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	<title>16 vor &#187; Stadt &amp; Menschen</title>
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	<description>Nachrichten aus Trier</description>
	<lastBuildDate>Sat, 11 Feb 2012 10:03:49 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Triers Energiegenossen planen für die Wende</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 23:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Als vor knapp elf Monaten im japanischen Fukushima der Gau eintrat und die Bundesregierung binnen weniger Wochen einen atompolitischen Kurswechsel vollzog, hatte das Wort &#8220;Energiewende&#8221; Hochkonjunktur. Inzwischen dominieren andere Themen die Berliner Agenda, doch in vielen Kommunen formieren sich Bürger, um die Entwicklung hin zu regenerativen Energien zu forcieren. So auch in Trier, wo sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Genossen unter sich: die Experten Dietmar von Blittersdorff und Burghard Flieger informierten am Donnerstagabend in Trier über das Potenzial von Energiegenossenschaften. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/Energiegenossenschaft1n.jpg" target="_blank" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47883" title="Genossen unter sich: die Experten Dietmar von Blittersdorff und Burghard Flieger informierten am Donnerstagabend in Trier über das Potenzial von Energiegenossenschaften. Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/Energiegenossenschaft1n-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Als vor knapp elf Monaten im japanischen Fukushima der Gau eintrat und die Bundesregierung binnen weniger Wochen einen atompolitischen Kurswechsel vollzog, hatte das Wort &#8220;Energiewende&#8221; Hochkonjunktur. Inzwischen dominieren andere Themen die Berliner Agenda, doch in vielen Kommunen formieren sich Bürger, um die Entwicklung hin zu regenerativen Energien zu forcieren. So auch in Trier, wo sich im vergangenen Herbst eine Energiegenossenschaft gründete. Am Donnerstagabend informierte die TRENEG über ihre Pläne, laut Vorstand Zeljko Brkic gibt es bereits Zusagen über mehrere Hunderttausend Euro. Wer indes vor allem nach einer Rendite strebt, taugt nicht als Genosse. Burghard Flieger von der Genossenschaft Energie in Bürgerhand eG. machte deutlich, wie stark das bürgerschaftliche Engagement in Sachen Energieerzeugung inzwischen ist.<span id="more-47881"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Die Idee ist nicht neu, genau genommen ist sie schon recht alt. Bereits während der Weimarer Republik schlossen sich im damaligen Deutschen Reich Menschen zusammen, um Energie zu gewinnen und die eigene Versorgung zu sichern. Rund 6.000 solcher Energiegenossenschaften habe es seinerzeit gegeben, berichtete Dr. Burghard Flieger am Donnerstagabend im &#8220;Warsberger Hof&#8221;, die weitaus meisten seien in ländlichen Gebieten entstanden. Landwirte waren häufig die Initiatoren dieser Zusammenschlüsse, von denen einige die Jahrzehnte überdauerten, doch nur wenige bis heute existieren; beispielsweise die Teutoburger Energie Netzwerk eG sowie die Elektrizitätsgenossenschaft Ohlstadt eG. Die meisten verschwanden mit den Jahren von der Bildfläche, der Konzentrationsprozess im Energiesektor forderte seinen Tribut.</p>
<p>Nun scheinen die Rahmenbedingungen wieder günstiger, und laut Flieger erlebt der Genossenschaftsgedanke hierzulande seit einigen Jahren eine regelrechte Renaissance. Er selbst war schon an der Gründung mehrerer Energiegenossenschaften beteiligt, darunter der Freiburger <a href="http://www.energie-in-buergerhand.de/Home.aktuelles0.0.html" target="_blank">Energie in Bürgerhand eG</a>. &#8220;Wenn viele Menschen gleichberechtigt und haftungsbeschränkt zusammenarbeiten wollen, dann ist die Genossenschaft die richtige Form&#8221;, erklärte Flieger bei der Veranstaltung der TRENEG. Der Experte unterstrich auch den Doppelcharakter der Genossenschaft: diese sei gleichermaßen eine Sozial- wie eine Wirtschaftsorganisation. Zwar werde wirtschaftlich gedacht und gearbeitet, aber im Vordergrund stehe ein gemeinsames gesellschaftliches Ziel, etwa der Bau einer Photovoltaikanlage, die sich einzelne Bürger überhaupt nicht leisten könnten.  Flieger spricht von einer Art &#8220;Selbsthilfeeinrichtung&#8221;.</p>
<p>Gerade im Energiesektor gründen sich bundesweit immer mehr Genossenschaften, allein im vergangenen Jahr wurden 111 solcher Gründungen verzeichnet. Ein weiterer Vorteil für die Genossen: Weil das Prinzip &#8220;jeder hat eine Stimme&#8221; gilt und die Genossenschaften regional verankert sind, ist ein hohes Identifikationspotenzial ebenso gegeben, wie eine direkte Beteiligung und demokratische Teilhabe. Außerdem böten Genossenschaften die Möglichkeit, den Rekommunalisierungsprozess im Energiesektor voranzutreiben, so Flieger.</p>
<p>Doch hehre Absichten und Überzeugungen sind das eine, Gewinnerwartungen das andere. 500 Euro kostet ein Anteil an der TRENEG, die sich noch im Gründungsprozess befindet, der aber in wenigen Wochen abgeschlossen sein soll. Wer sich beteiligt, willigt in eine dreijährige Kündigungsfrist ein. Das heißt, wer seine Anteile abstoßen will, muss Geduld mitbringen und darf nicht erwarten, seine Beteiligung umgehend wieder zu Geld machen zu können. &#8220;Wer vor allem auf eine Rendite aus ist, für den ist eine Genossenschaft nichts&#8221;, stellte Dietmar von Blittersdorff, Pädagogischer Leiter der Weiterbildung &#8220;Projektentwickler für Energiegenossenschaften&#8221;, denn auch klar. Die TRENEG stellt allerdings eine &#8220;saubere Rendite&#8221; von 4 Prozent in Aussicht, was bei den aktuell üblichen Zinsen für Festgeld durchaus attraktiv wäre. Bittersdorffs Kollege Flieger führte derweil noch einen anderen Faktor ins Feld: Die Beteiligung sei &#8220;sicher und sichtbar&#8221;, der Genosse könnten schließlich sehen und auch anfassen, wofür sein Geld eingesetzt wird.</p>
<p>Bei den Genossen der TRENEG scheint allerdings noch nicht festzustehen, welche Vorhaben sie als erstes angehen möchten. Auf die Frage, welche konkreten Projekte die neue Trierer Genossenschaft plane, blieb Vorstand Brkic relativ vage. Vorstellbar seien aber größere Photovoltaikanlagen auf Dächern, oder auch die Beteiligung an einer Windkraftanlage in Trierweiler; für letztere liege schon ein Angebot vor, berichtete Brkic, der zugleich daran erinnerte, dass sich die Suche nach geeigneten Dachflächen für Solaranlagen in der Vergangenheit einigermaßen schwierig gestaltete. Für die bislang vier Bürgerkraftwerke, die in Regie der ehemaligen Energieagentur des Vereins Lokale Agenda 21 in Trier errichtet wurden, mussten mehr als 30 Dächer geprüft werden, von denen fast alle aus unterschiedlichen Gründen ausschieden.</p>
<p>Laut Brkic liegen bereits Absichtserklärungen für Genossenschaftsanteile in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro vor. Darunter seien Privatpersonen, die zum Teil fünfstellige Beträge einbringen wollten. Zu den Gründungsmitgliedern der TRENEG zählen aber auch die Stadtwerke Trier und die Volksbank Trier eG. Brkic ist zuversichtlich, dass das Unterfangen ein Erfolg wird: &#8220;Wir haben gesehen: Das Interesse ist vorhanden&#8221;.</p>
<p><em>Weitere Informationen finden Sie <a href="http://energie.la21-trier.de/index-form.php" target="_blank">auf folgender Homepage</a>.</em></p>
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		<title>Bomben-Experten setzen auf Zeitzeugen</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 23:07:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es läge nahe, ein Wortspiel zu bemühen und von einem &#8220;Bomben-Jahr&#8221; zu berichten. Tatsächlich verzeichnete der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz 2011 einen Rekord: Landesweit wurden mehr als 42 Tonnen Munition geborgen, allein fast 80 Blindgänger mussten entschärft werden. Das mache deutlich, wie wichtig die Arbeit des KMRD auch 67 Jahre nach Ende des Kriegs sei, erklärte ADD-Präsidentin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Gefragter Mann: KMRD-Leiter Horst Lenz zog am Mittwoch in Trier Bilanz. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/HorstLenz.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47820" title="Gefragter Mann: KMRD-Leiter Horst Lenz zog am Mittwoch in Trier Bilanz. Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/HorstLenz-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Es läge nahe, ein Wortspiel zu bemühen und von einem &#8220;Bomben-Jahr&#8221; zu berichten. Tatsächlich verzeichnete der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz 2011 einen Rekord: Landesweit wurden mehr als 42 Tonnen Munition geborgen, allein fast 80 Blindgänger mussten entschärft werden. Das mache deutlich, wie wichtig die Arbeit des KMRD auch 67 Jahre nach Ende des Kriegs sei, erklärte ADD-Präsidentin Dagmar Barzen am Mittwoch bei der Präsentation der Zahlen. Im Rampenlicht stand indes ein Mann, der die Ruhe in Person scheint: Horst Lenz, Leiter des 14-köpfigen Dienstes. Lenz hat schon Hunderte Bomben entschärft, ihn bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Doch dann erzählt er von einem spektakulären Einsatz Anfang der 90er Jahre, als amerikanische Streubomben in eine Trierer Schrottpresse geraten waren.<span id="more-47817"></span></p>
<p><strong> TRIER.</strong> Es war nur ein Versehen, doch eines mit verheerenden Folgen: Vor zwei Jahrzehnten kam es im Trierer Hafen zu einer Beinahe-Katastrophe. Irrtümlich waren Clusterbomben der US Airforce in eine Schrottpresse geraten. Als die &#8220;Mutterbomben&#8221; in der Anlage zerteilt wurden, krachte es. Hunderte Bomblets flogen über das Gelände in Richtung Mosel, in bis zu 70 Metern Entfernung wurden noch vereinzelte Sprengkörper gefunden. Feuer brach aus, eine Hunderte Meter hohe Rauchsäule stieg in den Himmel. Über Wochen waren die Experten im Einsatz, bis alle Bomblets vor Ort gesprengt waren und das Areal wieder gefahrlos betreten werden konnte. Horst Lenz haben sich diese Ereignisse eingebrannt, auch wenn wie durch ein Wunder niemand getötet wurde. Fragt man ihn vor diesem Hintergrund, ob denn die Entschärfung einer 4000-Pfund-Bombe im vergangenen Dezember in Koblenz eine besondere Herausforderung gewesen sei, antwortet er lakonisch: &#8220;Die war einfach nur groß&#8221;.</p>
<p>Groß war auch die Masse an Munition, die im vergangenen Jahr von Lenz und seinem Team geborgen wurde: auf insgesamt fast 42 Tonnen kamen die Experten, deutlich mehr als in den 13 Jahren zuvor. Nahezu 40 Hektar Fläche wurden abgesucht, fast 80 Blindgänger entschärft. Zwischen 50 und 1800 Kilogramm wogen die Bomben, die der KMRD unschädlich machte, vor allem in den letzten beiden Monaten des Jahres ballten sich die Funde, waren die Kampfmittelräumer mehr denn je gefragt. Betroffen war insbesondere der Rhein, der extremes Niedrigwasser führte und in dessen Verlauf zwischen Vallendar und Ludwigshafen zahlreiche Bomben sowie Artilleriemunition und Nebelfässer zu Tage gespült wurden. Bei der Entschärfung des Blindgängers in Koblenz hatten mehr als 45.000 Menschen vorübergehend ihre Häuser verlassen müssen. Das tue ihm immer leid, sagt Lenz; es klingt fast, als wolle er sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigen.</p>
<p>Er selbst schont sich nicht, und gleiches lässt sich auch von den Räumungsgruppenleitern Dietmar Schmid (Koblenz) und Frank Bender (Worms) sagen. Doch die Männer trumpfen nicht auf, und so springt die zuständige Referatsleiterin bei der ADD, Claudia Bies ein: Lenz und seine Leute neigten nunmal zu großer Bescheidenheit, wirft sie ein und macht deutlich, wie hart die Arbeit tatsächlich ist. Nicht nur, dass der KMRD bis heute Luftbilder von überwiegend bescheidener Qualität auswertet, um Anhaltspunkte für weitere Fundstellen zu bekommen – die Mitarbeiter suchten unter oftmals &#8220;unmöglichsten Bedingungen&#8221; riesige Gelände ab. Und sie befragen Zeitzeugen, denn diese seien für ihre Arbeit wichtige Quellen, betont Lenz. Gerade Menschen, die während des Krieges im Jugendalter waren, könnten oft noch gute Hinweise geben, wo die Bomben niedergingen.</p>
<p>Wie wichtig Zeitzeugen sein können, zeigte sich auch 1996: Vor einem Haus in der Saarstraße hatte der KMRD über Wochen nach einem Blindgänger gesucht, alles sprach anfangs für einen Bombenfund. Doch Lenz und seine Kollegen fanden nichts. &#8220;Triers unheimlichste Baustelle&#8221; titelte der <em>Trierische Volksfreund</em>. Der Bericht weckte bei einem Zeitzeugen Erinnerungen. Der Trierer machte sich auf ins Stadtarchiv und grub einen Artikel vom November 1949 aus: In diesem wurde über eine Unterbrechung der Straßenbahnlinie durch die Saarstraße berichtet, weil sich die Schienen über einem im Boden verborgenen Bombenleitblech durchgebogen hatten. Und dieses Teil gehörte zu jener Fliegerbombe, nach der Lenz gesucht hatte, die aber schon während des Krieges geborgen worden war.</p>
<p>Die Arbeit von ihm und seinem Team wird noch lange nicht erledigt sein. Er werde nicht mehr erleben, dass der Auftrag des Kampfmittelräumdienstes erledigt ist, sagte der Chef. Der konnte sich mit gemeinsam mit seinen Kollegen kürzlich über eine außerplanmäßige Zulage freuen. Die hatte das Landeskabinett noch kurz vor Weihnachten beschlossen, als Anerkennung für die Arbeit der Männer bei den meist gefährlichen Einsätzen. Das Jahr 2011 habe einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Arbeit der Experten auch Jahrzehnte nach Ende des Weltkriegs ist, erklärte ADD-Präsidentin Dagmar Barzen am Mittwoch. Allein seit 1998 sammelte der 1949 eingerichtete KMRD rund 480 Tonnen Munition ein. Mehr als 480 Blindgänger wurden entsorgt, eine Fläche von 1.300 Hektar abgesucht. Dass es Zeitgenossen gibt, die eine gewisse Affinität zu Sprengstoffen haben, weiß Lenz, doch auch Ahnungslose mahnt er, verdächtige Gegenstände liegen zu lassen. &#8220;Halten Sie zur eigenen Sicherheit Abstand und informieren sofort die örtlichen Polizeidienststellen oder das Ordnungsamt&#8221;, rät der Experte.</p>
<p>Etwa 1,3 Millionen Euro ließ sich das Land den KMRD im vergangenen Jahr kosten. Der Bund beteiligt sich an den Kosten der Munitionsbeseitigung – zumindest was die &#8220;reichseigene Munition&#8221; anbelangt.</p>
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		<title>Trier braucht viel Kohle für neue Grillplätze</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 23:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Dezember beschloss der Stadtrat eine neue Grünanlagen- und Spielplatzsatzung. Was Ordnungsamt und Polizei bessere Möglichkeiten bieten sollte, gegen Saufgelage in Parks und Verschmutzungen von Grünflächen vorzugehen, wurde über Monate vor allem unter dem Stichwort &#8220;Grillverbot&#8221; diskutiert. Tatsächlich ist das Grillen nur noch an speziell ausgewiesenen Stellen erlaubt, doch diese müssen erst noch geschaffen werden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Mit einem Protestgrillen vor dem Rathaus bezogen die Julis im vergangenen November Position. Archiv-Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/Julis.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47797" title="Mit einem Protestgrillen vor dem Rathaus bezogen die Julis im vergangenen November Position. Archiv-Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/Julis-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Im Dezember beschloss der Stadtrat eine neue Grünanlagen- und Spielplatzsatzung. Was Ordnungsamt und Polizei bessere Möglichkeiten bieten sollte, gegen Saufgelage in Parks und Verschmutzungen von Grünflächen vorzugehen, wurde über Monate vor allem unter dem Stichwort &#8220;Grillverbot&#8221; diskutiert. Tatsächlich ist das Grillen nur noch an speziell ausgewiesenen Stellen erlaubt, doch diese müssen erst noch geschaffen werden. Während die Baudezernentin kürzlich im Stadtrat viele Fragen offen ließ, dürften die nun vorliegenden Antworten<em></em> die Debatte über das Thema erneut anheizen. Nach Informationen von <em>16vor</em> wird allein die Reinigung der vorgesehenen 16 Grillplätze mit fast 70.000 Euro jährlich zu Buche schlagen, und auch das Einrichten der Stellen wird nicht gerade billig. Unterm Strich könnte das Grillverbot die Stadt in einem ersten Schritt nahezu 100.000 Euro kosten. <span id="more-47791"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Fünf Seiten umfasst die städtische Grünanlagen- und Spielplatzsatzung. Doch nur wenige Wörter darin lösten im vergangenen Jahr derart heftige Proteste aus, dass das Thema zeitweilig die kommunalpolitische Agenda zu beherrschen schien: In Grünanlagen &#8220;offenes Feuer zu entzünden oder zu unterhalten oder Grill- oder sonstige Kochgeräte zu benutzen&#8221;, ist seither untersagt – &#8220;es sei denn, es handelt sich um ausgewiesene Grillstellen&#8221;. Die sollen noch bis Sommer geschaffen werden, und weil die Verwaltung dies im Dezember zugesagt hat, fand sich für die Satzung auch eine deutliche Mehrheit. Lediglich die Linken und die Mehrheit der Liberalen im Rat stimmten seinerzeit gegen die Vorlage.</p>
<p>Vonseiten der Freidemokraten wollte man in der Januar-Sitzung des Stadtrats erfahren, wie weit denn die Vorbereitungen vonseiten der Verwaltung gediehen seien. Die zuständige Baudezernentin wurde noch sonderlich nicht konkret, viele Fragen seien noch offen, erklärte Simone Kaes-Torchiani (CDU) am Dienstag vergangener Woche. Nur soviel verriet sie schon mal: Im Haushalt für dieses Jahr ist für das Vorhaben noch kein Geld vorgesehen, ein entsprechender Posten fehlt im Budget. Auch kündigte die Christdemokratin an, dass ein &#8220;erheblicher Pflege- und Reinigungsaufwand&#8221; vonnöten sei, um die geplanten Grillstellen auf Vordermann zu halten.</p>
<p><em>16vor</em> liegen nun konkrete Kostenschätzungen vor, und einiges spricht dafür, dass die &#8220;Diskussionsvorlage&#8221;, die am morgigen Donnerstag in nicht öffentlicher Sitzung vom Bauausschuss beraten werden soll, die Debatte über das Grillverbot neu entfachen könnte. Denn was die Verwaltung an Finanzbedarf anmeldet, damit in ausgewählten Grünanlagen der Moselstadt an ausgewiesenen Stellen gegrillt werden darf, ist gerade in Zeiten knapper Kassen kein Pappenstiel: Allein den notwendigen Reinigungsaufwand für die geplanten 16 Grillplätze beziffert man im Rathaus auf rund 70.000 Euro jährlich. Nach derzeitiger Planung sollen die Stellen während der Hauptsaison von April bis Oktober mindestens zweimal wöchentlich gereinigt werden. Außerhalb dieser Zeiten ist der Aufwand erwartungsgemäß geringer. Auch die Kosten für die Grillplätze, die auf einer Fläche von jeweils vier Quadratmeter gepflastert werden und über einen eigenen Abfalleimer verfügen sollen, liegen bei mehreren Tausend Euro pro Stelle.</p>
<p>Verschiedene Institutionen, darunter Landesbehörden wie die SGD Nord, wurden zwischenzeitlich konsultiert, um die vorgeschlagenen Standorte zu prüfen. Ein Schwerpunkt soll am Moselufer liegen. Für weitere Diskussionen dürfte derweil die Haltung der Stadt in Sachen Palastgarten sorgen: An den wiederholten Verunreinigungen von Triers einziger zentral gelegener Parkanlage – sieht man einmal vom wenig einladenden Rautenstrauchpark ab – hatte sich der Streit im vergangenen Jahr entzündet. Geht es nach dem Baudezernat, dann wird Grillen im Palastgarten dauerhaft unmöglich sein. Dort entsprechende Stellen auszuweisen, lehnt man am Augustinerhof jedenfalls weiterhin ab.</p>
<p>Viel Zeit für eine erneute Diskussion bleibt den politischen Gremien indes nicht. Denn um rechtzeitig vor Beginn der Saison die Stellen anzulegen, müssen bald Nägel mit Köpfen gemacht werden. Der Baubeschluss soll schon im März gefasst werden, und bis dahin müsste auch die Finanzierung des Vorhabens geklärt sein.</p>
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		<title>Verkehr ohne Ende auf Triers Talstraßen</title>
		<link>http://www.16vor.de/index.php/2012/02/07/verkehr-ohne-ende-auf-triers-talstrasen/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 23:27:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Debatte über einen geplanten Frischemarkt sowie ein neues Studentenwohnheim im Osten des Petrisbergs haben die Auseinandersetzung über die verkehrliche Erschließung der Höhenstadtteile neu entfacht. Tatsächlich ist die Verkehrsbelastung auf den beiden Trassen, welche die Talstadt mit Neu-Kürenz, Tarforst und weiteren Vierteln verbinden, in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. So wird die Olewiger Straße von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Bereits 2005 wurden in der Olewiger Straße rund 26.000 Fahrzeugbewegungen gezählt - täglich. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/OlewigerStra%C3%9Fe.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47753" title="Bereits 2005 wurden in der Olewiger Straße rund 26.000 Fahrzeugbewegungen gezählt - täglich. Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/OlewigerStra%C3%9Fe-150x95.jpg" alt="" width="150" height="95" /></a>Die Debatte über einen geplanten Frischemarkt sowie ein neues Studentenwohnheim im Osten des Petrisbergs haben die <a href="http://www.16vor.de/index.php/2012/02/01/weichen-fur-den-osten-des-petrisbergs-gestellt/" target="_blank">Auseinandersetzung über die verkehrliche Erschließung</a> der Höhenstadtteile neu entfacht. Tatsächlich ist die Verkehrsbelastung auf den beiden Trassen, welche die Talstadt mit Neu-Kürenz, Tarforst und weiteren Vierteln verbinden, in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. So wird die Olewiger Straße von mehr Fahrzeugen frequentiert als die stark befahrene &#8220;Bitburger&#8221;, und im Avelertal wurde 2011 ein durchschnittlicher täglicher Verkehr von rund 21.000 Autos gemessen. Während weitere Baugebiete ausgewiesen werden, scheint eine nennenswerte Entlastung nicht in Sicht. Immerhin soll im ersten Halbjahr das Thema Petrisberg-Aufstieg wieder auf die kommunalpolitische Tagesordnung zurückkehren, und im Rahmen des städtischen Mobilitätskonzepts 2025 wird ein Bündel von Einzelmaßnahmen diskutiert. <span id="more-47715"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Es soll Menschen geben, die auch nach Einbruch der Dunkelheit noch mit dem Fahrrad von Olewig in Richtung Innenstadt fahren. Da sich der unbeleuchtete Rad- und Fußweg durch die Kleingartenanlage &#8220;Tempelbezirk&#8221; dann nicht mehr anbietet und ein Umweg über Heiligkreuz einige Zeit kostet, führt kaum ein Weg an der Olewiger Straße vorbei. Weil hier die Fahrbahn aber schmal und das Verkehrsaufkommen hoch ist, dauert es nicht lange, bis der Radfahrer Dutzende Fahrzeuge im Rücken hat, die aufgrund des Gegenverkehrs nicht mal eben überholen können. Ein für alle Beteiligten Frohsinn mindernder Zustand.</p>
<p>Auch ohne Radverkehr ist die Olewiger Straße ein Nadelöhr. Wirkliche Alternativen gibt es nicht, sieht man von der nicht weniger belasteten Straße Im Avelertal ab. Wer von Kernscheid oder Tarforst, vom Trimmelter Hof oder Irsch, von Filsch, Pluwig oder dem Petrisberg ins Trierer Zentrum möchte, dem bleiben eigentlich nur die beiden Straßen durch Kürenz und Olewig. Seit Jahrzehnten hat sich an dieser Situation nichts geändert. Was sich verändert hat: Die Bevölkerungszahl in den Trierer Höhenstadtteilen ist seither rasant gestiegen.</p>
<p>Beispiel Tarforst: Lebten in dem einstigen Vorstadtdorf 1980 nur rund 2.130 Menschen, waren es 1990 schon fast 5.250. Heute leben in dem Stadtteil, auf dessen Gemarkung auch der Trimmelter Hof liegt, etwa 6.600 Trierer. Gemessen daran nimmt sich die Entwicklung in Neu-Kürenz fast schon bescheiden aus – von 4.800 (1980) auf heute 5.640 Einwohner stieg die Bevölkerungszahl; und das, obwohl seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts der Petrisberg boomt. Offenbar leben im Wohngebiet am Weidengraben heute weniger Menschen als in den Jahrzehnten zuvor. In Filsch stagniert die Einwohnerzahl bei etwas unter 800.</p>
<p><strong>Weiteres Wachstum wahrscheinlich</strong></p>
<p>Was das Bevölkerungswachstum für die Einfallstraßen des Zentrums bedeutet, zeigt das Beispiel Avelertal. Auf der gleichnamigen Straße wurden im vergangenen Jahr im Schnitt rund 21.000 Fahrzeuge täglich gezählt. In der Olewiger Straße stammen die jüngsten Erhebungen zwar von 2005, doch schon damals sprachen die Zahlen eine deutliche Sprache: 26.000 KfZ passieren täglich die Straße, deutlich mehr als aktuell auf der &#8220;Bitburger&#8221; unterwegs sind. 1990 waren es noch gut 10 Prozent weniger KfZ-Bewegungen, heute dürften es eher mehr sein. Im Avelertal stieg das Verkehrsaufkommen zwischen 1990 und heute um 15 Prozent.</p>
<p>&#8220;Die Entwicklung der Verkehrsmengen auf den beiden Achsen steht in Zusammenhang mit der Entwicklung der Einwohnerzahlen im gesamten Einzugsgebiet der Talstraßen&#8221;, bestätigt die Verwaltung, was ohnehin auf der Hand liegt. Zum Einzugsgebiet von Olewiger Straße und Avelertal zählen neben Neu-Kürenz und Tarforst auch Olewig , Irsch, Kernscheid und Filsch. In diesen Stadtbezirken zusammen ist die Einwohnerzahl zwischen 1990 und 2010 von etwa 16.500 auf rund 20.000 gestiegen – ein Plus um mehr als 20 Prozent. Dass das Wachstum nicht noch deutlicher ausfiel, ist auf eine gegenläufige Entwicklung zurückzuführen: In den älteren Neubaugebieten und Ortskernen wurden zwischenzeitlich bereits Bevölkerungsrückgänge verzeichnet.</p>
<p>Bleiben unterm Strich dennoch etwa 3.500 zusätzliche Einwohner, und das allein im Trierer Einzugsbereich der beiden Talstraßen. Doch auch aus Vororten wie Pluwig, Gusterath und Korlingen ist der Verkehr nicht weniger geworden.  Damit nicht genug: Die Zahl der Arbeits- und Studienplätze auf dem Petrisberg und dem Universitätscampus ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. So wuchs die Zahl der Studierenden zwischen 1990 und 2010 um etwa 5.000, und auch wenn viele dank des in den 90ern eingeführten Semestertickets den Nahverkehr nutzen, dürften per Saldo heute mehr Hochschüler im Auto die beiden Uni-Standorte ansteuern, als noch vor 20 Jahren. Dass inzwischen manche auf ihrer Berg- und Talfahrt auf die Sickingerstraße ausweichen, sorgt derweil für Verdruss in Trier-Ost, wo der &#8220;Schleichverkehr&#8221; vor allem die Bergstraße zusätzlich belastet. Am Augustinerhof geht man von einer weiteren Zunahme des Verkehrs zwischen Berg und Tal aus. Nach der aktuellen Prognose im Rahmen des Mobilitätskonzeptes wird die Einwohnerzahl im Einzugsgebiet der Talstraßen bis 2025 um noch einmal rund 2.000 Einwohner zulegen, erklärte die Verwaltung auf Anfrage<em></em>. Ein Wachstum des Verkehrs auf den beiden Trassen um 5 Prozent hält man im Rathaus deshalb für wahrscheinlich.</p>
<p><strong>Petrisberg-Aufstieg: Studie soll im ersten Halbjahr vorliegen</strong></p>
<p>Es sei denn, es würde gegengesteuert und verstärkt auf den Umweltverbund gesetzt. Doch konkrete Maßnahmen lassen weiter auf sich warten, und dass dereinst doch noch die seit Jahrzehnten diskutierte Ortsumgehung Kürenz gebaut werden könnte, erwartet selbst deren größter Fürsprecher, der langjährige Ortsvorsteher Manfred Maximini (FWG) nicht mehr. Im Baudezernat führt man derweil den vom <a href="http://archiv.16vor.de/index.php/2009/11/19/ampel-fordert-modal-split/" target="_blank">Stadtrat beschlossenen &#8220;Modal Split&#8221; ins Feld</a>, der zum Ziel hat, den Anteil des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) am Gesamtverkehrsaufkommen zu senken. Die konsequente Förderung des Umweltverbunds werde auch eine Entlastung für die Talstraßen bringen, erwarten die Verkehrsplaner. Allein diese konsequente Förderung hat sich bislang weitgehend in Rhetorik und Absichtserklärungen erschöpft, und so heißt es auch dieses Mal, dass zunächst &#8220;die weitere Diskussion zum Mobilitätskonzept abgewartet werden&#8221; müsse. Liegt dieses Konzept vor, muss der Stadtrat Farbe bekennen und konkrete Beschlüsse fassen.</p>
<p><strong></strong>Doch was passiert, wenn ein zugegebenermaßen recht ambitioniertes Projekt nach jahrelanger Diskussion endlich auf den Weg gebracht werden soll, <a href="http://www.16vor.de/index.php/2010/01/29/stadtrat-halt-an-seilbahn-option-fest/" target="_blank">zeigte sich vor zwei Jahren</a>: Da legte die Stadt die Ergebnisse einer Studie zum geplanten Petrisberg-Aufstieg vor. Die von den Stadtwerken in Auftrag gegebene Untersuchung zeigte Mängel, doch mehr noch rief die Ratsmitglieder auf den Plan, dass die Option einer Seilbahn zum Petrisberg faktisch aus dem Rennen war. Sodann wurde die Verwaltung beauftragt, eine neue Potenzialstudie in Auftrag zu geben. Deren Erarbeitung läuft derzeit, vorraussichtlich im ersten Halbjahr 2012 sollen die Ergebnisse vorliegen. Doch selbst wenn alles glatt liefe und sich tatsächlich eine Finanzierung für das Vorhaben fände – mehr als ein halbes, eher ein ganzes Jahrzehnt würde noch ins Land gehen, bis der Petrisberg-Aufstieg realisiert wäre.</p>
<p><strong>Rathaus: Sehr hohes Schutzniveau im Avelertal<br />
</strong></p>
<p>Solange wollen die Anwohner und wohl auch einige der Autofahrer, die täglich im Stau stehen, nicht warten. Im Rahmen des Mobilitätskonzeptes 2025 werden verschiedene Ansätze diskutiert und bewertet: unter anderem alternative Verbesserungen für den Busverkehr auf den bestehenden Linien, etwa durch Busbeschleunigung an Ampeln. Eigene Busspuren und neue Linienführungen im bestehenden Straßennetz sind ebenso im Gespräch. Eine Verbesserung der Radanbindung könne insbesondere durch eine Optimierung der Infrastruktur in beiden Tälern, beispielsweise durch die Anlage von Radwegen oder Radfahrstreifen sowie die Beleuchtung von abseits gelegenen Wegen erfolgen, so das Baudezernat, das sich auch eine Verbesserung der Radabstellmöglichkeiten an den Bushaltestellen (Bike &amp; Ride) vorstellen kann. Selbst die Einführung eines Leihfahrradsystem wird als Option geprüft, heißt es weiter.</p>
<p>Was man sich am Augustinerhof nicht vorstellen kann: den Bauboom auf der Höhe gezielt zu stoppen. Das könnte über kurz oder lang aber von selbst geschehen – wenn die Flächenpotenziale erschöpft sind. Derzeit läuft die Entwicklung der Baugebiete BU 13 und BU 14 auf der Tarforster Höhe. Auch auf dem Petrisberg wird noch gebaut, zudem steht die Wiederbelebung der ehemaligen französischen Wohnsiedlung Burgunderstraße an.  &#8220;Es kann bereits zum jetzigen Zeitpunkt festgestellt werden, dass die weiteren Flächenpotenziale im Bereich der über die beiden Täler erschlossenen Höhenstadtteile gering sind, so dass über die genannten bereits laufenden Projekte hinaus keine wesentlich zur Erhöhung der Verkehrsbelastung beitragenden Gebietsausweisungen in diesen Bereichen mehr geplant sind&#8221;, erklärte die Stadt gegenüber <em>16vor</em>.</p>
<p>Im Rathaus verweist man auch darauf, dass für beide Täler in den Jahren 2004 und 2005 Lärmsanierungskonzepte erarbeitet und umgesetzt worden seien, die unter anderem den Einbau von Schallschutzfenstern für die betroffenen Anwohner umfassten. &#8220;Im Rahmen des Lärmsanierungskonzeptes Aveler Tal ist dabei im Jahr 2004 von höheren Verkehrsmengen als den 2011 tatsächlich gezählten ausgegangen worden, so dass von einem sehr hohen Schutzniveau auszugehen ist&#8221;, so das Baudezernat.</p>
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		<title>Lehrstück mit Blendwirkung</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 23:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin Schug</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Mitglied des Klimabündnisses hat sich die Stadt Trier das Ziel gesetzt, ihre Kohlendioxid-Emissionen langfristig und dauerhaft zu senken. Einen Beitrag dazu könnte eine großflächige Photovoltaik-Anlage auf dem Petrisberg leisten. Während die Stadtverwaltung das Projekt längst in trockenen Tüchern sieht und sich im Stadtrat eine deutliche Mehrheit für das Vorhaben fand, fordert eine Bürgerinitiative den Stopp des &#8220;Prestigeprojekts&#8221;: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Auf diesem Areal unweit des Campus II soll die großflächige Anlage entstehen. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/PV-AnlageGel%C3%A4nde.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47721" title="Auf diesem Areal unweit des Campus II soll die großflächige Anlage entstehen. Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/PV-AnlageGel%C3%A4nde-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Als Mitglied des Klimabündnisses hat sich die Stadt Trier das Ziel gesetzt, ihre Kohlendioxid-Emissionen langfristig und dauerhaft zu senken. Einen Beitrag dazu könnte eine großflächige Photovoltaik-Anlage auf dem Petrisberg leisten. Während die Stadtverwaltung das Projekt längst in trockenen Tüchern sieht und sich im Stadtrat eine deutliche Mehrheit für das Vorhaben fand, fordert eine Bürgerinitiative den Stopp des &#8220;Prestigeprojekts&#8221;: Das Verfahren sei intransparent, der Standort ungeeignet. Auf Einladung des Bernhard-Vogel-Kreises diskutierten jetzt Befürworter und Gegner des Projekts. Die Podiumsdiskussion geriet auch zu einem Lehrstück über das Verhältnis von Bürgern und Politikern.<span id="more-47719"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> &#8220;Ich bin gegen Solarstrom.&#8221; Es wird Mühe kosten, jemanden zu finden, der diesen Satz unterschreibt. Nicht erst seit dem Atomausstieg firmiert das Bekenntnis zu Strom aus regenerativen Quellen als gesamtgesellschaftlicher Konsens. Doch das generelle &#8220;Ja&#8221; wird schnell zum energischen &#8220;Aber nicht hier!&#8221;, sobald die Konsequenzen in den Alltag der Bürger hineinreichen. Die Energiewende ist kein Abstraktum, sie manifestiert sich in weithin sichtbaren Symbolen in der Landschaft. Je mehr Stromtrassen, Windräder und Biogasanlagen gebaut werden, desto größer wird auch die Gruppe derer, für die das Englische den Ausdruck &#8220;Nimby&#8221; parat hat – &#8220;Not In My Backyard&#8221;. Im Deutschen bekannt als Sankt-Florians-Prinzip, das Probleme nicht lösen, sondern auf andere abschieben will.</p>
<p>Dass trotz der Aktualität des Themas die Reihen im Hörsaal 5 der Universität nur spärlich besetzt sind, schreibt Ignaz Bender der klirrenden Kälte zu. Wahrscheinlich hat er Recht, denn das diskutierte Vorhaben dürfte weit mehr Menschen interessieren, als die betroffenen Anwohner. Der Bernhard-Vogel-Kreis hat am vergangenen Donnerstag geladen, es sollen Pro- und Contra-Argumente zum Bau einer eigentlich längst beschlossenen Photovoltaik-Anlage auf dem Petrisberg ausgetauscht werden. Im Kern dreht sich die Podiumsdiskussion aber um ganz grundsätzliche Fragen. Denn während der Stadtrat bereits im September letzten Jahres eine Bebauungsplansatzung beschlossen hat, regt sich bei Bürgern – vor allem aus dem anliegenden Stadtteil – vehementer Widerstand gegen die Pläne.</p>
<p>Diskussionsbedarf, der aus Sicht des Stadtrats nicht besteht. Dass die Stadt Trier als größter Verbraucher in der Region auch als Produzent regenerativer Energien auftreten muss, zumal als Mitglied des Klimabündnisses, scheint fraktionsübergreifender Konsens. Die Frage ist also nicht, ob eine Anlage gebaut wird, sondern wo und wie viele. Die Wahl fiel auf den Petrisberg, weil er aus Sicht der Befürworter gleich in mehrfacher Hinsicht die Kriterien erfüllt: Als Konversionsfläche wird seine Nutzung in besonderem Maße gefördert, die Abfallbelastung des Areals verbietet eine Nutzung als Wohngebiet, die süd-östliche Hanglage ist prädestiniert für die Installation der Module, und es besteht kein schützenswertes Biotop. Neben der Tatsache, dass die Fläche wesentlich günstiger zu nutzen ist als ausgewiesene Industriegebiete oder Ackerflächen, steht zudem schon ein williger Investor auf der Matte. Alles Argumente, die der Stadtrat abwägte, bis er sich schließlich mit überwältigender Mehrheit für den Standort aussprach.</p>
<p><a title="Nur vereinzelt, wie hier auf dem Petrisberg, nutzen Hauseigentümer eigene Gebäudeflächen, um Strom zu erzeugen. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/PV-Anlage1.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47722" title="Nur vereinzelt, wie hier auf dem Petrisberg, nutzen Hauseigentümer eigene Gebäudeflächen, um Strom zu erzeugen. Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/PV-Anlage1-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Keine Abwägung, sondern eine Farce, argumentieren hingegen die Kritiker. Stellvertretend für die &#8220;Bürgerinitiative Heinrich-Lübke-Straße&#8221; trägt Klaus Wittenkämper die Liste der Bedenken vor – und die ist lang. &#8220;Wir sind nicht gegen die Anlage, und wir sind auch nicht gegen Photovoltaik. Wir sind gegen den Standort und die Art des Verfahrens&#8221;, setzt er beinahe trotzig an, um dann zu einem Rundumschlag gegen das Projekt auszuholen: Der Entscheidung für den Standort Petrisberg seien fehlerhafte Abwägung, falsche Schlussfolgerungen und Täuschungsmanöver vorausgegangen. Das Areal, das von den Projektplanern als einzig in Frage kommendes präsentiert werde, sei &#8220;völlig ungeeignet&#8221;. Die Erschließung (&#8220;metertiefe Gräben&#8221;) des ehemals als Müllkippe genutzten Konversionsgeländes führe zur Kontamination des Grundwassers, die Erwärmung der Module störe im Sommer den Kaltluftabfluss ins Tal, das Wegenetz des Naherholungsgebietes werde zerschnitten und die Blendwirkung der Module lasse sich auch durch die vorgesehene Bepflanzung nicht eindämmen. Kurzum: Das gesamte Areal würde als Wohn- und Naherholungsgebiet an Qualität einbüßen. Seinen Ausführungen zufolge gäbe es wohl weltweit kein Gelände, das weniger geeignet wäre, um eine Photovoltaikanlage darauf zu errichten.</p>
<p>Auch Eckart Leipprand, ehemals Stadtplaner im Trierer Rathaus, redet gegen das Vorhaben, und berufsbedingt liefert er die Argumente aus städtebaulicher Sicht. Mit der Errichtung einer industriellen Photovoltaikanlage werde kostbare innerstädtische Fläche für stadtfremde Zwecke verschwendet, meint Leipprand. Seine Vision für die Höhenlage sieht eine Erschließung als Baugebiet und städtische Wohnfläche vor – als &#8220;einer der sieben Hügel im Rom des Nordens&#8221;. Ihm dränge sich der Verdacht auf, dass es sich bei der Anlage um ein Prestige-Projekt handele, das sich in das werbewirksame Image vom modernen Petrisberg mit Wissenschaftspark und Universität einfüge.</p>
<p>Den anwesenden Vertretern aus Stadtrat und Stadtvorstand verlangen die Ausführungen der Projektgegner sichtlich Geduld ab. &#8220;Falsche Behauptungen werden dadurch nicht richtiger, dass man sie wiederholt&#8221;, kommentiert Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) den Redebeitrag und verweist auf die öffentliche Widerlegung der Argumente durch Gutacher. Befürworter und Gegner tauschen in dieser Podiumsdiskussion nicht zum ersten Mal ihre Argumente aus, doch langsam aber sicher scheint die Geduld beider Parteien erschöpft zu sein. &#8220;Sie schüren mit der Aufstellung falscher Tatsachen unbegründete Ängste&#8221;, kritisiert Elisabeth Tressel, die ausdrücklich nicht in ihrer Funktion als CDU-Ratsmitglied spricht, sondern als Umweltwissenschaftlerin. Auch die weiteren Fraktionsvertreter wie etwa die Umweltfachfrau Begoña Hermann (SPD) stehen in selten gesehener Eintracht auf dem gleichen Standpunkt: Die Vorteile einer Photovoltaikanlage auf dem Petrisberg überwiegen klar die Nachteile.</p>
<p>Nachdem die Sachargumente der Anlagengegner, auch durch den Widerspruch anwesender Experten aus dem Plenum, weggetaut sind, bleibt ein letztes, unverrückbares Argument, das eher ein Ressentiment ist: &#8220;Sie können die Anlage überall bauen, nur nicht hier. So etwas gehört dahin, wo es niemanden stört, wo niemand es sieht&#8221;, sagt Leipprand. Eine Haltung, der mit sachlichen Argumenten kaum mehr beizukommen ist. Dementsprechend merkt ein anwesender Anwohner aus dem Pubikum auch an, dass er anderer Meinung sei: &#8220;Die Gefahr einer Blendwirkung am Nachmittag ist ein Nachteil, den ich gerne in Kauf nehme, wenn es um die Zukunft unserer Kinder geht&#8221;.</p>
<p><a title="Wand statt Dach: Auch das Studierendenwerk weiß die Kraft der Sonne zu nutzen, wie diese Studentenwohnheime auf dem Petrisberg zeigen. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/PV-Anlage2.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47723" title="Wand statt Dach: Auch das Studierendenwerk weiß die Kraft der Sonne zu nutzen, wie diese Studentenwohnheime auf dem Petrisberg zeigen. Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/PV-Anlage2-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Die Linie in diesem Konflikt verläuft nicht zwischen den verschiedenen Fraktionen, sondern zwischen den Bürgern und ihren Vertretern. Gerne wird sich in solchen Konflikten des Begriffes &#8220;Wutbürger&#8221; bedient, der sich – quasi zum Selbstzweck – gegen öffentliche Projekte stemmt und Innovationen blockiert, um seinen persönlichen Status Quo zu wahren. Trotzdem wäre es falsch, den Bürgerinitiativen ihre grundsätzliche Berechtigung abzusprechen. In vielen Fällen der Vergangenheit richtete sich ihr Protest eben nicht nur blind gegen ein Bauvorhaben, sondern vor allem gegen intransparente Planung, willkürliche Auftragsvergabe und inkompetente Durchführung. Keine blinde Wut, sondern legitime Kritik mündiger Bürger.</p>
<p>Wenn erst ein Vertreter der Stadtwerke anmerken muss, dass man viele der Bürgerbedenken mit einem Besuch in einer der bereits bestehenden Anlagen aus der Welt hätte schaffen können, dann muss man auch zurückfragen: Warum ist das nicht geschehen? Wenn Elisabeth Tressel einräumt, dass eine Bürgerbefragung aus &#8220;zeitlichen Gründen&#8221; nicht durchgeführt worden sei, dann ist das im Hinblick auf eine zwei Jahre andauernde Anhörungsphase nur schwer nachvollziehbar.</p>
<p>Die Podiumsrunde bietet ein Bild, das auch als Karikatur taugen würde: Politiker, die Kaugummi kauend ins Leere starren; daneben Bürger, die in allem, was kommunalpolitisch ist, lautstark und reflexhaft Hinterlist und Inkompetenz wittern. Zwei Lager, die ihr Verhältnis neu erfinden müssen. Denn die Frage nach Zumutbarkeit, nach der gerechten Verteilung notwendiger Belastungen, wird nicht verschwinden, im Gegenteil. Gerd Dahm (Grüne) schwört die Gegner schon darauf ein: &#8220;Wir reden nicht über eine einzelne Anlage, sondern über die erste von vielen, die in Zukunft gebaut werden.&#8221; Und Hermann gibt zu bedenken: &#8220;Wir dürfen nicht glauben, dass eine Energiewende möglich ist, ohne dass wir an uns selbst herangehen&#8221;.</p>
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		<title>&#8220;Da darf nichts passieren&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 14:53:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Rund eineinhalb Stunden informierten Vertreter von Stadt und Stadtwerken am Freitag in einer Pressekonferenz über den Stand der Planungen in Sachen Ausbau der &#8220;Bitburger&#8221;. Insgesamt zehn Wochen wird eine der wichtigsten Einfallstraßen Triers im Sommer voll gesperrt sein. Der Verkehr soll dann weiträumig über die Autobahnen A 64 und A 602 umgeleitet werden. Betroffen sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Über eine Strecke von rund 750 Metern erstrecken sich die Baumaßnahmen auf der &quot;Bitburger&quot;, die im Mai starten sollen. Aufnahme: Tiefbauamt der Stadt Trier" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/BitburgerPlan.jpg" target="_blank" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47695" title="Über eine Strecke von rund 750 Metern erstrecken sich die Baumaßnahmen auf der &quot;Bitburger&quot;, die im Mai starten sollen. Aufnahme: Tiefbauamt der Stadt Trier" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/02/BitburgerPlan-150x104.jpg" alt="" width="150" height="104" /></a>Rund eineinhalb Stunden informierten Vertreter von Stadt und Stadtwerken am Freitag in einer Pressekonferenz über den Stand der Planungen in Sachen Ausbau der &#8220;Bitburger&#8221;. Insgesamt zehn Wochen wird eine der wichtigsten Einfallstraßen Triers im Sommer voll gesperrt sein. Der Verkehr soll dann weiträumig über die Autobahnen A 64 und A 602 umgeleitet werden. Betroffen sind rund 24.000 Fahrzeuge täglich. Die Vollsperrung des Nadelöhrs wird Anwohner, Pendler und Fachhochschüler auf eine harte Geduldsprobe stellen. Der Fahrplan sei knapp bemessen, einen zeitlichen Puffer habe man nicht eingeplant, erklärte Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) und ergänzte: &#8220;Da darf nichts passieren&#8221;. Wie groß der Termindruck ist, zeigt die Tatsache, dass die Arbeiten an sechs Tagen der Woche rund um die Uhr laufen sollen.<span id="more-47685"></span></p>
<p><strong>TRIER-WEST/PALLIEN.</strong> Von &#8220;Hauptschlagader&#8221; sprach die Dezernentin, von einer &#8220;ganz großen Operation&#8221; berichtete Simone Kaes-Torchiani am Freitagvormittag. Fehlte nur noch die Metapher vom &#8220;Bypass&#8221;, über den der Verkehr von Anfang Juni bis Mitte August umgeleitet werden soll – dann, wenn eines von Triers meist frequentierten Nadelöhren dicht sein wird. Die Baudezernentin berichtete am Freitag, was <em>16vor</em> <a href="http://www.16vor.de/index.php/2012/02/02/bitburger-zehn-wochen-dicht/" target="_blank">am Donnerstag vorab gemeldet hatte</a>: insgesamt zehn Wochen wird die B 51 im Sommer voll gesperrt sein. An der Vollsperrung führt kein Weg vorbei, denn anders lässt sich nicht stemmen, was binnen weniger Monate an Arbeiten umgesetzt werden soll.</p>
<p>Die verschiedenen Baumaßnahmen spielen sich auf einem rund 750 Meter langen Abschnitt der &#8220;Bitburger&#8221;, zwischen der Kaiser-Wilhelm-Brücke und der Fachhochschule ab. Hier staut sich der Verkehr in den Stoßzeiten, und hier liegt auch die stark sanierungsbedürftige Napoleonsbrücke, die gegen Ende des letzten Krieges gesprengt und 1948 wieder errichtet wurde. Die Brücke sowie mehrere Stützwände müssen saniert werden. Außerdem ist geplant, die Fahrbahndecke der &#8220;Bitburger&#8221; auf einer Fläche von etwa 9500 Quadratmetern zu erneuern. Einen Schwerpunkt der insgesamt mehr als zwei Millionen Euro teuren Baumaßnahmen bildet die Anlage einer dritten Fahrspur. Um hierfür Platz zu schaffen, muss auf rund 70 Metern Länge ein Teil des Sandsteinfelsens unterhalb der FH gesprengt und weggefräßt werden.</p>
<p>Wobei man sich das bitte nicht wie in einem Actionfilm vorstellen dürfe, merkte Tiefbauamtsleiter Wolfgang van Bellen am Freitag an. Kollege Eric Wolff erläuterte, dass im Abstand von jeweils 40 Zentimetern von oben in den Felsen Löcher gebohrt würden, die dann zum Wegsprengen des vorderen Felsabschnitts dienten. Viele kleine Sprengungen statt dem einen großen Knall. Doch dass die Bauarbeiten mit einigem Lärm verbunden sein werden, lässt sich nicht verhindern, und auch in der Nacht wird das Ganze nicht geräuschlos vonstatten gehen, weshalb die Baudezernentin bei den Anwohnern schon jetzt um Verständnis für die Belästigungen wirbt. Man unternehme alles, um die Beeinträchtigungen so gering wie nur irgendmöglich zu halten, versicherte sie, aber Ziel sei es auch, die Maßnahmen möglichst schnell abzuschließen.</p>
<p>So ist geplant, dass während der voraussichtlich am 4. Juni beginnenden Vollsperrung Tag und Nacht gearbeitet wird, und das von montags bis einschließlich samstags. Während der Helligkeit sollen die Arbeiten an Fahrbahn, Stützwänden, Brücke und Felsen laufen; von 20 bis 6 Uhr sind dann die Stadtwerke im Einsatz, die alle vorhandenen Versorgungsleitungen für Gas, Wasser und Strom erneuern werden. Unweit der Napoleonsbrücke liegt ein Pumpspeicher, der das Trinkwasser aus der Stadtzone in die Trinkwasserbehälter Weißhaus und Mohrenkopf befördert. Geplant ist unter anderem, einen rund 200 Meter langen Kanal zwischen Kaiser-Wilhelm-Brücke und Pumpwerk zu erneuern. Hierbei soll allerdings ein Roboterverfahren eingesetzt werden, weshalb man ohne Tiefbau auskomme, erläuterte Edwin Christen von den Stadtwerken.</p>
<p><strong>Fahrplan für Vollsperrung steht</strong></p>
<p>Während der Vollsperrung der B 51 wird der Verkehr weiträumig umgeleitet. Nur für Fußgänger wie Fachhochschule dann direkt erreichbar sein. Wer von Trier aus nach Luxemburg fahren möchte, wird über die Autobahn A 602 und die Ehranger Brücke (B52) auf die A 64 umgeleitet. Die meisten dürften diesen Umweg wohl kaum in Kauf nehmen, weshalb vor allem im schon jetzt vom Durchgangsverkehr arg geplagten Stadtteil Zewen sowie dem Vorort Igel die Belastung deutlich zunehmen dürfte. Auch ist davon auszugehen, dass Pendler mit Ortskenntnissen die Schleichwege über Herresthal oder Markusberg nehmen, auch wenn die Trassen dort in einem sehr bescheidenen Zustand sind. Man hoffe, dass die ausgeschilderte Umleitung angenommen werden, so Kaes-Torchiani, und für den Fall, dass die Autobahn infolge eines Unfalls gesperrt werden müsse, habe man ebenfalls Vorsorge getroffen. So will die Stadt eine Beschilderung aufstellen, die allerdings solange verdeckt sein wird, bis der Ernstfall eintritt – dass nämlich eine Umleitung für die Umleitung eingerichtet werden muss. Was die Nutzung von Schleichwegen anbelangt, so seien die Möglichkeiten der Stadt begrenzt: &#8220;Wir setzen auf die Vernunft der Bürger&#8221;, erklärte Kaes-Torchiani und ergänzte: &#8220;Wir können die Leute, die sich andere Wege suchen, nicht abfangen&#8221;.</p>
<p>Die Vollsperrung zu spüren bekommen auf jeden Fall die Gastronomie auf dem Kockelsberg und im Weißhaus. Zwar wird die Zufahrt aus Richtung Bitburg und A 64 möglich sein, doch von der Stadt sind die Restaurants nur über einen kilometerlangen Umweg erreichbar. Wolfgang van Bellen betonte zwar, dass eine abschließende Lösung noch nicht gefunden sei, doch machten er und die Baudezernentin deutlich, dass eine Erschließung des Weißhauswalds durch das &#8220;falsche Biewertal&#8221; ausscheide. Man habe das umfassend geprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Option aus Gründen der Verkehrssicherung ausscheide. Notwendig wären laut Kaes-Torchiani umfangreiche Baumaßnahmen auf der Schottertrasse.</p>
<p>Im Rathaus hofft man nun, dass alles nach Plan läuft. &#8220;Da darf nichts passieren&#8221;, verwies die Baudezernentin auf das enge Zeitkorsett, das gleich zwei Großereignissen geschuldet ist: der Mitte Mai endenden Heilig-Rock-Wallfahrt und der im August stattfindenden ADAC-Rallye. Einen zeitlichen Puffer habe man in den Fahrplan für die Vollsperrung nicht eingebaut.</p>
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		<title>Stadtrat stellt Weichen für Petrisberg-Ost</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 12:22:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Osten des Petrisbergs sollen in den kommenden beiden Jahren bis zu 200 neue Studentenwohnungen entstehen. Außerdem gibt es Pläne für einen Frischemarkt, der die vorhandene Nahversorgung des noch jungen Quartiers komplettieren soll. Während EGP-Chef Jan H. Eitel und eine Mehrheit des Stadtrats von großen Chancen für die weitere Entwicklung des Viertels sprechen, warnen Grüne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="So könnte das bis zu 200 Einheiten fassende Studentenwohnheim, das auf dem Petrisberg entstehen soll, einmal aussehen. Quelle: EGP GmbH" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/PetrisbergOben1.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47607" title="So könnte das bis zu 200 Einheiten fassende Studentenwohnheim, das auf dem Petrisberg entstehen soll, einmal aussehen. Quelle: EGP GmbH" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/PetrisbergOben1-150x75.jpg" alt="" width="150" height="75" /></a>Im Osten des Petrisbergs sollen in den kommenden beiden Jahren bis zu 200 neue Studentenwohnungen entstehen. Außerdem gibt es Pläne für einen Frischemarkt, der die vorhandene Nahversorgung des noch jungen Quartiers komplettieren soll. Während EGP-Chef Jan H. Eitel und eine Mehrheit des Stadtrats von großen Chancen für die weitere Entwicklung des Viertels sprechen, warnen Grüne und FWG vor möglichen Auswirkungen der geplanten Baumaßnahmen auf die Verkehrsbelastung, die vor allem den Menschen im Avelertal weiter zusetzen könnte. Zudem gefährde die Nahversorgung das bestehende Angebot, etwa im Einkaufszentrum &#8220;Im Treff&#8221;. Kritik gibt es auch am architektonischen Entwurf für das geplante Studentenwohnheim. Baudezernentin Kaes-Torchiani verteidigt das Vorhaben, das einen städtebaulichen Akzent im Entree-Bereich des Petrisbergs setzen soll.<span id="more-47605"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Manche nennen ihn den &#8220;Reichenhügel&#8221;, weshalb es nicht einer gewissen Ironie entbehrt, dass es ausgerechnet ein Discounter war, der als erstes auf dem Petrisberg Fuß fasste. Mehr als fünf Jahre ist das nun her, und fragt man Jan H. Eitel, dann war es nicht ganz einfach, die Verantwortlichen des Unternehmens für eine Ansiedlung zu gewinnen. Anfangs hätten alle abgewartet, erinnert sich der Chef der EGP GmbH, schließlich sei die potenzielle Kundschaft erst peu à peu gekommen, sozusagen mit jedem neuen Haus, das auf dem ehemaligen Konversionsgelände errichtet wurde. Wie ein Solitär, der nicht recht in die Landschaft passt, wirkt der Lidl bis heute. Bald schon könnte er auf der gegenüber liegenden Straßenseite Gesellschaft und Konkurrenz bekommen – in Form eines neuen Frischemarkts mit voraussichtlich 1.200 Quadratmetern Verkaufsfläche.</p>
<p>&#8220;In Arbeitsteilung mit dem Stadtteilzentrum in Tarforst&#8221; werde dieser Frischemarkt &#8220;die Versorgung der ansässigen Wohnbevölkerung garantieren&#8221;, heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung, mit der am Dienstagabend die Aufstellung des Bebauungsplans BU 16 &#8220;Petrisberg Ost&#8221; in die Wege geleitet wurde. Auch eine Änderung des Flächennutzungsplans ist vonnöten. Beides soll parallel laufen, damit die knapp vier Hektar große Fläche möglichst rasch entwickelt werden kann. Für den Ausbau der Nahversorgung an der Robert-Schuman-Allee spreche &#8220;die integrierte Lage, der Bevölkerungszuwachs auf dem Petrisberg, die steigende Attraktivität des Universitätscampus II und die Realisierung zusätzlichen Wohnraums in der ehemaligen französischen Siedlung &#8216;Burgunderstraße&#8217;&#8221;, führt die Stadt einen ganzen Reigen von Gründen für das geplante Bauvorhaben an. Eitel sagt: &#8220;Es war immer klar, dass der Petrisberg keine Retortenstadt werden soll&#8221;, deshalb sei auch eine komplette Nahversorgung wichtig.</p>
<p><a title="Flächen mit Potenzial, für ein Studentenwohnheim und einen neuen Frischemarkt. Quelle: EGP GmbH" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Petrisberg-Skizze1.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47608" title="Flächen mit Potenzial, für ein Studentenwohnheim und einen neuen Frischemarkt. Quelle: EGP GmbH" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Petrisberg-Skizze1-150x106.jpg" alt="" width="150" height="106" /></a>Im Stadtrat stießen die Pläne indes nicht auf ungeteilte Zustimmung, auch wenn sich am Ende eine deutliche Mehrheit für das Vorhaben aussprach. Vonseiten der FWG wurde ins Feld geführt, dass der neue Markt mehr Verkehr verursachen könnte, und von diesem hätten insbesondere die lärmgeplagten Anwohner im Avelertal bekanntlich schon heute mehr als genug, gab Peter Spang zu bedenken. Auch Uschi Britz beklagte die mangelnde Verkehrsanbindung, die zu einer weiteren Belastung in Kürenz führen könne. Die Grüne warnte zudem davor, dass ein neuer Frischemarkt dem bestehenden Angebot im Einkaufszentrum &#8220;Im Treff&#8221; den Garaus machen könnte. Den betreibt aktuell das Unternehmen Wasgau, das am Dienstag auf Anfrage gegenüber <em>16vor</em> erklärte, dass eine Aufgabe des jetzigen Standorts in unmittelbarer Nähe zum Campus aktuell nicht zur Debatte stehe. Doch zugleich erklärte eine Wasgau-Sprecherin, dass man &#8220;natürlich an weiteren schönen und attraktiven Standorten&#8221; interessiert sei, also grundsätzlich auch an einer Ansiedlung auf dem Petrisberg. Dass die Standortgarantie für den &#8220;Treff&#8221; noch lange Bestand hätte, wenn denn Wasgau den Zuschlag für die Lage am Campus II erhalten sollte, darf zumindest bezweifelt werden. Doch noch ist nicht entschieden, wer sich an der Robert-Schuman-Allee ansiedeln darf. Laut Eitel gibt es mehrere Interessenten, mit denen man im Gespräch sei.</p>
<p>Eitel glaubt nicht, dass ein zusätzlicher Anbieter auf dem Petrisberg zu einer größeren Verkehrsbelastung führen wird. Im Gegenteil: Heute müssten viele Bewohner nach Tarforst, in den &#8220;Treff&#8221; oder sogar in die Innenstadt fahren, um sich mit Waren einzudecken. Wenn es ein komplettes Angebot in fußläufiger Entfernung gebe, werde der Verkehr eher abnehmen, erwartet der EGP-Chef. Dieser Auffassung waren am Dienstagabend auch Redner mehrerer Fraktionen, die zugleich die Pläne für ein Studentenwohnheim verteidigten. Das soll ebenfalls an der Robert-Schuman-Allee entstehen, bis zu 200 Einheiten haben, und zudem das neue Einfallstor des Viertels bilden. Die exponierte Lage war auch ein Grund, weshalb Stadt und EGP vom potenziellen Investor einen Entwurf verlangten, der sich gestalterisch abhebt von dem durchweg dreigeschossigen Studentenwohnheim &#8220;The Flag&#8221; gleich nebenan. Zwar wird auch das neue Studentenwohnheim weitgehend dreigeschossig sein, doch durch versetzte Fenster, die der Fassade das kasernenartige nehmen sollen, und einen sechsgeschossigen Gebäudeabschnitt zum Kreisel an der Kohlenstraße hin, soll das Gebäude einen städtebaulichen Akzent setzen.</p>
<p>Uschi Britz sprach gestern von einem &#8220;Hochhaus&#8221;, der Planung könne sie nichts abgewinnen. Und Peter Spang warf die Frage auf, ob der Bau eines Studentenwohnheims das Nonplusultra ist. Elisabeth Tressel (CDU) rief dem FWG-Mann daraufhin in Erinnerung, dass sich der Stadtrat vor ein paar Jahren für mehr studentischen Wohnraum ausgesprochen habe. Dass dieser nun in Campusnähe geschaffen werde, sei obendrein ein Beitrag für weniger Verkehrsbelastung, argumentierte die Unionsfrau. Schließlich würden die künftigen Bewohner die Hochschule zu Fuß oder mit dem Fahrrad mühelos erreichen.</p>
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		<title>Die Erinnerung bewahren</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 23:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin Schug</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Ihr Leben wurde ihnen genommen. Was wir ihnen heute geben können, ist einzig unsere Erinnerung.&#8221; Mit diesen Worten eröffnete Klaus Jensen die Ausstellung &#8220;Erinnerung bewahren – Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reichs aus Polen 1939 – 1945&#8243;. Die deutsch-polnische Kooperation wird in Trier aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus gezeigt. Zu sehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Unter Beobachtung: Während der Besatzung durch die Wehrmacht wurden Millionen Menschen zur Zwangsarbeit rekrutiert. Quelle: VHS" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Titelbild.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47202" title="Unter Beobachtung: Während der Besatzung durch die Wehrmacht wurden Millionen Menschen zur Zwangsarbeit rekrutiert. Quelle: VHS" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Titelbild-150x121.jpg" alt="" width="150" height="121" /></a>&#8220;Ihr Leben wurde ihnen genommen. Was wir ihnen heute geben können, ist einzig unsere Erinnerung.&#8221; Mit diesen Worten eröffnete Klaus Jensen die Ausstellung &#8220;Erinnerung bewahren – Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reichs aus Polen 1939 – 1945&#8243;. Die deutsch-polnische Kooperation wird in Trier aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus gezeigt. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum  4. Februar in der Volkshochschule am Domfreihof. Anschließend werden die Tafeln vom 6. bis 11. Februar im A/B-Gebäude der Universität Trier gezeigt.<span id="more-47201"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Als seine Heimat von Hitlerdeutschland überfallen wird, ist Edward C. ein junger Mann von 18 Jahren. Er wird zum Zwangsdienst bei einem deutschen Bauern eingezogen – harte Arbeit, die ihm schwer fällt. Wegen &#8220;Bummelei und frechen Verhaltens&#8221; wird er zur Arbeitserziehung in das SS-Sonderlager KZ Hinzert eingewiesen. 1943 findet sich sein Name auf einem Transport nach Sachsenhausen, wo sich wenig später seine Spur verliert.</p>
<p>Franciskek Matczak hat 1939 gerade die Schule abgeschlossen und leitet eine Jugend-Theatergruppe. Er ist 19 Jahre alt, als er zur Zwangsarbeit bei einem Bauern eingezogen wird. Man denunziert ihn. Der Vorwurf: &#8220;Geschlechtliche Beziehung zu einem deutschen Mädchen&#8221;. Er stirbt 1941 durch den Strang. Seine Kameraden werden gezwungen, der öffentlichen Hinrichtung zuzusehen – zur Abschreckung. &#8220;Die Polen verließen sichtlich beeindruckt die Richtstätte&#8221;, heißt es dazu später im Polizeibericht.</p>
<p>Zwei Schicksale, stellvertretend für Millionen. Systematisch wurden während des Zweiten Weltkrieges Menschen aus der polnischen Bevölkerung gegen ihren Willen rekrutiert, um als Zwangs- und Sklavenarbeiter in deutschen Fabriken, auf Baustellen, zum Straßenbau oder bei der Feldarbeit unentgeltlich Schwerstarbeit zu verrichten. Insgesamt schätzt man ihre Zahl auf drei Millionen, 1740 Namen von Polinnen und Polen enthält eine von Stadtarchiv erstellte, nicht vollständige Gesamtdatei allein für die Region Trier. Sie arbeiteten im beißenden Gummidampf der Romika-Fabrik, beim Bau der Autobahn, auf den Feldern der regionalen Bauern. Die Ausstellung &#8220;Erinnerung bewahren&#8221; dokumentiert das System der Ausbeutung und Entrechtung, das viele Zwangsarbeiter mit dem Leben bezahlten.</p>
<p>Die Materialsammlung – ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung &#8220;Deutsch-Polnische Aussöhnung&#8221; und dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide – ist eine deutsch-polnische Koproduktion und wurde 2005 erstmals in Warschau präsentiert und als wichtiger Schritt im Aufarbeitungsprozess der Verbrechen des Nationalsozialismus gewürdigt. Ein Punkt, den auch Bartosz Jalowiecki, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsch-Polnische Aussöhnung und heute polnischer Botschafter in Luxemburg, anlässlich der Eröffnung bekräftigte: &#8220;Projekte wie dieses zeigen, dass Deutschland sich geändert hat&#8221;. Ein Umstand, den er Anfang der Neunzigerjahre, während der &#8220;sehr schwierigen Verhandlungen&#8221; um Ausgleichs- und Entschädigungszahlungen, nicht für möglich gehalten hätte: &#8220;Sich darin geirrt zu haben&#8221;, erklärte er, &#8220;ist ein gutes Gefühl.&#8221;</p>
<p>In mehr als einem Dutzend deutscher und polnischer Städte hat die Ausstellung zwischenzeitlich Station gemacht. In Trier haben sich mehrere Veranstalter zusammengeschlossen, um mit dem Zeigen von &#8220;Erinnerung bewahren&#8221; den nationalen Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar zu begehen. Der reguläre Materialbestand wurde für die Trierer Ausstellung um acht Tafeln erweitert, die Einzelschicksale aus der Region zum Gegenstand haben. Lebenswege, die Joachim Hennig, Richter am Oberverwaltungsgericht Koblenz, zusammengetragen hat. Mit dieser Maßnahme hofft man insbesondere die Betroffenheit und das Interesse junger Menschen zu stärken, und damit auch der Entstehung neuer rechter Gewalt entgegen zu wirken. Anlass hierzu gäbe es leider zur Genüge, mahnte Oberbürgermeister Klaus Jensen mit Blick auf nationalsozialistisch motivierte Morde der jüngsten Vergangenheit, aber auch auf die &#8220;glücklicherweise beendete Präsenz&#8221; der NPD im Trierer Stadtrat an.</p>
<p><em>Im Rahmen der Ausstellung bieten die Veranstalter, die Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V., die Evangelische Studentinnen-</em><em> und Studentengemeinde, die Katholische Hochschulgemeinde, die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz sowie die Volkshochschule Trier eine umfangreiche Vortragsreihe an. Das komplette Programm finden Sie unter anderem auf der <a href="http://esg-trier.de/topset.html" target="_blank">Homepage der ESG</a>.</em></p>
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		<title>Noch kein Plan B für Projekt X</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 00:55:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sport & Spiel]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Müssen Triers Skater ihre Halle in der Aachener Straße bald räumen? Momentan läuft die öffentliche Auslegung des geplanten Bebauungsplans BW 74. Der umfasst auch das Gelände des früheren Edeka-Markts in Trier-West, auf dem die regionale Skaterszene mit dem &#8220;Projekt X&#8221; eine Erfolgsgeschichte schreibt. Die Stadt hatte den Skatern die Halle jedoch nur unter der Prämisse überlassen, dass es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Kämpfen für ihr &quot;Projekt X&quot;: Skater am gestrigen Abend im Ratssaal. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Skater2n.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47173" title="Kämpfen für ihr &quot;Projekt X&quot;: Skater am gestrigen Abend im Ratssaal. Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Skater2n-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Müssen Triers Skater ihre Halle in der Aachener Straße bald räumen? Momentan läuft die öffentliche Auslegung des geplanten <a href="http://www.trier.de/bauleitplanung/" target="_blank">Bebauungsplans BW 74</a>. Der umfasst auch das Gelände des früheren Edeka-Markts in Trier-West, auf dem die regionale Skaterszene mit dem <a href="http://projekt-x-trier.blogspot.com/" target="_blank">&#8220;Projekt X&#8221; </a>eine Erfolgsgeschichte schreibt. Die Stadt hatte den Skatern die Halle jedoch nur unter der Prämisse überlassen, dass es sich um ein Provisorium handelt, das absehbar einer Wohnbebauung weichen soll. Allerdings sagte die Verwaltung auch zu, nach einem Ersatzstandort zu suchen. Der wurde bislang nicht gefunden, und so gibt es für das &#8220;Projekt X&#8221; noch keinen Plan B. Am Donnerstagabend demonstrierten rund 100 Skater im Rathaus. &#8220;In Jugend investieren statt gentrifizieren&#8221;, fordern sie, ohne echte Alternative dürfe die Halle nicht abgerissen werden.<span id="more-47171"></span></p>
<p><strong>TRIER-WEST/PALLIEN.</strong> Rainer Jüngling kennt sich aus. Der Skater hat fast jede Anlage zwischen New York und Miami getestet, und auch in Deutschland ist der 26-Jährige schon viel rumgekommen. Die Trierer Skatehalle sei bundesweit eine der Besten, sagt er im Gespräch mit<em> 16vor</em>, die Anlage bewege sich in punkto Attraktivität wohl unter den TOP 5. Tatsächlich lockt das &#8220;Projekt X&#8221; Jugendliche und junge Erwachsene aus allen Teilen der Großregion nach Trier. </p>
<p>Manche kommen auch von weiter her, etwa aus Heidelberg. Auch aus Luxemburg und Frankreich reisen Skater an. Am bisherigen Spitzentag habe man in der Aachener Straße etwa 200 Besucher gezählt, berichtet Jüngling. In der Regel kämen mehrere Dutzend Jugendliche, die oft den ganzen Nachmittag in Trier-West verbrächten, ergänzt er. Wer sich einen Eindruck davon machen möchte, welche Möglichkeiten die Halle der Szene bietet, braucht nur eines der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=_-IQLu50GjI" target="_blank">zahlreichen Videos auf Youtube </a>anzuschauen.</p>
<p>Dass sich die Einrichtung zu einem Erfolgsprojekt gemausert hat, bezweifelte am Donnerstagabend auch keines der Mitglieder des Dezernatsausschusses II, im Gegenteil: Eine &#8220;klasse Arbeit&#8221; werde in Trier-West gemacht, &#8220;vorbildlich&#8221; sei das, was in den letzten Jahren dort aufgebaut wurde, hieß es von Vertretern fast aller Fraktionen. Und auch Bürgermeisterin Angelika Birk (B90/Die Grünen) war voll des Lobes. Was dann folgte, war indes eine Gratwanderung zwischen Hoffnungen wecken und Illusionen vermeiden. Birk musste eine längere Anfrage der SPD beantworten, die Sozialdemokraten hatten das Thema auf die Tagesordnung gesetzt und von ihr und Stadtvorstandskollegin Simone Kaes-Torchiani (CDU) erfahren wollen, wie weit die Bemühungen um einen Ersatzstandort gediehen sind.</p>
<p><strong>Seit Herbst 2010 nicht mehr aktiv gesucht</strong></p>
<p>Dass man noch keine Alternative gefunden hat, wusste gleichwohl jeder im Saal, doch hatten die SPD auch ernsthafte Zweifel, dass sich die Verwaltung bei der Standortsuche ausreichend engagiert hat. Birk versuchte dem etwas entgegen zu setzen. So zählte sie eine ganze Reihe städtischer Ämter auf, die sich bei der Suche beteiligt haben. Auch nannte die Bürgermeisterin gleich mehrere Standorte, die geprüft und dann aus unterschiedlichen Gründen als Option verworfen wurden. In der Riverisstraße wurde ein Objekt angeboten, doch weil hier faktisch keine verkehrliche Anbindung existiert, stand die Halle schnell nicht mehr zur Debatte; eine nicht mehr genutzte Turnhalle in der Luxemburger Straße ist langfristig vermietet, auf einem Firmengelände hätte man zu viel Geld investieren müssen, so Birk. Auch die Jägerkaserne wurde ins Auge gefasst, doch dort sieht die städtebauliche Planung auf mittlere Sicht eine Wohnbebauung vor.</p>
<p>Das gilt auch für das Areal in der Aachener Straße. Die Stadt will das ehemalige Edeka-Gelände an einen Investor veräußern, eine Neubebauung soll zu einer städtebaulichen Aufwertung des Stadtteils beitragen und auch einen Akzent in Sachen &#8220;Stadt am Fluss&#8221; setzen. &#8220;Gentrifizierung&#8221; wittert da die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), die den Protest der Skater gestern unterstützte. Die &#8220;sogenannte &#8216;Aufwertung&#8217; geht zu Lasten derer, die sich das Leben in den so aufgehübschten Vierteln nicht mehr leisten können&#8221;, heißt es auf einem Flyer der SDAJ.</p>
<p>Birk machte am Donnerstag deutlich, dass die Stadt die Initiatoren der Skatehalle nie über ihre Pläne im Unklaren gelassen habe – dass der Abriss der Halle nur eine Frage der Zeit sei. Wenn ein Investor das Grundstück erworben habe, habe die Stadt keine Handhabe mehr. Die Bürgermeisterin erklärte jedoch auch, dass sie und OB Klaus Jensen (SPD) davon ausgingen, dass noch einige Monate ins Land gehen werden, bis die Bagger kommen. Diese Zeit wolle man nutzen, um die Suche nach einer Alternative zu intensivieren, versprach sie. Zugleich erklärte Birk, dass der Stadtvorstand zwar rechtlich nicht dazu verpflichtet sei, sich politisch aber in der Verantwortung sehe, alternative Standorte zu suchen.</p>
<p><a title="Vor dem Rathaus formierte sich der Protest der Skater, die das Aus für ihre Halle in der Aachener Straße befürchten. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Skater1n.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47174" title="Vor dem Rathaus formierte sich der Protest der Skater, die das Aus für ihre Halle in der Aachener Straße befürchten. Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Skater1n-150x67.jpg" alt="" width="150" height="67" /></a>Ob das für den gesamten Stadtvorstand gilt? Markus Nöhl äußerte da Zweifel und wollte wissen, ob die Haltung Birks und Jensens denn auch von Baudezernentin Kaes-Torchiani geteilt werde. Zudem beklagte der Sozialdemokrat, dass die Suche nach einem Ersatzstandort seit dem Herbst 2010 faktisch eingestellt war. Woher denn die Skater nun den Glauben nehmen sollten, dass sich die Verwaltung fortan mehr engagiere, wollte er von der Bürgermeisterin wissen. Die hatte in der Tat eingeräumt, dass sich die bisherigen Anstrengungen fast ausschließlich auf das Jahr 2010 bezogen hätten. Der OB habe das Thema aber ständig auf dem Schirm gehabt und werfe es in Gesprächen mit Unternehmern immer wieder auf. Und was ist nun mit der Baudezernentin: Hier wich Birk aus und vermied es, die Frage zu beantworten.</p>
<p>Norbert Freischmidt (CDU) wollte derweil wissen, ob Nöhl die Verantwortung ins Baudezernat abschieben wolle, und wie die SPD denn zu dem geplanten Bebauungsplan stünde? Ob Nöhls Genossen diesen etwa ablehnen wollten, wo doch die Skater dies forderten. Die SPD betreibe ein &#8220;zweischneidiges Spiel&#8221;, warf Freischmidt den Sozialdemokraten vor. Woraufhin Hans-Willi Triesch (SPD) forderte: &#8220;Wir sollten doch alle an einem Strick ziehen&#8221;, vorrangiges Ziel müsse es sein, einen Ersatz für die Halle zu finden. &#8220;Wir sind alle der Meinung, dass die Skater einen Ort brauchen&#8221;, erklärte auch Corinna Rüffer, &#8220;es geht hier nicht nur um einen Sport, sondern um soziales Miteinander&#8221;. Ähnlich äußerte sich Hans-Alwin Schmitz (FWG), dessen Sohn Mitglied der Szene ist: &#8220;Ich bin auf eurer Seite&#8221;, rief er in den Saal. Dirk Louy (CDU) rief die Skater dazu auf, sich weiter für ihr Anliegen einzusetzen: &#8220;Einen gewissen Druck braucht die Politik manchmal&#8221;.</p>
<p>Daran dürfte es nicht fehlen in den kommenden Wochen, auch wenn Alexander Kreber die Sitzung ernüchtert verließ: &#8220;Viel heiße Luft&#8221;, kommentierte der Skater das Ergebnis der Beratungen. Kreber weiß: Den Bebauungsplan werden er und seine Mitstreiter nach Lage der Dinge nicht mehr verhindern können, auch wenn die jetzige Halle optimale Bedingungen biete und er es am liebsten sähe, wenn das &#8220;Projekt X&#8221; am selben Ort fortgeführt werden könnte.  Aber ein Ersatz müsse auf jeden Fall her, sonst falle für etliche Trierer Jugendliche ein unverzichtbares Angebot weg.</p>
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		<title>Fernverkehr: Bund sieht Luxemburg am Zug</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 17:40:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Völlig aberwitzig&#8221; sei das Verhalten der Deutschen Bahn AG, er habe vollstes Verständnis dafür, dass man sich in Luxemburg &#8220;inzwischen verschaukelt&#8221; vorkommen müsse, wetterte Bernhard Kaster (CDU) im vergangenen Herbst. Der Bundestagsabgeordnete setzt sich seit Jahren für eine bessere Schienenanbindung der Region ein. Im September waren Pläne bekannt geworden, den Fernverkehr ins Großherzogtum und nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Weichen stellen für den Verkehr: Im Bundesverkehrsministerium meint man, die luxemburgische CFL könne das übernehmen. Foto: EU" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Weichen1.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47168" title="Weichen stellen für den Verkehr: Im Bundesverkehrsministerium meint man, die luxemburgische CFL könne das übernehmen. Foto: EU" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Weichen1-150x99.jpg" alt="" width="150" height="99" /></a>&#8220;Völlig aberwitzig&#8221; sei das Verhalten der Deutschen Bahn AG, er habe vollstes Verständnis dafür, dass man sich in Luxemburg &#8220;inzwischen verschaukelt&#8221; vorkommen müsse, wetterte Bernhard Kaster (CDU) <a href="http://www.16vor.de/index.php/2011/09/29/kaster-attackiert-bahnchef-grube/" target="_blank">im vergangenen Herbst</a>. Der Bundestagsabgeordnete setzt sich seit Jahren für eine bessere Schienenanbindung der Region ein. Im September waren Pläne bekannt geworden, den Fernverkehr ins Großherzogtum und nach Trier auszudünnen. Aus dem Vorhaben wurden Fakten, die meisten IC-Verbindungen sind eingestellt. Nun traf im Trierer Rathaus ein Schreiben ein, nach dessen Lektüre man gut verstünde, wenn die Luxemburger sich ein weiteres Mal verschaukelt vorkämen: Das Bundesverkehrsministerium schlägt vor, dass die Staatsbahn CFL nun auch im Fernverkehr für die DB AG einspringt.<span id="more-47165"></span></p>
<p><strong>TRIER/BONN/LUXEMBURG. </strong>Als der Zug schon abgefahren war, raffte sich auch der Trierer Stadtrat auf: <a href="http://www.16vor.de/index.php/2011/11/18/ziemlich-bodenlos/" target="_blank">Am 17. November verabschiedeten die Ratsmitglieder </a>auf Antrag der CDU eine Resolution, in der sie sich gegen die Ausdünnung der IC-Verbindungen in die Region Trier und nach Luxemburg aussprachen. Die Streichungen waren da allerdings schon beschlossene Sache, und so vermochte der Protest nichts mehr auszurichten.</p>
<p>Diese Woche nun traf am Augustinerhof das Antwortschreiben auf die Resolution des Stadtrats ein – aus Bonn, wo der Leiter der Abteilung Landverkehr des Bundesverkehrsministeriums sitzt. Ihn, nicht etwa einen seiner Staatssekretäre, hatte Minister Peter Ramsauer (CSU) beauftragt, dem Oberbürgermeister und damit den Trierer Ratsmitgliedern zurückzumelden, was man von der Resolution halte. &#8220;Ich bedaure, dass Ihnen das geplante Angebot der Deutschen Bahn (DB AG) Anlass zur Beschwerde gibt&#8221;, heißt es in dem Schreiben, das <em>16vor</em> exklusiv vorliegt. Auch habe man &#8220;großes Verständnis für alle bisher an das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung herangetragenen Argumente für den Erhalt eines bedarfsgerechten Anschlusses von Luxemburg an das deutsche Schienennetz&#8221;, lässt der Ministerialdirektor wissen. Das vom Stadtrat angeregte &#8220;gemeinsame Konzept aller beteiligten Stellen&#8221; unterstütze man ebenfalls. Doch was nun das eigentliche Anliegen betreffe, so sei &#8220;zu beachten, dass die Gestaltung des Fernverkehrsangebots der DB AG der unternehmerischen Gestaltungsfreiheit und der wirtschaftlichen Eigenverantwortung des Eisenbahnverkehrsunternehmens vorbehalten bleibt&#8221;.</p>
<p>Aus dem Ministerium heißt es weiter, dass auch der Bund die Verbindung nach Luxemburg attraktiv gestalten wolle – was auch immer das heißen mag. Eine konkrete Idee für die Verbesserung des Fernverkehrs hat man in Bonn indes parat: &#8220;Dies muss aber nicht zwangsläufig durch die DB AG erfolgen&#8221;, meint der Ministerialdirektor und ergänzt: &#8220;Ebenso könnte die CFL beispielsweise Fernverkehrsverbindungen zwischen Luxemburg und Köln anbieten und damit attraktive Anschlüsse an die meisten deutschen Großstädte und Regionen eröffnen&#8221;. Im Klartext: Nachdem die Luxemburger <a href="http://www.16vor.de/index.php/2010/10/21/zweites-gleis-nach-luxemburg-kommt/" target="_blank">fast die Hälfte der Kosten für den Ausbau der Strecke</a> zwischen Igel und Wasserbillig übernehmen wollen und es vor allem ihnen zu verdanken ist, dass <a href="http://www.16vor.de/index.php/2011/11/04/das-ist-blamabel-fur-db-regio/" target="_blank">Lücken im Fahrplan zwischen dem Großherzogtum und Trier,</a> die durch die Streichung der IC-Verbindungen entstanden,  geschlossen wurden, soll die CFL nun auch im Fernverkehr für die Bahn AG einspringen.</p>
<p>Kurzer Anruf in Luxemburg, klare Antwort: &#8220;Das steht überhaupt nicht zur Diskussion&#8221;, erklärte ein Sprecher der CFL am Donnerstag gegenüber <em>16vor</em>. Schade eigentlich, bietet die Staatsbahn des Nachbarlands doch einen besonders günstigen Tarif für die Verbindung Luxemburg &#8211; Köln an. Für 19 Euro ist die einfache Fahrt zu haben.</p>
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		<title>Bergstation von der Bildfläche verschwunden</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 21:07:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da fehlt doch was, werden sich viele Passanten gedacht haben, als sie dieser Tage am Zurlaubener Ufer entlang spazierten. In der Tat: Mehr als vier Jahrzehnte nach ihrem Bau ist die Bergstation der alten Kabinenseilbahn vom Erdboben verschwunden. Im vergangenen November waren die Trageseile über die Mosel gekappt und an Land gezogen worden, nun ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Der Bagger ist noch zu sehen, doch die Bergstation ist von der Bildfläche verschwunden. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/KabinenbahnBergstation.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47037" title="Der Bagger ist noch zu sehen, doch die Bergstation ist von der Bildfläche verschwunden. Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/KabinenbahnBergstation-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Da fehlt doch was, werden sich viele Passanten gedacht haben, als sie dieser Tage am Zurlaubener Ufer entlang spazierten. In der Tat: Mehr als vier Jahrzehnte nach ihrem Bau ist die Bergstation der alten Kabinenseilbahn vom Erdboben verschwunden. Im vergangenen November waren die Trageseile über die Mosel gekappt und an Land gezogen worden, nun ist auch der Abriss der Talstation in vollem Gange. Aller Nostalgie zum Trotz – für die Umgebung des Weisshauses auf dem Palliener Felsplateau ist der Abriss der Station ein Gewinn und eröffnet neue Möglichkeiten für einen der schönsten Aussichtspunkte der Stadt.<span id="more-47034"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Gemessen an der von viel Medien- und Schaulustigen-Interesse begleiteten Demontage der mehr als zehn Tonnen schweren Stahlseile ging der Abriss der Bergstation völlig geräuschlos über die Bühne. Das mag auch daran gelegen haben, dass bis Mitte vergangener Woche winterliche Tristesse Stadt und Stadtwald in trübe Farben tauchte und es nur wenige Menschen bei Regen- und Schmuddelwetter ans Zurlaubener Ufer zog. Als die Wolken aufrissen, blauer Himmel und roter Sandstein wieder ihren hübschen Kontrast bildeten, war die Anlage unweit des Weisshauses schon verschwunden.</p>
<p><a title="Es dürfte nur eine Frage von Tagen sein, bis auch die Talstation abgerissen ist. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/KabinenbahnTalstation.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47038" title="Es dürfte nur eine Frage von Tagen sein, bis auch die Talstation abgerissen ist. Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/KabinenbahnTalstation-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Nicht so am östlichen Moselufer, von dem zwischen 1967 und 2000 die beiden Gondeln zu ihren Bergetappen starteten und pro Fahrt bis zu 15 Passagiere auf die Palliener Höhe beförderten. Die Talstation steht noch, doch ist ihr Abriss in vollem Gange und wohl nur noch eine Frage von Tagen, wie ein Schuttberg und ein bereitstehender Bagger erahnen lassen. Die Kosten für Demontage und Abriss trägt der bisherige Eigentümer der einstigen Touristenattraktion. Mehr als ein Jahrzehnt hatte er versucht, die Seilbahn wieder flott zu bekommen, zuletzt bemühte er sich um einen Investor. Beides schlug fehl, und als sich abzeichnete, dass die Bahn nicht wieder in Betrieb gehen würde, machte die Stadt Druck. Für das Gelände auf dem östlichen Moselufer gibt es dem Vernehmen nach bereits mehrere Interessenten.</p>
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		<title>&#8220;Da muss rigoroser durchgegriffen werden&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 23:07:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Keine Vorgaben für die anstehenden Verhandlungen der Stadt mit der Deutschen BP über einen neuen Pachtvertrag für die Tankstelle in der Ostallee, und auch keine Vorentscheidung in Sachen stärkere Verkehrsberuhigung in der Neustraße – das ist die Bilanz der gestrigen Beratungen im Bauausschuss. Obwohl Baudezernentin Kaes-Torchiani (CDU) mit Hinweis auf die Gemeindeordnung eine Diskussion über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Eigentlich sollten hier maximal vier Autos parken. Archiv-Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/neustrase2.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46968" title="Eigentlich sollten hier maximal vier Autos parken. Archiv-Foto: Marcus Stölb" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/neustrase2-100x150.jpg" alt="" width="100" height="150" /></a>Keine Vorgaben für die anstehenden Verhandlungen der Stadt mit der Deutschen BP über einen neuen Pachtvertrag für die Tankstelle in der Ostallee, und auch keine Vorentscheidung in Sachen stärkere Verkehrsberuhigung in der Neustraße – das ist die Bilanz der gestrigen Beratungen im Bauausschuss. Obwohl Baudezernentin Kaes-Torchiani (CDU) mit Hinweis auf die Gemeindeordnung eine Diskussion über die Inhalte des neuen Pachtvertrags rasch beenden wollte, entspann sich eine heftige und phasenweise unschöne Debatte. In Sachen Neustraße soll die Verwaltung ein umfassendes Konzept ausarbeiten. Nach Darstellung der Stadt könnten die im mittleren Teil der Straße vorhandenen Stellplätze kurzfristig aufgegeben werden. Enttäuscht von der Sitzung zeigte sich die Sprecherin der IG Neustraße: &#8220;Das wird wieder auf die lange Bank geschoben&#8221;.<span id="more-46966"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Die Atmosphäre in den Sitzungen des Bauausschusses ist – gelinde gesagt – ziemlich gewöhnungsbedürftig. Davon konnten sich gestern Abend rund ein Dutzend Bürger überzeugen, die die Beratungen des Gremiums über Neustraße und Tankstelle verfolgten. Wenn auch nur einer mit dem Gedanken gespielt haben sollte, in die Kommunalpolitik einzusteigen – er dürfte es sich nach dem Verlauf wohl wieder anders überlegen.</p>
<p>Nach gut einer Stunde war es auch um die Stimmung von Aloysia Melchior nicht mehr zum Besten gestellt. Gemeinsam mit zwei Dutzend Gewerbetreibenden hatte die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Neustraße im November einen neuerlichen Vorstoß gewagt, die Politik zum Handeln zu bewegen. In einem Schreiben an die Verwaltung und die Fraktionen forderte die IG, &#8220;eine Neukonzeption der Parkmöglichkeiten, des fließenden Verkehrs und der damit verbundenen Fußgängersicherheit in der als Spielstraße ausgewiesenen Neustraße im Bereich Volksbank/Schmelzerhaus bis zur Ecke Kapuzinergasse/Pfützenstraße&#8221; auf den Weg zu bringen. Die SPD hatte das Thema auf die Tagesordnung des Ausschusses gesetzt (<a href="http://www.16vor.de/index.php/2011/12/22/das-wirkt-sich-geschaftsschadigend-aus/" target="_blank">wir berichteten</a>).</p>
<p>Die Probleme sind bekannt, die Forderungen alles andere als neu, wie Eva-Maria Weiß vom Stadtplanungsamt einmal mehr deutlich machte. Bereits Mitte der 90er-Jahre wurde ein Konzept zur Verkehrsberuhigung der Neustraße ausgearbeitet, das im Jahr 2000 schließlich umgesetzt wurde. Seither gab es vonseiten der Mehrzahl der ortsansässigen Händler mehrfach den Wunsch, die vier verbliebenen Stellplätze im mittleren Bereich zu entfernen. 2006 erhob die IG diese Forderung zuletzt, doch es ließ sich kein Konsens herstellen, weil vereinzelte Unternehmer ihr Veto einlegten. Daraufhin lehnte auch der Dezernatsausschuss den Wunsch nach Aufgabe der vier Stellplätze ab. Nach dem neuerlichen Vorstoß von Melchior und Kollegen schienen die Chancen nun gestiegen, dass sich an der &#8220;unsäglichen Situation&#8221; (O-Ton Kaes-Torchiani) alsbald etwas ändern könnte. &#8220;Keiner hält sich an die Schrittgeschwindigkeit, es wird geparkt, wo gerade Platz ist&#8221;, beklagte Rainer Lehnart (SPD). &#8220;In der Tat äußerst ärgerlich&#8221; sei es, dass sich Mitbürger nicht an die Verkehrsregeln halten, meinte auch CDU-Mann Thomas Albrecht. Und für die Baudezernentin ist klar: &#8220;Man muss hier rigoroser durchgreifen&#8221;.</p>
<p><strong>Verwaltung: Vier Stellplätze könnten aufgegeben werden</strong></p>
<p>Doch wann durchgegriffen wird und wie rigoros eine Neuregelung der Verkehrskonzeption dann ausfallen wird, das scheint noch einigermaßen offen. Zu einem ersten Schritt vermochte sich der Ausschuss am Donnerstagabend jedenfalls nicht durchzuringen: der Aufgabe der vier Stellplätze, die gerade im mittleren Teil der Straße Parksuchverkehr provozieren, der unter anderem auch die zahlreichen Gäste vor den Cafés nervt. Straßenverkehrs-, Tiefbau- und Stadtplanungsamt kamen bei einer ersten Prüfung im Dezember zu dem Ergebnis, dass eine Aufgabe besagter Stellplätze problemlos und kurzfristig möglich wäre. Bevor der Ausschuss hierüber aber beschließt, soll es nun ein Treffen mit den betroffenen Hauseigentümern und Gewerbetreibenden geben, auf dass ein Konsens hergestellt werde.</p>
<p>&#8220;Das wird sich wiederholen, das wird wieder auf die lange Bank geschoben&#8221;, kommentierte Melchior enttäuscht den Verlauf der Sitzung. Der gab tatsächlich wenig Anlass zur Hoffnung, dass es nun zügig gehen könnte mit einer Aufgabe der Stellplätze, und erst recht bis zu einer möglichen Ausweitung der Fußgängerzone dürfte noch viel Wasser die Mosel hinabfließen. Denn auch wenn Vertreter aller Fraktionen den Ist-Zustand beklagten, so wollte man doch offenkundig nichts überstürzen – was angesichts der jahrelangen Vorgeschichte aber ohnehin nicht drohte. Man wolle bewusst &#8220;noch nichts beschließen und nichts festschreiben&#8221;, meinte etwa Lehnart, der aber zugleich zu erkennen gab, dass er einer Ausweitung der Fußgängerzone bis zur Saarstraße einiges abgewinnen könnte. Albrecht erklärte, es sei &#8220;nicht so einfach&#8221;, die vorhandenen Parkplätze zu entfernen, und überhaupt müsse man erst einmal einen &#8220;Abwägungsprozess&#8221; durchführen. Anja Matatko (B90/Die Grünen) forderte hingegen, über die Petition der IG Neustraße abzustimmen. &#8220;Das ist ja alles schon diskutiert worden&#8221;, gab sie zu bedenken. Peter Spang (FWG) will lieber ein umfassendes Konzept der Verwaltung abwarten. &#8220;Wir sind da ergebnisoffen&#8221;, erklärte er und ergänzte: &#8220;Wenn es keine gravierenden Bedenken geben sollte, dann würden wir uns freuen, wenn die Fußgängerzone bis zur Saarstraße ausgeweitet wird&#8221;. Nur die vier Parkplätze im mittleren Teil aufzugeben, wäre nach Meinung Spangs &#8220;zu kurz gesprungen&#8221;. Auch Tobias Schneider (FDP) erklärte, dass er einer Analyse grundsätzlich offen gegenüber stehe.</p>
<p>Die Verwaltung soll nun ein Konzept ausarbeiten, das auch Alternativen zur Verkehrsführung vorsieht. Denn bei einer Ausweitung der Fußgängerzone müsste die Erschließung von mehreren Straßen neu geregelt werden, etwa der Pfützenstraße, aber auch der Germanen- und der Gervasiusstraße. Kaes-Torchiani ist indes überzeugt, dass bereits die Aufgabe der vier Stellplätze den Parkplatz-Suchverkehr eindämmen könnte.</p>
<p><strong>Debatte über Tankstelle eskaliert</strong></p>
<p>Eindämmen wollte die Dezernentin am Donnerstagabend auch den &#8220;Meinungsaustausch&#8221; über die Inhalte eines neuen Pachtvertrags mit der Tankstelle in der Ostallee. Die Grünen hatten beantragt, dass der Ausschuss über wesentliche Eckpunkte für die Verhandlungen berät, der Verwaltung also konkrete Vorgaben für die Verhandlungen macht (<a href="http://www.16vor.de/index.php/2012/01/11/neue-runde-in-tankstellen-diskussion/" target="_blank">wir berichteten</a>). Kaes-Torchiani verwies auf die Gemeindeordnung, die vorsieht, dass Vertragsangelegenheiten nur in nicht öffentlicher Sitzung beraten werden dürfen. Mit dieser Aussage wollte sich Dominik Heinrich nicht zufrieden geben: Gerade angesichts der wiederholten Kritik, dass die ursprüngliche Entscheidung vom März 2009 nicht transparent gemacht wurde, sei es legitim, öffentlich über die wichtigen Eckpunkte eines neuen Vertrags zu diskutieren.</p>
<p>Thomas Albrecht (CDU) warf Heinrich daraufhin ein &#8220;wenig demokratisches&#8221; Verhalten vor. &#8220;Man muss sich mit einem Abstimmungsergebnis auch mal abfinden&#8221;, attackierte der Unionsmann den Grünen. Die Forderung nach einer möglichst kurzen Pachtzeit sei schon deshalb nicht zielführend, weil sie dem Pächter keine Möglichkeit für Investitionen lasse. Sven Teuber (SPD) verlangte hingegen eine &#8220;größtmögliche Transparenz im Sinne des Rechts&#8221;. Es gebe durchaus Punkte, über die man auch öffentlich diskutieren könne, etwa was die künftige Dauer des Verkaufs auch nach 22 Uhr anbelangt. Anja Matatko konterte Albrechts Position mit der Feststellung, es sei &#8220;nicht nur das Recht, sondern die Pflicht&#8221; des Ausschusses, zu artikulieren, welche konkreten Erwartungen man an den neuen Pachtvertrag habe. &#8220;Wir haben den Glauben, dass die Verwaltung in der Lage sein muss, das Bestmögliche für die Stadt zu erreichen&#8221;, hielt dem Peter Spang entgegen. Der FWGler schob hinterher: &#8220;das bestmögliche Ergebnis für die Allgemeinheit, nicht nur für die Anwohner&#8221;.</p>
<p>Während Teuber für seine Fraktion erklärte, dass man die Anliegen der Anwohner &#8220;voll und ganz&#8221; unterstütze, sprach Spang von dem Versuch, auf diese Weise den Grundsatzbeschluss des Stadtrats auszuhebeln. Ähnlich äußerte sich Tobias Schneider von den Liberalen, der den Grünen einen &#8220;interessanten Taschenspielertrick&#8221; vorwarf. Heinrichs Eckpunkte hätten nur zum Ziel, den Grundsatzbeschluss infrage zu stellen, er sei aber gegen &#8220;Zielvorgaben im luftleeren Raum&#8221;. Sodann verschärfte sich der Ton der Diskussion. Heinrich griff die CDU frontal an: Diese sei &#8220;absolut feige&#8221; und wolle den &#8220;schwarzen Peter gänzlich an die Verwaltung schieben&#8221;. Auch Teuber schaltete sich erneut ein und warf namentlich Albrecht vor, sich hinter der Gemeindeordnung verstecken zu wollen, um nicht Farbe bekennen zu müssen. Der Sozialdemokrat verstieg sich gar zu der Unterstellung, gerade als Staatsanwalt wisse Albrecht ja, wie man Recht so auslegen könne, &#8220;wie es Ihnen passt&#8221;. Eine Entgleisung, die eine sofortige Reaktion nach sich zog: Er verbitte sich &#8220;diese Unverschämtheit&#8221;, rief Albrecht erregt in den Saal, woraufhin Elisabeth Tressel (ebenfalls CDU) den Stil der Debatte rügte. Teuber entschuldigte sich daraufhin für seinen verbalen Ausrutscher.</p>
<p>Laut Kaes-Torchiani soll es demnächst Verhandlungen zwischen der Stadt und der Deutschen BP über einen neuen Pachtvertrag geben. Ein Angebot vonseiten des Konzerns liege bereits vor, doch über Inhalte konnte sie im öffentlichen Teil der Sitzung nicht berichten – siehe Gemeindeordnung. Dass Kaes-Torchiani, die sich im März 2009 gegen eine Verlängerung des Pachtvertrags bis Ende 2012 aussprach und auch dem Grundsatzbeschluss des Rats vom vergangenen November kritisch gegenüber steht, die Position der Stadt unter Wert verkaufen wird, steht wohl nicht zu erwarten.</p>
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		<title>&#8220;Das hätte gelangt, keine Frage&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 12:42:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Stölb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bischof hatte zum offenen Gespräch eingeladen; offen und teilweise harsch fielen dann die meisten der Wortmeldungen aus, die sich Stephan Ackermann am Mittwochabend anhören musste. Im Zusammenhang mit einem erst vor wenigen Wochen publik gemachten Missbrauchsfall in Saarbrücken räumte der 48-Jährige erneut Fehler ein und übte auch Selbstkritik. Personelle Konsequenzen soll es aber vorerst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Da stand Bischof Stephan Ackermann noch vor dem &quot;Experiment&quot;, wie er das offene Gespräch mit seinen Mitarbeitern selbst nannte. Foto: Marcus Stölb" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Bischof1.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46947" title="Da stand Bischof Stephan Ackermann noch vor dem &quot;Experiment&quot;, wie er das offene Gespräch mit seinen Mitarbeitern selbst nannte. Foto: Marcus Stölb " src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Bischof1-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Der Bischof hatte zum offenen Gespräch eingeladen; offen und teilweise harsch fielen dann die meisten der Wortmeldungen aus, die sich Stephan Ackermann am Mittwochabend anhören musste. Im Zusammenhang mit einem erst vor wenigen Wochen publik gemachten Missbrauchsfall in Saarbrücken räumte der 48-Jährige erneut Fehler ein und übte auch Selbstkritik. Personelle Konsequenzen soll es aber vorerst nicht geben. Ackermann war erkennbar darum bemüht, sich gegen aus seiner Sicht unverhältnismäßig scharfe und pauschalisierende Vorwürfe zur Wehr zu setzen. So versuchte der Bischof vor mehr als 200 Mitarbeitern und Interessierten eine Gratwanderung, die auch deutlich machte: Auf wesentliche Fragen hat man im Bistum noch keine Antworten. <span id="more-46946"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Wäre eine solche Veranstaltung vor fünf Jahren denkbar gewesen? In einer Institution wie der katholischen Kirche, wo die Maßstäbe bekanntlich andere sind? Hätte man sich etwa einen Bischof Reinhard Marx vorstellen können, wie er vor mehr als 200 Mitarbeiter und Gläubige seines Bistums tritt und sich heftigen Anwürfen stellt? Wohl kaum, und so lässt sich mit ziemlicher Gewissheit sagen: Eine Gesprächsrunde wie jene am Mittwochabend hat es so noch nicht gegeben. An klaren Worten an die Adresse Ackermanns und seines Generalvikars Georg Holkenbrink mangelte es nicht, und vor allem der Bischof musste erkennen, dass der jüngst bekannt gewordene Missbrauchsfall in Saarbrücken-Burbach neue Wunden aufgerissen und ernsthafte Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Institution genährt hat.</p>
<p>Angereist war auch Heiner Buchen. Der Pastoralreferent hatte im Dezember schwere Vorwürfe gegen den Bischof und das Bistum erhoben, es werde &#8220;weiter verharmlost, verschwiegen, auf die lange Bank geschoben&#8221;, schrieb er in einer Rundmail. Die geharnischte Kritik lag nahe, nachdem bekannt geworden war, dass es fast zehn Monate dauerte, bis das Bistum einem Priester untersagte, weiterhin Gottesdienste zu feiern und Sakramente zu spenden. Besagter Geistlicher hatte eingeräumt, in den 80er-Jahren sexuelle Beziehungen zu minderjährigen Messdienerinnen unterhalten zu haben. Besonders gravierend: Obwohl die Bistumsspitze schon im Januar 2011 Kenntnis von den Vorwürfen hatte, konnte der Priester noch bis in den Herbst hinein Messen feiern und sich feierlich in den Ruhestand verabschieden lassen.</p>
<p>Hier bekommt der ganze Vorgang eine beinahe groteske Note. Denn anders als in solchen Fällen üblich, lag für die Verabschiedung kein Dankesschreiben des Bischofs vor. Was wiederum den Saarbrücker Dechanten verwunderte, der daraufhin im Generalvikariat nachhakte, wo denn das Schreiben bleibe. Tatsächlich hatte Ackermann nach eigener Darstellung da schon entschieden, dass es angesichts der Vorwürfe gegen den Priester kein Dankesschreiben geben könne. Dass der Dechant auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht über die Schwere der Vorwürfe informiert wurde, machte das Kommunikationsdesaster perfekt. &#8220;Der Dechant hätte informiert werden müssen&#8221;, räumte Georg Holkenbrink am Mittwochabend ein. Das dies unterblieb, sei einer der &#8220;gravierenden Fehler&#8221; gewesen, von denen der Bischof kurz vor Weihnachten in seinem offenen Brief gesprochen hatte.</p>
<p><strong>&#8220;Ein offenes Scheunentor für Sexualstraftäter&#8221;</strong></p>
<p>Der zweite, nicht minder gravierende Fehler war nach Darstellung Holkenbrinks der, dass nicht schon im letzten Januar Konsequenzen gezogen wurden. Da der Priester kurz zuvor Opfer einen Überfalls geworden war – möglicherweise eines Racheaktes – und seinerzeit nicht im Dienst war, habe man von einer Suspendierung zunächst abgesehen. Schließlich diene eine solche Maßnahme auch der Prävention. Anders gesagt: Im Generalvikariat dachte man, von dem Mitbruder gehe aktuell ohnehin keine Gefahr aus, da er sich in der Reha befand. Sonst, so Holkenbrinks Lesart, wäre man schneller und entschiedener eingeschritten. Auf die Frage, ob die im Januar 2011 bekannten Informationen nicht schon ausgereicht hätten, dem besagten Priester das Spenden von Sakramenten zu untersagen, erklärte der Generalvikar: &#8220;Das hätte gelangt, keine Frage!&#8221;</p>
<p>Nach den vergangenen Wochen langte es offenkundig auch zahlreichen Mitarbeitern und Gläubigen im Bistum. Denn Ackermanns offenem Brief zum Trotz entlud sich am Mittwochabend die Enttäuschung über Ackermann und der Bistumsleitung. Sie sei &#8220;persönlich enttäuscht&#8221; von ihm, sagte eine Lehrerin gleich zu Beginn der Diskussion. Eine Mitarbeiterin beklagte die Praxis, durch sexuelle Übergriffe auffällig gewordene Priester, deren Taten inzwischen verjährt sind, nicht selten in Krankenhäuser zu versetzen. Ob dem Bischof denn nicht bewusst sei, was für einen &#8220;verheerenden Eindruck&#8221; das bei der gesamten Krankenhausseelsorge hinterlasse? Mehrere Mitarbeiter forderten, dass die Täter gar nicht mehr in der Seelsorge eingesetzt werden dürften. Hier müsse die von Ackermann propagierte &#8220;Null-Toleranz&#8221;-Marschroute greifen. Und überhaupt: Es könne nicht sein, dass wiederverheiratet Geschiedene von den Sakramenten ausgeschlossen werden, &#8220;Verbrecher aber Sakramente spenden dürfen&#8221;. Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats von Dierdorf bei Neuwied, wo ein Vikar aufgrund von Missbrauchsvorwürfen beurlaubt worden war, warf Ackermann vor, zu wenig Präsenz zu zeigen. Er habe sich gewünscht, dass der Bischof in seine Gemeinde komme und damit ein deutliches Zeichen setze. Wäre es nach Heiner Buchen gegangen, dann hätte die gestrige Diskussion in Saarbrücken-Burbach stattgefunden.</p>
<p><strong>Bischof wehrt sich gegen pauschalisierende Kritik</strong></p>
<p>Obwohl Moderatorin Beate Barg mehrmals darum bat, dass der Stil der Redebeiträge sachlich bleibt, verschärfte sich im Verlauf der Veranstaltung der Ton einiger Wortmeldungen. Jutta Lehnert etwa, geistliche Leiterin der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) Trier, ging den Bischof und frontal an: Es gehörten auch die Machtstrukturen innerhalb der Kirche auf den Prüfstand, denn die bildeten &#8220;ein offenes Scheunentor für Sexualstraftäter&#8221;.  Nicht nur das ging Ackermann  zu weit. Bei aller Bereitschaft zur Selbstkritik und dem Eingeständnis von schwerwiegenden Fehlern – es sei &#8220;grenzwertig&#8221;, wie er in den vergangenen &#8220;aus den eigenen Reihen&#8221; attackiert worden sei.  &#8220;Das kränkt und verletzt mich&#8221;, kommentierte er auch Vorwürfe, er habe den Saarbrücker Missbrauchsfall gezielt vertuschen wollen. Was mögliche personelle Konsequenzen aus den Fehlern der vergangenen Monate anbelangt, so wird es diese vorerst nicht geben. &#8220;Ich trage letztlich die Verantwortung&#8221;, so Ackermann, der einen Rücktritt als Bischof ausschloss.</p>
<p>Wohl selten stellte sich ein katholischer Bischof einem vergleichbaren Kreuzverhör. Ackermann selbst hatte gleich zu Beginn des Gesprächs von einem &#8220;Wagnis und Experiment&#8221; gesprochen, auf das er sich da einlasse. In den folgenden eineinhalb Stunden war der Kirchenmann erkennbar um eine Gratwanderung bemüht – zwischen selbstkritischer Offenheit und dem Versuch, sich gegen – aus seiner Sicht – unverhältnismäßige und pauschalisierende Kritik zur Wehr zu setzen. &#8220;Mit solchen Sprüchen kann ich nichts anfangen&#8221;, kommentierte er Jutta Lehnerts Behauptung vom Scheunentor. &#8220;Herr Bischof, hören Sie auf von &#8216;Sprüchen&#8217; zu sprechen&#8221;, rief daraufhin ein aufgebrachter Teilnehmer in den Saal.</p>
<p>Auch Ackermann griff zu einer gewagten Formulierung. Was den Umgang mit Tätern angeht, die sich schuldig gemacht haben, deren Taten aber verjährt sind, habe man noch keine Lösung. &#8220;Ich kann sie nicht einfach vor die Tür setzen&#8221;, erklärte der Bischof, um dann noch deutlicher zu werden: Es könne jedenfalls &#8220;kein Guantanamo für kirchliche Verbrecher&#8221; geben. Abgesehen davon stünden für ihn aber ohnehin die Opfer im Vordergrund, nachdem diese über Jahrzehnte keinerlei Gehör in der Kirche gefunden hätten, betonte der 48-Jährige. Daran wird man ihn und seinen Mitarbeiterstab an der Bistumsspitze weiter messen müssen. Manche im Saal äußerten, dass sie Ackermann, dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, sein ehrliches Bemühen abnehmen. Dass sich der Bischof der Kritik stellte, brachte ihm ebenfalls Anerkennung ein. Klar wurde aber auch: Es wird noch einige Zeit dauern, bis das Vertrauen wieder hergestellt ist.</p>
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		<title>&#8220;Die Zeiten sind heute anders&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 23:33:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin Schug</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadt & Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mitten in der Innenstadt, wo die Fußgängerzone gesichtslos ist und dem Auge nichts bietet als Beton, immergleiche Schaufenster und grelle Sonder-Rabatte, stemmt sich eine kleine Auslage gegen den Trend zur Austauschbarkeit. Stephan Blumann hat auf gerade mal 16 Quadratmetern Auslage eine Insel der Nostalgie eingerichtet: Retro-Kult und regionale Lebensmittel, eingebettet in ein liebevoll eingerichtetes Tante-Emma-Ambiente. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Das 21. Jahrhundert hat hier Hausverbot: Stephan Blumann in seinem 16-Quadratmeter-Laden. Foto: Kathrin Schug" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Stephan_Blumann1.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46808" title="Das 21. Jahrhundert hat hier Hausverbot: Stephan Blumann in seinem 16-Quadratmeter-Laden. Foto: Kathrin Schug" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Stephan_Blumann1-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>Mitten in der Innenstadt, wo die Fußgängerzone gesichtslos ist und dem Auge nichts bietet als Beton, immergleiche Schaufenster und grelle Sonder-Rabatte, stemmt sich eine kleine Auslage gegen den Trend zur Austauschbarkeit. Stephan Blumann hat auf gerade mal 16 Quadratmetern Auslage eine Insel der Nostalgie eingerichtet: Retro-Kult und regionale Lebensmittel, eingebettet in ein liebevoll eingerichtetes Tante-Emma-Ambiente. Ein Konzept, mit dem der 48-jährigen Betreiber gerne expandieren würde.<span id="more-46807"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> &#8220;Moskau behauptet: Kriegsschiff der Königin griff Sowjetfrachter an!&#8221; &#8211; Nicht nur die dramatische Schlagzeile der <em>Bild-Zeitung</em> vom 25. Mai 1965 verweist auf eine andere Zeit. Sie liegt in der Auslage zwischen 20-Mark-Scheinen, blechernen Kaffeedosen, Emaille-Schildern und Waagschalen. Alles atmet den Geist längst vergangener Tage. Das 21. Jahrhundert hat Hausverbot in Stephan Blumanns kleinem Glaskasten.</p>
<p>Im Oktober vergangenen Jahres hat der 48-Jährige in einem ausgelagerten Schaufenster der Galeria Kaufhof eine Ausstellungs- und Verkaufsfläche für nostalgische Produkte und regionale Lebensmittel geschaffen. Zuvor war die Fläche als konventionelles Schaufenster genutzt worden, als Blumann dem Geschäftsführer seine Idee vom kleinen, alten Krämerladen vortrug, bekam er sofort den Zuschlag und moderate Mietkonditionen. Die Affinität des gelernten Drogisten zu allem, was mit Kaufläden zu tun hat, hatte er zwischenzeitlich zum Beruf gemacht: Über Jahre verdiente er sein Geld mit einer eigenen Firma zur Ausstattung und Einrichtung von Geschäften. &#8220;Ich habe die Läden eingerichtet, die Inhaber geschult, Eröffnungen organisiert&#8221;, erzählt Blumann. Eine Arbeit, die ihm Freude machte – bis im November letzten Jahres sein wichtigster Kunde wegbrach und der Lebensunterhalt nicht mehr zu decken war. Seitdem ist der Familienvater zwar arbeitslos, aber &#8220;ein Stehauf-Männchen&#8221;, wie er sagt. Parallel zur Jobsuche richtete er die kleine Verkaufsfläche mit allerlei Habseligkeiten aus dem letzten Jahrhundert ein. Teils aus privater Sammlung, teils aus Wohnungsauflösungen nostalgischer Sammler.</p>
<p>Die Leidenschaft des 48-Jährigen für die gute, alte Zeit der Tante-Emma-Läden kommt nicht von ungefähr. Schon als sechsjähriger Steppke stand er in der elterlichen Drogerie in Schweich hinter dem Tresen und bediente die Kundschaft. Als Konservativer, der in der Vergangenheit lebt, möchte Blumann sich nicht bezeichnen lassen, wohl aber als Nostalgiker. Er zeigt auf eine antiquierte Waage, die im Schaufenster steht. &#8220;Die stammt noch aus der Drogerie meiner Eltern, damit habe ich bis 1996 Tee für unsere Kunden abgewogen. Dass jemand 50 Gramm Brennesseltee bestellen konnte, das ist heute ja kaum mehr vorstellbar&#8221;, erzählt er, und muss lachen. Ein Lachen, dass nicht lange anhält. &#8220;Die Zeiten&#8221;, sagt er , &#8220;sind heute anders&#8221;. Das Drogeriewesen, in dem er aufgewachsen ist und gelernt hat, gibt es nicht mehr. Gegen die heutigen Ketten habe man als einzelner Drogist keine Chance mehr.</p>
<p>Die Tür klingelt, als eine Familientraube den kleinen Raum betritt und auch fast ausfüllt. Enkelin und Großmutter haben sich im Vorbeigehen für den gleichen Kaufladen aus den Fünfzigerjahren begeistert. Die Mutter ist noch unschlüssig, man will später wieder reinschauen. &#8220;In Ordnung&#8221;, sagt Blumann und verabschiedet die Frauen. Sein Kundenkreis ist breit gefächert: Studenten stöbern in den alten Zeitungen und Werbeplakaten; Touristen sind dankbar für die Alternativen zum Porta-Nigra-Schlüsselanhänger als Trier-Souvenier. Aber auch ältere Leute kommen in den Laden und erzählen Blumann von ihren Erinnerungen an die Zeit, als es noch echte Tante-Emma-Läden gab. Er hört dann gerne zu, das Gespräch mit den Leuten ist ihm wichtig.</p>
<p>Es klingelt wieder. Eine Frau mit windzerzausten Haaren tritt ein und sagt: &#8220;Wie immer&#8221;. Man grüßt sich, man kennt sich. Blumann händigt ihr einen Viererkarton Viezflaschen aus und verabschiedet sie. &#8220;Dann bis zum nächsten Mal&#8221;, sagt er. Die kleine Verkaufsfläche ist zweigeteilt: Gehört die größere, buntere Ecke den nostalgischen Dosen und Schildern mit den geschwungenen Schriften und strahlenden Gesichtern, sind rechts der Theke die Lebensmittel aufgereiht. Eine – für die bescheidene Größe der Verkaufsfläche – stattliche Auswahl an Feinkostprodukten: Wein, Marmeladen, Aufstriche und Wildspezialitäten. Bei der kulinarischen Ausstattung schöpft Blumann aus seinen über Jahre hinweg aufgebauten Kontakten in die regionale Feinkostszene. Ein Feld, das er gerne weiter ausbauen würde, wenn man ihn denn ließe: &#8220;Ich könnte mir gut vorstellen, auch im größeren Stil den Vertrieb für kleine Betriebe zu übernehmen, als Sprachrohr für regionale Lebensmittel zu dienen.&#8221; Vertrieb, Werbung, Verkauf – all diese Aufgaben, die in sehr kleinen Betrieben oft auf der Strecke bleiben, weil die Macher nur nebenbei produzieren. Um in größerem Stil regionale Produkte zu vermarkten, bräuchte er allerdings eine weitaus geräumigere Verkaufsfläche, denn die Gewinnmargen bei Nahrungsmitteln sind dünn. Deshalb sucht Blumann im Moment nach einem Ladenlokal, in dem er seinen Traum vom Tante-Emma-Laden weiterspinnen könnte, das er gerne auch um eine Café-Ecke bereichern würde. Doch der finanzielle Spielraum ist eng bemessen, mehr als 1.500 Euro dürfte die Miete nicht betragen. Zudem würden als Standort nur innerstädtische Räume mit Laufkundschaft Sinn machen. Ein Vorhaben, das man in Trier optimistisch nennen darf.</p>
<p>An Ideen mangelt es Blumann jedoch nicht: Vorstellen könnte er sich auch die Mitnutzung einer bestehenden Verkaufsfläche oder ein Ladenkonzept mit verkaufbarem Interieur, wie es auch in anderen Städten praktiziert wird; auch die Stadt hat er schon angeschrieben, mit der Idee, regionale Produkte im Frankenturm anzubieten. Die Antwort steht noch aus. Ewig wird Blumann, der zwei Kinder zu ernähren hat, allerdings nicht warten können. &#8220;Ich habe mir als Frist Ende Februar gesetzt, irgendwann muss man die Reißleine ziehen&#8221;, sagt er. Wenn es bis dahin nicht geklappt hat mit der Expansion, wird er die Pläne erst einmal begraben und weiter nach einem festen Job suchen. Das Passagen-Schaufenster soll &#8211; davon unberüht &#8211; weiterhin einen persönlichen Akzent in der Einkaufsstraße setzen.</p>
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		<title>Zusammen arbeitet man weniger allein</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 23:29:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin Schug</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den vergangenen Jahren schossen in ganz Deutschland Coworking Spaces wie Pilze aus dem Boden. Ab dem kommenden Montag kann nun auch in Trier der flexible Arbeitsplatz auf Zeit gemietet werden. Für die Betreiber von &#8220;Coworking Trier bei hongandfriends&#8221;, Kay Spiegel und Johannes Truong nicht nur ein angemessener Arbeitsplatz für Wissens- und Kreativarbeiter, sondern auch ein Marktplatz für Kontakte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Starten in der kommenden Woche mit ihrem Coworking Space: Kay Spiegel und Johannes Truong. Foto: Kathrin Schug" href="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Coworking1n.jpg" rel="lightbox"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46755" title="Starten in der kommenden Woche mit ihrem Coworking Space: Kay Spiegel und Johannes Truong. Foto: Kathrin Schug " src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/Coworking1n-150x100.jpg" alt="" width="150" height="100" /></a>In den vergangenen Jahren schossen in ganz Deutschland Coworking Spaces wie Pilze aus dem Boden. Ab dem kommenden Montag kann nun auch in Trier der flexible Arbeitsplatz auf Zeit gemietet werden. Für die Betreiber von <a href="http://beta.coworking-trier.de/" target="_blank">&#8220;Coworking Trier bei hongandfriends&#8221;</a>, Kay Spiegel und Johannes Truong nicht nur ein angemessener Arbeitsplatz für Wissens- und Kreativarbeiter, sondern auch ein Marktplatz für Kontakte und Netzwerke. Ob das Konzept auch in der Moselstadt angenommen wird, muss sich zeigen. Spiegel und Truong sind optimistisch, und die ersten Coworker haben sich bereits angesagt.<span id="more-46754"></span></p>
<p><strong>TRIER.</strong> Bei Trends aus Berlin kann man sich normalerweise darauf verlassen, dass sie erst mit jahrelanger Verspätung in Trier aufschlagen. Wenn am Montag der erste Coworking Space eröffnet, wird die übliche Karenzzeit unterschritten sein. Erst 2009 fing das Konzept in der Hauptstadt an zu knospen, seitdem hat es sich epidemisch über das ganze Land verbreitet: Menschen mit vornehmlich projektbasierten, kreativwirtschaftlichen Berufen waren es damals Leid, keinen festen Arbeitsplatz zu haben und nahmen dankbar das neue Angebot vom flexiblen Schreibtisch an.</p>
<p>Einer dieser Menschen war der Internet-Unternehmer Kay Spiegel. Immer mal wieder verschlugen ihn berufliche Projekte in die Hauptstadt, nie war er lange genug da, als dass sich die Anmietung eines regulären Büros gelohnt hätte. &#8220;Es nervte mich, keinen richtigen Platz zum Arbeiten zu haben&#8221;, erinnert er sich. &#8220;Ich hatte die Wahl, ob ich im Hotelzimmer arbeite und mir die Decke auf den Kopf fällt, oder ich mich mit meinem Laptop in ein Café setze und die Bedienung verärgere, weil ich mich drei Stunden an einem Milchkaffee festhalte.&#8221; Wirklich reizvoll schien ihm keine der beiden Optionen. Die Lösung für sein Problem fand er im Angebot des betahaus, einem der ersten Coworking Spaces in Berlin. Mittlerweile hat nicht nur das betahaus massiv expandiert, in ganz Deutschland sind über 100 Einrichtungen mit ähnlicher Konzeption entstanden.</p>
<p>Das Coworking-Konzept erlaubt es, einen Arbeitsplatz flexibel zu beziehen. Mitbringen muss der Kunde nur seinen Laptop; die Infrastruktur, die einen Raum zum Büro werden lässt, stellt der Anbieter – vom Schreibtisch über das W-Lan bis zur Kaffeemaschine. Der Arbeitswillige bestimmt die Dauer, für die er sich einmietet, je nachdem, was die individuelle Auftragslage gerade erfordert und das Budget erlaubt, ob einzelne Tage, Wochen oder Monate. Durchschnittlich kostet ein Coworking-Platz 15 Euro pro Tag. Traditionell gern genutzt wird das Angebot von Selbstständigen in Kreativberufen; den klassischen Bildschirmarbeitern, deren Arbeitsplatz immer gerade da ist, wo ihr Computer steht: Grafiker, Programmierer, Webdesigner.</p>
<p>Für Spiegel, der seit zwölf Jahren in Trier lebt und arbeitet, lag es nahe, die Idee an der Mosel weiterzuentwickeln. Schnell stieß er bei seiner Raumsuche jedoch an Grenzen, von denen junge Kreative in Trier ein Lied in Moll singen können: &#8220;Unflexible Mietverträge, horrende Preisvorstellungen oder inakzeptable Räume&#8221;, resümiert der 34-Jährige. Es war ein Zufall, dass er im letzten Jahr auf Johannes Truong stieß, der genau die Räumlichkeiten besaß, die er verzweifelt gesucht hatte. Die lichtdurchflutete Bürofläche mit Fensterfront zur Saarstraße, in der vormals eine Videothek residiert hatte, fristete ihr Dasein als Werkatelier für die T-Shirt-Manufaktur hongandfriends, betrieben von Truongs Bruder Hong. In der Vergangenheit waren die Räumlichkeiten bereits einmal als konventionelles Gemeinschaftsbüro genutzt worden, nach und nach hatten die Mitstreiter sich jedoch aus der Saarstraße verabschiedet. In der Zwischenzeit wurden die Räumlichkeiten als Veranstaltungsort abseits der ausgetretenen Pfade entdeckt: Konzerte, Lesungen und der Pop-Up-Shop Butterkeks belebten die ehemalige Bürofläche.</p>
<p>Nach anfänglicher Skepsis konnte Johannes Truong sich schnell für die Idee erwärmen, auf der Fläche das Experiment Coworking zu wagen. &#8220;Anfangs hat mich die zusätzliche Arbeit abgeschreckt, die so ein Projekt bedeuten würde&#8221;, berichtet er im Gespräch mit<em> 16vor</em>. &#8220;Aber das Konzept schien mir schlüssig, ich war leicht zu gewinnen&#8221;. Truong ist Designer und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule. Dort empfiehlt er seinen Studenten, nicht nur zu Hause zu arbeiten, sondern die Räume an der Hochschule zu nutzen. &#8220;Mit anderen in Kontakt kommen, Ideen austauschen, kreativen Input bekommen – all das gibt es daheim nicht, ist aber enorm wichtig&#8221;, sagt er und benennt damit auch einen Grund, warum er sich für die flexible Bürogemeinschaft begeistern konnte.</p>
<p><a href="http://www.museum-trier.de/ausstellungen/aktuell.html" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-46759" title="Werbung" src="http://www.16vor.de/wp-content/uploads/2012/01/16vorstadtmuseumdietrich.gif" alt="" width="200" height="200" /></a>Eine der bewährten Traditionen der ersten Coworking Spaces wird auch in der Saarstraße beibehalten: Es gibt eine räumliche Trennung zwischen konzentrierter Arbeitsatmosphäre und geselliger Café-Ecke. &#8220;Wer arbeitet, soll nicht gestört werden&#8221;, sagt Spiegel, für den die Kommunikation und das Knüpfen von Netzwerken aber gleichzeitig den entscheidenden Vorteil des gemeinsamen Arbeitens darstellen: &#8220;Wer selbstständig ist, weiß, wie wichtig Kontakte in die verschiedenen Disziplinen sind – hier findet man sie.&#8221; Momentan gehen die beiden Betreiber von vier bis fünf Co-Workern aus, die ab Anfang nächster Woche mit ihnen im Gemeinschaftsbüro arbeiten werden. Bereits angekündigt haben sich ein Grafiker, ein Programmierer und ein Landschaftsgartenplaner. Spiegel und Truong werden ihre Arbeitsplätze ebenfalls an einem der zehn Schreibtische haben.</p>
<p>In gewisser Weise ist Coworking das infrastrukturelle Abbild einer neuen Auffassung von Arbeit, die im Wandel ist. Einheitliche Erwerbsbiografien weichen projektbasierter Selbstständigkeit. Die Verhältnisse flexibilisieren sich, und junge Menschen suchen nach Arbeitsformen, die ihrer Lebenswirklichkeit entsprechen. Für manchen ist das Prinzip der Flexibilität Ausdruck eines modernen Kapitalismus, der den prekär arbeitenden &#8220;Unternehmern ihrer selbst&#8221; mit dem eigenen Schreibtisch die letzte Sicherheit im Arbeitsleben nimmt. Für andere, und darunter fallen Spiegel und Truong, ist Coworking keine Verordnung, sondern eine Möglichkeit: &#8220;Wir sind bestrebt, uns zu ergänzen, Synergien zu bilden, Netzwerke zu gründen – deshalb haben wir einen eigenen, offeneren Umgang mit Arbeitsformen als noch eine Generation vor uns&#8221;, sagt Spiegel über seine Altergenossen, die er auch selbst mit dem Attribut &#8220;Digital Natives&#8221; versieht.</p>
<p>Dass in der Diskussion um Coworking meist nur kreative Berufe und Freelancing eine Rolle spielen, ist kein Zufall. Mit einem Steuerberater oder Anwalt als Interessenten rechnen Truong und Spiegel nicht. &#8220;Es wird sich wohl eher auf die klassischen Kreativwirtschaftsberufe konzentrieren&#8221;, schätzt Spiegel. Auch hier lohnt ein Blick nach Berlin, der in diesem Fall wieder einmal ein Blick in die nahe Zukunft ist: Hier residieren ganze Start-Up-Unternehmen in Coworking Spaces, auch wenn ihr Jahresumsatz es längst erlauben würde, &#8220;richtige&#8221; Büroräume zu beziehen &#8211; sie wollen die Atmosphäre und der Austausch mit anderen Selbstständigen nicht mehr missen. In dieser Hinsicht ist Coworking auch eine Rückbesinnung auf das analoge Begegnen, das Mancher fast vergessen geglaubt hatte: Den weit verbreiteten digitalen Netzwerken soll wieder eine echte, menschliche Vernetzung hinzugefügt werden, erklärt Johannes Truong. Er ist sich sicher, dass mit dieser Idee auch in Trier zu punkten ist. Auch wenn eine der ersten Reaktionen, die den beiden zugetragen wurde, tief blicken lässt in manche Trierer Seele: &#8220;Co-was?&#8221;, hieß es da, &#8220;so einen neumodischen Quatsch braucht doch kein Mensch!&#8221;</p>
<p><em>Eine erste Möglichkeit, die Arbeitsfläche in Augenschein zu nehmen, bietet sich im Rahmen der Eröffnungsfeier am kommenden Montag ab 18.30 Uhr. Weitere Informationen finden Sie <a href="http://beta.coworking-trier.de/" target="_blank">auf folgender Seite</a>.</em></p>
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