet angestellt sind&#8221;, heißt es in einer Mitteilung der Hochschule. Dabei falle die Betreuungsrelation für die Studierenden im Bundesvergleich schon heute schlecht aus. &#8220;Beträchtliche Einnahmen&#8221; gingen der Universität durch die Abschaffung des Studienkontenmodells verloren – und das &#8220;ohne Not&#8221;. Denn das Modell sei so großzügig konzipiert gewesen, dass ein Erststudium ohne Probleme hätte absolviert werden können, verteidigt man die bisherige Regelung. Die Aufforderung der rot-grünen Landesregierung, fehlende Mittel aus Rücklagen zu kompensieren, weist man zurück. Der überwiegende Teil dieser Gelder sei bereits an Fachbereiche oder Wissenschaftler übertragen.</p>
<p>Unterdessen ruft das Bildungsstreikbündnis Trier zu Protesten &#8220;gegen die chronische Unterfinanzierung der Bildung und die schlechten Lernbedingungen an Schulen und Universitäten&#8221; auf. Im Fokus der Demonstration, die an diesem Donnerstag stattfinden wird, stünden die überfüllten Hörsäle und Seminare, die prekäre Wohnsituation in Trier und die Einsparungen im Bus und Bahnverkehr. Aus Sicht des Bündnisses sind nicht nur Universitäten von den Bildungskürzungen betroffen. Auch in Schulen seien überfüllte Klassen und Unterrichtsausfall die Regel. Man wolle daher am Donnerstag für mehr Lehrpersonal an Unis und Schulen, den Abbau von Leistungs- und Konkurrenzdruck und gegen die Wohnungsnot in der Stadt demonstrieren. Die Demonstration soll um 12 Uhr am Viehmarkt starten und von dort aus über die Balduinstraße bis zur Porta Nigra ziehen. (mst)</p>
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		<title>&#8220;Gebt mir eure Stimmen!&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 07:09:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Dienstag kommender Woche starten die Wahlen zur ersten Trierer Jugendvertretung. Hatte es noch vor wenigen Wochen danach ausgesehen, als kämen nicht genügend Bewerber für die 22 zu vergebenden Plätze zusammen, haben nun fast 70 Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen. Bei einer Auftaktkonferenz blieben diese aber noch weitgehend unter sich, nur wenige potenzielle Wähler waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Engagierte Diskussionen in den Viehmarktthermen: die Kandidaten für die Wahl der ersten Trierer Jugendvertretung beraten über Themen, die sie bewegen. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/11/Jugendvertretung.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44792" title="Engagierte Diskussionen in den Viehmarktthermen: die Kandidaten für die Wahl der ersten Trierer Jugendvertretung beraten über Themen, die sie bewegen. Foto: Marcus Stölb " src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/11/Jugendvertretung-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Am Dienstag kommender Woche starten die Wahlen zur ersten Trierer Jugendvertretung. Hatte es noch vor wenigen Wochen danach ausgesehen, als kämen nicht genügend Bewerber für die 22 zu vergebenden Plätze zusammen, haben nun fast 70 Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen. Bei einer Auftaktkonferenz blieben diese aber noch weitgehend unter sich, nur wenige potenzielle Wähler waren in die Viehmarktthermen gekommen. Von Wahlkampf wollen ohnehin die wenigsten etwas wissen. Bei den Gruppendiskussionen wurde vor allem deutlich: Die Perspektiven der Kinder und Jugendlichen könnten die Stadtpolitik bereichern.<span id="more-44787"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Nina Regenhardt ist beim Thema Helmpflicht angekommen. Gemeinsam mit weiteren Kandidaten diskutiert die HGT-Schülerin über &#8220;Sicherheit im Straßenverkehr&#8221;, und weil die große Mehrzahl der Kandidaten für den Weg zur Schule den Umweltverbund nutzt, stehen der Rad- und Busverkehr ganz oben auf der Agenda. Während die 13-Jährige einer Helmpflicht eines abgewinnen kann, kritisieren andere das lückenhafte Radwegenetz. Lasse Marz aus Euren etwa, der beklagt, dass viele der wenigen Wege im Nichts endeten. Auch die Schaltung von Fußgängerampeln kommt zur Sprache, oder die Lage von Bushaltestellen, die manche Schüler schon mal dazu verleitet, den direkten Weg über die Fahrbahn statt über den nächsten Fußgängerüberweg zu nehmen.</p>
<p>Engagiert diskutieren die Jugendlichen, sachlich und vor allem konstruktiv. An diesem Tisch darf jeder ausreden. Niemand redet sich in Rage und man staunt bisweilen über die konzentrierte Ernsthaftigkeit in der Runde, die von dem FSJler Till Goßmann moderiert wird. Der 20-Jährige versteht es, den richtigen Ton zu treffen und alle am Tisch zu Wort kommen zu lassen. Dass an anderen Tischen zur gleichen Zeit die Debatten nur mühsam in Gang kommen und sich einige Bewerber gar nicht beteiligen, gehört auch zu den Eindrücken, die der Beobachter von der Auftaktkonferenz für die Wahl der Jugendvertretung mitnimmt.</p>
<p>Eigentlich hatten sich die Kandidaten hier erstmals einer größeren Öffentlichkeit vorstellen sollen, doch abgesehen von ein paar mitgebrachten Freunden blieben die Bewerber weitgehend unter sich. Dafür ging es gleich zur Sache, von &#8220;gesellschaftlichem Miteinander&#8221; über &#8220;Natur und Umwelt&#8221; bis hin zu &#8220;Orte für Kinder und Jugendliche&#8221; reichte die Palette an Themen, über die im Viertelstundentakt und stetigen Wechsel diskutiert wurde.  Und die Jugendlichen dachten hierbei keineswegs nur an sich. So wurden auch Vorschläge wie eine bessere Bezahlung der Busfahrer aufgeworfen.</p>
<p>Gewählt werden 22 der knapp 70 Kandidaten in zwei Altersklassen, und unter diesen dürften einige sein, die mit dem nötigen Elan die erste Trierer Jugendvertretung in Gang bringen und so auch die Stadtpolitik bereichern  könnten. An vier Tagen, vom 15. bis zum 23. November, werden an fast allen weiterführenden Schulen die Wahllokale geöffnet sein. Zum derzeitigen Zeitpunkt Prognosen über die Wahlbeteiligung anzustellen, wäre einigermaßen gewagt. Denn der bisherige Verlauf der Vorbereitungen sorgte schon für so manche Überraschung.</p>
<p>So sah es zu Beginn der Herbstferien noch danach aus, als kämen nicht genügend Bewerber zusammen. Die Konsequenz wäre gewesen, dass die Wahlen hätten abgesagt werden müssen und die verbliebenen Kandidaten automatisch in die Jugendvertretung eingerückt werden. Dann kam es zu einem überraschenden Run, laut Achim Hettinger vom Jugendamt gingen allein am letzten Tag der Frist noch rund 50 Bewerbungen ein. Die nächste positive Überraschung: Sämtliche Schulformen sind mit Kandidaten vertreten, und manche, wie die Kurfürst-Balduin-Realschule plus, die Medard-Schule, oder MPG und FWG schicken eine beachtliche Zahl an Kandidaten ins Rennen.</p>
<p><strong>Hoffen auf hohe Wahlbeteiligung</strong></p>
<p>Die präsentieren sich nun in Flyern, und weil am Ende die Zeit fehlte, konnten einige der Bewerber nicht mehr rechtzeitig ihr Konterfei liefern. Fast alle steuerten aber einen Slogan bei, und die reichen von eher allgemein gehalten wie &#8220;Mehr Mitbestimmung für euch?Dann wählt mich!&#8221; oder &#8220;Meine Zeit für eure Ideen&#8221; bis zu klaren Ansagen wie &#8220;Kostenloses W-Lan in allen Trierer Schulen&#8221; oder der Idee, Begegnungsmöglichkeiten zwischen jungen und alten Menschen zu schaffen. Während bei einigen der Bewerbern ein späteres Berufspolitikerdasein schon jetzt programmiert scheint, treibt andere erkennbar die Lust am Verändern an. Einige haben sich gar eine Krawatte umgebunden oder sind gleich im Anzug gekommen. &#8220;Denen ist das halt wichtig, die nehmen das hier sehr ernst&#8221;, kommentiert eine der Organisatorinnen anerkennend.</p>
<p>Kerstin Schorer-Hach zeigt sich zufrieden mit der bisherigen Resonanz, auch wenn die Mitarbeiterin des triki-Büros nicht verhehlt, dass die Zeit für die Vorbereitung des Wahldebüts gerne länger hätte sein dürfen. Sie berichtet auch, dass einige wenige Bewerber zwischenzeitlich der Mut verließ. Denn manchen sei erst nach der Anmeldung so richtig bewusst geworden, was es heißt, sich einer öffentlichen Wahl zu stellen, berichtet Schorer-Hach von einem ersten Vorbereitungstreffen; allein mit der Möglichkeit, nicht gewählt zu werden, müsse man erst einmal umgehen können, gibt sie zu bedenken. Ein Rückzug von der Kandidatur war nach der Zulassung durch den Wahlausschuss indes nicht mehr möglich.</p>
<p>Die Verantwortlichen um Mascha Gorges von der Geschäftsstelle der Mobilen Spielaktion hoffen nun, dass die überraschend große Zahl an Bewerbern ein gutes Omen dafür ist, dass möglichst viele der rund 6.700 Wahlberechtigten ihre jeweils bis zu drei Stimmen abgeben werden. Einer der Kandidaten will es mit der Hoffnung nicht bewenden lassen: &#8220;Gebt mir eure Stimmen!&#8221; verlangt er kategorisch kurz und knapp im Flyer.</p>
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		<title>Protest mit Postkarten</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 23:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin Schug</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einer Postkartenaktion will der Fachschaftsrat Pädagogik öffentlichkeitswirksam gegen die Studienbedingungen im eigenen Fach protestieren. Die Studierenden kritisieren überfüllte Seminare, schlechte Betreuungsquoten und die Arbeitsbedingungen für die Angestellten des Fachs. Ihre Forderung: Mehr Personal. Universitätspräsident Jäckel erteilt solchen Wünschen eine Absage und plädiert für eine generelle Umstrukturierung des Faches: &#8220;Wir müssen überlegen, ob wir bestimmte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Die Pädagogikstudentin Seda Günway mit Protestpostkarten, die an das Dekanat des Fachbereichs oder direkt an den Universitätspräsidenten gesendet werden sollen. Foto: Kathrin Schug" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/11/p%C3%A4d.jpg" rel="lightbox"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-44695" title="Die Pädagogikstudentin Seda Günway mit Protestpostkarten, die an das Dekanat des Fachbereichs oder direkt an den Universitätspräsidenten gesendet werden sollen. Foto: Kathrin Schug" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/11/päd-150x111.jpg" alt="" width="150" height="111" /></a>Mit einer Postkartenaktion will der Fachschaftsrat Pädagogik öffentlichkeitswirksam gegen die Studienbedingungen im eigenen Fach protestieren. Die Studierenden kritisieren überfüllte Seminare, schlechte Betreuungsquoten und die Arbeitsbedingungen für die Angestellten des Fachs. Ihre Forderung: Mehr Personal. Universitätspräsident Jäckel erteilt solchen Wünschen eine Absage und plädiert für eine generelle Umstrukturierung des Faches: &#8220;Wir müssen überlegen, ob wir bestimmte Inhalte nicht auch in Vorlesungen vermitteln können.&#8221; Zusätzliches Personal, geschweige denn Professoren, seien &#8220;nicht finanzierbar&#8221;.<span id="more-44694"></span></p>
<p><strong>TRIER</strong>. Wo am Mittwochmorgen die Vorlesung &#8220;Berufliche Kompetenzentwicklung&#8221; stattfinden sollte, wird der Protest vorgestellt. Sebastian Singer, Pädagogik-Student und Fachschaftsratmitglied, erzählt seinen Kommilitonen vermutlich nichts Neues, wenn er aufzählt, an welchen Stellen es in der Erziehungswissenschaft hapert: schlechte Betreuungsrelation, zu wenig Personal, zu große Seminare. Glaubt man den Zahlen, wissen viele im Raum, was es heißt, sein Studium nicht nach Interesse, sondern nach verfügbaren Plätzen auszurichten, mehrere Stunden auf eine Sprechstunde zu warten und unzureichend auf Prüfungen vorbereitet zu werden.</p>
<p>&#8220;Unser Ziel ist eine bessere Betreuungsquote, damit sowohl Studierende als auch Lehrende besser arbeiten können&#8221;, sagt Singer. &#8220;Die jetzigen Bedingungen sind alles andere als optimal.&#8221; Professorin Rita Meyer, die den Initiatoren der Aktion das Podium überlassen hat, schließt sich dem an und appelliert an ihre Vorlesungsteilnehmer, gegen die aktuellen Studienbedingungen aktiv zu werden: &#8220;Auch wenn es Ihnen persönlich nichts mehr nützt – die kommenden Generationen werden es Ihnen danken.&#8221;</p>
<p>Wie kaum ein zweites Fach an der Universität Trier ächzt die Erziehungswissenschaft unter der Überlastung durch personelle Unterversorgung. Auf einen Dozenten kommen hier offiziell 49 Studierende; nur in der Politikwissenschaft ist das Betreuungsverhältnis noch schlechter. In Wirklichkeit ist aber davon auszugehen, dass das Betreuungsverhältnis in der Pädagogik sogar trauriger Spitzenreiter ist – denn den Rechenweg, auf dem die genannte Zahl zu Stande kommt, nennen manche eine geschickte Trickserei: Unter dem Dach der Pädagogik wird neben der Erziehungswissenschaft auch die Bildungswissenschaft geführt, in der ausschließlich Lehramtsstudenten ausgebildet werden. Zwei Fächer, die im Lehrbetrieb keine Berührungspunkte haben, werden zusammengeworfen, wenn es um die Berechnung der Betreuungsquote geht – &#8220;geschönte Zahlen&#8221; nennt das der Fachschaftsrat.</p>
<p>Ganz konkret kann man diese abstrakte Zahl in den Belegungszahlen der Seminare beobachten. 2005 gab die Hochschulrektorenkonferenz eine Empfehlung zur Qualitätssicherung in den BA/MA-Studiengängen heraus: In einem Seminar sollten demnach maximal 30 Teilnehmer sitzen. Die Trierer Pädagogik konnte diese Richtlinie im Sommersemester 2011 in gerade einmal 36 Prozent aller angebotenen Seminare erfüllen &#8211; bei rund einem Drittel drängten sich sogar über hundert Teilnehmer auf der Liste.</p>
<p>Die Ausstattung der Universität ist auch mit den zusätzlichen Räumen (in Seminargröße) im Neubau nicht hinreichend für solche Teilnehmerzahlen präpariert. Eine Situation, die an den Nerven von Studierenden und Dozenten gleichermaßen zehrt. &#8220;Unser Protest richtet sich nicht nur gegen die widrigen Bedingungen in der Lehre, sondern auch gegen die unzumutbaren Arbeitsbedingungen für die Angestellten des Faches&#8221;, erklärt Bianca Helbig, ebenfalls Mitglied des Fachschaftsrates, und hat dabei nicht nur Professoren und Mittelbau, sondern auch Sekretariats- und Verwaltungskräfte im Blick.</p>
<p>Um konstruktiv an einer Verbesserung der Lage zu arbeiten, wurde im April dieses Jahres erstmals ein Runder Tisch einberufen. Der Fachschaftsrat wollte damit die betroffenen Parteien &#8211; von den Studierenden bis zur Universitätsleitung &#8211; in Gesprächen zusammenbringen, &#8220;um den gordischen Knoten endlich zu zerschlagen&#8221;, wie Singer es beschreibt. Getroffen hat man sich seitdem zwei Mal, passiert ist wenig. Ende November steht die dritte Auflage an, in deren Vorfeld soll nun die Postkartenaktion für studentischen Rückhalt und öffentlichen Druck sorgen.</p>
<p><a href="http://www.hongandfriends.com" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-43903" title="Werbung" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/10/hongandfriends-banner2-klein.jpg" alt="" width="199" height="100" /></a>4000 Postkarten wurden gedruckt, auf denen in vier verschiedenen Motiven Missstände in Betreuung und Lehre karikiert werden – auf der Rückseite werden die Kommilitonen aufgefordert, die unterschriebene Erklärung wahlweise an das Dekanat des Fachbereichs I oder direkt an Universitätspräsident Professor Michael Jäckel zu versenden. Mit dieser Maßnahme sollen die Verantwortlichen an &#8220;ihre Fürsorgepflicht als Arbeitgeber und Ausbilder&#8221; erinnert werden, so die erklärte Absicht. Ob diese sich von dem Postsegen sonderlich beeindruckt zeigen werden, ist fraglich. &#8220;Ich kenne die Probleme des Faches Pädagogik&#8221;, sagt Jäckel, der an beiden Runden Tischen mitdiskutierte, bevor er sein Amt als Präsident antrat. &#8220;Aber was gegenwärtig realisierbar ist, wurde bereits realisiert.&#8221; Konkret bedeutet das: Für das laufende Wintersemester wurden im Fach zwei Mitarbeiterstellen um jeweils 25 Prozent und eine halbe Sekretariatsstelle zeitlich begrenzt bis nächstes Jahr im September aufgestockt. Zusätzlich bieten Studierende höheren Semesters Tutorien für Erstsemester an, um den überdurchschnittlich hohen Durchfallquoten bei den Massenklausuren entgegenzuwirken.</p>
<p>Nicht nur für Professor Rita Meyer sind das &#8220;kurzfristige Maßnahmen, die an der chronischen Unterversorgung des Faches nichts ändern&#8221;. Auch der Fachschaftsrat signalisiert, dass er langfristige Lösungen in Form von mehr Personal erwartet. Eine Hoffnung, der Jäckel eine recht klare Absage erteilt. &#8220;An der Universität Trier gibt es derzeit keine freien Stellen&#8221;, erklärt er. Überzogene Erwartungen müsse er schon jetzt klar und deutlich zurückweisen, ohne den Gesprächen des nächsten Runden Tisches etwas vorwegnehmen zu wollen: Ein personelle Entlastung der Pädagogik in ihrem jetzigen Zustand sei &#8220;nicht finanzierbar&#8221;.</p>
<p>Stattdessen schlägt er vor, die &#8220;kleinteilige Organisation&#8221; einiger Bereiche strukturell zu reformieren. Das heißt: Betreuungsintensive Maßnahmen zu Studienbeginn sollen reduziert werden, um dort stärker auf die Lehrform der Vorlesung zurückzugreifen. Den zeitlichen Rahmen für Seminare sieht der Soziologe eher gegen Ende des Studienverlaufs. An einer &#8220;ernsthaften Strukturdebatte&#8221; führt für ihn in den weiteren Verhandlungen kein Weg vorbei. &#8220;Die Lehrsituation in der Pädagogik ist ein Dilemma, aus dem ein paar zusätzliche Professuren nicht heraushelfen würden&#8221;, ist er überzeugt.</p>
<p>Für die Lehrenden dürfte diese Argumentation ins Leere laufen: Bereits jetzt halten sie ein Drittel ihrer Seminare mit Teilnehmerzahlen ab, die denen von Vorlesungen in nichts nachstehen. &#8220;Nur weil eine Veranstaltung im Modulhandbuch als &#8216;Seminar&#8217; betitelt wird, heißt das nicht, dass man sich darunter eine intensive Kleingruppenbetreuung vorstellen kann&#8221;, sagt Na Young Shin, die in diesem Semester ein Seminar mit 150 Teilnehmern abhält und damit einen ganzen Hörsaal füllt. An der eigentlichen Betreuungssituation würde die angedachte Strukturreform aber nichts ändern, glaubt die wissenschaftliche Mitarbeiterin, die davon überzeugt ist, dass &#8216;ein paar Professoren mehr&#8217; durchaus ein Ausweg wären: &#8220;Bei uns würde niemand an der Lösungskraft dieses Vorschlags zweifeln.&#8221;</p>
<p>Auch im Fachschaftsrat zeichnet sich langsam, aber sicher ein Ende der Geduld ab. Als Frist für eine langfristig verbesserte personelle Ausstattung haben sie März 2012 gesetzt – dann steht die Re-Akkreditierung des Studiengangs an. Sollten bis dahin keine Verbesserungen eingeleitet worden sein, werde man die Akkreditierungsagentur wissen lassen, dass die Beschreibung des Studiengangs zwar ein sehr schönes Papier sei, aber wenig mit der Realität zu tun habe, so Sebastian Singer.</p>
<p><em><strong>Weitere Informationen:</strong> <a href="http://www.16vor.de/index.php/2011/04/19/wir-sind-hier-mittlerweile-ziemlich-frustriert/" target="_blank">&#8220;Wir sind hier mittlerweile ziemlich frustriert&#8221;</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Fashion für Fortgeschrittene</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 22:17:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Juchmes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur & Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Mintgrüne Ledershorts, Rockstar-Chic und nachhaltige Kreationen – bei der Abschlussmodenschau der Modedesign-Absolventen der Fachhochschule Trier zeigten am Samstag elf Jungdesigner ihre Kollektionen. Unter dem Motto &#8220;Preview&#8221; wurden in zwei interdisziplinär konzipierten Shows in der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin sowohl funktionale Mode, als auch untragbare Looks für beiderlei Geschlechter vorgestellt. Vor allem die fulminante Schlusspräsentation von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Die Präsentation von Dandie Zimmermann war der Höhepunkt des Abends. Foto: Michael Juchmes" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/10/Catwalk4.jpg" rel="lightbox"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-44625" title="Die Präsentation von Dandie Zimmermann war der Höhepunkt des Abends. Foto: Michael Juchmes" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/10/Catwalk4-100x150.jpg" alt="" width="100" height="150" /></a>Mintgrüne Ledershorts, Rockstar-Chic und nachhaltige Kreationen – bei der Abschlussmodenschau der Modedesign-Absolventen der Fachhochschule Trier zeigten am Samstag elf Jungdesigner ihre Kollektionen. Unter dem Motto &#8220;Preview&#8221; wurden in zwei interdisziplinär konzipierten Shows in der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin sowohl funktionale Mode, als auch untragbare Looks für beiderlei Geschlechter vorgestellt. Vor allem die fulminante Schlusspräsentation von Dandie Zimmermann stieß beim Publikum auf große Begeisterung.<span id="more-44624"></span></p>
<p><strong>TRIER</strong>. Die Musik: pulsierende Beats. Das Publikum: jung, stylisch und gut gelaunt. Auf dem Catwalk: Mode, von extravagant bis absolut tragbar. Nur eines fehlt: die großen Stars. Ansonsten ist die Modenschau der Designstudenten der FH in St. Maximin kaum von den großen Defilees der Fashionweeks in Paris, New York oder Mailand zu unterscheiden. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr treffen Absolventen, Dozenten und modebegeisterte Zuschauer aufeinander, um die Abschlussarbeiten der Jungdesigner bei zwei aufeinanderfolgenden Shows unter Augenschein zu nehmen. &#8220;Weniger Tamtam, mehr Professionalität&#8221; scheint die Devise des Abends zu lauten, denn keine langen Reden oder Planungsfehler stören den Ablauf.</p>
<p>Das Konzept setzt Wert auf Interdisziplinarität. Die Modedesigner arbeiteten im Vorfeld mit benachbarten Bereichen zusammen: Studierende der Fachrichtung Intermediales Design setzten die Kollektionen äußerst gekonnt in Form von Inspirationsfilmen in Szene, außerdem durften Kommunikationsdesigner und Innenarchitekten mitwirken. Die Kooperation vor und hinter den Kulissen scheint zu funktionieren, denn der Abend läuft reibungslos ab. Im Zentrum stehen die elf Absolventen, die ihre Arbeiten während einer rund zweistündigen Show nicht nur Familie, Freunden und Publikum, sondern auch dem Prüfungsausschuss vorführen.</p>
<p><strong>Religion, Weiblichkeit und Minimalismus</strong></p>
<p>Gleich die erste Kollektion, &#8220;Dubai Dreams&#8221; von Belkis Baharcieva, überrascht: Die Absolventin wagt – wie viele andere an diesem Abend – einen Blick in die Zukunft. Ihre Vision: fließende Stoffe, gerade Schnitte, Sarouel-Hosen, sakral wirkende Kapuzenumhänge und moderne Varianten des Kopftuchs. Die schlanken Models ziehen ihre Kreise zu Achtziger-Pop in bequem wirkenden Roben in den Farben Sand, Blau und Braun. Sicherlich eine Spur zu gewagt für manchen Sittenwächter im Mittleren Osten, jedoch eine gelungene Interpretationen von religiöser Mode. Eine vollkommen andere Form von Weiblichkeit findet man bei Johanna Pscheidt. &#8220;Bohemian Rhapsody&#8221; nennt sie ihre Kollektion mit süßen Kleidchen, kurzen Röcken und Tights. Lockerleicht und sinnlich – mit wenigen Worten lassen sich die feinen Entwürfe in Pastell- und Nudetönen beschreiben. Farbakzente werden durch Prints im Stile von Matthew Williamson gesetzt. Kurzum: eine Prise Landhaus, vermischt mit Romantik für den modernen Hippie.</p>
<p>Diese Beschreibung passt ganz und gar nicht auf die Kollektion &#8220;F(X)=C; X=C&#8221; von Markus Junker. Der Jungdesigner setzt auf klare Schnitte, metallisch schimmernde Stoffe und Transparenz. Vorherrschend sind wieder Nudetöne, aber einige Farbtupfer – ein Minikleid in Apricot oder zitronengelbe Kurzhandschuhe – versöhnen. Alle Entwürfe scheinen tragbar, vor allem das, was von den wenigen Männermodels am muskulösen Leib vorgeführt wird. Weniger für denn Alltag, aber dafür ähnlich futuristisch: die graphischen bis organischen Werke von May Bernardi. Sie setzt in ihrer Arbeit unter dem schmucklosen, jedoch funktional wirkenden Titel &#8220;FW 2012/13&#8243; ebenfalls auf Transparenz und überrascht mit Raffungen, gamaschenähnlichen Strumpf-Schuh-Kombinationen und Materialien wie Neopren und Loden.</p>
<p><strong>Natur versus Stadt</strong></p>
<p>Auch bei Stephan Schmitt finden sich sowohl natürliche, als auch artifizielle Strukturen. Die Models – übrigens auch einige älteren Jahrgangs – wandeln in Schwarz, Rot, Grau und Nude über den Catwalk. Die Kombinationen wirken mal sportlich, mal elegant. Wohlfühlmode, eleganter Business-Look oder das Kleine Schwarze: Schmitt setzt in seiner Kollektion &#8220;Gem.&#8221; metallische Stoffe, groben Strick und netzartige Strukturen zu optisch überzeugenden Ensembles zusammen. Eine andere Form der Ideenfindung wählte Miriam Eicke-Schulz, die in &#8220;Escapation&#8221; die Geschichte der Tänzerin Anita Berber, einer schillernden Persönlichkeit der Goldenen Zwanziger, in Stoff, Spitze und transparenten Materialien zum Leben erweckt. So abwechslungsreich wie die Vita des früheren Berliner It-Girls ist auch die Kollektion der jungen Designerin. Vor allem die gewagteren Looks, beispielsweise in Kombination mit Overknee-Strümpfen, stechen dem Publikum ins Auge.</p>
<p>Christina Tanneberger ließ sich für ihre Mode unter dem Motto &#8220;Fassade&#8221; von der Vielfalt der Architektur inspirieren. Umgesetzt zeigt sich dies in geometrischen Drucken und Schnitten. Die wahren Eyecatcher in ihrer Kollektion sind jedoch die Teile aus mintgrünem Leder, Shorts und Miniröcke, die sie gekonnt mit Strick kombiniert. Auch ein rostrotes Kleid mit Cutouts zeigt ein Gespür für Form und Farben. Dies kann man der Kollektion &#8220;Lumineszenz&#8221; von Anna Gronbach, die sich Anregungen in der Unterwasserwelt holte, nicht auf Anhieb bescheinigen. Die Strandmode in Weiß, Türkis, Anthrazit und Zitrusfarben wirkt auf den ersten Blick recht einfach, denn ihre wahre Schönheit entfaltet sie erst unter Schwarzlicht, das fluoreszierende Spielereien zum Vorschein bringt.</p>
<p><strong>Denim und Funktionales</strong></p>
<p>Nur schwer von manchen Outfits der Gäste am Catwalk zu unterscheiden sind die Entwürfe von Sina Steidigner. &#8220;Used Unique&#8221; ist der Name ihrer Denimkollektion, die mit dunklen Jeans in diversen Schnittformen und legeren Tops überzeugt. Auffallend: die Oberteile in Altrosa. Wieder etwas weiter weg vom Mainstream dagegen der Look, den Ines Zacharias unter &#8220;Connected.&#8221; aufbietet. Bei der Arbeit an der Kollektion verwendete sie nur ökologische Materialien, die sie mit recycelten Stoffen zu einem rockigen Gesamtwerk verbinden konnte. Nachhaltigkeit ist hier das Schlüsselwort.</p>
<p>Auf das Highlight des Abends müssen die Zuschauer jedoch bis zum Schluss warten: die Präsentation von Dandie Zimmermann. Ein nahezu unbekleidetes Model tritt auf den Catwalk und wird dort von zwei männlichen Gehilfen eingekleidet. Der Clou: Die Tasche verwandelt sich in ein Cape, aus dem Mantel mit Ledereinsätzen wird ein Rock. Danach lässt er weitere Teile aus der Kollektion &#8220;Anonym&#8221; vorführen, die von cool bis romantisch, von maskulin bis feminin einfach alles in sich vereinen. Welches Kleidungsstück in Wirklichkeit eine ganz andere Funktion inne hat – es bleibt ein Rätsel. Eine Präsentation mit Seltenheitswert, ein echter Wachrüttler!</p>
<p>Nach dem Studium dürfen die elf Absolventen nun in der Berufswelt durchstarten. Einige werden sicherlich bei den Großen wie Michalsky, Hugo Boss oder Wunderkind anklopfen, bei denen sie bereits ein Praktikum absolvierten. Johanna Pscheidt kann sich womöglich noch etwas Zeit lassen, denn sie ist die Erste, die das Fach in Trier nach drei Jahren mit einem Bachelor of Arts abschließt. Jetzt folgt eine neue, jüngere Generation von Studenten und womöglich auch ein überarbeitetes Showkonzept, denn im Gegensatz zu ihren Diplom-Kollegen müssen die Bachelor-Studenten als Abschlussarbeit wohl keine große Kollektion vorführen – schade eigentlich. Die ersten Master-Absolventen werden den Fachbereich Modedesign erst im Frühjahr 2013 verlassen.</p>
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		<title>Forschungszentrum trennt sich von Professor</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 13:50:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Historisch-Kulturwissenschaftliche Forschungszentrum der Universität Trier wird seinen Vertrag mit dem umstrittenen Militärhistoriker Martin van Creveld vorzeitig auflösen. Das erklärte eine Sprecherin des HKFZ am Dienstag gegenüber 16vor. Erst kürzlich hatte Professor van Creveld ein &#8220;Visiting Fellowship&#8221; am HKFZ angetreten. Vergangene Woche hielt er an der Universität einen Vortrag zum Thema &#8220;Männer, Frauen, Kriegsspiele und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong>Das Historisch-Kulturwissenschaftliche Forschungszentrum der Universität Trier wird seinen Vertrag mit dem umstrittenen Militärhistoriker Martin van Creveld vorzeitig auflösen. Das erklärte eine Sprecherin des HKFZ am Dienstag gegenüber <em>16vor</em>.<span id="more-44420"></span></p>
<p>Erst kürzlich hatte Professor van Creveld ein &#8220;Visiting Fellowship&#8221; am HKFZ angetreten. Vergangene Woche hielt er an der Universität einen Vortrag zum Thema &#8220;Männer, Frauen, Kriegsspiele und Kultur&#8221;. Dabei stellte er Behauptungen auf wie jene, dass es viele Frauen genössen, wenn Männer sich gegenseitig abschlachteten.</p>
<p>Hatten den Vortrag nur rund 50 Zuhörer verfolgt, sorgte in den folgenden Tagen <a href="http://www.16vor.de/index.php/2011/10/18/wenn-ich-menschen-sage-meine-ich-manner/" target="_blank">die Berichterstattung von <em>16vor</em></a> für einigen Wirbel auf dem Taforster Campus und darüber hinaus. Am <a href="http://www.16vor.de/index.php/2011/10/21/proteste-gegen-professor/" target="_blank">vergangenen Freitag verlangten der AStA sowie mehrere Hochschulgruppen der Universität</a> in einem &#8220;Offenen Brief&#8221; die sofortige Abberufung von van Crevelds.</p>
<p>Am Dienstag erklärte nun eine Sprecherin des HKFZ auf Anfrage, dass der Gastaufenthalt des Wissenschaftlers schon bald beendet werde. Der Vertrag zwischen dem Forschungszentrum und Professor van Creveld werde &#8220;aufgrund beiderseitiger Vorbehalte aufgelöst&#8221;, zudem werde es keine weiteren Veranstaltungen mehr mit ihm geben. Für die nächsten Tage kündigte das HKFZ eine ausführliche Stellungnahme zu dem Vorgang an, in der man auch die Beweggründe für die Entscheidung erläutern will.</p>
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		</item>
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		<title>&#8220;Wenn ich &#8216;Menschen&#8217; sage, meine ich Männer&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 15:32:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin Schug</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule & Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Männer, Frauen, Kriegsspiele und Kultur&#8221; – vielleicht war das Thema zu weit gefasst, vielleicht hat die Koryphäe der Kriegshistorie sich auf undankbares Forschungsterrain begeben, vielleicht strebt Martin van Creveld aber auch eine Zweitkarriere als Komiker an. Am Montagabend entpuppte sich der Auftaktvortrag seines Visiting Fellowships des Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrums (HKFZ) als wissenschaftlich unterirdische Versammlung weitgehend zusammenhangloser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="&quot;Alle Frauen, oder zumindest sehr viele, genießen es, Männern dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig abschlachten&quot;, behauptet der Militärhistoriker Martin van Creveld. Auf dem Bild wird niemand abgeschlachtet, die Szene wurde für ein Foto für &quot;Brot und Spiele&quot; gestellt. Archiv-Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/10/Kriegsspiele.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44165" title="&quot;Alle Frauen, oder zumindest sehr viele, genießen es, Männern dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig abschlachten&quot;, behauptet der Militärhistoriker Martin van Creveld. Auf dem Bild wird niemand abgeschlachtet, die Szene wurde für ein Foto für &quot;Brot und Spiele&quot; gestellt. Archiv-Foto: Marcus Stölb " src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/10/Kriegsspiele-150x106.jpg" alt="" width="150" height="106" /></a>&#8220;Männer, Frauen, Kriegsspiele und Kultur&#8221; – vielleicht war das Thema zu weit gefasst, vielleicht hat die Koryphäe der Kriegshistorie sich auf undankbares Forschungsterrain begeben, vielleicht strebt Martin van Creveld aber auch eine Zweitkarriere als Komiker an. Am Montagabend entpuppte sich der Auftaktvortrag seines Visiting Fellowships des Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrums (HKFZ) als wissenschaftlich unterirdische Versammlung weitgehend zusammenhangloser Thesen, bei dem die Zuhörer – hin- und hergerissen zwischen Amüsement und Abscheu &#8211; miterlebten, wie längst vergessen geglaubte Geschlechterrollen wieder auferstanden.<span id="more-44163"></span><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Um es vorwegzuschicken: Martin van Creveld mag auf seinem angestammten Forschungsgebiet der Kriegshistorie ein brillanter Kopf sein. Nicht von ungefähr sind seine Werke Standardliteratur im Feld der Kriegsforschung, und sicherlich wird es gute Gründe geben, warum er als außen- und sicherheitspolitischer Berater westlicher Regierungen gefragt ist. Van Creveld hat an der renommierten London School of Economics studiert und bis zu seiner Emeritierung an der Hebräischen Universität von Jerusalem gelehrt.</p>
<p>Es gibt da aber auch noch eine andere Seite, die seinem Koryphäen-Status etwas von seinem Glanz nimmt. Diese Seite tritt dann zu Tage, wenn er sich zu seinem zweiten Lieblingsthema, Frauen und ihre Rolle in Krieg und Gesellschaft, äußert. Wenn er über Vergewaltigung sagt: &#8220;Wie bei der feministischen Literatur zu diesen Themen hängt alles davon ab, wie sehr manche Damen Sex hassen&#8221;; wenn er über die &#8220;nicht zu überschätzende&#8221; Rolle der Frau im Krieg sagt: &#8220;Sie sind es, die dann auf die Wiederkehr der Männer warteten, für ihr Überleben beteten, sie mit offenen Schenkeln willkommen hießen, wenn sie heimkehrten&#8221;; oder wenn er die <em>Junge Freiheit</em>, das publizistische Sprachrohr der &#8220;Neuen Rechten&#8221;, als &#8220;hervorragende Zeitung&#8221; bezeichnet und dementsprechend oft Artikel und Interviews in derselben veröffentlicht.</p>
<p>Diese zweite, hässliche Seite trat in ihrer ganzen Pracht bei seinem Vortrag unter dem Titel &#8220;Frauen, Männer, Kriegsspiele und Kultur&#8221; zu Tage, die er am Montagabend anlässlich seines Visiting Fellowship an der Universität Trier vor rund fünfzig Zuhörern hielt. Für drei Monate hat van Creveld auf Einladung des HFZK seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Trier verlegt, um sich vor Ort mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Mit &#8220;neuen, mitunter auch kontroversen Positionen&#8221; wolle das Forschungszentrum den akademischen Alltag bereichern, erklärte Professor Ulrich Port, Dekan der Fachbereichs II, bei der Begrüßung, um sich bei der Gelegenheit auch gleich von dem folgenden Vortrag zu distanzieren: &#8220;Als Wehrdienstverweigerer und Kulturwissenschaftler bin ich skeptisch. Aber vielleicht bin ich – um in Ihrem binären Mann-Frau-Schema zu bleiben – dafür auch einfach zu weiblich.&#8221;</p>
<p><strong>Parforceritt durch die Menschheitsgeschichte</strong></p>
<p>Dass das Etikett &#8220;kontroverse Positionen&#8221; im Falle dieses Vortrags noch untertrieben sein sollte, zeichnete sich im Verlauf der folgenden rund 30 Minuten ab, als Martin van Creveld zu einem Rundumschlag ausholte, der jegliche wissenschaftliche Erwartungshaltung mit Hohn strafte – zumindest, wenn diese sich am Stand des 21. Jahrhunderts orientiert. Das inhaltlich dürre Gerüst, auf dem van Creveld seine kruden Thesen baut, hat &#8220;das Kriegsspiel&#8221; zum Zentrum – ein Begriff, der mal mit Kriegssimulationen primitiver Stammeskulturen, mal mit Computerspielen der Gegenwart, dann wieder mit Schach besetzt wird. Eine Methodik, eine genaue Definition, eine Zuordnung zu einer wissenschaftlichen Disziplin, bleibt der Redner dem Publikum auch auf Nachfrage schuldig. Soziologisch, historisch, literaturwissenschaftlich oder psychologisch anmutende Herangehensweisen wechselten sich munter ab. Ein Parforceritt, nicht nur durch einen wild zusammengewürfelten methodischen Reigen, sondern auch durch die Epochen der Menschheitsgeschichte.</p>
<p><a title="Für drei Monate hat Martin van Creveld auf Einladung des HFZK seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Trier verlegt. Foto: Privat" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/10/Martin_Pic-2.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44167" title="Für drei Monate hat Martin van Creveld auf Einladung des HFZK seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Trier verlegt. Foto: Privat" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2011/10/Martin_Pic-2-100x150.jpg" alt="" width="100" height="150" /></a>Schneller, als seine ebenfalls anwesende Frau ihm die fehlenden deutschen Begriffe soufflieren kann, springt van Creveld von der männlichen Dominanz in Gladiatorenkämpfen über zum Zweikampf David gegen Goliath, nimmt einen kurzen Exkurs über die Lüsternheit leichtbekleideter Schlammcatcherinnen, um schließlich bei der, mit einem Herrenwitz-Lachen garnierten Feststellung zu gelangen, dass Lara Croft mit ihrer Oberweite in natura nicht aufrecht gehen könne. Dieses Sammelsurium pseudo-kulturwissenschaftlicher Versatzstücke soll als Beleg für seine These dienen, dass Frauen sich nicht an Kriegsspielen beteiligten – und wenn, dann nicht um des Kampfes willen, sondern aus sexueller Motivation (siehe Schlammcatcherinnen).</p>
<p>Anstatt die Genese dieser Annahme inhaltlich zu unterfüttern, wird dann behauptet, dass aufgrund der &#8220;Freiwilligkeit des Spielens&#8221; die wahre Natur des Menschen im Spiel besser beobachtbar sei als in jedem anderen Zusammenhang. Wieder bleibt unklar, in welcher Spieldefinition und in welchem Beobachtungsrahmen Herr van Creveld sich eigentlich bewegt: Mal werden historische Quellen ausgelegt, mal entsteht der Eindruck einer teilnehmenden Beobachtung – immer bleibt aber das flaue Gefühl, dass hier wahllos Aspekte aufgezählt werden, die gerade in die Argumentationslinie passen, ohne sie in einer im Vorfeld festgelegten Versuchsanordnung zu verorten. Man hat das Gefühl, dass hier gegen die elementarsten Grundsätze verstoßen wird, die jeder Erstsemester bei der Einführung in die Methodik wissenschaftlichen Arbeitens lernt.</p>
<p>Mit der grauen Theorie wird sich überhaupt wenig aufgehalten, viel leidenschaftlicher schwimmt der Redner im schillernden Meer der Anekdoten, Zufallszahlen und schmerzhaft aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate. Da werden Kriege und Kriegsspiele schon mal in einen Topf geworfen, da es sich sowohl bei der Kriegsführung als auch beim Programmieren von Kriegsspielen (hier wird der Spielbegriff dann spontan auf PC-Spiele umgemünzt) nicht um die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln, sondern schlicht um ein Buhlen um die Gunst der weiblichen Zuschauerinnen handele.</p>
<p><strong>Herrenwitz im Hörsaal</strong></p>
<p>An dieser Stelle kommt nun van Crevelds Frauenbild ins Spiel, das sich selbst für abgebrühte Ohren zwischen origineller Renaissance mittelalterlicher Werte und dem Lamento eines komplexbehafteten Frauenhassers bewegt. Wer bei dem Ausspruch &#8220;Diskussion über Feminismus ist keine wissenschaftliche Diskussion, sondern ein politisches Thema mit Fußnoten &#8221; denkt, den Höhepunkt erreicht zu haben, irrt. Seine Auslassungen schaukeln sich immer weiter zu neuen Gipfeln der Unfassbarkeit empor. Ohne Frauen, so van Crevelds Lieblingsthese, gäbe es weder Kriege noch Kriegsspiele, denn &#8220;alle Frauen, oder zumindest sehr viele, genießen es, Männern dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig abschlachten&#8221;. Mit dieser – gelinde gesagt: erst noch zu beweisenden Unterstellung proklamiert er die von ihm diagnostizierte, nicht zu überschätzende Rolle der Frau im Krieg: Sie schreibe sich selbst als Preis für den Gewinner aus, indem sie ihren Körper als Belohnung zur Verfügung stelle. &#8220;Ohne Frauen, die sich verführen lassen, hätte es weder Kriege noch Kriegsspiele gegeben&#8221;, schließt er seinen Gedankengang ab, &#8220;so war es, so ist es, und so wird es sein&#8221;.</p>
<p>Eine aktivere Rolle billigte er den unterrepräsentierten Frauen zumindest beim Kriegsspiel Schach zu: Als die Menschen (&#8220;und damit meine ich: Männer&#8221;) im Computerzeitalter das Interesse am Schachspielen zu verlieren drohten, &#8220;tauchten plötzlich schöne, junge, aufreizend gekleidete Frauen und Mädchen auf den Turnieren auf, die so taten, als würden sie Schach spielen&#8221; (sic!). Dieser Präsenz sexuell stimulierender Frauen an den Schachbrettern sei es zu verdanken, dass Schach auch heute noch eine populäre Aktivität sei. &#8220;Dafür vielen Dank an die Frauen und Mädchen!&#8221;</p>
<p>Was unter anderen Gesichtspunkten (als Cover der Titanic, als Büttenrede, als Wissenschaftssatire mit Anspruch) durchaus gelungen wäre, ist in einem akademischen Rahmen nur eins: ein Schlag ins Gesicht all jener Wissenschaftler, die sich ernsthaft bemühen, dem hochkomplexen Forschungsstand eines Themas wie &#8220;Konstruktion von Geschlechterrollen&#8221; auch nur im Ansätzen gerecht zu werden. Die gern genutzte Verteidigung von &#8220;Politische Korrektheit hat in der Forschung nichts zu suchen&#8221; wurde natürlich auch in der anschließenden Diskussion bemüht, tut aber nichts zur Sache. Wenn sich ein von der Universität Trier getragenes und vom Land Rheinland-Pfalz finanziertes Forschungszentrum jedoch entschließt, einem Referenten eine Plattform im akademischen Rahmen zu bieten, ist es eine Frage der Legitimität, dass ein Mindestniveau an wissenschaftlicher Nachvollziehbarkeit nicht unterschritten wird. Wenn ein beträchtlicher Teil der Zuhörer während des Vortrags nur kopfschüttelnd zuhören kann, wenn Studierende sich nach Ende des Vortrags untereinander fragen müssen, ob das jetzt Satire war, ist etwas ganz gravierend falsch gelaufen.</p>
<p>Die Verfehlung ist damit nicht nur dem Wissenschaftler van Creveld zuzuschreiben, der sich mit seinem Vortrag grandios ins eigene Fleisch geschnitten hat, sondern auch dem HKFZ, das sich die Frage gefallen lassen muss, welchen wissenschaftlichen Standards man sich eigentlich verpflichtet fühlt.</p>
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