“Kurzerhand ignoriert”

TRIER. Vertreter von rund 50 gastronomischen Betrieben laufen Sturm gegen eine von der Verwaltung geplante Änderung der Sondernutzungssatzung. Man wolle demnächst eigene “konstruktive Vorschläge” präsentieren, versprechen die Wirte.

Auf Einladung von Eric Naunheim, Betreiber von Louisiana und Donna Mia am Kornmarkt, trafen sich die Wirte.

Die Sondernutzung im Sinne der Satzung der Stadt Trier umfasst viele Bereiche, darunter Verkaufs- und Infostände, “Kundenstopper”, Warenauslagen, Straßenfeste, Baustelleneinrichtungen und auch Terrassengastronomie. Gerade letzterer Punkt treibt die Chefs der gastronomischen Betriebe nun um. “Aufgeschreckt durch Berichte von Teilnehmern aus dem Arbeitskreis in der Stadtverwaltung und durch einen eher zufälligen Einblick eines betroffenen Gastronomen in eine verwaltungsinterne Präsentation, in der bestehende und zukünftige Terrassenflächen – mit bis zu 50-prozentiger Verkleinerung – grafisch aufbereitet worden waren, formiert sich Widerstand”, heißt es in einer Mitteilung.

Neben der einhelligen Ablehnung zahlreicher vorgelegter Änderungsvorschläge herrsche die Meinung, “dass insbesondere die Art und Weise der Entscheidungsfindung im Arbeitskreis fragwürdig ist”. Extra eingeladene und ausgewiesene externe Experten, etwa von der Industrie- und Handelskammer Trier, vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband oder von der Trierer City-Initiative, seien zwar angehört, ihre Vorschläge oder Einwände aber “kurzerhand ignoriert” worden, “sofern deren Meinung nicht der gewünschten entspricht”. In Protokollen der Sitzungen werde “anschließend suggeriert, die dort aufgenommenen Meinungen und Entscheidungen seien einvernehmlich zustande gekommen”. Man distanziere sich ausdrücklich von dieser Art der Zusammenarbeit, heißt es in der Stellungnahme der Gastronomen, die auf Einladung Naunheims zusammengekommen waren.

Werde auch nur ein Teil der bisher angeblich gemeinsam erarbeiteten Maßnahmen umgesetzt, seien schwerwiegende Folgen programmiert, warnen sie und zählen auf: “Abbau von Service- und Küchenpersonal, weniger Einnahmen durch Umsatz- oder Gewerbesteuer oder aufgrund von weniger Gebühren durch Flächenverkleinerung”. Zusätzlich bestehe “keinerlei Planungssicherheit”. Ohne Kenntnis von Änderungen der Sondernutzungssatzung und deren Konsequenzen könnten die Unternehmer jedoch keine Investitionen tätigen.

Man sei gleichwohl der Ansicht, dass die bestehende Sondernutzungssatzung erhalten, an einzelnen Punkten aber auch geändert oder ergänzt werden könne. Hierzu wolle man in den nächsten Monaten konstruktive Vorschläge zur Fortschreibung der Sondernutzungssatzung erarbeiten, kündigten die Gastronomen an. “Das Flair einer Stadt, die Attraktivität von Häusern oder Straßenzügen, wird nicht erhöht, indem Terrassengastronomie radikal beschnitten wird. Individuell gestaltete Terrassen verbessern das Wohlfühlklima einer Innenstadt. Und genau das wird benötigt, wenn Trier sich weiterhin erfolgreich im heutzutage europaweiten Wettbewerb der Städte um zahlungskräftige Touristen behaupten will”. Nicht zuletzt sollten auch die Trierer sich auf eine der zahlreichen Sitzplätze niederlassen und sagen können und sich dort wohlfühlen.

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1 Leserbrief | RSS-Abo

  1. V.Clemens schreibt:

    Warum die Aufregung ? Die Stadt will mal wieder eine neue Satzung / Regelung einführen. Na und ? Wird doch eh nicht kontrolliert. Wer den auch .

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