“Keine Aussagekraft”

TRIER. Der Papst fragte, doch gerade mal 208 der rund 1,45 Millionen Katholiken im Bistum Trier antworteten. Die Ergebnisse seien denn auch nicht repräsentativ und hätten “keine Aussagekraft”, erklärt die Bischöfliche Pressestelle.

Im Vorfeld der für 2014 und 2015 geplanten außerordentlichen Bischofssynode zum Thema “Pastorale Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung” hatte der Vatikan einen Fragebogen erstellt. Der weltweit einheitliche Fragenkatalog wurde im November veröffentlicht. Beteiligen konnten sich an der Umfrage alle Katholiken. Insgesamt gab es im Bistum Trier einen Rücklauf von 237 Fragebögen, davon stammten 29 nicht aus dem Bistum. Viele Rückmeldungen zeichneten sich durch ihre differenzierten Antworten aus.

Mehr als die Hälfte der Antwortenden empfinden demnach “eine Diskrepanz zwischen der Lebenswirklichkeit von Paaren und der Lehre der Kirche zu den vielfältigen Formen des Zusammenlebens”, heißt es in einer Mitteilung des Bistums. So werde in den meisten Rückmeldungen das Zusammenleben von Paaren vor der Ehe als Regelfall eingeschätzt. Dies gelte besonders für junge Christen, bei denen das Zusammenleben ohne Trauschein quasi als normal gilt.

Viele der Antwortenden bezeichneten den in einer Frage des vatikanischen Fragebogens verwendeten Begriff der “irregulären Situation” für geschieden Wiederverheiratete als diskriminierend. In 50 Nennungen werde beschrieben, dass sich geschieden Wiederverheiratete als zur Kirche zugehörig empfinden, sie empfangen trotz offiziellen Verbots die Sakramente (36 Nennungen) und erleben ihre Situation nicht als “irregulär” (18 Nennungen). Diejenigen, die sich zur Kirche zugehörig fühlten, wünschten jedoch eine offizielle Zulassung zu den Sakramenten; sie erlebten die gegenwärtige Situation als “sehr belastend”.

Die Rückmeldungen insgesamt umfassen ein breites Spektrum von Einschätzungen und Vorschlägen, insbesondere erwarten sie “gelebte Barmherzigkeit” in Fragen der Ehe, des Scheiterns, des Neuanfangs und der Sexualität. Diese Barmherzigkeit sollte konkret auch in die Zulassung zu den Sakramenten münden, so die Forderung vieler Teilnehmer der Umfrage.

“Das Bistum Trier hat die Antworten aufbereitet und an die Deutsche Bischofskonferenz weitergeleitet, die ihrerseits die zusammengefassten Rückmeldungen aus den deutschen Diözesen sammelt und an den Vatikan weitergibt”, teilte die Pressestelle weiter mit.

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1 Leserbrief | RSS-Abo

  1. Fabian Bauer schreibt:

    Tja, dass hinsichtlich der Rückläuferquote dem ganzen keine Aussagekraft beigemessen werden mag, erweist sich hinsichtlich der differenzierten Ausführungen in den Antworten wohl glatt als Glücksfall (für die Befragenden). Dann also: Augen zu und Weitermachen.

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