Lange Haftstrafen für Räuber

TRIER. Unter anderem wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung hat das Landgericht Trier am Montagabend zwei Männer verurteilt. Die beiden Trierer haben im vergangenen Juli gemeinsam eine Gaststätte in der Innenstadt mit Schreckschusspistolen überfallen.

Der 38-jährige Angeklagte brach 2013 zudem in ein Bistro und in eine Kneipe ein und knackte dort Spielautomaten. Die erbeutete Summe lag im vierstelligen Bereich. Außerdem verkaufte er einen gestohlenen Laptop und überfiel eine Spielhalle. Bei seinem späteren Komplizen blieb es beim Versuch eines Überfalls, weil ihn die Spielhallenmitarbeiterin erkannte und dadurch in die Flucht trieb. Beim gemeinsamen Kneipenüberfall erbeute das Duo insgesamt 85 Euro.

Beide Angeklagte sind bereits mehrfach einschlägig strafrechtlich in Erscheinung getreten. Wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung, schwerer räuberischer Erpressung, Diebstahls in drei Fällen, davon in zwei Fällen in Tateinheit mit Sachbeschädigung und wegen Hehlerei wurde der 38-Jährige zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Zudem soll er in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden.

Der ältere Angeklagte wurde wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung in zwei Fällen, wovon es in einem Fall beim Versuch blieb, zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. Auch er muss in eine Entziehungsanstalt.

Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Weiterer Beitrag zum Thema: “Zweiter Räuber gefasst“.

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6 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. phillip trellert schreibt:

    schlag jemandem die fresse ein, vergehe dich an einem kind, oder hinterziehe ein paar läppische millionen steuergeld, und du kriegst 6 monate auf bewährung.
    überfall aber ne kneipe , und erbeute dabei 85 euro (!!!)…und du gehst 8 jahre in den bau.
    “rechtsstaat” heisst das anscheinend, behaupten sie…

  2. V.Clemens schreibt:

    @ Herr Trellert: Richtig. Oder frei nach Jay Leno:
    ” Ich habe neulich am Augustinerhof die Parkzeit um 5 Minuten überschritten und ein Knöllchen bekommen. Der Staat wollte es mit allen Mitteln eintreiben. Mein Anwalt hat vor Gericht erreicht, das dass Knöllchen in eine Mordanklage umgewandelt wurde: Freispruch! “

  3. Fabian Bauer schreibt:

    Es gab irgendwo eine Studie, die den Anteil an Kommentaren untersuchte, die abgesetzt wurden, bevor eine vollständige Verarbeitung des Textes (zeitlich) kognitiv möglich ist…

    In diesem Sinne, Herr trellert:
    Es geht nicht um 85 Euro. Es geht um einen Überfall, bei dem eine Waffe (“oder ein anderes gefährliches Werkzeug”) zum Einsatz kam. Es ging nicht um 8 Jahre für 85 Euro, sondern um eine Gesamtstrafe für (um Ihnen obige Meldung optisch ein wenig zu gliedern):

    – besonders schwere räuberischer Erpressung
    – schwere räuberischer Erpressung
    – Diebstahl
    – Diebstahl
    – Diebstahl
    – Sachbeschädigung
    – Sachbeschädigung
    – Hehlerei

    Dann stand da etwas von “bereits mehrfach einschlägig strafrechtlich in Erscheinung getreten”.
    So etwas wird bei der Zumessung eines Strafmaß meines Wissens auch berücksichtigt. In jedem Fall ist es aber relevant für die Frage, ob eine Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

    Vielleicht hilft das ein wenig, die Schattierungen zwischen schwarz und weiß zu erahnen. Und Gefahr droht dem Rechtsstaat eher von anderer Stelle. Zum Beispiel unter anderem durch populistische Schreierei statt vertiefter Auseinandersetzung.

  4. phillip trellert schreibt:

    herr bauer, es stand auch was da von “schreckschusspistolen”.
    das ist keine waffe.
    ich weiss, dass die gerichte das heutzutage anders interpretieren, aber gerade das kritisiere ich ja.
    und “diebstahl” bleibt auch immer noch nur “diebstahl”, auch wenn sie es dreimal schreiben. desgleichen “sachbeschädigung”.(wahrscheinlich ist ein bierglas zu bruch gegangen)
    ich bleibe dabei, dass das hier arme teufel waren und sind.
    und ich wette, hoeness wird mit ner bewährungsstrafe davonkommen.
    und, nein, gerecht ist das nicht.

  5. Stephan Jäger schreibt:

    @phillip trellert

    „herr bauer, es stand auch was da von “schreckschusspistolen”.
    das ist keine waffe.“

    Na das ist ja mal eine interessante Feststellung! Ich hoffe, dieses „fundierte Fachwissen“ beeinflusst auch Ihre Beurteilung der Situation, wenn Ihnen mal jemand so ein Ding unter die Nase hält.

    Ansonsten werde ich – speziell nach Lektüre der (etwas ausführlicheren) TV-Berichterstattung zum Thema – das Gefühl nicht los, dass es den Protagonisten hauptsächlich um die mehrjährige Vollpension ging. Anderenfalls müssten, bei Überfallen auf Trierisch „Woart, eisch giehn groaden hemm de Knarr hullen“, eigentlich noch zwei Jahre wegen gemeingefährlicher Dummheit dazu kommen.

  6. phillip trellert schreibt:

    wieso fundiertes fachwissen ?
    werter herr jäger, mir hat schon mal jemand “so ein ding unter die nase gehalten”.
    ich lebe noch.
    bei jeder autofahrt auf der B51 nach bitburg schwebt man in weit grösserer gefahr.

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