Marx-Werke nun Welterbe

GWANGJU. Zwei Schriften von Triers berühmtestem Sohn finden sich künftig auf der Liste des Weltdokumentenerbes wieder. Das entschied jetzt das Welterbe-Komitee der UN-Kulturorganisation Unesco auf seiner Tagung im südkoreanischen Gwangju.

Die Himmelsscheibe von Nebra, die Goldene Bulle und das Lorscher Arzneibuch – diese deutschen Kulturgüter haben zumindest eines mit zwei Werken von Karl Marx gemein: Allesamt wurden sie nun als Weltdokumentenerbe anerkannt. Von Marx setzte die Unesco sowohl  das Kommunistische Manifest als auch den ersten Band des Kapitals auf die Liste.

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5 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. rüdiger Rauls schreibt:

    Bin mal gespannt, was Herr Kaster dazu sagt und die Julis, die heldenhaften Kämpfer gegen das Böse in Form von Marxens Werk. Vermutlich aber werden sie bald erkennen, dass auch dieses UNESCO-Gremium mit dazu gehört zu dieser weltumspannenden Verschwörung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, unsere Freiheit zu vernichten.

  2. Kai Kugler schreibt:

    Vielleicht sollte der AStA in seiner alten Forderung einfach von “Karl-Marx-Universität” auf “Das-Kommunistische-Manifest-Universität” umschwenken?

  3. Tobias Schneider schreibt:

    Meine Güte, Herr Rauls, man könnte bei einem intelligenten Menschen doch annehmen, dass er zumindest etwas über den eigenen ideologischen Tellerrand hinausschauen kann, um zu verstehen, was Menschen mit einer anderen Meinung als der eigenen ausdrücken wollen.

    Es ist ein Unterschied, ob ich Marx’ Werke als historische Dokumente betrachte und diese dann, wie hier durch die UNESCO geschehen, entsprechend ihrer historischen Bedeutung bewerte, oder ob ich viele kleine Abbildungen von Marx aufstelle um auf die Aktualität von Marx’ Ansichten hinzuweisen. In dem einen Fall ordnet man den Ideen von Marx ihre historische Bedeutung zu, die sie zweifelsohne besitzen, gerade die Kampagne der Trierer JuLis hat das gezeigt, und in dem anderen Fall wird missioniert, oder steht die Marx-Figur neuerdings nur zum Spaß an jedem Infostand der hiesigen Linken?

    Wie gesagt, von einem intelligenten Menschen hätte ich da etwas mehr Differenzierung erwartet. Aber vielleicht erwarte ich auch einfach zuviel von den Menschen.

  4. Johannes Verbeek schreibt:

    Zwei aus Zweiundvierzig plus vier Zusatzbände: Die UNESCO hat immerhin das „Kommunistische Manifest“ (1848) und den ersten Band des Werkes „Das Kapital“ (1867) auf ihrer schützenswerten Literaturliste verzeichnet. Hoffen wir also auf zahlreiche Leser/innen. – Allerdings erstaunt freilich, warum nur der erste Band eines von Karl Marx selbst auf sechs Bände hin konzipierten Werkes von der UNESCO gewürdigt wurde!? Zumindest hätte man erwarten können, dass die Arbeit von Friedrich Engels mitgewürdigt worden wäre. Denn zum einen ist er der Mitautor des „Kommunistischen Manifestes“ und zum anderen hat er die überlieferten marx‘schen Manuskripte zu den beiden Folgebänden zwei und drei des Kapitals überarbeitet, redigiert und herausgegeben. Aber auch der vierte Band des Werkes, der später von Karl Kautzky herausgegeben wurde, sollte nicht vergessen werden. Erst zusammen machen sie einen wirklichen Eindruck der enormen Spannweite des marx’schen Projektes, das es nicht nur zu erinnern und zu würdigen gilt, sondern auch einer weiteren Generation von Leserinnen und Lesern verständlich zu machen gilt.
    Für mich erscheint die Begrenzung auf den ersten Band des Kapitals recht willkürlich. Es ist so, als ob man die Bibel hätte würdigen wollen und schließlich nur das Alte Testament auf die UNESCO Weltkulturliste gesetzt hätte. Keiner wüsste je, was es mit dem ominösen, „tendenziellen Fall der Profitrate“ auf sich hätte, ebenso wenig wie man wüsste, welche Mehrwerttheorien Marx rezipiert hat, um zu seiner eigenen Ansicht zu gelangen. Also: Nicht nur der Band 23 (Marx) muss auf die Liste der UNESCO, sondern zudem die Bände 24 und 25 (Hrsg.: Engels) sowie die Teilbände 26.1, 26.2 und 26.3 (Hrsg. Kautzky) nach der Nummerierung der Marx/Engels-Gesamtausgabe. Alles andere wäre auf Dauer mehr als nur halblebig!

  5. rüdiger Rauls schreibt:

    Tobias Schneider, wie kann ich intelligent, wo ich doch kein Juli bin? Nur die Julis sind die jungen Schlauen, die wissen, wie es in der Welt zugeht und was richtig und falsch ist. Alle Wirklichkeiten der Welt können dagegen nichts ausrichten . Naja, meistens haben sie ja auch schon einpaar Semester studiert, BWL, Jura oder sonst etwas, was alle Erscheinungen der Welt zu erklären weiß. Und wo es nicht so recht klappt mit dem Weltbild und der Wirklichkeit, klammert man die Widersprüche kurzer Hand aus.
    So haben die Vertreter der Meinungsfreiheit meinen Beitrag zu ihrer Anit-Marx-Kampagne nicht auf ihrer Website eingestellt. Ist ihr gutes Recht, Beiträge nicht zu veröffentlichen, die ihnen nicht in den Kram passen. Dabei war er sachlich, mein Beitrag, und fundiert. War das vielleicht sein Fehler?
    Es macht Ihnen auch nichts aus, Ghaddafi und Chavez als Kommunisten einzustufen, die sich selbst nie als solche gesehen haben. Aber was macht das schon. Kommunist ist, wen die Julis dazu erklären. Wichtig ist, dass es der eigenen Propaganda dient und keine Zweifel am eigenen Weltbild aufkommen lässt
    Es macht den Julis auch nichts aus, die Toten in Vietnam zu beklagen, die durch Ho Chi Minh ihr Leben verloren haben sollen. Die toten Vietnamesen aber, die durch amerikanische Bombenteppiche, Napalm-Barbecues und Massaker umkamen, werden nicht erwähnt, waren halt auf der falschen Seite gestorben. Es besteht anscheinend doch ein Unterschied im Tod, den politisch nützlichen und den anderen.

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