“Klare Watsche für Trier”

Dass die Mainzer Landesregierung den Moselaufstieg und die Meulenwaldautobahn ablehnt, ist keine Neuigkeit. Schon in ihrem Koalitionsvertrag vereinbarten Sozialdemokraten und Grüne, auf beide Verkehrsprojekte verzichten zu wollen. Nun gaben sie den umstrittenen Vorhaben wohl endgültig den Rest: Weder die West- noch die Nordumfahrung Triers werden zum Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet, teilten die Regierungspartner nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses mit. “Ein schwarzer Tag für Trier und Umgebung” sei das, kommentierte der Landrat, die IHK spricht von einer “Watsche” für die Moselstadt. Mit ihrem Beschluss kassiert Rot-Grün auch einen Beschluss des Trierer Stadtrats – und schafft Fakten, bevor das von Rot-Grün versprochene Verkehrskonzept für die Region vorliegt. Dabei hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im Dezember vergangenen Jahres gegenüber 16vor erklärt, das dessen Aussagen für die Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans berücksichtigt würden.

MAINZ/TRIER. Am 7. Mai 2010 weilte Hendrik Hering (SPD) für etliche Stunden in Trier. Über wichtige Infrastrukturprojekte der Region informierte sich der damalige Mainzer Verkehrsminister und lud anschließend zu einer Pressekonferenz ins Rathaus. Dort überraschte Hering dann damit, dass er völlig überraschend die Themen West- und Nordumfahrung, auch bekannt als Moselaufstieg und Meulenwaldautobahn, wieder auf die Tagesordnung setzte. Um beide Vorhaben war es zuvor ruhig geworden, auch weil niemand eine Ahnung davon hatte, die die Millionenprojekte dereinst finanziert werden könnten. Eigentlich liege es jetzt nur noch an der Stadt, sich klar zu positionieren, verlangte Hering und ließ wissen: Wenn der Trierer Rat ein entsprechendes Votum abgebe, werde man “im Dialog mit der Region die mittelfristigen Entscheidungen für Prioritäten im Bundesverkehrswegeplan ab 2015 vorbereiten”.

Zwischenzeitlich sprach sich der Stadtrat zumindest für die Westumfahrung aus – gegen die Stimmen von SPD, Grünen und Linken und auch das Votum des Oberbürgermeisters. Klaus Jensen wandte sich im Juni 2011 entschieden dagegen, das Vorhaben weiterzuverfolgen, doch als Chef des Stadtrats muss er den mehrheitlich gefassten Beschluss gegenüber der Landesregierung vertreten. Eine delikate Situation, zumal nun Jensens Frau Malu Dreyer als Ministerpräsidentin in Mainz die Linie von Rot-Grün umsetzen muss. Und die ist unmissverständlich, nachdem der Koalitionsausschuss nun beschloss, weder West- noch Nordumfahrung für den Bundesverkehrswegeplan anzumelden.

In einer Erklärung der beiden Parteichefs Roger Lewentz (SPD) und Britta Steck (Grüne) sowie der Fraktionsvorsitzenden Hendrik Hering und Daniel Köbler heißt es, man habe nun die Weichen für “eine moderne Verkehrsinfrastruktur” gestellt, “mit der Rheinland-Pfalz als Arbeits- und Wirtschaftsstandort attraktiv bleibt, mit Umwelt und Landschaft ressourcenschonend umgeht und die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger dauerhaft gewährleistet bleibt”.  Dabei würden die anzumeldenden Straßenbauprojekte gegenüber 2003 um die Hälfte reduziert, erklärten die Koalitionspartner. Gleichzeitig werde der Umfang beim Verkehrsträger Schiene “sehr deutlich gesteigert”.

So liege ein besonderer Schwerpunkt auf dem Ausbau des Nahverkehrs, insbesondere des Rheinland-Pfalz-Taktes, dessen Angebot um weitere 20 Prozent gesteigert werde. Bei den Anmeldungen für die Schienenwege soll unter anderem “die ertüchtigte Eifelbahn zwischen Trier und Köln” auf der Prioritätenliste weit oben stehen. Für den Bundesverkehrswegeplan werde außerdem der weitere Bau der A 1 analog zu Nordrhein-Westfalen angemeldet. “Dabei müssen die Planungen im Einklang mit den gesetzlichen Auflagen des Natur- und Umweltschutzes erfolgen sowie die vom Bund im Zuge des Anmeldeverfahrens geforderte Netzbetrachtung berücksichtigen”, heißt es einschränkend.  In der Erklärung taucht die Region Trier noch zwei weitere Male auf – bei der Information, dass Mainz den Bau des Moselaufstiegs und der Meulenwaldautobahn nicht für den Bundesverkehrswegeplan anmelden werde, und mit Blick auf die Wasserstraßen des Landes; hier fordere man “bedarfsgerechte Schleusen”.

Was die Mainzer Koalitionspartner als “ausgewogenes verkehrspolitisches Konzept” bezeichnen, stößt in der Region auf massive Kritik. So ließ die Reaktion der Industrie- und Handelskammer Trier nicht lange auf sich warten:  Zwar habe man mit Erleichterung aufgenommen, dass der A-1-Lückenschluss in der Eifel weiterverfolgt werden soll, “doch nach mehr als 40 Jahren Planung und Diskussion war diese Entscheidung längst überfällig, und es müssen jetzt schnell Taten folgen”, kommentierte Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, am Dienstag die Mainzer Beschlüsse. Die Entscheidung der Koalitionspartner zur Nord- und Westumfahrung Triers stelle jedoch eine “klare Watsche für Trier dar, die wir nicht ohne weitere Diskussion hinnehmen”,  ergänzte IHK-Verkehrsexperte Wilfried Ebel.

Ohne das Aufzeigen einer erkennbaren Alternative werde hiermit “das tägliche Verkehrschaos im Oberzentrum besiegelt und Stadt und Umland die Hoffnung auf die zwei zentralen Chancen zur Verbesserung der Mobilität im Raum Trier genommen”. Zu der Verlagerung des Durchgangsverkehrs aus dem Konz-Saarburger-Raum fehlten realistische Alternativen. Dies gelte auch für den Wirtschaftsverkehr, beispielsweise von und zu den Industrie- und Gewerbegebieten im Trierer Süden, die wegen der mangelhaften Verkehrsanbindung zunehmend unter Leerständen litten. “Wir dürfen uns nicht dauerhaft der Gelegenheit berauben, dort wirtschaftliches Wachstum zu generieren”, so Glockauer.

Von einem “schwarzen Tag für Trier und Umgebung” sprach Landrat Günther Schartz.  “Die rot-grüne Landesregierung hat die Stadt Trier und den Landkreis Trier-Saarburg in einer wichtigen Zukunftsfrage aufs Abstellgleis gestellt”, kommentierte der Christdemokrat in einer ersten Reaktion. Frontal ging Schartz, der im Herbst für eine Wiederwahl als Landrat kandidiert, Malu Dreyer an: “Das Land unter der Führung der aus Trier stammenden Ministerpräsidentin ignoriert damit konsequent die Verkehrsprognosen für den Raum Trier und beschwört einen absehbaren Verkehrskollaps geradezu herbei.” Er vermisse in dem rot-grünen Kompromiss zudem Aussagen zur Reaktivierung der Trierer Westtrasse oder zum bereits in Aussicht gestellten Bau der 2. Spur der Biewertalbrücke. “Und wer über den Ausbau des ÖPNV als Alternative zum Individualverkehr redet, der muss auch endlich die hierfür nötigen finanziellen Mittel bereitstellen”, kritisierte Schartz mit Blick auf die anhaltenden Probleme bei der Finanzierung des Nahverkehrs in Eifel und Hunsrück.

Im Gespräch mit 16vor hatte Malu Dreyer im vergangenen Dezember erklärt: “Das Verkehrskonzept für die Region Trier hat eine hohe Priorität in der Landesregierung. Die Verkehrsbelastung in Stadt und Umland ist enorm, auch stellt die Region ein wichtiger Transit- und Verbindungsraum für die Großregion und Europa dar. Bereits in diesem Frühjahr 2013 wird die Verkehrsstudie vorliegen, so dass wir die Ergebnisse rechtzeitig für die Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans auswerten und berücksichtigen können.” Mit ihren Beschlüssen ist die Mainzer Koalition dem Konzept nun offenbar zuvorgekommen, zumindest wurde dieses noch nicht öffentlich vorgestellt.

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23 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. phillip trellert schreibt:

    wundert das jemanden ? mich nicht.
    der spruch ” wer hat uns verraten ? sozialdemokraten!” ist jahrzehnte alt…und immer wieder aktuell.

  2. Peter Spang schreibt:

    Landrat Schartz hat leider recht, denn Trier ist keine Insel,sondern liegt mitten in Europa und unsere europäischen Nachbarn sind von Frau Dreyers grün-naiven Vorstellungen über zukünftige Mobilität schwer zu überzeugen. Das immer wieder gern Erzählte, es seien ja überwiegend keine durchreisenden Fahrzeuge, die Trierer Straßen nutzen, sondern dessen Bürger(Innen) , die gefälligst auf ÖPNV umsteigen sollten, hat sich längst als Märchen herausgestellt. Gerade mal einen Tag, nachdem in Mainz munter über 200 Millionen neue Schulden, u.a. für einen insolventen Billigfliegerflughafen, beschlossen wurden, wird nun abermals ein fauler Mainzer Koalitionskompromiss vorgelegt, der übrigens mit der für diese Koalition typischen Arroganz der Macht die klaren Aussagen der Basis, nämlich des Stadtrats Trier und des Kreistags Trier-Saarburg, ignoriert. Während sich in anderen Bundesländern auch SPD-Abgeordnete für die Wettbewerbsfähigkeit ihres Landes durch den Ausbau der dortigen Autobahnnetze stark machen ( z.B. seit Jahren ein gewisser Herr Steinmeyer) , haben wir es in Trier/Mainz leider mit einer wirtschaftsfeindlichen Politik zu tun, die von sich selbst auch noch allen Ernstes behauptet, mittelstandsfreundliche Rahmenbedingungen zu setzen.

  3. Stephan Jäger schreibt:

    @Peter Spang

    „Das immer wieder gern Erzählte, es seien ja überwiegend keine durchreisenden Fahrzeuge, die Trierer Straßen nutzen, sondern dessen Bürger(Innen) , die gefälligst auf ÖPNV umsteigen sollten, hat sich längst als Märchen herausgestellt.“

    Können Sie das in irgendeiner Form belegen oder behaupten Sie das einfach mal so, weil es Ihnen gut in den populistischen Kram passt? Dieses „gern erzählte Märchen“ jedenfalls entstammt im Wesentlichen der bereits im Jahr 1993 durch das Ulmer Ingenieurbüro Schaechterle-Siebrand erstellten Analyse der Ist-Situation in Trier. Einem Gutachten übrigens, auf dessen Erkenntnisse sich in wichtigen Punkten auch das aktuell vorligegende Mobilitätskonzept noch bezieht. Und, wenn sich in diesen Punkten in Trier seit 1993 irgendetwas geändert hat, dann ganz sicher nicht zum Guten!

    Das Mittragen des MOKO 2025 durch Ihre Fraktion darf also somit eher als Lippenbekenntnis im Hinblick auf die kommende Kommunalwahl verstanden werden, oder wie sind Ihre obenstehenden Äußerungen einzuordnen?

    Wie unsere „europäischen Nachbarn“ heute mit den Problemen von hohem Individualverkehrsaufkommen in Ballungsräumen umgehen, sollte Sie sich vielleicht einmal etwa am Beispiel von Utrecht in den Niederlanden anschauen. Aber nicht garzusehr erschrecken! Manches wird Ihnen aus Ihrer Sicht sicher sehr „grün-naiv“ vorkommen.

  4. horst haller schreibt:

    Wir haben in Trier genug Strassen in marodem Zustand. Bevor über einen Moselaufstieg diskutiert werden dafr, sollte erst mal genung Geld in der Kasse sein um diese zu sanieren. Von den Schulen ganz zu schweigen…. Just my opnion, und dabei würde ich durchaus vom Moselaufstieg profitieren…

  5. Dirk Schwänzl schreibt:

    Märchen hin oder her, wenn man die Autofahrer zum Umstieg auf den ÖPNV bringen möchte, dann muss für eben diesen auch Geld in die Hand genommen werden. Nur die Straßenprojekte beerdigen und nicht in den ÖPNV zu investieren kann es nicht sein.
    Und sind wir alle mal ehrlich … in der aktuellen Situation ist der ÖPNV in der Region überhaupt nicht dazu in der Lage, irgendwelche größeren Mengen an Autofahrer anzuziehen. Ich zum Beispiel aus der Saarburger Ecke komme gar nicht ordentlich zum Arbeiten nach Trier, selbst wenn ich den ÖPNV nutzen wollte.
    Gruß Dirk

  6. Henrick Meine schreibt:

    Es ist zu begrüssen, dass es nun endlich zum A1- Lückenschluss kommen soll. Wobei die windelweiche Formulierung von Rot-Grün (Grün-Rot?) viel Spielraum läßt um sich am Ende doch noch vor dem Bau zu drücken.

    Viele Bürger der Region Trier hatten grosse Hoffnungen in die neue MP Marie-Luise Dreyer gesetzt.
    Eine Landesmutter aus der Region. Jemand der die Probleme vor Ort kennen sollte!
    Jemand der nach Jahren des Darbens, hoffentlich mehr Verständnis für die Bedürfnisse der Bürger aufbringen würde als Ihre Vorgänger.
    Diese Hoffnungen wurden nun zunichte gemacht!

    TR wird weiterhin unter dem hohen Verkehrsaufkommen leiden. Aber nicht nur das! Es wird eher noch schlimmer werden als es jetzt schon ist. Das Mobilitätskonzept der Stadt rechnet mit weiter steigenden Zahlen bzgl. des Individualverkehrs. Es wird nicht ausreichen die neue Haltepunkte einzurichten und die Westtrasse zu reaktivieren. Dies ist schon heute absehbar!
    TR-Saarb. wird weiterhin in seiner Entwicklung gebremst.

    Augenscheinlich ist es Fr Dreyer egal! Frei nach dem Motto: “Nach Mainz fährt der Chauffeur, was kümmern mich die anderen!”

    Ein solches Kredo würde zumindest die Ignoranz erklären mit der man den Wünschen der Bürger und den bestehenden und kommenden Problemen begegnet.

    SPD und Grüne sind nun also nicht mal mehr bereit die Wünsche der Bürger auf den Wunschzettel (Bundesverkehrswegeplan) zu schreiben.

    Soviel zu: “Wir hören zu!”… Wohl eher: “Wir hören zu und sch… drauf!”

  7. Reinhold Hoffmann schreibt:

    Erstens:
    Wo bleibt der Aufschrei der Trierer Sozialdemokraten gegen das unsäglich dumme und infame Zitat von Phillip Trellert?
    Die einzige große Partei der Weimarer Republik, die von Anfang bis Ende diese Republik gestützt und getragen hat, sollte sich diesen Umgang verbitten.
    Oder, was ich vermute, plappert Herr Trellert einfach etwas nach, ohne die historischen Zusammenhänge zu kennen: Dieses Zitat wurde von den Vertretern der Dolchstoßlegende volksverhetzend gegenüber der Sozialdemokratie in der Weimarer Republik verwendet. Vielleicht schlägt er ja einmal nach.

    Zweitens:
    Ohne auf die einzelnen Aspekte der von der Landesregierung gemachten Vorschläge einzugehen: Wie bei der Schuldebatte in Trier, so kann man auch bei der Reaktion auf die Verkehrswegeplanung beobachten, dass angesichts der Verschuldung der öffentlichen Hand ja alle sehr fürs Sparen und die Konsolidierung der Haushalte eintreten; aber bitteschön doch nicht bei uns oder vor unserer Haustür.

    Und drittens:
    Obwohl ich mit vielen Entscheidungen unserer Volksvertreter meine Probleme habe: Politik ist die Kunst des Kompromisses, gerade in einer Koalitionsregierung. Ich erinnere an das Zitat von Regina Bux in der Stadtratssitzung von vergangener Woche zum Thema Schulplanung.

  8. Peter Spang schreibt:

    @ Stephan Jäger
    Wenn Sie einen Beleg dafür brauchen, dass täglich tausende von Fahrzeugen Trier lediglich durchfahren, dann stellen Sie sich einfach mal an die betroffenen Straßen und sprechen mit Anwohnern. Und eines hat ja die Schaechterle-Siebrand-Analyse eindrucksvoll unter Beweis gestellt, nämlich dass man mit Prognosen daneben liegen kann. Dass der motorisierte Individualverkehr europaweit zunehmen wird bis 2025 steht jedenfalls auch im aktuellen Mobilitätskonzept. Weshalb sollte denn sonst „zur Reduzierung der Zunahme (sic !) im motorisierten Verkehr über die Stadtgrenze… zukünftig eine Intensivierung der Planung und Abstimmung von Siedlungs- und Verkehrsentwicklung auf interkommunaler Ebene“ erforderlich sein? Und welche enorme Entlastungswirkung die großräumige Umfahrung für Trier hat? Steht deutlich drin: „ Durch eine umweltverträgliche Schließung der Lücken im Fernstraßennetz können die nachgeordneten Straßennetze erheblich entlastet werden […]. Umweltgerechte Ortsumgehungen […] entlasten die Ortsdurchfahrten vom Druck des Durchgangsverkehrs, ermöglichen eine ortsgerechte Gestaltung und Nutzung der Ortszentren, schützen erhaltenswerte Siedlungsstrukturen, vermindern die innerörtlichen Lärm- und Abgasbelästigungen und erhöhen die Verkehrssicherheit.(…) Sinnvolle Ergänzungen im Nord-Süd-Straßennetz des Moseltals wären: (…) – eine direkte Verbindung vom Saartal zur A 64 als Westumfahrung des Stadtgebietes“. Das Mittragen der Ziele des MOKO 2025 durch die Fraktion der Freien Wähler war insbesondere durch solche realistischen Aussagen des Konzepts keine Frage. Der an sich begrüßenswerte Lückenschluss der A 1 wird den Druck auf Triers Straßen m.E. übrigens weiter verstärken. Wenn man es in Trier aber wirklich ernst meint mit der Stärkung des Umweltverbunds, dann muss man dasselbe tun wie jede kleine Ortsgemeinde mit Kuhstall: erst einmal den Durchgangsverkehr raushalten!
    Die Tatsache, dass es in Rheinland-Pfalz kein flächendeckendes System von Radstationen wie z.B. am Utrechter Hauptbahnhof gibt, liegt sicherlich nicht an der Politik der Freien Wähler Trier. Wer als Trierer das Fahrrad in starkem Maße nutzen will kann aber doch kein Interesse haben an Durchgangsverkehr, die attraktive Querachsen für den Radverkehr durch die Stadt verhindern. Der Plan einer autofreien Römerbrücke bleibt bspw. so lange Utopie, bis der Durchgangsverkehr von Triers Straßen verschwindet. Ah ja, wo wir gerade beim Thema sind. Schon vergessen, dass die von Ihnen zitierte Prognose aus dem Jahr 1993 bereits im Fall Petrisbergaufstieg die Mehrheit des aktuellen Stadtrats zu sehr sehr teuren Fehlentscheidungen verleitet hat? Die insbesondere von SPD, Grünen und CDU erst im letzten Jahr vollzogene peinliche Kehrtwende in Sachen Petrisbergaufstieg sollte doch gerade Ihnen als Befürworter des Aufstiegs und Dauerkritiker der Politik der Freien Wähler, die diese 100 Millionen Utopie von vorneherein als Luftnummer identifizierten, eine Lehre sein.

  9. Stephan Jäger schreibt:

    @Peter Spang
    „Wenn Sie einen Beleg dafür brauchen, dass täglich tausende von Fahrzeugen Trier lediglich durchfahren,“

    Nein, Herr Spang, einen Beleg dafür, dass Durchgangsverkehr existiert brauche ich nicht. Das ist mir bekannt.

    Viel lieber hätte ich einen für Ihre Behauptung, dass Aussagen über einen prominenten Anteil von reinem Binnenverkehr „Märchen“ sind. Den wiederum werden sie schwerlich erbringen können, weil Ihre Behauptung eben einfach nicht wahr ist!

    Wenn ich mich recht entsinne gingen Schaechterle-Siebrand bereits 1993 von einem Anteil von über einem Drittel an Fahrten unter 3 Kilometern aus, die ihren Ausgangs- und Zielpunkt im direkten Stadtgebiet haben. Sie sehen also (um den Bezug zum FWG-Statement in der Rathauszeitung herzustellen): Niemand „verdrängt“ das Auto. Das Auto verdrängt sich selbst! Die, die, aus reiner Faulheit oder irgendeinem 70er Jahre Statusdünkel, buchstäblich jeden Meter fahren, verdrängen die, die (durch)fahren müssen. Daran wird keine noch so vielspurige Umgehungsstraße je etwas ändern können.

    Also ersparen Sie uns das Märchen von den Massen an Durchgangsverkehr, die die Verkehrsprobleme Triers verursachen, wenn Sie im gleichen Moment jedwede Maßnahme, die – per Vermeidung unnötiger Autofahrten – den Stadtverkehr tatsächlich entlasten könnte, als „grün-naive“ Spinnerei abtun.

  10. Rainer Landele schreibt:

    @Henrick Meine

    wie? es gibt noch eine chance den A1 “lückenschluss” zu verhindern? na, dann würden wir als grüne wohl als erstes jubeln. tun wir nicht, gehen vielmehr in sack und asche, weil jahrzehntelanger kampf dort verloren wurde. so läuft die zermürbungstaktig unserer beton-autobahnfraktion: immer schön ein projekt nach dem anderen realisieren, um dann die alternativlosigkeit des nächsten projektes zu behaupten. und immer mit dem versprechen, dann würde es aber endlich wieder freie fahrt geben auf den strassen…

    wenn sie, herr meine, schreiben, die rot-grüne landesregierung sei nicht mal mehr bereit, des bürgers wunschzettel nach berlin zu kommunizieren, ja, dann haben sie recht. und ich erwidere: gott sei dank!

    was hilft dieser wunschzettel (und mehr ist der bundesverkehrswegeplan nicht hinsichtlich moselaufstieg und meulenwaldautobahn: in der priorität nämlich weit, weit hinten) den menschen hier innerhalb der nächsten zwanzig jahre – wenn die projekte eben gar nicht realisiert werden?

    ihk, schartz, fwg, peter spang machen jetzt so, als würden wir jetzt verkehrspolitisch an eine mauer stossen. als hätte die aufnahme von nicht realisierten projekten irgendeinen nutzen – außer, den menschen der region falsche hoffnungen vor zu gaukeln.

    die entscheidung für westtrasse und ÖPNV dagegen ist keine taube auf dem dach, sondern der spatz in der hand. und in zehn jahren vielmehr als das, nämlich realer fortschritt in der verkehrspolitik anstatt luftschlösser…

  11. Dirk Schwänzl schreibt:

    @Rainer Landele
    “die entscheidung für westtrasse und ÖPNV dagegen ist keine taube auf dem dach, sondern der spatz in der hand.”

    Ach und von welchem Geld soll der Spatz am Leben erhalten werden? 19 Mio. vom Land für Haltepunkte sind doch viel zu wenig um die Westtrasse auch nur irgendwie sinnvoll zu nutzen. Mal davon abgesehen, dass die Westtrasse keinen wirklichen zusätzlichen Autoverkehr übernimmt. Welchen denn auch? Die paar Schweicher, die nach Euren/Zewen ins Industriegebeit wollen? Alle die aus der Region Trier nach Lux. wollen, nehmen den günstigen und komfortablen Bus. Und der Rest fährt weiterhin mit seinem Auto nach Trier rein.
    So lange die Westtrasse nicht sinnvoll mit einer “Rundbahn” verknüpft wird (Saarburg-Schweich, jeweils über West und Hbf in beiden Richtungen, mind. halb-Stunden Takt) und dazu viele neue Haltepunkte, wird sich das ganze in Sachen Fahrgastzahlen doch nie und nimmer rechnen. Vor allem dann auch noch bei den hohen Ticketpreisen.

    Gruß Dirk

  12. Henrick Meine schreibt:

    Vielen Dank fuer die prompte Bestätigung von: “Wir hören zu und sch… drauf!”, Herr Landle.

    Gut zu wissen, dass für die Grünen die Wünsche der Bürger keine Rolle spielen!

  13. Raimund Scholzen schreibt:

    @Peter Spang: Lieber Peter, bezüglich Märchen des selbstverursachten stadtinternen Binnenverkehrs schau dir bitte doch die Tabellen 1 (S. 39) und 10 (S. 44/45) des von dir im Stadtrat mitbeschlossenen MoKo 2025 an.
    Tab. 1, Verkehrsaufkommen MIV Analyse 2010, Summe Kfz-Fahrten MIV:
    Insgesamt 337.500=100%, hiervon
    Binnenverkehr 151.500=45%,
    Quell-/Zielverkehr 146.000=43%,
    Durchgangsverkehr 40.000=12%
    Tab. 10, Verkehrsaufkommen MIV Basisprognose 2025: Summe Kfz-Fahrten MIV: Insgesamt 366.000=100%, hiervon
    Binnenverkehr 148.500=41%,
    Quell-/Zielverkehr 167.200=46%,
    Durchgangsverkehr 50.300=14%.
    Noch Fragen?

  14. Sönke Greimann schreibt:

    Die Märchen vom grünen ÖPNV-Traum zerplatzen spätestens dann, wenn auch der umweltfreundliche Bio-Bus über die städtischen Buckelpisten fahren muss, oder der Bürger renitenterweise die nach dem Motto: “Wohin wir nicht fahren müssen Sie nicht!” angebotenen Strecken nicht händeklatschend annimmt, weil er gern flexibler ist, und das Tarifangebot seine Nutzungserwartungen nicht abdeckt…

    Dann wird bald Tempo 30 eingeführt, die Blechlawine schleicht dann im Schrittempo bei 2500 Motortouren durch die Moselstadt, die Feinstaubmessanlagen schlagen Alarm und Herr Landele ist der erste, der die autofreie Innenstadt fordert… Naja, so fix isser auch wieder nicht, vielleicht nur unter den ersten…

    Es ist einfach ein Mentalitätsproblem. Als Grüner entscheidet man, was die Leute sollen. Als vernünftiger Politiker berücksichtigt man wenigstens ansatzweise, was die Leute _wollen_.

  15. Stephan Jäger schreibt:

    @Sönke Greimann

    „Als vernünftiger Politiker berücksichtigt man wenigstens ansatzweise, was die Leute _wollen_.“

    Klar! Was die Leute _wollen_…
    Jeder für sich selbst : 8-10qm Fläche als einzelner Verkehrsteilnehmer. Auch in Ballungsräumen mit großem Einzugsgebiet. Auch auf kürzesten innerstädtischen Strecken.
    Von Anderen (Mitbürger, Politiker): Sonstwo fahren! Zumindest nicht da, wo man selbst fahren will. Und erst recht nicht da, wo man wohnt. Sechsspurige Straßen in Top-Zustand, wo man fahren will. Umgehungsstraßen, wo man seine Ruhe haben will.

    Als wirklich so richtig „vernünftiger, bürgernaher“ Politiker erzählt man den Leuten dann, dass das alles zusammen passt und nur an irgendwelchen bösen Blockierern liegt, dass man’s nicht machen darf.

    Ich weiß nicht, ob Herr Spang mal einen dieser armen „Durchgangs“verkehr geplagten Menschen gefragt, wie oft derselbst denn – jetzt, wo es halt noch keine Umgehungsstraße gibt – schon das Auto stehen lassen hat, um seine Nachbarn oder gar Menschen in einem anderen Stadtteil nicht mehr als nötig zu belasten. Da ist dann mit einiger Sicherheit ganz schnell Schweigen im Walde. Wie weit es hier in Trier mit der Bereitschaft her ist, wenn man selbst hinter der Windschutzscheibe hockt, die Rücksicht zu nehmen, die man lauthals von Anderen einfordert, konnte man ja neulich bei der unangemeldeten Geschwindigkeitskontrolle auf dem Petrisberg schön sehen.

  16. Rainer Landele schreibt:

    @heinrick meine

    was wünscht der bürger hinsichtlich mobilität?

    er und sie wollen komfortabel von A nach B kommen. sie wollen nicht noch mehr verkehrslärm, staus und luftbelastung.

    und nun kommen sie sowie andere und erzählen, dies ginge nur mit moselaufstieg und meulenwaldautobahn.

    also, nehmen wir, die beiden projekte stünden im bundesverkehrswegeplan. sagen sie bitte, wieviele jahre würde die verwirklichung dauern? unter 20 jahre? und wieviel würde es kosten? 500millionen €? wolkenkuckucksheim!

    wollen die menschen sicher nicht, sondern konkrete fortschritte innerhalb weniger jahre, oder?

    desweiteren möchte ich bemerken: ich shice nicht – wie von ihnen mangels lesekompetenz unterstellt -auf die wünsche und das wollen anderer menschen.

    ihr umgang mit dieser politischen niederlage dagegen zeigt, wie sehr sie das von ihrem wollen abweichende wollen anderer menschen achten: nämlich gar nicht. sie sollten vielleicht mal endlich lernen, das ihr wollen nur eines von vielen ist – welches eben auch mal unterliegen kann. sie spielen sich hier auf, als hätten sie die wahrheit an der einzig richtigen lösung gepachtet. dieser absolutheitsanspruch errinert mich an den kommentar von herrn pistorius im tv: “Die Wahrheit ist sehr simpel, und niemand wird sie ernsthaft widerlegen können.” na, wenn man so tickt, dann ist man in einer relativistischen demokratie noch nicht angekommen.

    p.s.: ? x 6=24 – wird ja immer schwerer. gut das es calc.exe gibt…

  17. Peter Spang schreibt:

    Der 45 %-Anteil des Binnenverkehrs betrifft das gesamte Stadtgebiet. Meine Aussage, es seien nicht ü b e r w i e g e n d die (motorisierten) Fahrzeuge der Bürger(Innen) von Trier selbst, die die Trierer Straßen nutzen, bezog sich im Kontext des Artikels auf die Moseluferstraßen; hätte ich sicherlich deutlicher schreiben müssen, mea culpa. Die Freien Wähler haben dem MOKO u.a. deshalb zugestimmt, weil Fahrten über die Stadtgrenze völlig zu Recht auf öffentliche Verkehrsmittel verlagert werden sollen. Dass dieser Prozess mindestens zwei Dekaden dauern wird, sollte auch den Gegnern einer großräumigen Ortsumgehung klar sein. Und als Befürworter einer solchen Bundesmitteln (!) finanzierten Umfahrung darf man auch hinter dem Regionalbahnkonzept stehen. Hier aber liegt der Ball doch seit etlichen Jahren im Tor des Landes Rheinland-Pfalz.

  18. Martin Müller schreibt:

    Jetzt sperrt man sich schon jahrzehntelang dagegen, die Biewertalbrücke ordentlich auszubauen nur um gegnügend politischen Druck für die Meulenwaldautobahn zu erzeugen. Und was soll das ganze? Einfach weil mehr Straßen immer gut sind? So ein Unsinn. Hier würde uns hier in Föhren eine ganze Wohngegend unbewohnbar gemacht obwohl es die Trasse Schweich-Moseltal-Bierwertalbrücke-Sirzenich ja schon gibt. Welcher Betonkopf braucht hier noch eine Autobahn durch den Meulenwald (Waldgebiet des Jahres 2013) nach Sirzenich. Ein Lob auf die Landesregierung.Wir aus dem Trierer Umland brauchen eine anstädige ÖPNV-Anbindung ins Industriegebiet und nach Luxemburg. Mit steigenden Bezinpreisen und wachsendem Umweltbewußsein ist hier sowieso ein Umdenken im Gange. Was sollen wir dann mit einer Meulenwaldautobahn.

  19. Henrick Meine schreibt:

    Zitat Hr. Landle: „… die rot-grüne landesregierung sei nicht mal mehr bereit, des bürgers wunschzettel nach berlin zu kommunizieren, ja, dann haben sie recht. und ich erwidere: gott sei dank!“

    Wenn sie so etwas von sich geben müssen Sie sich doch nicht ernsthaft wundern wenn im Nachhinein festgestellt wird der Bürgerwunsch sei Ihnen egal!

    Richtig… Ich als Bürger (Sie scheinen ja sich ja als Teil einer besonderen Spezies zu sehen) möchte komfortabel von A nach B kommen, und das mit mögl. wenig Lärm und Luftbelastung.
    Dumm ist nur… ohne Straßen außerhalb des Stadtgebiets bleibt der Lärm und die Luftbelastung in der Stadt!
    Die Prog. bzgl. der Entwicklung des Verkehrsaufkommens deuten darauf hin, dass diese in den nächsten Jahren deutlich ansteigen wird.

    Sie lassen es in Ihrem Kommentar erscheinen als hätte man sich für den Bau von Bahn ODER Straße entscheiden müssen. Dem war nicht so!!! Das Mobilitätskonzept der Stadt ist hier sehr eindeutig und sieht eine Erweiterung von BEIDEM vor!

    Ich möchte hier mal ganz deutlich festhalten, dass ich mir, im Gegensatz zu Ihnen, nicht anmaße zu wissen was die einzelnen Bürger wollen. Im Gegenteil! Mir ist es wichtig Chancen zu ermöglichen und eben nicht auf paternalistische Art und Weise unumkehrbare Fakten zu schaffen.
    Ja Hr. Landle, ich bin verärgert, verärgert darüber, dass Ihre Partei den Bürgern in der Region über Jahrzehnte hinweg eine Chance genommen hat! Und dies gegen den erklärten Willen von Stadtrat und Kreistag.

  20. Raimund Scholzen schreibt:

    @Peter Spang: Lieber Peter, noch ein Beitrag zum Individualverkehr aus dem MoKo 2025: Moseluferstraße, höchstbelasteter Abschnitt St-Barbara-Ufer: Verkehrsbelastung Kfz/24 h
    Blatt 3.5 Analyse 2010: 48.600=100%, hiervon (aus Anlg. 1.3, 1.4 und 1.5)
    Binnenverkehr 10.600=22%
    Quell-/Zielverkehr 28.900=59%
    Durchgangsverkehr 9.100=19%
    Blatt 3.6 Basisprognose 2025: 50.400=100%, hiervon (aus Anlg. 2.4, 2.5 und 2.6)
    Binnenverkehr 9.500=19%
    Quell-/Zielverkehr 30.600=61%
    Durchgangsverkehr 10.300=20%
    Ähnlich sind die Anteile im weiteren Verlauf der Moseluferstraße, den höchsten Anteil um die 60 % hat der Quell-/Zielverkehr, für den irgendwelche Stadtumfahrungen völlig uninteressant sind. Und interessanterweise sind die Anteile von Binnenverkehr und Durchgangsverkehr mit jeweils ca. 20 % in etwa gleich. Das heißt, der Bund würde mit seinen Mitteln zur Entlastung eines Teils dieser 20 % beitragen, die Entlastung der restlichen 80 % ist weiter von der Stadt zu finanzieren. Und das bezieht sich nur auf den Kfz-Verkehr. Wenn wir das gesamte Verkehrsaufkommen mit ÖPNV und Fuß und Rad betrachten, verschieben sich die Zahlen noch mehr in Richtung Binnenverkehr. Kann ich dir gerne nachliefern, wenn du willst, aber schau doch selbst mal im MoKo auf Seite 39, Tabelle 9: Modal-Split-Anteile Analyse 2010.

  21. Rainer Landele schreibt:

    @henrick meine

    zitat: “Mir ist es wichtig Chancen zu ermöglichen und eben nicht auf paternalistische Art und Weise unumkehrbare Fakten zu schaffen.”

    das ist eine interessante sicht. um es mal auf den punkt zu bringen:

    wenn sie, herr kaster, die ihk & hwk ihre autobahnprojekte durchsetzen und am ende sogar realisieren, dann ist das natürlich zum wohle der welt und zu aller menschen nutzen.

    wenn ich, die grünen und umweltschutzverbände uns damit durchsetzen, solche projekte (leider immer nur vorerst) zu verhindern, dann ist das undemokratisch, “paternalistisch”, schlecht für alle.

    nicht zu vergessen: gegen den willen der bürger, unumkehrbar, chancen verhindernd.

    kurz zusammengefasst: henrick gut, rainer böse…

    gibt es doch ‘ne ganz alte antwort d’rauf: “Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst! ”

    und was ihre aussage hinsichtlich des entweder bahn oder strasse betrifft: insofern man einen euro nur einmal (in der region trier) ausgeben wird, gibt es eben ein entweder oder.

    was mir bei der debatte auffällt: alle befürworter ignorieren geflissentlich, dass der bundesverkehrswegeplan noch keine realisierung garantiert. ist DAS ehrlich?

  22. Jürgen Förster schreibt:

    Betrachten wir doch einmal ganz nüchtern die Fakten und verweigern uns nicht einem Blick auf die Landkarte::
    a) 80% des Verkehrs in Trier sind Binnenverkehr oder Ziel- und Quellverkehr (belegt von Herrn Scholzen):
    das heißt:
    1. eine Meulenwaldautobahn würde Trier nun wirklich gar nicht helfen (die Entlastungswirkung wäre ja nur im Bereich Schweich/Kenn/Ehranger Brücke – wo es nicht extrem eng zugeht), aber ein großes Waldgebiet zerschneiden;
    2. ein Moselaufstieg brächte bestenfalls eine Entlastung für den Güterverkehr aus dem kleinen Industriegebiet im Trierer Süden – von der Raumordnung her wäre eine solche Verbindung eher von Konz zur A64 logisch.
    b) In 80%+ der PKW sitzt nur eine Person (eigene Beobachtungen): es gibt also enorm viel Raum zum Zusammenrücken! …und damit zur Reduktion von Straßen- und Parkraum.

    Was Trier also wirklich braucht:
    1. einen guten ÖPNV! (derzeit nur ein unterirdisches Angebot zu überirdischen Preisen…)
    2. …und ein brauchbares Radwegenetz: da hat sich in der letzten Dekade ja so gut wie gar nichts getan! Schlimm! –
    ergo: Trier verschläft die mobile Zuklunft!
    Zumindest gehen die Entscheidungen auf Landesebene in die richtige Richtung – ein kleiner Hoffnungsschimmer!
    Jetzt muss Trier ENDLICH nachziehen!

  23. Chris Steil schreibt:

    Die Mähr mit dem öffnetlichen Nahverkehr ist allmählich echt nicht mehr zu ertragen. Es ist nicht möglich den ÖPNV so attraktiv zu gestalten, dass hier eine echte Entlastung der Strassen herrauspringt. Für mich stellen sich die Entscheidungen der Landesregierung als echte Nullnummer heraus. Mal ne blöde Frage: Trier profitiert in hohem Masse vom FremdenVERKEHR, ob die dann in Zukunft auch alle mit dem ÖPNV nach Trier kommen ??????

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