Mehr Schwarzfahrer in Trier

TRIER. Die Zahl der Schwarzfahrer in den Trierer Stadtbussen hat zugenommen. Ein Grund für diese Entwicklung könnte in den stetig steigenden Ticketpreisen für den öffentlichen Nahverkehr liegen.

Wie die Stadtwerke Trier (SWT) nun auf Anfrage gegenüber 16vor mitteilten, waren 2009 rund 1,3 Prozent der Fahrgäste ohne Ticket unterwegs; 2010 ging der Anteil der Schwarzfahrer auf 1 Prozent zurück und stieg 2011 wieder auf 1,4 Prozent an. Doch 2012 könnte jetzt die 2-Prozent-Marke überschritten werden – im ersten Halbjahr wurden jedenfalls 2,1 Prozent Schwarzfahrer verzeichnet.

Die Tendenz über die Jahre gesehen sei “gleichbleibend bis leicht steigend”, resümmiert ein Unternehmenssprecher und liefert auch gleich eine mögliche Erklärung für die Zunahme an Schwarzfahrten:  “Aufgrund der Fahrpreissteigerungen im ÖPNV in Relation zu dem seit Jahren gleich hohen ‘erhöhten Beförderungsentgelt’ von 40 Euro, erreicht der Risiko und Chance abwägende Fahrgast rein statistisch immer eher den Punkt, bei dem sich ‘Schwarzfahren’ wirtschaftlich für ihn lohnt”. Den “klassischen” Schwarzfahrer gebe es aber nicht, “das kann man nicht an einer Personengruppe festmachen”, betonen die Stadtwerke. Die Fahrscheinkontrollen seien von 2009 bis heute “geringfügig intensiviert” worden, heißt es weiter.

Nicht nur in Trier scheinen mehr Schwarzfahrer unterwegs zu sein, auch in Koblenz ist dieses Phänomen zu beobachten: “Unsere Fahrausweisprüfer konnten in den letzten Jahren bei den Kontrollen eine leicht steigende Tendenz bezüglich der Fälle ‘Fahren ohne gültigen Fahrausweis’ feststellen”, bestätigte Claudia Probst von der Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-Aktiengesellschaft (KEVAG). In einem Punkt folgte man in der Rhein-Mosel-Stadt nun dem Trierer Vorbild: “Um der steigenden Schwarzfahrerquote entgegen zu treten und im Interesse unserer zahlenden Fahrgäste, proben wir seit dem 1.Juli 2012 den generellen Einstieg vorne . Hier folgen wir auch aus Sicherheitsaspekten für den Fahrer einem bundesweiten Trend”, berichtet Probst.

Nach Darstellung der KEVAG “sinkt bei einigen Nutzern möglicherweise die Hemmschwelle, schwarz zu fahren”. Bei Kontrollen reagierten Schwarzfahrer “teilweise, trotz der dann fällig werdenden erhöhten Beförderungsentgelte , überaschend gelassen”.

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2 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Peter Moog schreibt:

    Busfahren ist einfach nur saumäßig teuer und unattraktiv!

  2. Christian Lehberger schreibt:

    Wahrscheinlich reagieren die erwischten Personen so gelassen, weil sich die dann fälligen 40 Euro gegenüber den saftigen Ticketpreisen immer noch rechnen.

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