Mehr verwarnt, weniger abgeschleppt

Es gehe nicht darum, Geld zu machen, betonte Ordnungsdezernent Thomas Egger am Dienstagabend bei der Vorstellung der städtischen Knöllchen-Bilanz 2013. Dass die Überwachung des ruhenden Verkehrs nach wie vor nicht kostendeckend arbeitet, wird die Stadt denn auch nicht von ihrer Pflicht entbinden, weiterhin Falschparker aufzuspüren. Fast 84.000 Verwarnungen sprachen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes im vergangenen Jahr aus, auf rund 1,229 Millionen Euro beliefen sich die Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern. Damit lagen beide Zahlen zwar merklich über denen von 2012, aber auch deutlich unter denen von 2011, als das neue Parkraumkonzept eingeführt wurde. Elmar Geimer, Leiter der städtischen Straßenverkehrsüberwachung, ist überzeugt, dass weiterhin einige Fahrzeuginhaber bewusst das Risiko eingehen, erwischt zu werden. Ausländische Falschparker haben derweil wenig zu befürchten, hier liegt die Zahlungsquote bislang bei lediglich 40 Prozent.

TRIER. Im vergangenen Frühjahr wurden Verwarn- und Bußgelder deutlich teurer. Zum 1. April 2013 trat der neue Bußgeldkatalog in Kraft. Seither kostet es zehn statt fünf Euro, die Parkdauer um bis zu 30 Minuten zu überschreiten. Das Bundesverkehrsministerum sei “auf einem Drittel des Weges stehengeblieben”, kommentierte Elmar Geimer am Dienstagabend vor dem zuständigen Dezernatsausschuss die Änderungen. Tatsächlich vermag auch dieser Bußgeldkatalog überzeugte Falschparker kaum abzuschrecken. Hält sich noch dazu die Kontrolldichte in Grenzen, lassen es nicht wenige erst recht darauf ankommen, erwischt zu werden. Dann wird erst gar kein Parkschein gelöst und darauf spekuliert, dass man schon nicht auffliegt. Oft genug geht die Rechnung auch auf, und fliegt man doch auf, wird man die zehn Euro auch noch aufbringen können, so die kühle Kalkulation einiger Zeitgenossen.

Hätte es die Anhebung der Gebühren nicht gegeben, der Kostendeckungsgrad der städtischen Straßenverkehrsüberwachung wäre merklich bescheidener ausgefallen. Aktuell liege er bei etwa 80 Prozent, bezifferte Elmar Geimer. 16 Voll- und 6 Teilzeitstellen sieht der Stellenplan vor, fast alle seien aktuell besetzt; im Zwei-Schichtbetrieb wird der ruhende Verkehr überwacht. Unter der Woche jeweils von 7 bis 21, freitags von 7 bis 23 Uhr. Samstags rücken die Hilfspolizisten zwischen 9 und 23 Uhr aus, sonntags ruht die Überwachung des ruhenden Verkehrs. Es sei denn, die Geschäfte öffnen und locken entsprechend viel Verkehr in die City, so Geimer. An regulären Sonn- und Feiertagen dürften die Hilfspolizisten allerdings nicht eingesetzt werden – weil das “nicht mit den bestehenden Arbeitsverträgen korrespondieren würde”. Nach Geimers Worten würde es sich aber auch nicht rechnen, an einem normalen Sonntag auf Streife zu gehen. Auf dem Domfreihof würde es sich hingegen wohl lohnen, nur eine Stunde unterwegs zu sein. Was sich im Schatten von Dom und Liebfrauen während der Gottesdienstzeiten vor allem an Feiertagen abspielt, zeigt, wie es um die Verkehrsmoral mancher Kirchgänger bestellt sein muss. Manche wähnen sich offenkundig schon in einer Art Gewohnheitsrecht und parken nur einen Steinwurf vom Domstein entfernt.

Insgesamt 83.800 Verwarnungen sprachen Triers Hilfspolizisten im vergangenen Jahr aus. Eine beachtliche Zahl, doch lag sie schon deutlich höher. 2011 zum Beispiel: Seinerzeit wurden 105.600 Verwarnungen ausgesprochen. Elmar Geimer erklärt dies mit der damaligen Einführung eines neuen Parkraumkonzepts. Die Einnahmen lagen in dem besagten Knöllchen-Rekordjahr bei 1,241 Millionen Euro. Doch ähnlich hoch fielen die Einnahmen auch schon mal früher aus, nämlich 2004, als ebenfalls mehr als 100.000 Verwarnungen registriert wurden, es aber kein neues Parkkonzept gab. Halten sich Autofahrer nun stärker an die Regeln und legen auch eine bessere Zahlungsmoral in Sachen Parkgebühren an den Tag? Dafür spricht wenig. Klar scheint lediglich: Ohne die Änderungen im Bußgeldkatalog, sprich die höheren Gebühren, hätten die Einnahmen 2013 wohl kaum mehr als das Niveau von 2012 erreicht, als bei 77.100 Verwarnungen knapp eine Millionen Euro verbucht wurden.

Mit 38.000 Fällen entfällt das Gros der Verwarnungen auf Menschen, die entweder keinen Parkschein gelöst oder aber ihre Parkdauer überschritten hatten. In rund 10.600 Fällen wurden im vergangenen Jahr Autofahrer zur Kasse gebeten, weil sie Rad- oder Fußwege zuparkten. 4.000 Knöllchen wurden vergeben, weil Sonderparkplätze wie beispielsweise die für Busse in der Weberbach zweckentfremdet wurden. Derweil ließ das Ordnungsamt 2013 deutlich weniger abschleppen als in den Vorjahren. Wurden 2011 beispielsweise noch 825 Fahrzeuge und 2012 immerhin 772 Autos abgeschleppt, sank diese Zahl im vergangenen Jahr auf nur noch knapp über 400. Und wem dieses Missgeschick widerfuhr, musste auch deutlich weniger berappen, als früher: statt durchschnittlich 125 nunmehr 75 Euro zuzüglich einer Gebühr von 40 Euro. Dass der Preis fürs Abschleppen deutlich sank, haben die betroffenen Autofahrer dem Umstand zu verdanken, dass die Stadt inzwischen mit zwei Unternehmen fest zusammenarbeitet. Im Rahmen einer Ausschreibung hatte die Bietergemeinschaft den Zuschlag fürs Abschleppen bekommen.

Zwischen 7 und 8 Prozent der ertappten Parksünder waren mit einem Fahrzeug unterwegs, das im Ausland gemeldet ist, so Elmar Geimer. Diese Klientel hat relativ wenig zu befürchten, räumte der Verwaltungsmitarbeiter ein. Denn nur wer mit ausländischem Kennzeichen mehr als einmal unangenehm auffalle, müsse auch damit rechnen, dass das Ordnungsamt über die Polizei den Halter ermitteln lässt. Alles andere sei viel zu aufwändig, so Geimer. Immerhin komme man aber inzwischen auf eine Zahlungsquote von rund 40 Prozent. Und was speziell Fahrzeuge mit luxemburgischen Kennzeichen anbelangt, wissen die Hilfspolizisten aus Erfahrung – jeder zehnte Fahrer ist ein Deutscher.

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23 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Michal Dobrajc schreibt:

    Könnte mich jemand bitte mal aufklären, wie es bei einem monatlichen (!) Umsatz von über 100.000 € und andererseits nur 16 Voll- und 6 Teilzeitkräften kommen kann, dass das nicht kostendeckend ist? Da ich bezweifle, dass das Gehalt der Ordnungskräfte über 5000 € liegt, Frage ich mich, wohin der Rest versickert.

    Ach ja, und schön zu wissen, dass man Sonntags als Falschparker nichts zu befürchten hat und ansonsten auch die Wahrscheinlichkeit, abgeschleppt zu werden, gegen Null tendiert, sogar wenn die Zufahrt zum Südbad derart zugeparkt ist, dass de Krankenwagen nicht mehr durch kommt (die perplexen Ordnungshüter schauen dem Krankenwagen nur bei seinem aussichtslosen Versuch durchzukommen zu und antworten auf Fragen, ob sie denn nicht etwas unternehmen wollen “Ja, was sollen wir denn machen?”)

  2. Markus Becker schreibt:

    Als Bewohner der Innenstadt wundere ich mich Tag für Tag über das Parkverhalten in der Fußgängerzone. Denn als solche ist der Domfreihof nun einmal ausgewiesen. Da wird munter sowohl tags wie abends, und dies nicht nur zu Gottesdienstzeiten, an der Mauer der Dominformation entlang geparkt. Die “Anlieger Strasse” Liebfrauen als direkter Zubringer zum “Terminal” Domfreihof, wo Gattin oder Gatte abgesetzt oder aufgelesen wird und reichlich kostenfreie Parkplätze zur Verfügung stehen. Knöllchen entdecke ich dort selten an den Scheiben parkender Wagen und einen Abschleppdienst habe ich dort noch nie gesehen.

    Aber vielleicht sollte die Stadt genau dies besser vermarkten, denn welche Stadt kann schon mit gleich 2 “befahrbaren” Weltkulturerbe aufwarten. Dom und Liebfrauen bequem aus dem Auto raus, Scheibe runter, fotografieren, staunen. Wer will darf auch kurz parken und aussteigen und vielleicht auch noch kurz einkaufen…

    Auch den Stockplatz könnte man wieder freundlicher gestalten, hier machen die vielen Löcher den dort verkehrenden und dann parkenden Autos doch zu schaffen. Ein neuer Belag und Markierungen würden das Parken hier doch wesentlich vereinfachen. Ach geht ja nicht, ist ja auch Fußgängerzone…

    Schade Trier wie Du mit Deinen Plätzen umgehst.

  3. Rainer Derws schreibt:

    Es ist doch allgemein bekannt, dass die Strafen fürs Parken in der Fußgängerzone lächerlich sind:
    Domfreihof, Stockplatz, Jakobsspitälchen, Sparkasse Viehmarkt, hinter beiden Kaufhof Filialien, etc. …
    Alle parken da, lachen über 5-10 EUR und kommen wieder… Da die Chance, kontrolliert zu werden eh lächerlich klein ist.
    Vielen Dank auch für den Tipp sonntags! Werden sich sicherlich alle gut merken!

    Genauso der fahrende Verkehr: Radfahrer in der Fußgängerzone werden angehalten, zahlen 10 EUR und gleichzeitig fahren 3-5 Laster, Klein LKW, Taxis, etc. vorbei..

  4. Jörg Hansen schreibt:

    Alles richtig. Aber die Strafen bemessen sich nach einen bundeseinheitlichen Katalog (Bußgeldkatalogverordnung), hier kann die Stadt nicht frei entscheiden. Leider.

  5. Thomas Dreyer schreibt:

    Bei der Verteilung der Knöllchen geht auch nicht immer alles mit rechten Dingen zu. Als neuer Innenstadt Anwohner hatte ich ein paar Wochen noch keinen Anwohnerparkausweis und bekam dementsprechend Strafzettel vor meiner Wohnung verpasst. Gut die Strafzettel wurden bezahlt und ein Anwohnerparkausweis besorgt. Hier könnte die Geschichte jetzt zu Ende sein, Ende gut alles gut.

    Leider bekam ich auch mit Anwohnerparkausweis weiter Strafzettel vor meiner Wohnung im Anwohnerparkbereich (mein Fahrzeug war den “Hilfspolizisten” wohl mittlerweile als Kunde zur Gewohneit geworden….). Über diesen Parkbereich wurde ich genau bei Ausgabe des Parkausweises belehrt und er ist auch gut beschildert. Mein Einspruch bei der zuständigen Abteilung im Rathaus wurde abgelehnt mit der Begründung ich hätte zwar jetzt einen Parkausweis, mein Fahrzeug aber außerhalb des Anwohnerparkbereichs geparkt. Für mich ist es natürlich unmöglich das Gegenteil zu beweisen und so muss ich nun trotz gültigem Parkausweis der Stadt 10 Euro überweisen. Wenn letztlich eine wie auch immer gestaltete Befragung der “Hilfspolizisten” über richtig oder falsch entscheidet ist man als Bürger sehr schnell am Ende seiner Möglichkeiten.

    Mein Fazit: Einspruch bei Behörden gegen aus Schlampigkeit zu unrecht verhängte Strafen ist zwar sinnlos, aber zumindest bleibt mein Fahrzeug an derselben Stelle seit meiner Beschwerde von weiteren Strafzetteln verschont…

  6. Thomas Reuter schreibt:

    Wie bereits mehrfach erwähnt lässt sich die beklagenswerte Situation zu einem Großteil auf die lächerlich geringe Verwarngebühr zurückführen, deren Regelung noch dazu folgende Absurdidät parat hielt (oder sogar noch hält?):
    Wer kein gültiges Parkticket im Auto hinterlegt hat bekam/bekommt eine niedrigere Verwarnung ausgesprochen als der, der dessen Ticket abgelaufen war/ist.
    Dabei habe ich noch nie beobachtet, daß dem ohne Ticket mehrere Verwarnungen an die Scheibe geheftet wurden. Ich vermute, daß entweder dies gar nicht erlaubt ist (mehrere Strafen für 1 Ordnungswidrigkeit), oder dies aber weil schlicht das Personal zu knapp ist, unterbleibt. Ich wäre dankbar, wenn mir mal einer diese absurde Situation erklären könnte.

    Noch eins: wenn ich auf dem Kirchberg (Luxemburg) in einer Seitenstraße in der Nähe meiner Arbeit falsch parke, zahle ich für eine Verwarnung gleich mal 21€.
    Und soweit ich weiß, wird diese auch bei Haltern mit dt. Kennzeichen eingetrieben.
    Aber in TR darf ich ungestraft bzw. mit einem lächerlichen 10€-Knöllchen in prominenter Lage direkt vor’m schönsten Kulturdenkmal parken.

    Mir drängt sich mittlerweile der Gedanke auf, daß diese Politik auch unter “Maßnahmen zur lokalen Tourismus- bzw. Wirtschaftsförderung” betrachtet wird. Traurig, traurig…

  7. Stephan Jäger schreibt:

    Prima! Wollen wir das nich gleich auf große Tafel an die Einfallstraßen schreiben?

    Trier: Hier kann man Montags bis Freitags von 21 – 7 Uhr, Freitags von 23 – 9 Uhr und Samstags ab 23 Uhr das Ganze Wochenende tun und lassen, was man will.

    …nur, damit auch die Auswärtigen bescheid wissen. Die Trierer „kennen sich ja ohnehin aus“, wie man sich z.B. beim allabendlichen Rollator-Slalom in der Saarbrücker Straße anschauen kann.

    Nun, wenn man sich Sätze wie diese beiden „Mit 38.000 Fällen entfällt das Gros der Verwarnungen auf Menschen, die entweder keinen Parkschein gelöst oder aber ihre Parkdauer überschritten hatten. In rund 10.600 Fällen wurden im vergangenen Jahr Autofahrer zur Kasse gebeten, weil sie Rad- oder Fußwege zuparkten.“ und die zweite Hälfte der Artikel-Überschrift durchliest, stellt sich die Frage nicht mehr, wieso so etwas wie „Verkehrsmoral“ in „unserer schönen Stadt“ schon vor Ewigkeiten durch das Recht des „Stärkeren“ und diverse „Gewohnheitsrechte“ auf Freihöfen und an Fußballplätzen ersetzt worden ist und, wieso Feuerwehren bei Notfalleinsätzen plötzlich vor kreuz und quer geparkten Karren stehen.

    Ein Fuffzigerl zu wenig in einer Parkuhr wiegt in Trier offensichtlich schwerer und ist ahndungswürdiger als Rücksichtslosigkeiten und Gefährdungen gegenüber Mitmenschen.

  8. Malte Beyer schreibt:

    Um der Diskussion, die schon jetzt den erwarteten Verlauf nimmt, noch etwas Futter zu geben:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/verkehrssuender-in-berlin-sheriff-app-gegen-falschparker-kommt-im-maerz/9465898.html

    Ansonsten spannende Informationen zur Kostendeckungsquote (in der Tat überraschend niedrig), zum Anteil ausländischer Falschparker (‘die mit den gelben Nummernschildern’ – ebenfalls überraschend niedrig), zu den Tugenden der Gottesdienstbesucher (idem) und zu den arbeitsvertraglichen Hindernissen (Sonntags wird das Recht halt mal nicht durchgesetzt).

  9. F. Helmer schreibt:

    Die Stadt Trier sollte sich schämen.
    Die Dauerausreden es wäre zu teuer irgendwelche Poller aufzustellen etc. etc. und jetzt sogar die Infos aus diesem Artikel….

    Ich warte nur darauf, dass die ADD der Trierer Stadtverwalter einen Zwangverwalter vor die Nase setzt

    Wenn Malu Dreyer und ihr Mann dazu nicht in der Lage sind muss man als Triererin irgendwie leidlich feststellen, dass wohl nur einer wie Horst Seehofer hier abhilfe schaffen könnte. Ich sehe quasi schon bayerische, hessische oder baden-würrtembergische Entwicklungsdiensthelfer mit unseren (Aus-) Hilfspolizisten auf Streife umhergehen um denen mal zu zeigen wie es lt. bundesdeutschen Gesetz geregelt werden müsste.

    Am peinlichsten finde ich ja immer, dass einer der (ADAC-) Abschleppwagen in der Gervasiusstraße auf dem Hof des bischöflichen Weingutes Abends oder am Wochenende dauer-geparkt ist und auf Einsätze wartet, während rund um das Weingut kaum noch ein Dauer-Falschparkerplatz frei ist. Armseeliges Trier.

  10. F. Helmer schreibt:

    kleiner Nachtrag:

    Gerade jetzt wo dem ADAC ein Skandal nach dem anderen um die Nase fliegt müsste man sich auch mal ernsthaft fragen wieso die Strafen für Falschparken so gering sind. Wer mit einem 30.000 Euro Fahrzeug durch die Gegend fährt kann mir nicht erzählen 10 Euro für Falschparken wäre eine angemessene Strafe und kaum bezahlbar. Vor meiner Haustür mindestens einmal pro Woche Oberklassenfahrzeuge so blöd auf dem Fußweg, dass ich durch die Garageneinfahrt das Hausverlassen muss.
    Ganz ehrich: Ich glaube nicht, dass die Fahrer(innen) ünberhaupt nach freien regulären Parkplätzen gesucht haben, sondern die 10 oder 25 Euro einfach in Kauf nehmen.

    Das lässt sich augenblicklich nur mit Abschleppen oder Fahrsperren ändern!

  11. Stephan Jäger schreibt:

    @F. Helmer

    Vielleicht unternimmt das Trierer Ordnungsamt ja auch einfach mal einen Fortbildungsausflug nach Zürich. Da läuft das Ganze nämlich etwas anders ab:

    Bevor ich wußte, was eine gelbe Zone ist, habe ich dort einmal abends mein Auto auf etwas gestellt, das aussah wie ein normaler öffentlicher Parkplatz: Keine Einfriedung, markierte Flächen, nur irgendwo, wo es im Dunkeln sicher niemand suchen geht, ein Schild. Morgens war das Auto weg. Kostenpunkt 430(!) Franken. Und in der Schweiz zahlt nicht, wie in Deutschland bizarrerweise, erstmal der Auftraggeber den Abschlepper. Sondern ganz selbstverständlich der, der sich widerrechtlich auf Privateigentum begeben hat. In bar. Bevor es das Auto wiedergibt.

    Das passiert einem genau einmal!

    Wirkung: Trotz der durchaus üppigeren Einkommenssituation existiert rücksichtsloses, behinderndes oder gefährdendes Parken in Zürich nicht! Ebensowenig übrigens wie kostenfreies innerstädtisches Parken im öffentlichen Straßenraum.

    Auch die hiesige Gesetzeslage würde ein wirksames Abstellen der hier selbstverständlichen Auswüchse ohne weiteres hergeben. Die Rechtsgrundlage zum kompletten Freischleppen eines jeden zugeparkten Geh- oder Radweges z.B. ist selbstverständlich vorhanden.

    Nur muss es eben politisch gewollt sein. Genau das aber ist in Trier nicht der Fall. Und solange im Rat Kräfte wie die Fraktionen von FWG und Union mit ihrer kruden Version von „Bürgernähe“ abstimmen, wird sich daran wohl auch nicht viel ändern.

  12. U. Klein schreibt:

    Zweimal in den letzten Monaten per Auto in die Innenstadt gefahren, dabei einmal die Parkzeit um 15 Minuten überschritten. Und tatsächlich waren die Hilfspolizisten schon an meinem Auto gewesen, bevor ich ankam. Aber jetzt kenne ich ja ihre Dienstzeiten. Danke! :)

    Vielleicht sollte ich meinen TR-Opel gegen einen SUV mit gelbem Kennzeichen eintauschen, dann könnte ich auch straffrei auf Verkehrsinseln oder Radwegen parken.

  13. Joe Wittler schreibt:

    In der Germanstraße steht beispielsweise seit mindestens Dienstagmittag ein schwarzes Auto aus der Schweiz. An der Windschutzscheibe hängt nach wie vor ein läppischer 10 Euro Strafzettel. Mal ehrlich billiger parken in über 30 Stunden geht ja innerstädtisch sonst gar nicht.

    Mal sollte die Trierer Hilfspolizisten in Parkraumdiscounter umbenennen.

  14. Friedhelm Busche schreibt:

    Bisher habe ich mich immer nur über die vielen Falschparker geärgert aber nie einen angezeigt da ich eigentlich denunzieren nicht mag. Aber inzwischen kann ich mich mit dem Gedanken anfreunden es zu tun. Aus reiner Notwehr. “Das Schaf das sich fressen lässt, stärkt die Ordnung der Wölfe”

  15. Joe Wittler schreibt:

    @Friedhelm Busche:

    Das sollten wir mal alle tun & die Fotos etc. dann am Montag dem Ordnungsamt vorbeibringen, dann haben die wenigstens mal was zu tun.

    Gab es nicht mal so eine Seite wo man Fotos von Falschparker auf Fahrradwegen uploaden konnte, vor ein paar Jahren stand da mal was im Volksfreund. Aber finde da nicht mehr.

  16. V.Clemens schreibt:

    Also: Vor 8 Uhr wird grundsätzlich nicht kontrolliert. Das die Kräfte Sonn-und feiertags nicht eingesetzt werden dürfen, liegt ja wohl am Stadtrat. Man kann die Verträge ja so gestallten, das auch Nachts/ Sontags kontrolliert werden kann. verboten ist das nicht. Die STVO gilt rund um die Uhr.
    Wer behauptet, das sich Kontrollen an Sonntagen nicht lohnen kann wohl nur jemand behaupten, der dann den ganzen tag auf dem Sofa liegt und niemals durch Trier geht/fährt. Selbst bei 100 % Lohnzuschlag würde man da gewinn machen. Aber es werden ja hauptsächlich nur Parkuhren kontrolliert.
    ja, Kleinvieh macht auch Mist. Aber dicke Fische machen noch mehr Mist.
    In den Stadtteilen ( z.B. Süd, Nord, Alt-Kürenz, Gartenfeld, Ehrang) kann für jeden Stadtteil locker ein Team + 2-3 Abschleppwagen kalkuliert werden. Oder bei Veranstaltungen in der Arena bzw. an Markttagen. Hier steht das (Buß)Geld buchstäblich auf der Straße. Aber es ist vom Stadtrat nicht gewollt, das man es aufhebt.
    Das nur 400 Autos Abgeschleppt wurden ist doch ein Witz. Koblenz schaffte es immerhin auf 1700 im gleichen Zeitraum.
    P.S. Ja , auch ich habe im vergangen Jahr 2 Knöllchen a´10 Euro bekommen. Ersparnis für mich: ca. 100 Euro Parkgebühren. Sonntage nicht mitgerechnet.

  17. M. Schröder schreibt:

    Ich besitzte kein eigenes Auto. Wenn ich mal eines brauche sind das welche von Autovermietern, bzw. von Freunden oder der Familie, insgesamt vielleicht an 7-8 Tagen im Jahr. Mit diesen Autos müsste ich dann natürlich auch in der Nähe meines Hauses parken, da ich Dinge rein oder raustragen muss zum Auto, alternativ hätte ich es ja nicht ausleihen brauchen.

    Für Leute wie mich gibt es aber keine Möglichkeit Anwohnerparkplätze nutzen zu dürfen. (War dazu 2013 tatsächlich mal bei dem Zuständigen der Stadtverwaltung vorstellig.)

    Leute die das ganze Jahr die Straße zustellen werden bevorrechtigt, Leute wie ich, die das nur tun, wenn es notwendig wäre werden benachteiligt. Eigentlich eine der Definition nach recht assoziale Geschichte.

    Fair wäre es wenn es auch so eine Art Anwohner-Zeit-Parkschein gibt für Leute ohne eigenes Auto, mit dem man dann sagen wir mal 14 Tagen im Jahr im Anwohnerbereich parken darf. (Datum deutlich sichtbar auf einen der 14 Frei-Tage draufschreiben oder wie auch immer…).

  18. klaus ritter schreibt:

    Herrlich diese Artikel, selten habe ich mich so amüsiert hier bei 16vor, frei nach H. Heine:
    Das ist schön bei den Trierern: Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.
    Ihr meint das doch nicht wirklich alles ernst, oder?
    In diesem Sinne
    Weitermachen!

  19. helmut heibel schreibt:

    In Trier fehlt ein weiteres Parkhaus. Es müsste auch Fahrzeugen aktueller Größen genügend Parkraum zu bieten.

  20. MGrunwald schreibt:

    @M.Schröder: ich dachte, die Zeitparkscheine gibt’s? Es gab doch mal so “Besucherscheine”, die man beim Amt beantragen kann, oder sind die wieder abgeschafft? Ich wohne nicht mehr in einer Anwohnerparkzone, also bin ich nicht so ganz auf dem Laufenden…

  21. Stephan Jäger schreibt:

    @helmut heibel

    „In Trier fehlt ein weiteres Parkhaus. Es müsste auch Fahrzeugen aktueller Größen genügend Parkraum zu bieten.“

    Ach Herr Heibel, selbst die vorhandenen Parkhäuser kämpfen doch mit ständigen Auslastungsproblemen, weil sie ja viel zu „weit“ von der Fußgängerzone weg sind. Es kann halt nicht jeder Einzelne bis direkt vor die Ladebkasse fahren.

    Ansonsten gibt es – obwohl das eine absolute Farce und in heutigen Zeiten ein Signal in die völlig falsche Richtung ist – in Trier inzwischen SUV-Parkplätze. Leute, die selbst dafür zu unbeholfen sind, sollten sich dann vielleicht lieber einen Smart mit Einparkhilfe als einen Panzer mit Metalliclackierung kaufen.

  22. R.Gerr schreibt:

    @heibel: Bin ich auch für. Ein Parkhaus nur für Tiguan und Cayenne. Ein sinnvoller Standort wäre der Parkplatz Rindertanzstraße. Da sind die Leute auch schnell in der Stadt.

  23. J. Reuter schreibt:

    Es gibt zwei einfache Möglichkeiten kostengünstig einzuführen, dass ggf. auch mal nachts, bzw. am Wochenende durchgehend kontrolliert werden kann.

    Das Ganze privatisieren, oder den Mitabeitern einen Bonus auszahlen, also zB 1 Euro je Vorfall.

    Ich wette die Aufschreibrate würde sofort nach oben schnellen, die Kostendeckung wäre sichergestellt, bzw. übertroffen und die Geh- und Radwege in Trier endlich einmal durchgehend passierbar.

    Oder wie oben von Herrn Malte Beyer genannt, die Bürger werden einfach selber aktiv. Ich fing heute direkt mal damit an, denn an Tagen wie heute, an denen auf dem Viehmarkt Markttag war würde man dann solche Szenen sich auch sparen können: Dort steht seit einiger Zeit sogar extra ein Schild keine Parkplätze, schon immer stehen da die Halteverbotsschilder doch NIEMAND hält sich daran
    vgl.: http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=8146db-1392395759.jpg

    Oder hier vorm Bischöflichen Weingut, wo man dank der nassen Straße sogar sehen kann wie viele Autos schon über den Gehweg ausweichen mussten, weil Dauerparker im Weg stehen, wo Fußgänger eh schon kaum Platz finden und so noch mehr eingeengt werden.
    http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=8c79ac-1392396115.jpg

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